Sunday, 25. September 2016
11.05.2012
 
 

François Hollande: eine neue »Bilderberg-Marionette«?

Andreas von Rétyi

Wie schnell ein Jahr vergeht, erweist sich nicht zuletzt auch angesichts der notorischen Bilderberg-Konferenzen. Gerade noch ging es um das Treffen in St. Moritz, schon ist es wieder soweit – zum kommenden Monatswechsel will sich die »Weltelite« nunmehr in den USA versammeln. Ein Blick nach Frankreich zeugt derzeit erneut vom ungebrochenen Willen der Gruppe, die Zügel wiederum fester in die Hand zu nehmen. Doch die großen Medien bleiben unbeeindruckt und verbreiten andere Informationen. Eine Bilanz zwischen Sein und Schein.

Es tut sich wieder so einiges auf dem politischen Parkett. Das bestätigen derzeit auch die etablierten Informationsorgane – sprich die Massenmedien. Aber: Tut sich auch wirklich das, was diese Medien uns berichten? Mit Hinblick auf einige meist wenig berücksichtigte Hintergründe kann man hierzu unweigerlich seine leichten Zweifel entwickeln.

 

 

Aktuell im Brennpunkt: Frankreich. Ein neuer Präsident wurde gewählt – Sarkozy geht, Hollande kommt. Und wir vernehmen allerorten die Kunde von Veränderung, von Herausforderung, von Umbruchstimmung für ganz Europa. Hollande selbst scheint den Kurswechsel vorzugeben: »In ganz Europa ist es Zeit für Veränderung«, erklärte er nach seinem Wahlsieg. Sein Tenor erinnert an den frühen Obama. Das könnte auch so bleiben, nur wiederum nicht im positiven Sinne.

 

Die großen Medien greifen Hollandes Worte bereits willig auf. Der Focus spricht von einer Neujustierung der Achse Paris-Berlin, deutliche Umbruchstimmung verbreiten auch die Meinungsmacher im ferneren Ausland, sei es die Los Angeles Times oder Sky News, die sogar statuieren: »Beobachter sind sich darin einig, dass Hollandes Wahl eine Zeitenwende in der Regierung der Euro-Zone und dem Management der Einheitswährungs-Krise ist«. Interessant klingt das allemal. Vor allem, wenn von einer Herausforderung an die Europäische Union die Rede ist. Nur, für eine echte Herausforderung bedarf es eines frischen Windes oder vielmehr gar einer kräftigen Brise. Von woher aber weht der Wind, wenn es um François Hollande geht? Was kann besser werden? Worin besteht die Veränderung, sofern er eine solche auch wirklich im Schlepptau führt?

 

Ein Blick hinter die allseits tatkräftig gestützten Kulissen bringt hingegen schnell Ernüchterung. Sie folgt unmittelbar auf die Erkenntnis, welche Geburtshelfer hinter Hollande stehen. Seine personellen Verflechtungen lassen ihm wohl wenig Freiraum für Revolutionäres. Sie belegen vielmehr eine sehr enge Beziehung zu den unzweifelhaft herrschenden Kräften und deren gestaltenden Organen. Damit muss zwangsläufig jede Achse auch auf ihren bereits eingefahrenen Gleisen bleiben.

Konkret darf Hollande als Globalisierer gelten, der völlig in Harmonie mit der aktuellen Machtstruktur steht, auf der gleichen Linie wie beispielweise Herman Van Rompuy. So unterstützte der neue Hoffnungsträger den Vertrag von Maastricht 1992, in dem die europäische Einheitswährung festgeschrieben wurde, die ihrerseits einem Uraltplan der Bilderberggruppe entspringt und dort schon im Jahr 1955 entworfen wurde. Bereits als Sprecher des französischen Ex-Premiers Lionel Jospin, einem Bilderberg-Teilnehmer von 1996, stand Hollande der entscheidenden politischen Struktur sehr nahe. Er selbst wird vom Bilderberger Manuel Valls beraten, der im Jahr 2008 an der »Schattenkonferenz« der Weltspitze teilnahm. Und auf deren Banner steht nun einmal in Großbuchstaben Globalisierung geschrieben, wobei die Geheimtinte ihre Wirkung schon lange eingebüßt hat. Das Schlimme bei alledem ist gar nicht einmal die Globalisierung an sich – die in einer milden, menschlichen Form für ein friedliches Zusammenspiel der Nationen sorgen könnte. Ganz anders die tatsächlich angestrebte, viel zu aggressive Variante, die der Welt ohne Rücksicht auf Verluste ein Standardsystem aufprägen will, ein Experiment, das nur in der Theorie ohne Blutvergießen funktioniert. So aber, in der globalen Praxis, läuft es auf ein von Gore Vidal so knapp wie deutlich formuliertes Prinzip hinaus: ewiger Krieg für ewigen Frieden!

 

Die Kerngruppe der Macht bleibt ihrem Weltkonzept treu und platziert seit Jahrzehnten die richtigen Personen in den richtigen Positionen, bis heute. Das belegen zahlreiche Beispiele, ob nun Van Rompuy, Mario Monti oder ganz aktuell François Hollande. Besorgte Beobachter sehen noch so manche negative Vorzeichen um dessen Person – darunter auch seine Rede vor dem Freimaurerverband Grand Orient de France.


Insgesamt wird zumindest klar, dass die Vita des neuen französischen Oberhaupts wohl eine deutlich andere sein müsste, um eher wünschenswerte Veränderungen erhoffen zu lassen. So aber dürfen wir eine klare Linientreue zur Machtelite voraussetzen und somit Veränderungen erwarten, die ganz in deren, nicht aber in unserem Sinne ausfallen werden. Auch für das nunmehr bevorstehende Bilderbergtreffen ist kaum mit einer plötzlichen Besinnung auf das Wohl der Menschheit zu rechnen. Trotz des Versuchs, mehr Offenheit gegenüber der Öffentlichkeit zu suggerieren, versinken die philanthropischen Wohltäter regelmäßig in beredtes Schweigen ob ihrer globalen Absichten, und dies gewiss nicht aus Bescheidenheit. Dabei erinnert man sich ganz nebenher vielleicht auch an Van Rompuys Amtsantritt als EU-Ratspräsident vor drei Jahren. Er bezeichnete 2009 als das erste Jahr einer globalen Regierung mit der Einrichtung der G-20 inmitten der Finanzkrise. G-20-Gipfel finden seit 2008 statt, im September 2009 erklärten die führenden Köpfe, G-20 werde künftig G8 ablösen. Was Bilderberg angeht, zielt die Gruppe weiterhin auf eine europäische Wirtschaftsregierung und einen EU-Machtgewinn, auf zentrale Kontrolle über die Mitgliedsstaaten und auf Repressalien bei Nichteinhaltung der Regeln durch einzelne Nationen.

 

2011 lud Bilderberg erstmals Teilnehmer aus dem »Reich der Mitte« ein, offenkundig eine Reaktion auf Chinas wachsenden Einfluss, auch in Afrika – Dialog aus Sorge um Einflusssphären also. Zunehmend wird es wohl auch um noch mehr Kontrolle, Überwachung und Zensur gehen, vor allem auch hinsichtlich des Internets.

 

Zumindest der US-Aktivist Alex Jones warnt vor dieser wachsenden Gefahr und verlangt jetzt schon für die nächste Geheimkonferenz: »Occupy Bilderberg!« – »Besetzt Bilderberg!«, in Anlehnung an die Protestbewegung gegen die Wall Street. Man mag von Jones und seinen Methoden halten, was man will, doch verwundern sollte wohl niemanden, dass sich Ängste breit machen, mehr denn je. Die letzten Jahre haben uns ohne Frage bereits so manch unangenehme Überraschung beschert. Und wieder keimt die alte Frage auf: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?

 

Bilderberg 2012 wird jedenfalls stattfinden, unter traditioneller Geheimhaltung. Immerhin fließen wiederholt Informationen aus dem inneren Zirkel nach draußen, denn auch Bilderberger sind nur Menschen, und nicht alle Teilnehmer dort zeigen sich voll und ganz einverstanden mit dem, was hinter verschlossenen Türen diskutiert wird. Manche dieser »Insider« sehen deutliche Gefahren in der großen Philosophie der angeblichen Philanthropen. So werden auch diesmal sicherlich einige aufschlussreiche Fakten ihren Weg ans Licht finden, die eigentlich im Dunkel verbleiben sollten.

 

Das diesjährige 59. Treffen wird aktuellen Informationen zufolge zwischen dem 31. Mai und dem 3. Juni 2012 im Westfield Marriott Hotel, Chantilly, Virginia, stattfinden. Also einem vertrauten Tagungsort der Gruppe. Unter anderem Mitte 2002 hatte man sich dort bereits versammelt. Und bemerkenswert, wie schnell die etablierten Medien den Kurs ihrer Berichterstattung gleichsam mit der Reaktionsgeschwindigkeit eines Vogelschwarms änderten, absolut synchron, um die Jagd auf Bin Laden urplötzlich zugunsten des irakischen Diktators Saddam Hussein aufzugeben. Warum nur? Dass auf der damaligen Konferenz als Hauptthema besprochen wurde, wie man den so zögerlichen Westen davon überzeugen könne, den Irak erneut anzugreifen, war bei all diesen Entwicklungen sicherlich nur blanker Zufall. Dieses Jahr soll darüber beraten werden, wer neuer US-Präsident wird. Wenn die Wahl dann tatsächlich entsprechend ausfällt, kann es sich natürlich ebenfalls nur um Zufall handeln. Wie so vieles.

 

Vielleicht wirklich nur Zufall. Aber geplant.

 

 

 

 

Sehen Sie dazu auch »Bilderberger - Das geheime Zentrum der Macht«:

 

 

 

 


 

 

 

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