Tuesday, 31. May 2016
29.12.2010
 
 

Sonnenfinsternis am 4. Januar 2011

Andreas von Rétyi

Der Morgen des 4. Januar 2011 wird auffallend dunkel sein. Denn unsere Sonne geht am kommenden Dienstag zu einem hohen Prozentsatz verfinstert auf. So wird uns auch bei bedecktem Himmel auffallen, dass mit unserem Stern etwas nicht zu stimmen scheint. Schuld daran ist natürlich der Mond. Diesmal allerdings schafft er es nicht, eine totale Verfinsterung zu produzieren – umso vorsichtiger muss man das seltene Ereignis beobachten.

Die große totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 war die letzte wirklich eindrucksvolle Verfinsterung unseres Sterns, die auch von Deutschland aus verfolgt werden konnte – sofern das Wetter mitmachte. Am 4. Januar wird es weniger spektakulär, denn die Sonne lässt sich diesmal das Leuchten nicht komplett verbieten. Während sich der Mond bei einer totalen Finsternis beinahe passgenau wie ein Deckel auf den dazugehörigen Topf legt, läuft er jetzt seitlich versetzt über die gleißend helle »Scheibe« der Sonne, um auch im Finsternismaximum noch eine schmale Sichel übrig zu lassen.

Erst bei einer totalen Sonnenfinsternis wird es richtig dunkel, hellere Sterne und Planeten zeigen sich am Taghimmel, »fliegende Schatten« rasen über den Erdboden und um unsere Sonne herum erscheint schon fürs bloße Auge gut sichtbar ein roter Flammenkranz, dem sich nach außen die gespenstisch leuchtende Korona anschließt. All diese Phänomene bleiben diesmal aus. Trotzdem aber handelt es sich auch bei der Verfinsterung vom 4. Januar um ein sehenswertes und seltenes Ereignis. Und es sind einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, wenn man diese partielle Sonnenfinsternis beobachten will, ohne dabei gleich einen bleibenden Augenschaden davonzutragen.

Gerade die Tatsache, dass die Sternoberfläche nicht komplett vom Mond abgedeckt wird, lässt einen ungeschützten Blick in die vermeintliche Finsternis selbst im Maximum nicht ungestraft zu. Auch bei totalen Verfinsterungen kommt es immer wieder zu Fällen von Erblindung, weil unzureichend informierte Beobachter davon ausgehen, sie könnten bereits kurz vor oder auch nach der Totalität ihre Augen schutzlos auf das Geschehen richten. Selbst wenn die Sonne nur als schmale Sichel zu sehen ist: Ihr verbleibendes Licht genügt, um irreparable Schäden hervorzurufen. Dies vor allem beim Blick durch ein Fernglas oder ein kleines Teleskop.

Erfahrene Beobachter raten von sämtlichen »Experimenten« mit geschwärzten Gläsern, CDs oder schwarzen Filmstreifen als improvisierte »Sonnenfilter« dringend ab. Auch alte Einschraubfilter, wie sie früher gerne für Okulare angeboten wurden, bieten bei teleskopischer Beobachtung keine ausreichende Sicherheit. Sie befinden sich nahe dem Brennpunkt und können, besonders bei unsachgemäßer Anwendung, schnell in der Hitze zerspringen. Die Reaktionszeit ist dann meistens zu gering, um das Auge noch rechtzeitig abzuwenden.

Es gibt preisgünstige Spezial-Filterfolien, die vor der Optik befestigt werden können und das Sonnenlicht fürs visuelle Beobachten um den Faktor 100.000 abdämpfen. Ähnliche, beidseitig bedampfte Aluminiumfolien werden auch für die oft in Optikergeschäften erhältlichen »Finsternisbrillen« verwendet. Mit ihnen kann man gefahrlos in die Sonne blicken, natürlich nur ohne optische Verstärkung. Ein Teleskop brennt schnell ein Loch ins Aluminium – und anschließend dann in die Netzhaut.

Wem die Beobachtung mit bloßem Auge nicht reicht, der kann auch mit einem Feldstecher ans Werk gehen. Entweder werden beide Optiken mit geeigneter Filterfolie abgedeckt, sodass binokulares Direktbeobachten möglich wird, oder aber man befestigt das Fernglas mit einer handelsüblichen Adaption auf einem Fotostativ, um zunächst einmal ein völlig ruhiges Bild zu bekommen. Als Nächstes wird ein Strahlengang abgedeckt, während hinter den anderen bzw. in einigem Abstand von der Austrittlinse ein weißes Papier gehalten wird. Dort zeigt sich dann die Sonne unter guten Bedingungen als völlig klar erkennbare helle Scheibe – wie von einem Diaprojektor auf Leinwand geworfen. Das Bild kann über die Distanz zum Okular und natürlich mittels des Fokussierers scharf gestellt werden. Die Projektion ist der sicherste Weg, die Verfinsterung zu beobachten.

Das Ereignis kann in ganz Europa verfolgt werden, wobei der Grad der Bedeckung von Süden nach Norden hin zunimmt und in Schweden mit immerhin 85 Prozent am stärksten ist. Allerdings nähert sich der Zeitpunkt maximaler Verfinsterung mit wachsender geografischer Breite auch dem Sonnenaufgang. In Frankfurt am Main wird die Sonne bei einem Maximum von 78 Prozent gegen 9.18 Uhr nur rund sechs Grad über dem Horizont stehen. Bis zum Finsternisende vergeht dann noch mehr als eine Stunde, sodass bei guter Sicht ein relativ weiter Spielraum besteht, diese Begegnung von Sonne und Mond zu verfolgen. Allerdings kann, neben zu starker Bewölkung, auch Winternebel den Horizontblick so sehr einschränken, dass eine Beobachtung nicht möglich ist. Dadurch verändern sich auch die Lichtverhältnisse in kurzer Zeit deutlich. In der Nebelschicht kann sogar eine ungefilterte Beobachtung möglich werden, allerdings muss man darauf vorbereitet sein, dass das Sonnenlicht sehr plötzlich in voller Kraft durchbricht. Entsprechende Vorsicht ist also angebracht. Die Projektionsmethode ist wie gesagt das sicherste Verfahren zur Beobachtung.

Wenige werden ihren Arbeitsplatz allerdings zum Zeitpunkt der Verfinsterung so einfach verlassen können, um eben mal schnell nach der Sonne zu sehen. Zudem bleibt da gerade angesichts der bisherigen meteorologischen Situation noch die bange Frage nach dem Wetter. Bei Wolken, Regen und Schneefall wird der Morgen des 4. Januar besonders düster sein, doch auch bei klarem Himmel werden sich die Lichtverhältnisse merklich ändern.

Die nächste partielle Sonnenfinsternis findet erst wieder in über vier Jahren statt, am 25. März 2015. Und die nächste totale folgt erst mehr als ein weiteres Jahrzehnt später über Europa: Am 12. August 2026 verfinstert sich die Sonne unter anderem über Spanien zu 100 Prozent, für maximal zwei Minuten und 19 Sekunden. Wir wissen zwar nicht, was bis dahin auf unserer Welt geschieht und wie sich unser Dasein in den kommenden Jahren verändert haben wird, doch dieses Ereignis steht schon jetzt praktisch unverrückbar fest.

 

 


 

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