Thursday, 30. June 2016
13.02.2014
 
 

Windsolvenz: Lösen sich sämtliche Windkraftprojekte in Luft auf?

Andreas von Rétyi

Energiewende und lauter Krisen – neben den sich häufenden, kaum sehr sonnigen Meldungen aus der Solarindustrie sorgt nun die Windkraftbranche ihrerseits wiederholt für negative Schlagzeilen. Anleger haben derzeit schlaflose Nächte. Und am Ende bleibt die Frage nach Sinn und Zweck von Windkraft & Co.

Gerade drei Wochen ist es her, da machten Berichte zur Pleite des Windkraftunternehmens Prokon die Runde. Jetzt steht die Existenz der deutschen Windwärts Energie GmbH mit Sitz in Hannover auf dem Spiel. Wenn auch bei geringerem Volumen, so geht es dennoch um die gleiche Sache: Private Anleger standen mit ihrem Kapital für die Finanzierung von Windkraftanlagen ein.

Insgesamt müssen jetzt rund 1600 solcher Investoren als Inhaber von Genussrechten bei Windwärts um ihre kompletten Einlagen bangen. Sie summieren sich laut vorliegenden Informationen auf immerhin 18,9 Millionen Euro.

 

Vorläufig wurde der Jurist Prof. Dr. Volker Römermann, Fachanwalt für Insolvenzrecht sowie Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, vom Amtsgericht Hannover am 7. Februar 2014 als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Er äußerte sich allerdings »vorsichtig optimistisch« mit Blick auf die Zukunft von Windwärts und seiner rund 100 Mitarbeiter. So geht es offenbar wirklich noch nicht talwärts mit dem Unternehmen. Denn der Insolvenzantrag resultiere einfach daraus, dass einige Projekte, die bereits letztes Jahr abgeschlossen werden sollten, sich verzögert hätten. Die Betonung liegt hier natürlich auf der Verzögerung – gescheitert sei faktisch keines der Vorhaben. Nur ergebe sich aus den unerwarteten Zeitproblemen notgedrungen auch ein Geldproblem: Es habe dem Unternehmen schlicht an Liquidität gemangelt, die Zinsen an Anleger auszuzahlen.

 

Warum aber dauerte alles deutlich länger als geplant? Schuld sei unter anderem militärische Geheimhaltung gewesen! Geheimhaltung nicht der Windkraft wegen, versteht sich, sondern infolge des schlichten Pechs, eine Windkraftanlage direkt unterhalb einer streng geheimen Bundeswehr-Flugroute geplant zu haben. Da diese Route auf keiner Karte zu finden war, konnte auch Windwärts davon natürlich nichts wissen. Das leuchtet ein. Dann sei auch noch ein seltener Greifvogel ins Spiel gekommen, der Rotmilan. Seit dem Jahr 2006 steht dieser Vogel auf einer ebenfalls roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), die beinahe vom Aussterben bedrohte Tiere erfasst und somit eine »Vorwarnliste« darstellt. Ausgerechnet nahe einer projektierten Windwärts-Anlage hätten Naturschützer einen entsprechenden Nistplatz entdeckt. Im vergangenen Juni berichteten die Medien in Mittelhessen über endlich erfolgende erste Vorbereitungen zu einem Windpark im Wald zwischen den Orten Weilburg, Merenberg und Löhnberg.

 

Die drei Kommunen pochten auf genaue Messungen vor Errichtung der Windräder. Immerhin ging es um sehr viel Geld. So wurde eigens ein 140 Meter hoher Windmast aus Stahl aufgebaut. Niemand wollte hier Millionen buchstäblich in den Wind setzen. Also investierte man zuvor rund 200 000 Euro in den Spezialmast sowie unter anderem auch in ein avifaunistisches Gutachten durch spezialisierte Biologen, die sich ein Bild der gefiederten Tierwelt in der Nähe der geplanten Anlage machen sollten. Diese Untersuchungen erstreckten sich über mehrere Wochen und waren auf die Brutplätze und Flugrouten der Vögel zentriert, vor allem des Schwarzstorchs und Rotmilans.

 

Die Eventualität solcher Vorkehrungen und Analysen seitens der Gemeinden war wohl nicht grundsätzlich ins Kalkül gezogen worden. Doch das niedersächsische Unternehmen beabsichtigt klar, weiterhin einen Erfolgskurs zu gehen.

 

So findet sich auch auf der Internetpräsenz die eindeutige Aussage: »Windwärts setzt auf erfolgreiche Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens«. Da die Zukunftsaussichten der Windwärts-Projekte gut seien, bestehe auch eine gute Voraussetzung zur Rettung des Unternehmens. Professor Römermann erläutert in einer Pressemitteilung der Firma: »Das neue Insolvenzrecht in Deutschland bietet große Chancen für Unternehmen mit guter Substanz. Viele erfolgreiche Sanierungen unter unserer oder anderer Regie haben das in den vergangenen Jahren bewiesen.«

 

Auch bei Prokon, wo es allerdings um beinahe 1,4 Milliarden Euro geht, sieht die Situation grundsätzlich nicht hoffnungslos aus. Zudem sei Prokon niemandem Geld schuldig geblieben. Investoren seien sogar üppig beteiligt worden. Wie es hieß, wurden 2013 in etlichen Medien potenzielle Gefahren bei Investitionen in Prokon in den Vordergrund gerückt und Ängste regelrecht heraufbeschworen. Das Ergebnis habe einem Bank Run geglichen, bei dem verängstigte Kunden das Unternehmen mit plötzlichen Massenabhebungen erst ins Aus führen. Bei Prokon ging es um synchrone Rückforderungen in Höhe von 200 Millionen Euro. Jetzt sollen drei Juraprofessoren die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens überprüfen. In spätestens einem Vierteljahr werden die Ergebnisse erwartet.

 

Offenbar eine ziemlich komplexe Angelegenheit – wie überhaupt die gesamte Windkraft, so scheint es. Grundsätzlich gilt sie als der wesentliche Hoffnungsträger der Energiezukunft, ein Modell mit echten Erfolgsaussichten. Eigentlicher Versorger ist natürlich wiederum die Sonnenenergie. Zwar werden nur etwa 0,5 Prozent des einfallenden Sonnenlichts in Luftbewegungen umgesetzt, doch das genügt. Wind wird es geben, solange unsere Erde eine Atmosphäre besitzt. Nach menschlichen Maßstäben darf von einer unerschöpflichen Quelle gesprochen werden, zudem als Energieträger kostenfrei, global verfügbar und umweltfreundlich. Nicht umsonst wurden verschiedenste Windkraftanlagen projektiert, die außerdem meist nur relativ wenig Platz beanspruchen. Nicht jede Rechnung ging bislang allerdings auf – so erwies sich auch die Nutzung der mächtigen Jetstreams der Hochatmosphäre wegen der niedrigen Luftdichte als ineffizient.

 

 

Und einige Kritiker zeigen auch deutliche Schwachstellen mancher Konzepte auf. Laut Berechnungen der beiden US-Atmosphärenforscher Ron Prinn und Chien Wang vom Massachusetts Institute of Technology wirkt sich das immer zahlreichere Errichten großer Windkraftturbinen auf das Klima aus. Die Deckung von rund zehn Prozent des US-Energiebedarfs durch Windenergie würde demnach in den Staaten einen Temperaturanstieg um rund ein Grad Celsius nach sich ziehen. Physikalisch leicht zu verstehen: Die Energie des übers Land streichenden Windes wird von den Turbinen aufgenommen. Dadurch verringert sich die Windgeschwindigkeit, der horizontale Wärmeaustausch wird folglich blockiert und das Land erhitzt sich. Aus Großbritannien gibt es ebenfalls bemerkenswerte und unerwartete Erkenntnisse. Sie deuten darauf hin, dass große Windkraftwerke genauso viel Kohlendioxid freisetzen können wie die typischen, allgemein als fossilen Ursprungs klassifizierten Energieträger, die verrufenen schmutzigen Energien also.

 

Wie das? Die Erklärung lieferten Forscher der Universität Aberdeen Anfang 2013 im Fachblatt Nature. Wieder ist des Rätsels Lösung eigentlich ziemlich einfach, man muss eben nur drauf kommen: Natürlich stammt das Kohlendioxid nicht aus den Windkraftanlagen selbst. Für die Anlagen wird aber vorzugsweise preiswertes Land gewählt, was sich wiederum beinahe von selbst versteht. Das britische Hochland mit seinen Torfböden bietet sowohl kostengünstige Flächen als auch genügend Wind. Allerdings stellt Torf einen hervorragenden Kohlendioxidspeicher dar: Hier lagern aktuellen Erhebungen zufolge rund 3,2 Milliarden Tonnen CO2!

 

Zum Bau der Windkraftanlagen müssen jedoch Straßen gebaut und das Land trockengelegt werden, andernfalls wären die Fundamente nicht stabil genug, um die massigen Konstruktionen sicher zu tragen. Trockener Torf verliert leider seine Speicherfähigkeit – und das Kohlendioxid macht sich selbstständig. Die Industrie orakelt zwar von ausreichenden Vorsorgemaßnahmen, Fachleute erkennen in solchen Beteuerungen lediglich symbolische Floskeln. Ohne nun die Diskussion zu vertiefen, um die es neben vielen weiteren wesentlichen Fragen und vor allem neuen, weit exotischeren Konzepten im Buch Energie ohne Ende ebenfalls geht: Interessant bleibt allein schon die Beobachtung, dass selbst vermeintlich unbedenkliche, saubere und unerschöpfliche Energieträger laut Studien unabhängiger Experten durchaus auch deutliche Schattenseiten haben können.

 

Der Teufel steckt auch hier ganz offenbar vielfach im Detail. Und schon im März 2010 berichtete die britische Times darüber, die bisher gebauten Windparks seien »kraftlos«. Zumindest habe eine erste Studie zu britischen Windparks ergeben, dass sie allesamt deutlich unter zehn Prozent des eigentlichen Energiesolls geliefert hätten!

 

Die Diskussion wird so schnell nicht beendet sein, auch hier geht es um viel Geld, um unterschiedlichste Meinungen, Experimente und Resultate, wobei stets alles anfechtbar ist. Doch die unabhängigen Studien lassen aufhorchen. Vor allem für unkonventionelle Lösungen offene Experten gehen vielfach davon aus, dass Sonnen-, Wind- und Wasserkraft lediglich Programmergänzungen und Übergangstechnologien sein können, die in der Zukunft durch wirklich exotisch anmutende Konzepte abgelöst werden, ja werden müssen. Noch wird hier nur sehr punktuell Pionierarbeit geleistet, sei es auf – selbstredend heiß umstrittenen – Gebieten wie dem der mysteriösen Hydrinos, sei es auf dem der Raumenergie. Aber das könnte sich vielleicht sogar recht bald ändern. Schließlich ist es gleichfalls noch gar nicht so lange her, dass Experten noch versicherten, Menschen müssten in fahrenden Zügen ersticken, und was schwerer als Luft sei, könne sich keinesfalls in den Himmel erheben. Alle Skepsis in Ehren, aber die Zukunft hat stets jenen gehört, die ungewöhnliche Gedanken verfolgten und das Undenkbare tatsächlich ermöglichten! Die Vergangenheit beweist das.

 

 

 

 


 

 

 

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