Saturday, 28. May 2016
30.05.2012
 
 

Bilderberg und der Euro

Andreas von Rétyi

Bereits vor Jahrzehnten von den Bilderbergern insgeheim als Einheitswährung auf einem konsequenten Globalisierungskurs beschlossen, hat sich die praktische Umsetzung des Euro als problematisch erwiesen. Selbst innerhalb der einflussreichen Gruppe zeigt sich vereinzelt Opposition. Angesichts der unmittelbar bevorstehenden 60. Bilderberg-Konferenz ein kurzer Blick auf die Situation.

Manche hören es nicht gerne, wenn von der »Euro-Krise« die Rede ist, handele es sich doch vielmehr um eine Krise der Euro-Zone, während der Euro selbst viel Gutes gebracht habe und weiterhin das einzig Wahre sei. Um den Euro gehe es also gar nicht. Doch scheiden sich hier ganz

 

offenbar die Geister, nicht zuletzt sogar auch in den Reihen der Globalisierer und ihrer Machtgruppen. Unbestritten zählt die jährliche Bilderberg-Konferenz zu den bedeutendsten Zusammenkünften dieser Art. Nicht umsonst finden sich hier die einflussreichsten Repräsentanten unserer westlichen Gesellschaft, einige von ihnen mit einer Zuverlässigkeit, nach der man die Weltenuhr stellen könnte.

 

 

Trotz allem darf »Bilderberg« nicht einfach als die eine, große, eingeschworene und vor allem völlig konforme Gruppe betrachtet werden. Eher schon auf einer Linie: die Angehörigen des Steuerkomitees beziehungsweise Lenkungsausschusses als harter Kern. Die Peripherie wird häufig auch von Personen gebildet, die erst politisch eingenordet werden müssen, die vielleicht künftig ein hohes Amt in der Regierung bekleiden sollen oder aber solche, die bereits hoch aufgestiegen sind, aber ihr Potenzial nicht ausreichend im Sinne der angestrebten Ziele einsetzen. Manche sind nur einmal anwesend, andere zählen zu den Dauergästen. Manche stellen einen erheblichen Machtfaktor dar, andere mögen bedeutend, aber nicht einflussreich sein. Entscheidend jedoch ist das System hinter derartigen Treffen, die Philosophie, die den fundamentalen Kurs bestimmt. Dass einzelne Gäste mit ihr nicht einverstanden sind und dies direkt oder indirekt zur Sprache bringen, bleibt nicht aus. Dies auch mit Blick auf den Euro, der als europäische Einheitswährung bereits in den Anfängen der Konferenz beschlossen wurde – nämlich auf dem dritten Bilderberger-Treffen, veranstaltet 1955 im bayerischen Garmisch-Partenkirchen. Die großen Pläne sind auf Zeitspannen von Jahren und Jahrzehnten ausgelegt. Mittels transatlantischer Gespräche eine antiamerikanische Stimmung in Europa auszuräumen und längerfristig eine Egalisierung von Nationen zu erreichen, um immer größere Einheiten zu schaffen, bis hin zu einer globalen Regierung, motivierte die Treffen. Diese Weltregierung gilt als weitgehend unausgesprochenes, großes Ziel. So wurde bald auch die deutsche Einheit zum wesentlichen Thema, um Europa neu ordnen und eine Einheitswährung einführen zu können. Die Wiedervereinigung war an den Abschied von der D-Mark geknüpft. Der Euro kam, sah und … was dann?

 

Ein unlängst erschienener Artikel in der Financial Times titelt: »We must break up the failing Euro« – Wir müssen den versagenden Euro zerschlagen. Eine Aussage von Sir Martin Jacomb, seines Zeichens ehedem Vorsitzender der Canary Wharf Group und Rektor der University of Buckingham.   Die Canary Wharf Group ist nebenbei bemerkt im Jahr 2004 zum größten Teil in ein Unternehmen übergegangen, das Glick Family Investments und Morgan Stanley angehört. Jacomb, der Insiderhandel einmal als »Verbrechen ohne Opfer« bezeichnete, hatte 1985 am Bilderberger-Treffen in New York teilgenommen, wurde zu späteren Konferenzen allerdings nicht mehr eingeladen. Er stellt in dem genannten Beitrag fest, alle Versuche, den Euro zu retten, seien vergeblich gewesen, und ruft dazu auf, dass alle 17 Mitgliedsstaaten gleichzeitig zu nationalen Währungen zurückkehren sollten. Jacomb gilt als eingefleischter Skeptiker der Einheitswährung, und allein dies dürfte bereits ausreichend Grund gewesen sein, ihn besser nicht erneut zu jener illustren Runde einzuladen. Wie Paul Joseph Watson von infowars berichtet, gab das Peter G. Peterson Institute for International Economics den klaren Standpunkt der Globalisten auch hinsichtlich Griechenland wieder. Demnach dürfe Griechenland nicht gestattet werden, vom Euro zur Drachme zurückzukehren, denn: Würde sich das Land daraufhin wirtschaftlich plötzlich deutlich erholen, wäre dies für andere Nationen unmittelbarer Ansporn, den gleichen Weg zu wählen und ebenfalls ihren Abschied vom Euro zu nehmen. Damit wären dann aber auch die Bilderberger-Träume vom europäischen Superstaat dahin. Zu den Mitgliedern des Peterson-Instituts zählen übrigens einige bedeutende Bilderberger, wie der Weltbank-Chefökonom und Obama-Berater Lawrence Summers oder auch Paul Volcker, ehedem unter anderem Vorsitzender der Federal Reserve, und nicht zu vergessen natürlich David Rockefeller, zu dem man kaum weitere Worte verlieren muss.

 

Jacomb erinnert daran: »Die Erfahrung zeigt, dass das Auseinanderbrechen von Währungen so wie auch Entwertungen in einer Art behandelt werden müssen, die vorausgehende spekulative Aktionen vermeiden hilft. Die wesentliche Erfordernis ist eine einzige, unmissverständliche Entscheidung zur Rückkehr zu nationalen Währungen, getroffen im Vertrauen und ohne vorherige Ankündigung von allen 17 Regierungen.« Um den Schock des Euro-Kollapses zu absorbieren, schlägt Jacomb eine fünftägige Bankenpause vor, wörtlich »a five day bank holiday«.

 

Die Zukunft des Euro wird in jedem Falle bestimmt auch auf der jetzt anstehenden Bilderberg-Konferenz in Chantilly bei Washington ein Thema sein.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

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