Freitag, 9. Dezember 2016
15.03.2012
 
 

Ein Alternativmodell zum jetzigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Bernd Höcker

»Unabhängig, objektiv, staatsfern, gerecht und mit grandiosen Bildungssendungen!« – »Auch wer kein Radio oder Fernsehgerät hat, profitiert davon, dass andere uns gucken oder hören!« So präsentiert sich uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk in seiner Propaganda. Ich weiß nicht, ob es Menschen gibt, die solche Märchen für wahr halten. Meine Meinung zum jetzigen Rundfunksystem hatte ich ja bereits hier und hier und hier und hier geäußert. Heute möchte ich zeigen, dass es auch anders geht.

Ja, wir brauchen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk – aber nicht so einen! Niemand darf mehr

dazu gezwungen werden, ungeliebte Sendungen oder überbezahlte »Fernsehstars« zu finanzieren, mit denen er nichts zu tun haben will. Wir brauchen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der den Menschen in unserem Lande dient und die Gesellschaft nach vorne bringt. »Wetten dass...«, »Verbotene Liebe« oder »Musikantenstadl« gehören definitiv nicht dazu. So etwas hat auch woanders Platz beziehungsweise kann durch Werbung oder Decoder finanziert werden. Wenn ich in einen Buchladen gehe und mir ein Buch mit nach Hause nehmen will, zwinge ich auch niemanden, sich an der Finanzierung des Buches zu beteiligen. Das wäre ja auch peinlich, oder? Das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks funktioniert aber genau so und man nennt das im GEZ-Deutsch: »Solidarsystem«.

 

 

Ich möchte mein Modell zunächst auf eine griffige Formel bringen und diese anschließend näher erläutern. Die Formel lautet:

 

Alles, was der Allgemeinheit dient, und was auch denen dient, die es nicht hören oder sehen, wird von der Steuer finanziert. Dazu gehören fast ausschließlich deutsche Sprachkurse, Schulfunk und Telekollegs. Alles andere wird durch Werbung oder Decoder finanziert.

 

Ich meine ausdrücklich »Steuern« und keine »Gebühren« oder »Beiträge«. Die Zwangsfinanzierung, die wir heute haben, ist ohnehin das ungerechteste Modell, das man sich vorstellen kann: Bitterarme Menschen zahlen nämlich den gleichen Betrag wie Multimillionäre, eine Befreiung für Geringverdiener gibt es seit April 2005 in diesem System nicht mehr! Bei einer Steuerfinanzierung wird die Abgabe hingegen nach Einkommen bemessen. Staatsfern ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk ohnehin nicht, da kann zur Finanzierung auch eine Steuer erhoben werden.

 

Hier die Genres, die durch Steuern finanziert werden können:

 

1. Deutschkurse für Zuwanderer

 

Alle politischen Kräfte in diesem Lande dürften sich in einem Punkt einig sein: Es klappt im Moment nicht so besonders gut mit der Integration von Migranten. Eine der Ursachen, über die wohl ebenfalls Konsens bestehen müsste, sind schwerste Probleme der Zuwanderer mit der deutschen Sprache. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk klagt über dieses Problem. Aber anstatt zu klagen – warum tut er nichts dagegen? Er hätte sogar die Möglichkeit, mit seinen Sendungen direkt in die Wohnungen der Leute zu kommen, und das auch dort, wo vielleicht die Frau das Haus nicht verlassen darf, um etwa einen Volkshochschulkurs zu besuchen! Deutschkurse im Rundfunk wären eine große gesamtgesellschaftliche Hilfe!

 

2. Schulfunk für unsere Kinder

 

Als ich noch zur Schule ging (ich bin Jahrgang 1953), gab es jeden Nachmittag Schulfunk. Fast alle Fächer, die in der Schule gelehrt wurden, bekam man damals noch einmal medial für den Rundfunk aufbereitet zum Vertiefen der Lerninhalte. Heute: abgeschafft. Kommen die Kinder heute denn so toll mit ihrem Lernstoff zurecht, dass Schulfunk überflüssig ist? Ich habe da von ganz anderen Zuständen gehört. Die Schwierigkeitsgrade müssen nämlich sogar verringert werden, um die Schüler nicht noch mehr zu frustrieren. Schulfunk wäre also bitter nötig, um unseren Bildungsstand wieder anzuheben! Wir sind keine Rohstoffnation mit Öl, Gas oder seltenen Metallen – wir brauchen Bildung zum Überleben!

 

3. Telekollegs zur beruflichen Weiterbildung

 

Früher konnte man sogar einen echten Abschluss beim Rundfunk machen, wenn man eine Telekolleg-Sendung regelmäßig verfolgt hatte und dann erfolgreich an einer Prüfung teilnahm. Leider wurde auch diese gute Sache abgeschafft.

 

 

Alle haben was davon!

 

Wenn man diese drei Punkte betrachtet, wird man vielleicht wie ich zu dem Schluss kommen, dass diese Arten von Sendungen tatsächlich auch für jene von Vorteil sind, die diese Sendungen nicht sehen oder hören. Wenn die Zuwanderer keine Parallelgesellschaften mehr bilden, weil sie die deutsche Sprache beherrschen und sich konstruktiv integrieren können; wenn die Kinder später einen Ausbildungsplatz bekommen, weil sie tatsächlich richtiges Rechnen gelernt haben und wenn Arbeitslose ihrer Hartz-IV-Falle wieder entkommen, weil sie nebenher eine berufliche Qualifikation erlangt haben, dann haben wir buchstäblich alle etwas davon! Deshalb kann man diese Bereiche auch durch Steuern finanzieren.

 

 

Was ist mit anderen Sendungen?

 

Natürlich will ich Bereiche, wie etwa Unterhaltung, Sport, Kultur oder Politik nicht aus dem Programm verbannen! All diese Sendungen sind aber extrem vom individuellen Geschmack abhängig. Eine bestimmte Musik kann für den einen purer Genuss sein und für den anderen unerträglicher Krach. Gegen Fußball kann man tatsächlich »allergisch« sein (ich bin es!) und was Kultur ist, darüber sind sich wahrscheinlich alle uneinig. Über Politik kann man sich sogar richtig in die Wolle kriegen – und wer glaubt, es gäbe eine »objektive, unabhängige Berichterstattung«, ist damit komplett auf dem Holzweg.

 

Solche Sendungen müssen individuell finanziert werden, so wie beispielsweise Bücher, Musik-CDs oder Zeitungen auch jeder für sich bezahlt. Einem Mozart-Fan darf nicht zugemutet werden, einem Zwölftonmusik-Fan seine Vorlieben zu bezahlen. Das Problem wäre dann nämlich, dass er möglicherweise sein Medienbudget aufgebraucht hätte und wiederum kein Geld mehr aufbringen kann, um für sich selbst Mozart-CDs zu erwerben. Ich möchte auch keinen Cent für einen Sender ausgeben, der – wie im ZDF tatsächlich geschehen – deutsche Krankenschwestern, die im Jemen helfen wollten, mit Selbstmordattentätern vergleicht, weil sie ihr Leben bei einem Mordanschlag Einheimischer verloren haben. Wer so etwas gut findet, der soll es dann auch bitte bezahlen – wer nicht, der darf nicht gezwungen werden!

 

Die beiden Zweige (ich nenne sie mal steuerfinanziert und marktfinanziert) sind daher administrativ zu trennen. Es gibt dann einen Bereich für den steuerfinanzierten Rundfunk (siehe oben) und einen separaten Bereich für die anderen Genres, der in direkter Konkurrenz zum Privatfernsehen wirtschaften muss. So, wie es etwa auch bei Zeitschriften und Büchern der Fall ist – und diese Medien funktionieren prima! Gehen Sie mal in eine große Bahnhofs- oder Innenstadtbücherei und schauen sich die Auswahl und die Qualität an! So könnte es auch im Rundfunk sein, wenn die Strukturen nur stimmen würden! Wenn ein bestimmter Anbieter aber acht Milliarden Euro pro Jahr Zwangsgeld erhält und als einziger eine Entwicklungs- und Bestandsgarantie zugesprochen bekommen hat, kann es gar nicht funktionieren!

 

Unterstützt wird der marktfinanzierte Bereich entweder durch Werbung oder durch Decodergebühren. Letztere würde ich im Minutentakt abrechnen lassen, so dass man durch schlichtes Um- oder Ausschalten einer weniger gelungenen Sendung ganz leicht den Geldhahn zudrehen kann.

 

Insgesamt kostet dieses Alternativmodell nur einen Bruchteil des zwangsfinanzierten Rundfunksystems und es werden viele Milliarden Euro frei, welche die Bürger dann selbstbestimmt ausgeben können.

 

Zum Schluss noch ein Zitat des studierten Pädagogen, ehemaligen Lehrers und heutigen »Fernsehstars« Thomas Gottschalk. Seine Häme gegen das, was ich hier vorschlage, hat er schon 2004 vorweggenommen: So äußerte sich Gottschalk im Spiegel (Ausgabe 53/2004): »Wenn ich ARD und ZDF staatsfinanziere und vom Quotendruck befreie, werden die zur faden Volkshochschule, während bei den anderen das Leben tobt.« So sehen also die »Macher« ihren Programmauftrag...

 

 


 

 

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