Samstag, 3. Dezember 2016
29.02.2016
 
 

Malu Dreyer wirbt auf Ditib-Veranstaltung um Stimmen

Birgit Stöger

Malu Dreyer (SPD) demonstrierte Mitte Februar ihr ganz eigenes Verständnis von Diskurs und demokratischem Dialog, indem die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz es medienwirksam ablehnte, mit der Alternative für Deutschland (AfD) in einer TV-Debatte, der sogenannten Elefantenrunde, im öffentlich-rechtlichen Sender SWR aufzutreten. Die rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin der immer näher rückenden Landtagswahlen hält einige AfD-Mitglieder für »rechtsextrem«.

 

Dass Dreier keinerlei Berührungsängste mit anderen Spielarten des von ihr so gebrandmarkten »Extremismus« hat, zeigt ihr Wahlkampfbesuch bei der »Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion« (Ditib) in Ludwigshafen.

Die noch amtierende Ministerpräsidentin trat am 18. Februar in der Mevlana- Moschee des Ditib-Vereins in Ludwigshafen auf. Der Dachverband, dem rund 900 türkisch-muslimische Ortsgemeinden in Deutschland angehören, untersteht direkt der staatlichen türkischen Religionsbehörde Erdoğans.

 

Seit Jahren werden der Ditib-Vereinigung fundamentalistische Züge unterstellt. Dass es den Ditib-Vertreten darum gehe, Deutschland weiter zu islamisieren und ihren Einfluss auf die Politik auszubauen, wurde nicht zuletzt im Rahmen des massiven Zustroms sunnitischer Muslime von der islamkritischen Soziologin und Autorin Necla Kelek mehrfach aufgezeigt.

 

Noch ist die letzte fundamentalistische Forderung der islamischen Religionsbehörde der Türkei, der die Ditib unterstellt ist, noch nicht verklungen – diese möchte aktuell das Händchenhalten in der Öffentlichkeit verboten wissen, da dies eine unislamische Verhaltensweise sei –, da ließ sich Dreyer in die Mevlana Moschee in Ludwigshafen einladen.

 

Wie weit Malu Dreyer in Anbetracht der historisch schlechten Umfragewerte ihrer Partei bereit ist zu gehen, demonstrierte sie beim betreffenden Termin eindrucksvoll.

 

Als einzige Frau im Männerblock, während alle anderen Frauen bekopftucht und korangerecht strikt getrennt von den Männern platziert wurden, nahm sie die Belobigungen für ihre Arbeit in der Immigrationskrise entgegen.

 

Dreyer nannte in ihrer Rede wiederum die streng islamische Ditib einen »unverzichtbaren Partner« in Sachen Integration.

 

In Anbetracht des unkritischen Umgangs mit der integrationsfernen Ditib erscheint Dreyers martialisches Auftreten gegenüber der politischen Konkurrenz mehr als bedenklich.

 

Dreyers Stimmenfang bei der Ditib-Gemeinde wurde, wohl ganz im Sinne der Ditib, nur in türkischer Sprache zur Verfügung gestellt. Integration, wie sie verstanden werden sollte, sieht anders aus.

 

 

 

 

 

 

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