Friday, 1. July 2016
26.11.2015
 
 

Hintergründe zu Hannover: Terrorwarnungen aus dem Ausland und einige Merkwürdigkeiten

Andreas von Rétyi

Die Absage des Länderspiels in Hannover war begleitet von vielen, teils widersprüchlichen Meldungen zur Terrorgefahr. Vor allem von ausländischen Nachrichtendiensten stammten Warnungen, während der inländische Geheimdienst offenbar über keine eigenen Hinweise verfügte. Und über vieles wurde die Öffentlichkeit sowieso im Unklaren gehalten.

 

Nach der Hölle von Paris läuteten in Hannover die Alarmglocken zum Länderspiel Deutschland – Niederlande, das aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde. Zum Glück kam es nicht zum befürchteten Zwischenfall. Trotzdem wird bereits wieder viel zu einem möglicherweise vereitelten Anschlag diskutiert. Angesichts des grauenvollen Geschehens in Frankreich scheint es unangebracht, nun das »Ungeschehen« aus Hannover aufzubauschen.

 

Doch hier wie dort herrschen die Ängste vor, was in der nächsten Zeit noch alles geschehen könnte. Kein Wunder. Kein Wunder auch, dass die Medien voll sind von Berichten über diesen wohl gerade noch vereitelten Anschlag. Viele Berichte fallen allerdings sehr widersprüchlich aus. Und wieder stockt der Informationsfluss von offizieller Seite. Seltsam: Im Vorfeld schienen offenbar nur die ausländischen Behörden über Hinweise zu verfügen.

 

Laut aktuelleren Darstellungen war die Warnung eines israelischen Geheimdienstes der hauptsächliche Auslöser für die Absage des Spiels. Allerdings kamen Hinweise nicht nur von dort, sondern auch aus irakischen und französischen Quellen. Das auf Dienstag, den 17. November, angesetzte Spiel war bekanntlich kurz nach dem Einlass abgesagt worden, wobei Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe einen Tag später gegenüber der Presseagentur dpa erklärte: »Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte.«

 

Mehreren Medienberichten zufolge stammten die diesbezüglichen Informationen aus dem französischen Geheimdienst. Hier war dann die Rede von entsprechenden Hinweisen, ein namentlich bereits bekannter Nordafrikaner könne einen Anschlag planen. Das erinnerte auch an Berichte, wie sie Anfang des Monats von der italienischen Zeitschrift La Repubblica veröffentlicht worden waren.

 

Wochen zuvor hatte ein namentlich bekannter tunesischer Terrorist wiederholt versucht, per Flüchtlingsboot nach Europa zu gelangen. Wie beschrieben wird, habe es sich bei dem 38-Jährigen um einen Sprengstoffexperten und Mitglied einer islamistischen Terrororganisation gehandelt. Der Mann sei zuvor bereits sieben Jahre lang in Italien inhaftiert gewesen. Die Behörden hätten ihn Anfang Oktober festgenommen, allerdings habe man die Nachricht dann zunächst geheim gehalten, um eine Panik zu vermeiden.

 

In den Medien war vielfach die Rede davon, die Geschehnisse seien nur einige Tage lang verschwiegen worden, unter anderem, um Rechtspopulisten keine neue Plattform zu bieten, doch stammten diese Publikationen von Anfang November 2015. Der Vorfall hätte sich »vor einigen Tagen« ereignet, war da zu lesen, nur waren mittlerweile ganz offenbar bereits rund vier Wochen vergangen!

 

Jener Terrorist, der an seinen Fingerabdrücken eindeutig identifizierbar gewesen sei, konnte also noch abgefangen werden. Italien war zuvor jedoch von tunesischen Behörden explizit auf die bestehende Gefahr aufmerksam gemacht worden.

 

Erst vor wenigen Tagen stellten nun griechische Behörden fest, es sei faktisch unmöglich, gefährliche Extremisten aus dem Strom der eintreffenden Migranten herauszufiltern, sofern nicht vorab bereits eindeutige Informationen vorlägen. Und selbst wenn Vorauswissen besteht oder anzunehmen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass Anschläge vermieden werden. Man muss nur an den 11. September 2001 denken oder auch daran, dass ein algerischer Asylbewerber angeblich bereits vor den Anschlägen von Paris sehr deutlich von einer Terrorattacke sprach, die Paris »in Angst und Schrecken« versetzen werde.

 

Zu einem möglichen Anschlag auf Hannover äußerten sich die französischen Dienste genauer und sprachen von Sprengmitteln, Sprengstoffgürteln, Sprengsätzen sowie automatischen Waffen, die im Rahmen eines Anschlags jener besagten Gruppe um den »namentlich bekannten Nordafrikaner« zum Einsatz kommen sollten. Dann war seitens Frankreichs auch die Rede von einem irakischen Schläfer gewesen, der einen Anschlag auf das Freundschaftsspiel plane. Die Polizei habe Berichten zufolge nach Verdächtigen gesucht und Überprüfungen durchgeführt, doch weder Sprengstoff gefunden noch Festnahmen getätigt [siehe u.a. hier].

 

Außer einer Sprengstoff-Attrappe in einem IC sei nichts entdeckt worden. Zwar habe ein Sprengstoff-Spürhund bei diesem Fund angeschlagen; Röntgenaufnahmen hätten dann elektronische Bauteile gezeigt, allerdings handelte es sich den veröffentlichten Informationen zufolge lediglich um ein gutes Imitat, nicht aber um eine funktionierende Bombe. Wie aber konnten dann die Spürhunde anschlagen und woher stammte die Attrappe? Ein Unbekannter sei geflohen, nachdem ihn ein Mitreisender darauf aufmerksam gemacht habe, ein Paket in der Ablage vergessen zu haben. Mehr wurde offiziell nicht zur Sache mitgeteilt.

 

Wie mittlerweile berichtet wird, stammten die meisten Informationen zu Hannover wohl vom israelischen Geheimdienst, der die deutschen Behörden bereits einen Tag vor dem Fußballspiel über ein geplantes Serienattentat gewarnt habe. Am Dienstag seien dann zusätzliche Details bekannt geworden. Demnach habe der israelische Geheimdienst den vollständigen Ablauf der beabsichtigten Anschläge aufgedeckt.

 

Nach dem Muster von Paris sei geplant gewesen, nicht nur im Stadion selbst, sondern auch an verschiedenen anderen Örtlichkeiten zuzuschlagen. Der französische Geheimdienst habe ebenfalls von mehreren geplanten Attentaten gesprochen. Diesem Szenario folgend wäre es zu drei Bombenexplosionen im Stadion sowie jeweils einer Sprengung an einer Bushaltestelle und an einem Bahnhof gekommen. Es war schon bemerkenswert, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière an jenem fraglichen Abend angesichts der Spielabsage sinngemäß erklärte, er wolle sich nicht näher dazu äußern: »Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.« Größere Veranstaltungen sollten, wie er dann auch verlautbarte, nach einer jeweiligen Gefährdungsbewertung stattfinden.

 

Der geplante Terroranschlag sei jedenfalls in letzter Minute durch die Spielabsage gescheitert. Erstaunlich: Diese Absage erfolgte kurz nach Einlass ins Stadion. Ein entsprechend koordinierter Anschlag muss aber wohl von längerer Hand vorbereitet gewesen sein. Trotzdem gab es offenbar keinerlei Funde von Sprengstoff. Außerdem wären da noch die anderen Örtlichkeiten gewesen, Standorte, wie sie vom israelischen und französischen Geheimdienst genannt worden waren. Sofern sie präzise spezifiziert wurden: Gab es dann dort entsprechende Funde? Und wenn nicht, bestand dann etwa keinerlei Gefahr mehr? Woher sollte man das eigentlich wissen? Und was ist nun mit den Hintermännern? Gibt es die Terrorgruppe oder nicht?

 

Die Öffentlichkeit erfuhr wieder einmal so gut wie nichts oder lediglich Verwirrendes, Widersprüchliches. Da war dann auch von einem Rettungssanitäter die Rede, der angeblich einen Sprengsatz in einem Einsatzfahrzeug entdeckt hatte, und zwar kurz bevor das Spiel abgesagt wurde. Nun hieß es zwar offiziell, man habe keine Bomben gefunden, doch jener Sanitäter bestand darauf, die Bombe selbst gesehen zu haben. Er sei nach dem Eintreffen eines Sonderkommandos aufgefordert worden, »nicht darüber zu sprechen«.

 

Der amerikanische Autor Paul Joseph Watson spekuliert daher in einem Beitrag vom 20. November 2015: »Deutsche Behörden könnten sich dazu entschlossen haben, die Tatsache zu verschleiern, dass Explosivstoffe gefunden wurden, um Panik unter den Fans zu vermeiden, die sich vor dem Spiel um das Stadion versammelt hatten.

 

Doch angesichts dessen, dass die deutsche Polizei bereits dabei ertappt wurde, Vergewaltigungen und andere Verbrechen, an denen Migranten beteiligt waren, zu vertuschen, um Kritiker des Migrantenstroms nicht zu legitimieren, könnte dann nicht auch die Entscheidung, Bombenfunde zu verschleiern, mit einer ähnlichen Rechtfertigung getroffen worden sein?« Feststehen dürfte mittlerweile vor allem, dass man auch im Fall Hannover nicht nur vieles wirklich nicht weiß, sondern auch so manches nicht sagt.

 

 

 

 

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