Thursday, 25. August 2016
03.01.2013
 
 

Einfalt oder Vielfalt – was bringt uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk tatsächlich?

Bernd Höcker

Wir wissen im Grunde alle, was Medienvielfalt ist: Schauen Sie sich dazu einmal in einer großen Bahnhofsbuchhandlung um und betrachten Sie die Fülle von unterschiedlichen Titeln in den Zeitschriftenregalen. Bestaunen Sie die vielen Themen und die Tiefe, mit der diese behandelt werden.

Allein zu den Themen »Foto« oder »Computer« gibt es schier unendlich viele verschiedene Leseangebote, die wöchentlich oder monatlich neu und frisch aktualisiert herausgegeben werden. Die sonstigen Angebote reichen von Modelleisenbahn- über Pferde-, Esoterik- und

Wissenschaftsthemen bis hin zu diversen Mode- und Sportmagazinen – und nicht zuletzt natürlich zu politisch ausgerichteten Titeln oder Boulevarderzeugnissen.

 

Nachdem Sie sich genügend an dem Angebot berauscht haben, seien Sie tapfer und schalten Ihren Fernseher ein, falls Sie überhaupt noch einen besitzen. Von nahezu allen Sendern werden – fast schon gleichgeschaltet – die selben Themen in beinahe der selben Gewichtung dargeboten und die Themenvielfalt ist so jämmerlich, dass man wütend werden kann!

 

Wenn sich beispielsweise ein junger englischer Royal auf einer Party unschicklich benimmt, wird dies immer Bestandteil der Abendnachrichten sein; wenn der Papst nach Deutschland kommt, gibt es auf allen Hauptkanälen nur noch Papst und nichts anderes. Auch Formel 1 ist immer eine Spitzenmeldung wert. Die Themen »Opel« oder »Merkel« sind regelmäßig an vorderster Stelle präsent: Opel geht es schlecht, am nächsten Tag wird das Warum diskutiert, tags später werden Streikende interviewt, und noch einen Tag später geht es doch wieder bergauf – oder: Merkel ist in Siegerlaune und fuchtelt mit Blumen herum, einen Tag später sehen wir wieder Merkels grimmigen Blick, weil sie weitere Milliarden verschenken muss, und am nächsten Abend wieder Merkel an erster Stelle lächelnd im europäischen Gruppenfoto. Sendung für Sendung die gleichen Bilder und das gleiche Gequatsche.

 

Viele wichtige Themen, die wir beispielsweise aus den oben erwähnten Printmedien oder von Kopp Online her kennen, finden im Fernsehen gar nicht statt, weder im Privatfernsehen noch bei den Öffentlich-Rechtlichen.

 

Dabei ist Fernsehen für sich genommen ein Medium, mit dem man Inhalte eigentlich viel besser vermitteln könnte als mit Druckerzeugnissen. Woran hapert es beim Fernsehen? Wieso wird dieses technische Wunderwerk nicht für eine interessante und vielfältige Informationsverbreitung genutzt, sondern stattdessen auf fast allen Kanälen zur Verdummung der Menschen missbraucht?

 

Der Grund dafür liegt auf der Hand, aber man ist es nicht gewohnt, sich darüber Gedanken zu machen: Mithilfe der unsäglichen, milliardenschweren, einseitigen Bezuschussung der Öffentlich-Rechtlichen ist ein mächtiges Medienmonopol entstanden, das jeden Konkurrenten das Fürchten lehren kann. Hinzu kommt eine vom Bundesverfassungsgericht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zugestandene Bestands- und Entwicklungsgarantie.

 

Ab Januar 2013 sollen wir Bürger zudem gezwungen werden, unser Geld auch dann an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abzuführen, wenn wir überhaupt keine Rundfunkgeräte haben!

 

Dieses System lässt sich nur mit dem Prinzip des »Schutzgeldes« vergleichen. Vieles deutet auf eine mafiöse Struktur hin, in der Politiker, Rundfunkleute und Richter eine unheilige Allianz gebildet haben, um die Medien nach ihren Wünschen zu kontrollieren.

 

Stellen wir uns einmal vor, es gäbe in Deutschland eine öffentlich-rechtliche Zeitung, die jeder zu bezahlen hätte – egal ob er sie will oder nicht! Dann gäbe es auch bei Zeitungen und Zeitschriften bald eine ebenso jämmerliche Ödnis wie im Rundfunk! Diese Zwangszeitschrift gäbe es dann ja »umsonst« – und man würde sich sagen: Wozu noch etwas anderes kaufen?

Für viele Menschen wäre aber auch bereits das Medienbudget durch eine solche »Zeitungssteuer« überschritten und der Kauf einer anderen Zeitschrift finanziell unmöglich. Übrigens haben wir heute schon einen ähnlichen Fall durch die »kostenlose« Tagesschau-App mit vielen zeitungsähnlichen Beiträgen. Es ist also durchaus keine dunkle Utopie.

 

Dieser einseitig zwangsfinanzierte Rundfunk ist Gift für eine funktionierende Medienlandschaft! Der neue Rundfunkbeitrag ab 2013 soll uns die Flucht aus dem System verwehren, so wie die Berliner Mauer den Menschen aus der DDR die Flucht aus dem System verwehren sollte.

 

Wenn Menschen ein System ablehnen und nicht brav so handeln, wie es sich bestimmte Politiker wünschen, dann wird eben versucht, eine Flucht unmöglich zu machen! Der neue Rundfunkbeitrag ist also nichts anderes als der Versuch, ein vollkommen überholtes Rundfunksystem vor dem Exitus zu bewahren und eine »Abstimmung mit den Füßen« mit letzter Kraft zu verhindern.

 

Wir müssen uns jetzt wehren!

 

Wir müssen den neuen Rundfunkbeitrag nicht nur deshalb bekämpfen, weil wir für uns persönlich den Rundfunkbeitrag einsparen wollen, sondern weil es eine weitere Gleichschaltung der Medien zu verhindern gilt!

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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