Dienstag, 6. Dezember 2016
22.03.2016
 
 

»Die Grenze unserer Integrationsfähigkeit ist überschritten«

Birgit Stöger

Über zwei Millionen Immigranten kamen allein 2015 nach Deutschland. Somit wurde ein weiterer historischer Wert in der Geschichte der Bundesrepublik erreicht. Nach Bayern strömten allein 170 000 Immigranten. Dieser enorme Zuzug stelle Deutschland vor riesige Herausforderungen, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einer aktuellen Pressemitteilung.

 

»Die Grenze unserer Integrationsfähigkeit ist überschritten. Wir müssen die Flüchtlingszahlen dauerhaft und deutlich wieder reduzieren. Um eine Obergrenze für die Zuwanderung kommen wir nicht umhin. Die Herausforderungen für die innere Sicherheit und für unsere Sozialsysteme sind jetzt schon enorm«, so die wiederholte Klage aus München.

 

Zuzug von knapp zwei Millionen Immigranten

 

Herrmann veröffentlichte am Montag die Zahlen des Bundes und des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Für den Verlauf des Jahres 2015 wird deutschlandweit ein Zuzug von knapp zwei Millionen Immigranten geschätzt, bayernweit 330 000. Demgegenüber verließen Deutschland rund 860 000 Ausländer, Bayern 160 000.

 

Danach zogen 2015 im Saldo der Zu- und Fortzüge mehr als 1,1 Millionen Ausländer nach Deutschland – und damit mehr als doppelt so viele wie 2014 mit 577 000 Menschen. Für Bayern belief sich der Wanderungssaldo 2015 auf 170 000 und ist damit um 70 000 Menschen höher als 2014. »So hoch waren die Zahlen nie zuvor in der deutschen Geschichte«, stellte Herrmann fest.

 

In den Zahlen seien allerdings noch nicht die »Wanderungsgewinne« enthalten, die Bayern regelmäßig aus anderen Bundesländern erzielt. Im Jahr 2014 betrug das Zuwanderungsplus in Bayern aus dem Bundesgebiet 6 700, im Jahr 2013 rund 14 100 Personen.

 

»Es steht deshalb zu befürchten, dass die Zahlen noch einmal erheblich ansteigen werden«

 

Diese Zahlen für 2015 hätten freilich nur vorläufige Aussagekraft, da für die Dauer des mehrwöchigen Aufenthalts in Erstaufnahmeeinrichtungen derzeit »Schutzsuchende« nicht bei den gemeindlichen Meldebehörden registriert werden.

 

Darüber hinaus sei davon auszugehen, dass eine zeitnahe Erfassung aller Schutzsuchenden 2015 durch die kommunalen Meldebehörden nicht durchgehend möglich war. Dementsprechend basierten Zahlen für die Monate September bis Dezember 2015 bislang nur auf Schnellschätzungen.

 

»Es steht deshalb zu befürchten, dass die Zahlen noch einmal erheblich ansteigen werden, wenn alle Flüchtlinge ordnungsgemäß registriert sind«, so die Bilanz des bayerischen Innenministers.

 

Endgültige, regionalisierte und nach Staatsangehörigkeiten differenzierte Wanderungsergebnisse für das Jahr 2015 werden voraussichtlich im September 2016 zur Verfügung stehen.

 

 

 

 

 

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