Donnerstag, 23. Februar 2017
29.11.2016
 
 

BR: Rundfunkgebühren sind keine Verschwörungstheorie

Christian Jung

Die Macher der Sendung quer des Bayerischen Rundfunks reagierten auf die Berichterstattung des Kopp Verlages zur ihrer Sendung. Man verwahrt sich mit absonderlichen Argumenten gegen die Kritik. Zudem wollen die Macher der BR-Sendung »nicht zum Mainstream« gehören. Es wird aber noch witziger.

 

Am 29. Oktober fand in Augsburg ein Kopp Kongress zu Geopolitik statt. Dies veranlasste den BR in seiner Sendung quer vom 3. November, diese Veranstaltung kritisch unter die Lupe zu nehmen. Durch die Bemühungen der BR-Journalisten entstand ein Machwerk, das zwar nicht mit Fakten, aber mit allerlei Andeutungen und Verächtlichmachungen operierte.

 

Der Kopp Verlag antwortete am 8. November. In einem Video-Beitrag wurde nicht nur die Art und Weise der BR-Berichterstattung kritisiert, es wurde auch gezeigt, dass die Ereignisse anders abliefen als von den quer-Funkern ursprünglich dargestellt. Denn nicht Mitarbeiter des Kopp Verlages »verfolgten« das Kamerateam des BR, sondern dieses kam auf unsere Kamera zu.

 

BR räumt einen Fehler ein


Am vergangenen Samstag wollte quer die Kritik des Kopp Verlages nicht mehr auf sich sitzen lassen. In einer Wochenend-Fleißaufgabe beschwerten sich die Macher der Sendung über die Berichterstattung durch den Kopp Verlag. Als Kommentar unter dem YouTube-Video beklagten sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunker vehement. Allerding vehement weinerlich (siehe den vollständigen Text der quer-Redaktion am Ende dieses Artikels).

 

Zwar räumen sie gleich zu Beginn den Fehler ein, dass die – man lese und staune ‒ »Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks […] keine Verschwörungstheorie« sei. Doch hier endet auch schon der kurze Ausflug der BR-Mitarbeiter in die Realität. Denn auf die nicht sonderlich neue »Enthüllung« folgt eine Ansammlung absurder und zum Teil lächerlicher Klagen, die jedoch nicht zuletzt deshalb äußerst humorig sind.

 

Wir wollen einige der vorgebrachten Punkte einmal näher betrachten:

 

Der BR beklagt sich, der Kopp Verlag hätte in seinem Bericht den Namen der für die BR-»Reportage« verantwortlichen Mitarbeiterin genannt. Hingegen bleibt unklar, was daran genau das Problem sein soll. Gänzlich absurd wird es allerdings, wenn der BR nach dem Beitrag den Namen der Verantwortlichen Redakteurin Elena Alvarez selbst einblendet (siehe Screenshot der quer-Sendung).

 

 

Der BR kritisiert, andere diffamieren

 

Zu Recht beklagt sich quer allerdings über Beleidigungen seiner Mitarbeiterin durch andere Kommentare unter dem Video. Flugs ist man aber wieder im Bereich des Absurden. Die BR-Reporter schreiben in ihrer Beschwerde weiter:

»Aber ist das eine zielführende Form der politischen Auseinandersetzung? Bringt es den gesellschaftlichen Diskurs weiter, wenn andersdenkende Menschen mit den immer gleichen sprachlichen Stereotypen wie Mainstream, Establishment, System- oder Lügenpresse, oder gar Linksgrün-Versifftheit überzogen werden?«

Und zwei Absätze später:

»Und wo wir gerade bei Ironie sind: Humor ist bei uns ein Mittel der journalistischen Einordnung des Zeitgeschehens. Im Kopp-Video nennt uns der Autor deshalb ›infantil‹. Unser Humor mag ihm nicht zusagen, und unsere Einordnung lädt auch zum Widerspruch ein. Aber Widerspruch ist etwas anderes als Diffamierung, Herabwürdigung, verbale Angriffe.«

Zwei Absätze weiter nach dieser Feststellung schreibt quer in Bezug auf den Kopp Verlag:

»Das Thema Rechtspopulismus und Rechtsextremismus beschäftigt quer in letzter Zeit häufig.«

Finde den Fehler, kann man hier nur noch lakonisch feststellen. Zwar attestieren die Macher von quer sich selbst, Humor zu haben. Doch bei dieser Beschwerde ist dieser wohl eher unfreiwillig eingeflossen. Oder sollten die quer-Macher tatsächlich selbst glauben, sie könnten – glaubwürdig – den Kopp Verlag in der Anmoderation ihres Beitrages als eine Gefahr für die Demokratie ausmachen, andere Sichtweisen als gefährliche »Verschwörungs-« oder auch als »Unterstellungstheorie« abtun, um für sich selbst dann die Achtung des Andersdenkenden einzufordern?

 

Das Feiern eines diktatorischen Massenmörders ist für den BR keine »Gefahr für die Demokratie«

 

Bedauerlich auch, dass der BR zwar über den Kopp Verlag und den von diesem angeblich ausgehenden Gefahren für die Demokratie »berichtet« (die Behauptung des Moderators Christoph Süß wird an keiner Stelle auch nur ansatzweise belegt). Auf die Kritik am Kopp Verlag jedoch, nicht über die tatsächlichen Feinde der Demokratie unter den wenigen Gegendemonstranten, die den Sozialismus zum Ziel haben und den Massenmörder Che Guevara als ihren »Genossen« bezeichnen (siehe Video-Bericht), in seiner larmoyanten Beschwerde nicht eingeht.

 

Aber kehren wir doch kurz zum Anliegen der Berichterstattung zurück. quer wollte den Zuschauer in Bezug auf den Kopp Verlag nicht nur verunsichert und aufgehetzt zurücklassen. Die quer-Journalistin wollte die Umsätze des Kopp Verlages als etwas Unanständiges darstellen. Nicht nur, dass von diesen zahlreiche Angestellte des Kopp Verlages und ihre Familien leben. Von dem zitierten Eintrittspreis für den Kopp-Kongress müssen allein 19 Prozent Mehrwertsteuer an den Staat abgeführt werden.

 

Vor allem aber: Anders als die 8 Milliarden (!) des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kommt kein Cent des Umsatzes des Kopp Verlages durch staatlichen Zwang zustande. Die Kunden des Kopp Verlages schließen als freie Bürger einen Vertrag ab und zahlen im Übrigen etwa für Bücher schon aufgrund der Buchpreisbindung den Betrag, den sie auch sonst bezahlen müssten.

 

Wer den Unterschied zwischen einem staatlichen Zwangssystem und freiem Unternehmertum nicht zu erkennen vermag, wie offensichtlich die quer-Journalisten, den darf man mit Fug und Recht als »stramm links« bezeichnen, auch wenn das eine neue Beschwerde der staatlich alimentierten Journalisten zur Folge haben sollte.

 

Hier noch einmal das Video, das den BR-Journalisten so schwer im Magen liegt, darunter findet sich der vollständige Kommentar der quer-Redaktion unter diesem Video:

 

 

 

Stellungnahme des Bayerischen Rundfunks:

 

Eins vorweg: Die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist keine Verschwörungstheorie, sondern Tatsache. Insofern war die im Video gezeigte Formulierung unserer Reporterin falsch. Dazu unten mehr.

Was ist passiert? Wir haben in unserer Sendung quer am 3.11. einen Beitrag gezeigt, in dem es um den Zusammenhang zwischen geschäftlichen Aktivitäten von Unternehmen wie dem Kopp-Verlag und der gesellschaftlichen Radikalisierung ging. Diese Radikalisierung findet sich auch in den u.g. Kommentaren. Den Inhalt unseres Beitrags spart das hier gezeigte Video aus. Stattdessen versucht der Kopp-Verlag mit diesem Video, die Aufmerksamkeit von seinem eigenen Geschäftsgebaren weg- und auf die Rundfunkbeiträge hinzulenken.

In unserer Berichterstattung wie auch bei unseren Dreharbeiten respektieren wir, wenn Menschen nicht mit uns sprechen wollen. Der Autor des hier gezeigten Kopp-Videos dagegen hat trotz mehrfacher Aufforderung seine aggressiven Versuche, unsere Autorin zu befragen, nicht eingestellt. Ihm ging es allein darum, die Arbeit unserer Reporterin zu behindern.

Das verwundert nicht, denn der Autor arbeitet für den Kopp-Verlag, dessen Konferenz Gegenstand unserer Berichterstattung war. Wir haben seinen Namen in unserem Bericht dennoch nicht genannt, denn es geht uns nicht darum, Einzelne in den Fokus zu stellen.

Anders der Kopp-Verlag. Er nennt unsere Kollegin beim Namen, um sie der öffentlichen Diffamierung preiszugeben. Das Resultat lässt sich in den Kommentaren auf dieser Seite beobachten. Eine kritische Auseinandersetzung mit unserem Bericht findet nicht statt. Stattdessen persönliche Angriffe. Hier ein Auszug: »höhnisches Grinsen, die Alte, Heuchlerin, Besatzer, Propagandisten, arrogant, herrisch, verlogen, Monopol-Medien-Nutte, lobbytreue Pseudojournalisten, Dreckschleuder, beschränkt, unwissend, hässliche Fratze der Lügenpresse, Brillenschlange, Verblödung« usw.

Bevor Sie die quer-Reporterin also weiter mit Hass, Häme und beleidigenden Worten überziehen, denken Sie doch bitte einmal darüber nach, wie Sie reagieren würden, wenn Sie von offensichtlich feindseligen Kameraleuten auf Schritt und Tritt verfolgt, in die Enge getrieben und dabei in klassischer Whataboutism-Manier mit einem anderen Thema konfrontiert würden.
Mit solchen Psycho-Tricks kann man auch kluge Menschen zu unklugen Reaktionen provozieren.

Aber ist das eine zielführende Form der politischen Auseinandersetzung? Bringt es den gesellschaftlichen Diskurs weiter, wenn andersdenkende Menschen mit den immer gleichen sprachlichen Stereotypen wie Mainstream, Establishment, System- oder Lügenpresse, oder gar Linksgrün-Versifftheit überzogen werden?

Wer unsere journalistische Arbeit seit fast 20 Jahren kennt, der weiß, dass quer stets unabhängig von jedem Mainstream war und auch so wahrgenommen wurde. Deshalb hat die Sendung so viele Zuschauer. Dass ausgerechnet quer jetzt von einer aggressiven Minderheit einer angeblichen Mainstream-Medien-Diktatur zugerechnet wird, entbehrt also nicht einer gewissen Ironie.

Und wo wir gerade bei Ironie sind: Humor ist bei uns ein Mittel der journalistischen Einordnung des Zeitgeschehens. Im Kopp-Video nennt uns der Autor deshalb »infantil«. Unser Humor mag ihm nicht zusagen, und unsere Einordnung lädt auch zum Widerspruch ein. Aber Widerspruch ist etwas anderes als Diffamierung, Herabwürdigung, verbale Angriffe.

Das Thema Rechtspopulismus und Rechtsextremismus beschäftigt quer in letzter Zeit häufig. Wer sich da angesprochen fühlt, mag uns einen »strammen Linkskurs« vorwerfen, wie es der Autor des Kopp-Videos tut. Uns besorgt, wenn Einzelne öffentlich an den Pranger gestellt und Medien pauschal diffamiert werden, während sich die selbsternannten Retter des deutschen Volkes als Opfer einer angeblichen Meinungs- und Elitendiktatur inszenieren. Genau diese Mischung ist schon zu oft zu lange unwidersprochen geblieben – mit den bekannten Folgen in der jüngeren deutschen Geschichte. Die Geschichte lehrt auch: Von verbaler Gewalt ist es nur ein kleiner Schritt zu physischer Gewalt. Auch das haben wir in unserer Berichterstattung über Rechtspopulisten und Rechtsextremisten mehrfach erlebt. Wir werden deshalb nicht unwidersprochen hinnehmen, wenn unsere Mitarbeiter wie hier angegriffen werden.

PS: Zum Rundfunkbeitrag hat der Bayerische Rundfunk seinen Nutzern ein ausführliches Dossier zusammengestellt. Man findet es unter http://www.br.de/unternehmen/service/rundfunkbeitrag/rundfunkbeitrag-aktuell-100.html. Vertiefend dazu http://meedia.de/2015/01/15/rundfunkbeitrag-soviel-zahlen-die-deutschen-im-internationalen-vergleich-fuer-ard-und-zdf/. Die darin enthaltenen Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2012, inzwischen ist der deutsche Rundfunkbeitrag von damals 216 auf 210 Euro gesunken.

 

 

 

 

 

 

 

 

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