Von wegen Mondlandung: »Mond-Mineral« auch auf der Erde gefunden
Gerhard Wisnewski
Für manchen galt das vom Mond zur Erde gebrachte Gestein als der Beweis für die bemannten Mondlandungen der Amerikaner zwischen 1969 und 1972. Doch schon seit Jahren löst sich dieser Beweis in Luft auf. Neuester Tiefschlag für die Mondlandungsfans: Das vom Mond mitgebrachte, nach dem Landeort der Apollo-11-Landefähre benannte Mineral »Tranquillityit« findet sich auch auf der Erde...

Die Geschichte um das »Mondmineral« Tranquillityit liest sich wie ein typischer Mythos. Demnach landeten 1969 zwei amerikanische Helden in einer Konstruktion aus Plastikpaneelen und Alufolien auf dem Mond, und zwar im Mare Tranquillitatis – dem Meer der Ruhe. Und siehe da: Dort fanden sie ein auf der Erde gänzlich unbekanntes Mineral. Als die beiden Raumfahrer wieder auf ihrem
Heimatplaneten landeten, da gab man dem Mineral nach ihrem Landeort auf dem Mond den Namen »Tranquillityit«. Da war der Jubel gar groß und ein weiterer Beweis für ihre Reise auf das fremde Gestirn erbracht. Dem Team von Neil Armstrong und Buzz Aldrin folgten noch fünf weitere Besatzungen auf den Erdtrabanten. Alle sechs Crews stellten wissenschaftliche Experimente an, brachten insgesamt 382 Kilo Mondgestein zurück zur Erde und lebten glücklich und zufrieden – wenn nicht auf dem Mond, so doch auf der Erde. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lügen, pardon: leben sie noch heute.
Wie andere Beweise für die bemannten Mondlandungen auch, löst sich jedoch auch der Beweis des Mondgesteins mehr und mehr in Luft auf. Schon vor mehr als zehn Jahren, am 26. März 2001, berichtete die Expertenwebseite space.com über die Forschungen von Andrew Steele, einem Astrobiologen von der Universität Portsmouth in Großbritannien. Der war in höchstem Maße überrascht, als er in den Mondproben der NASA etwas entdeckte, was dort beim besten Willen nicht hineingehörte: die Faser einer Bürste. Bei näherem Hinsehen förderte Steele ein ganzes
Sammelsurium von Dingen zutage, die nicht vom Mond stammen konnten. Neben Plastik-, Nylon- und Teflonteilen sogar irdisches Kleingetier, das sich in den Proben vom Mond offenbar ganz wohl gefühlt hatte.
Und nun also Tranquillityit. Das angeblich einzigartige und nur auf dem Mond vorkommende Mineral wurde jetzt auch in Westaustralien gefunden. Einem Bericht von astronomie-heute.de vom 9. Januar 2012 zufolge stieß ein Forscherteam von der Curtin University in der westaustralischen Stadt Bentley »auf irdische Vorkommen von Tranquillityit«: »Mittels einer Ionensonde, eines speziellen Elektronenmikroskops mit angeschlossenem Massenspektrometer, ließ sich die chemische Zusammensetzung dieser Mineraleinschlüsse ermitteln. Sie war de facto identisch mit derjenigen aus den Mondgesteinsproben.«
Die Forscher vermuteten, »dass Tranquillityit gar nicht so selten auf der Erde vorkommt, bislang aber nicht intensiv danach gesucht wurde. Weitere irdische Vorkommen sind somit sehr wahrscheinlich.« Kleiner Trost für die Mondlandungsfans: Trotz allem ist damit der Beweis für eine bemannte Landung der Amerikaner erbracht – wenn schon nicht auf dem Mond, so doch zumindest in Westaustralien...
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