Tuesday, 27. September 2016
11.02.2016
 
 

»Luxus-Asyl« für Immigranten bezugsfertig

Birgit Stöger

»The Peoples Projekt«. So lautet der Name des als »Luxus-Asyl« bekannt gewordenen Reihenhaus-Neubauprojektes eines findigen Immobilienentwicklers. Er hat für Immigranten in der mittelfränkischen Gemeinde Eckental sechs nagelneue Reihenhäuser errichtet. In dieser Woche wurde der »menschenwürdige Wohnraum« medienwirksam an die »neuen Bewohner übergeben«.

 

Im mittelfränkischen Eckental im Kreis Erlangen kündigte der Immobilienentwickler Markus Gildner Mitte 2015 medienwirksam an, »ein Zeichen setzen« zu wollen. Er investierte in den Neubau von sechs doppelstöckigen Reihenhäusern, in die nach Fertigstellung 60 Migranten einziehen sollen. »Erfolgreiche Integration fängt bei Unterbringung in menschenwürdigem Wohnraum an«, so der pfiffige Bauunternehmer.

Aus purer Nächstenliebe, die er augenscheinlich nur für Immigranten entdeckt hatte, realisierte Gildner das als Privatinitiative ausgegebene The Peoples Project für eine »erfolgreiche und schnelle Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen«.

 

Diese Woche nun konnten die ersten Immigranten in das »Luxus-Asyl« einziehen und ihren »menschenwürdigen Wohnraum«, medial begleitet, beziehen.

 

Dass für den angeblichen Philanthropen Gildner wirtschaftliche Aspekte ausschlaggebend gewesen dürften, ist für die zuständigen Politiker und Behörden von zweitrangiger Bedeutung. Die Neubauten, nach modernstem Standard errichtet, seien nach dem Wegzug der Immigranten für den freien Wohnungsmarkt nutzbar. Markus Gildner hat die Reihenhäuser für zehn Jahre der Regierung von Mittelfranken als Asylbewerber-Unterkunft überlassen. Danach will er sie als einfache Wohnhäuser vermieten.


Anwohner wurden überrumpelt

 

Weniger positiv hingegen bewertete die Eckentaler Bevölkerung das Projekt. Man sei überrumpelt worden, so die Klage der Anwohner laut einem Bericht des BR.

 

Erst als die Rohbauarbeiten begonnen wurden, hätten die Bürger erfahren, dass in ihrer Nachbarschaft eine Unterkunft für Immigranten entstehen soll. Darüber hinaus habe das Grundstück, auf dem nun die neue »Flüchtlingsunterkunft« entstand, nicht zum Verkauf gestanden.

 

Es sei mit Lacken und anderen Giftstoffen durch eine Schreinerei, die sich früher auf dem Gelände befunden hatte, verunreinigt. So jedenfalls die Begründung die gegenüber vorherigen Kaufinteressenten genannt wurde.

 

Auf Anfrage des BR erklärte die Sparkasse Fürth, die Vorbesitzerin des Grundstücks, dass ein Bodengutachten aus dem Jahr 2004 keine Belastung festgestellt habe. Außerdem habe es außer Markus Gildner keine weiteren Interessenten für das Grundstück gegeben.

 

Bauherr Gildner hatte, ohne dass die Gemeinde Eckental von ihm oder der Bezirksregierung informiert wurde, mit der Regierung von Mittelfranken einen Vertrag darüber geschlossen, dass die von ihm errichteten Häuser auf zehn Jahre als Immigrantenunterkünfte zur Verfügung stehen.

 

Der Darstellung der Gemeinde Eckental indes widersprach auf BR-Nachfrage die Regierung von Mittelfranken. Die Behörde sei davon ausgegangen, dass sich der Investor Gildner mit der Gemeinde im Dialog befände.

 

Eine herbe Enttäuschung

 

Dass dem nicht so war, zeigt sich im heftigen Widerstand der Eckentaler Bevölkerung. Rund 200 Eckentaler reichten Mitte 2015 eine Petition gegen die Unterkunft ein. Gildner zeigt sich, wiederum medienwirksam, überrascht. Die Angriffe träfen ihn völlig unerwartet.

 

Das ganze Projekt sei von der Grundidee auf »Harmonie und erfolgreiche Integration von Flüchtlingen« ausgerichtet. Dass jetzt ausgerechnet dies für Unmut sorge, sei eine herbe Enttäuschung.

 

Die einstige, schlussendlich unbeachtete Kritik am »Luxus-Asyl« scheint sich für den findigen Investor Markus Gildner indes nicht negativ ausgewirkt zu haben. Das Eckentaler Projekt und die damit verbundene Medienaufmerksamkeit fungierten als Gratiswerbung für weitere Bauvorhaben Gildners.

 

Dieser plant bereits weitere »Neubauprojekte für Flüchtlinge« in ganz Bayern und bietet seine Unterstützung »Bezirksregierungen, Landratsämtern und Kommunen bei der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Aufgaben zur Bereitstellung von menschenwürdigem Wohnraum« an. So jedenfalls die Eigendarstellung auf der Internetseite.

 

Ob Gildners architektonische Initiative »Versöhnung mit dem eigenen Schicksal« nun, wie angekündigt, auch sozial bedürftigen Bürgern oder kinderreichen Familien zugute kommt, bleibt offen. Bislang hat der pfiffige Investor seine »schicksalsversöhnenden Luxus-Unterkünfte« ausschließlich an Immigranten übergeben.

 

 

 

 

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