Wednesday, 8. February 2012
09.08.2010
 

»Polskaweb«: »Lebt Lech Kaczynski noch?«

Gerhard Wisnewski

Die Journalisten der deutschsprachigen Internetplattform »Polskaweb.eu« haben jeden Glauben an die offizielle Version vom Absturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski am 10. April 2010 verloren. Begleitete die Nachrichtenseite die Ermittlungen anfangs noch engagiert und kritisch, haben die Journalisten inzwischen vollkommen von dem Labyrinth aus Täuschungen, Tricks und Tarnungen Abstand genommen und nehmen die »Ermittlungen« schlicht nicht mehr ernst. Inzwischen nähern sie sich der hier bereits vor Wochen geäußerten Vorstellung an, dass Kaczynski niemals in Smolensk abstürzte und das Flugzeugwrack möglicherweise ein Double darstellt. »Polskaweb« geht aber noch einen Schritt weiter und stellt sogar die Frage, ob Kaczynski noch lebt.

»Während Demonstranten, Behörden, Politiker, Kirchenvertreter und Angehörige der Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April bei Smolensk sich tagtäglich um ein Gedenk-Kreuz vor dem Warschauer Präsidentenpalast streiten«, hätten »die Russen immer noch keine logischen und verlässlichen Daten und Untersuchungsberichte zu der Katastrophe liefern« können, bemängelte Polskaweb.eu am 7. August 2010. Dafür werde die Liste der Indizien für eine »ganz andere Verschwörung« immer länger.

Misstrauisch stimmen die Journalisten von Polskaweb »das seltsam naive aber auch ignorante Verhalten von Politikern wie Tusk, Putin, Komorowski, Palikot, Klich, Miller, Kwasniewski, Walesa und auch Jaroslaw Kaczynski nach der Tragödie auf dem russischen Militärflughafen«, aber auch die zahllosen »Ungereimtheiten, Versäumnisse und Unmöglichkeiten die Ermittler«.

 

Sarg »bitte nicht öffnen«

So sei Kaczynskis Sarg verschlossen und mit dem Hinweis »Bitte nicht öffnen« in Polen angekommen. Über die Identifizierung der Absturzopfer gebe es zahlreiche Beschwerden, in denen von »Täuschung« und »Inkompetenz« der Behörden die Rede sei.

Wie bereits früher auf kopp-online.com berichtet, fehlten an der sogenannten Absturzstelle wichtige Spuren eines Crashs, unter anderem wichtige Flugzeugteile, aber auch Gepäck, Kleidungsstücke, Leichenteile und anderes mehr. Ich hatte daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass es sich um eine simulierte Absturzstelle nach dem Northwoods-Muster handelte. Die ursprünglich von US-Militärs entwickelte Operation Northwoods ist die Blaupause für simulierte Flugzeugabstürze: Dabei wird das Originalflugzeug durch ein Double ersetzt. Das Originalflugzeug wird umgeleitet und auf einem (anderen) Flughafen gelandet. An der Absturzstelle explodiert entweder eine ferngelenkte Drohne, oder der Absturz wird mit primitiveren Mitteln simuliert, wie etwa Flugzeugschrott und/oder auch nur einem Bombenabwurf, der den Absturz darstellen soll (siehe Shanksville). Das »Verkaufen« dieser Operation besorgen dann die Medien.

 

Keine Beweise für den Absturz

Exakt diesen technischen Überlegungen von einem simulierten Absturz nähern sich nun die Journalisten von Polskaweb an. Es könne inzwischen behauptet werden, dass zumindest nach den bisher veröffentlichten Dokumenten »nicht einmal bewiesen ist, dass die Tu-154M mit der Bezeichnung 101 überhaupt abgestürzt war«. Es gebe nur einen einzigen Zeugen, einen Journalisten des staatlichen polnischen Fernsehsenders TVP, der behauptet habe, die Maschine bei der versuchten Landung in Smolensk beobachtet zu haben. Aber: »Keiner sah den Absturz wirklich.« Auf Amateur- und TV-Filmen, die kurz nach dem Absturz der Tupolew gedreht worden sein sollen, sei »nicht eine einzige Leiche oder ein Teil hiervon zu sehen«.

Darüber hinaus seien die Bäume an der Absturzstelle von dem 280 km/h schnellen Jet nicht rasiert worden; an der Absturzstelle fehlten Sitze, Bänke und Tische des Flugzeugs, das Cockpit scheine genauso »verschwunden« zu sein wie »mehr als 50 Prozent der Maschine«: »Das Foto der zusammengebauten Reste der Tupolew, das wir auf der Website der russischen Flugunfallbehörde MAK fanden, zeigt nur etwa 40 Prozent des Flugzeuges. Cockpit und Fahrwerke fehlen offenbar auch. Es könnte sich insgesamt um Teile von gleich mehreren Maschinen handeln.« Demnach wären also auch die Fahrwerke, die man am »Absturzort« noch gesehen hat, später verschwunden. Darüber hinaus habe die abgestürzte Tupolew 154M/101 »eine identische Schwester mit der Nummer 102, die sich seit längerer Zeit zur Generalüberholung in Russland befindet und hierzu in alle ihre Einzelteile zerlegt wurde«. Allerdings sei diese Maschine inzwischen als »abholbar« gemeldet worden.

 

Verdächtige Beißhemmung

Ebenso Verdacht erregt bei den polnischen Journalisten die offensichtliche »Beißhemmung« des überlebenden Zwillingsbruders von Lech Kaczynski, Jaroslaw Kaczynski. So habe es Letzterer im vergangenen Wahlkampf um das Präsidentenamt versäumt, »den Joker ›Smolensk‹ aus der Tasche zu ziehen« – also die offensichtlichen Ungereimtheiten des Absturzes zum Thema zu machen. Der mit allen Wassern gewaschene Politprofi Jaroslaw Kaczynski, der schon ganz andere Argumente zu Wahlen vorgebracht habe, sei »zu dem alles entscheidendem Spiel wie ein blutiger Anfänger« erschienen. Mit keinem Wort hätten er und sein Team die Probleme und Seltsamkeiten um die Ermittlungen des Todes seines Bruders erwähnt. Dass dies »aus Anstand« unterblieben sei, nimmt Polskaweb dem lebenden Kaczynski nicht ab; schließlich habe der nach der Wahl plötzlich sehr wohl behauptet, »dass der Absturz der Tupolew bei Smolensk kein Unfall war«. »Wollte Kaczynski die Wahl nicht gewinnen?«, fragt deshalb Polskaweb.

Diese innenpolitischen Mechanismen entziehen sich allerdings ebenso meiner Beurteilungskraft, wie die riesige jüdische Verschwörung, die Polskaweb hinter dem Ganzen wittert. Während ich mich ausschließlich mit technischen und kriminalistischen Details des Absturzes beschäftigt habe, sieht Polskaweb eine »kryptojüdische Mafia« aus Politik und Geheimdiensten am Werk. Alle Geheimdienste seien untereinander verbunden und würden von Juden beherrscht, schreibt Polskaweb. Hinter dem Coup stecken laut Polskaweb »also globale Interessen einer weltweit agierenden Mafia, die nach Überzeugung von Polskaweb aus einigen hundertausend Kryptojuden besteht, die auch hinter betrügerischen Impfaktionen, Bankbetrügereien, Staatsbankrotten und zahllosen anderen volksschädlichen Aktionen zu vermuten sind«.

Nun, das riecht freilich verdächtig nach der berühmten »jüdischen Weltverschwörung«, von der ich mich – um Zitatkünstlern schon mal vorzubeugen – hiermit distanzieren muss.

 

Wie der Glaube an die offizielle Version zerbröselt

An dem Artikel kann man mitverfolgen, wie Polskawebs Glaube an die offizielle Version so weitgehend zerbröselt, dass die Journalisten sogar nicht ausschließen, dass die Tupolew Warschau niemals verlassen hat und die angeblichen Insassen noch in Polen verschwanden oder gekidnappt wurden. Es gebe »nicht einmal die Spur eines Beweises, dass jedes dieser 96 mutmaßlichen Opfer der Katastrophe Polen überhaupt am Morgen des 10. April Richtung Smolensk verließ«. Es gebe keine offiziell bestätigte Startzeit der Tupolew, nur eine angebliche Absturzzeit, »die schon mehrmals geändert wurde«. Niemand habe das Flugzeug an diesem Morgen auf dem Warschauer Airport Okecie gesehen. Niemand habe somit jemanden aus- oder einsteigen sehen, und es gebe auch keine Bordkarten.

 

Tatsächlich sind diese kriminalistischen und technischen Überlegungen nicht so abwegig wie manch andere. Vielmehr geht es hier um »Attentatsökonomie«, also die Frage: Was müssen die Attentäter überhaupt noch real bieten, um das Bild von dem Attentat zu erzeugen? In einer zunehmend gleichgeschalteten Medienwelt genügen bereits minimale reale Elemente, damit die Medien die erwünschte Version verbreiten, in Shanksville am 11.9.2001 zum Beispiel eine abgeworfene Bombe und etwas Metallschrott – fertig war der »Flugzeugabsturz«. Das Verhältnis zwischen absoluter technischer Kontrolle, Attentatsökonomie und der schließlich verbreiteten offiziellen Version wäre einmal eine eigene Untersuchungen wert.

http://polskaweb.eu/was-geschah-wirklich-in-smolensk-875978333.html

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