Thursday, 30. June 2016
13.01.2015
 
 

100 Jahre und kein bisschen weise

Christian Wolf

»Der Angreifer ist derjenige, der seinen Gegner zwingt, zu den Waffen zu greifen«

(Friedrich II. der Große, König von Preußen)


Das Jahr 2014 liegt hinter uns und jede Menge Probleme vor uns. Denn das Gedenkjahr (100 Jahre nach Weltkrieg I, 75 Jahre nach Weltkrieg II und 25 nach dem Fall der Mauer) brachte keine Besonnenheit, Einsichten oder gar Demut, dafür aber den Kriegsbazillus nach Europa zurück, angeheizt ausgerechnet durch derbe Drohgebärden der höchsten deutschen Politiker. Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt. Aber müssen gerade wir dabei an der Spitze stehen?

 

Werden die Deutschen nie schlau, merken sie nicht, was gespielt wird, und besonders, wie ihnen mitgespielt wird? Seit nun 100 Jahren fallen wir sprichwörtlich auf die Schnauze, weil die Deutschen »ihrem Staat« und »Verbündeten« zu sehr vertrauen. Ein Weckruf, bevor es – mal wieder – zu spät ist.

 

Sollten Ihnen, liebe Leser, nun schon die Haare zu Berge stehen, weil Sie einen Schuld-, Sühne- und Selbstgeißelungsartikel befürchten, sind Sie schief gewickelt. Nichts ist mir mehr zuwider. Mag Hollywood samt westlicher Medienmischpoke auch die Geschichte der letzten 100 Jahre auf den Nenner »Deutschland ist schuld« bringen, die Zeit, in der Geschichte als Märchen von »Gut und Böse« erzählt wird, kann und darf nicht ewig währen. Mehr und mehr setzt sich die Sichtweise des deutschen Erfolgsautors Joachim Fernau durch, der schon in den 70er Jahren am Schluss seines Buches über die USA, Halleluja, befand: »Dort drüben, jenseits des Ozeans steht der Schuldige!«

 

Wer sich die Blutspur der US-Kriege nach 1945 bewusst macht, kann schlecht dem US-Kritiker Karl-Heinz Deschner widersprechen: »Dieses Land kennt nur drei Argumente, drei Kräfte, drei Ideale: Gewalt, Geld und Heuchelei.«

 

Sie wollen wirklich wissen, wie sich so etwas aus dem Mund eines Präsidenten anhört? Bitte sehr: »Wenn Menschen die Waffen ergreifen, um andere Menschen zu befreien … , dann ist der Kreuzzug heilig und gesegnet. Ich will nicht nach Frieden rufen, solange es in der Welt die Sünde und das Böse gibt.« Widerlich, nicht wahr? Fehlt nur noch »Amen«. Könnte fast vom ehebrecherischen Pfaffen Gauck stammen. Oder vom Schluckspecht George W. Bush? Nein, zweimal daneben. Hier sprach US-Präsident Woodrow Wilson, der unter kräftiger Assistenz des Bankiers John Pierpont Morgan die USA 1917 in den Krieg bugsierte, ihn damit erst zum Weltkrieg machte.

 

Dies passierte nicht aufgrund der vorgeschobenen edlen Motive, sondern genau in dem Moment, als Russland durch die Februarrevolution aus dem Krieg ausschied, sich damit der Sieg der Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn über Frankreich und England abzeichnete, denen die USA Milliardenkredite gegeben hatten. Mit kaltem Kalkül und noch kälterem Herzen. Jener Woodrow Wilson lockte Deutschland ein Jahr später – im November 1918 – in den Waffenstillstand mit dem Versprechen eines Friedens ohne Sieger und Besiegte. Nachdem die Deutschen die Waffen unter ausdrücklicher Berufung auf diese »14 Punkte« Wilsons – ohne dass ein feindlicher Soldat auf deutschem Boden stand – niederlegten, ließ der Saubermann England und Frankreich brutal gewähren. Es wurde gedroht, das ganze Deutsche Reich zu besetzen, und die mörderische Seeblockade blieb weiter bestehen, wodurch in Deutschland Hunderttausende an Hunger starben. So erzwang man die deutsche Unterschrift zum Ausplünderungs- und »Friedensvertrag« von Versailles 1919.

 

Wundern Sie sich, werte Leser, dann noch über den französischen Marschall Ferdinand Foch, der das Versailler Diktat kommentierte: »Das ist kein Frieden. Es ist ein Waffenstillstand auf 20 Jahre« ? (sic 1919-1939.) Oder über »Die Geburtsstätte der NS-Bewegung ist nicht München, sondern Versailles« (Theodor Heuss)?

Dann müsste ich mich über Sie sehr wundern. Wer jetzt mit »das war ja früher« oder »ein Einzelfall« daherkommt, zeigt nur, dass er/sie ein blindes Huhn ist, das heute wahrscheinlich gar nicht auf der Welt wäre, hätten die USA ihren »Morgenthau-Plan« zur Ausrottung der Deutschen (mit so Nettigkeiten wie Kastration und Sklavenhaltung in der Landwirtschaft, darin haben die Herrschaften in ihrer Geschichte ja Erfahrung) nach 1945 umgesetzt.

 

Sie legten ihn nur ad acta, weil die Russen vom Verbündeten zum Gegner wurden und den Deutschen die Rolle als Bauernopfer in einem neuen Krieg zugedacht war und ist. Wenn Ihnen das noch nicht reicht, machen Sie sich über die »Rheinwiesenlager« schlau, in denen 1945/46 die US-»Befreier« und Franzosen Hunderttausende (laut dem kanadischen Historiker James Bacque) deutsche Soldaten verrecken ließen.

 

Haben viele Deutsche und besonders die Regierenden in Berlin noch alle Tassen im Schrank, solchen »Verbündeten« zu vertrauen? Haben die deutschen Politdarsteller überhaupt eine Wahl? Daran muss zweifeln, wer die Hetze gegen Russland mitbekommt. Aggressiv, martialisch, kriegerisch und manipulativ gebärdet sich die gekaufte deutsche Schoßhundpresse im Verbund mit den führenden heimischen Politikern, denen ihr Amtseid, »Schaden vom deutschen Volk abzuwenden«, offensichtlich schnuppe ist. Pünktlich zum Jahreswechsel verhöhnten SZ, FAZ, Focus, Welt etc. ihre Leser noch einmal mit der für sie typischen Propaganda und Desinformation. Stellvertretend für diese selbsternannte »Qualitätspresse« titelte Spiegel Online: »Putin nennt Krim-Annexion ›Meilenstein der Geschichte‹«.

 

Natürlich hat Putin nicht von Annexion gesprochen, es wird ihm einfach untergeschoben von einer dreist fälschenden deutschen Presse, die den Unterschied zu einer Wiedervereinigung als demokratischem Akt der Selbstbestimmung entweder nicht kennt oder nicht kennen will. Die deutsche Systempresse sollte besser einmal vor der eigenen Tür kehren, wo Selbstbestimmung und Demokratie nur hohle Phrasen sind, die Deutschen in direkten Wahlen nicht einmal über ihre eigene Verfassung, ihre Regierung, den Bundespräsidenten oder Bundeskanzler bestimmen dürfen.

 

Wann dürfen die Deutschen endlich darüber befinden, ob sie fremde Atomwaffen im eigenen Land sowie US-amerikanische und britische Soldaten hier belassen oder verbannen möchten? Das wären ja wohl wichtige Fragen. Oder ob sie von einem ausländischen Überwachungsapparat rund um die Uhr bespitzelt werden wollen. Dass die Berliner Zumutung im Hosenanzug dies mit sich machen lässt, ist beschämend genug und entlarvt sie nur als (wegen ihrer DDR-Vergangenheit erpressbaren?) Vasall. Es passt in dieses Bild, dass die Daten der »Hauptverwaltung Aufklärung in der DDR« – die »Rosenholzdateien« – sofort in die USA gelangt sein sollen.

 

Mit Russland gegen Krieg in Europa

 

Vor dem Kriegsausbruch im Sommer 1914 gab es in Deutschland keine Kriegshetze. 2014 schaffte dies Merkel mit unerreichter diplomatischer Dobermann-Mentalität ohne jede Not. Aber was tut man nicht alles als Wauwau des schwarzen Mannes mit vorgeblich weißer Weste in Washington, der so gern mit Drohnen killen lässt? US-Vizepräsident Biden hat jüngst die devote Wandlungsfähigkeit der – alias und ulkig – »mächtigsten Frau der Welt« offenbart. Vor Studenten erklärte er, Merkel habe gezögert, bei den Sanktionen gegen Russland mitzumachen, doch ein Anpfiff Obamas habe sie sofort umfallen lassen und auf US-Linie gebracht.

 

Wenn die Geschichte uns Deutsche eines lehrt, dann: Wir dürfen uns nicht mit Russland anlegen. Zumal man uns von dort meist auch gar nicht ans Leder will. Wilhelm II. war blauäugig, unerfahren, aber nicht böswillig, als er einen Tag nach Bismarcks Ausscheiden aus dem Amt den russischen Botschafter brüskierte und den Rückversicherungsvertrag mit der dämlichen Begründung nicht verlängerte, dieser könne die übrigen europäischen Mächte irritieren. Merkel schafft es immer dämlicher, sie hetzt ohne Grund und als Marionette kriegsgeiler Strippenzieher in Übersee. In dem Sinne ist sie eine wahre Dame.

 

»100 Jahre und kein bisschen weise, aus gehabtem Schaden nichts gelernt«, könnte man mit Blick auf diese Entwicklung ein Lied von Curd Jürgens leicht abwandeln.

 

Nach den historischen Erfahrungen muss die Kanzlerin die Konstante des Friedens kennen: Wann immer Deutschland und Russland aufrichtig verbündet oder zumindest befreundet waren, gab es keinen größeren Krieg in Europa. Große Kriege erlebte und erlitt Europa stets dann, wenn England die »balance of power« – als nett-scheinheilige Umschreibung für eigene Dominanz – durch eine erstarkende Kontinentalmacht (meist Spanien oder Frankreich, 1914 Deutschland) gefährdet schien oder die USA sich aus einer Krise herausmogeln und klotzig verdienen wollten. Im Fall von 1914 war es sogar ein »und«.

 

England war versessen darauf, den wirtschaftlichen Konkurrenten Deutschland ein für allemal auszuschalten, der nach dem aufgezwungenen »Made in Germany«, das diskreditieren sollte, sich aber als Gütesiegel erwies, in mehr und mehr Sektoren Weltspitze wurde. Die USA – besonders die Bankster – retteten ihre Milliardenkredite an Frankreich und England und ergötzten sich in sicherer Distanz zum Abschlachten im Schützengraben an einer Explosion heimischer Millionäre. Die einen wurden halt riesenreich, und die andern fielen in Flandern ...

 

Bislang habe ich mich um das kniffelige Thema »Schuld« drücken können, nun lege ich dann doch meinen Kopf unters Fallbeil. Ein Deutscher ist sogleich in dieser unkomfortablen Position, falls er bei der Schuldfrage nicht sofort »Hier!« schreit und das Büßerhemd anlegt. Als Australier (wie der Historiker Christopher Clark) darf man sich weit mehr herausnehmen und von »Schlafwandlern« sprechen. Für Wilhelm II. passt die Bezeichnung auch ganz gut. Er bestieg im Dreikaiserjahr 1888 (der greise Kaiser, der weise Kaiser und der Reisekaiser) überraschend den Thron, war stolz auf das Reich und seine Prosperität im Frieden, aber ahnungslos in Diplomatie.

 

Dafür hatte er ja das diplomatische Genie Bismarck, dessen Entlassung Wilhelms größter Fehler war. Denn Otto von Bismarck war genau im Bilde über den Neid Englands auf die wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands und die Rachsucht Frankreichs nach 1870/71. Der Reichskanzler zog daraus auch den ebenso simplen wie richtigen Schluss. So hat Bismarck einst auf die Frage, was gute deutsche Politik sei, geantwortet, gute Politik sei ein guter Vertrag mit Russland. Er zimmerte ihn, Kaiser Wilhelm zertrümmerte ihn.

 

Die Schuld des Kaisers besteht also darin, dass er es den Gegnern Deutschlands ermöglichte, die Schlinge um das Reich zu legen. Als der deutsch-russische Vertrag von Wilhelm nicht verlängert wurde, trat sofort Frankreich als neuer Freund und Verbündeter auf den Plan, um so Deutschland in die Zange zu nehmen. Das Ziel formulierte klar der russische Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, der als Vertreter des Zarenreiches an den großen Manövern der französischen Streitkräfte im November 1912 teilnahm. Im Beisein des Kriegsministers Alexandre Millerand ruft er beim Abschiedsdinner unter dem tosenden Beifall der französischen Offiziere: »Ich trinke auf unsere gemeinsamen Siege in der Zukunft. Auf Wiedersehen in Berlin, Messieurs!«

 

Ganz anders Wilhelm II., der im gleichen Monat Erzherzog Franz Ferdinand bei einem Besuch in Deutschland mit den Worten »Nur keine Dummheiten!« vor einem Eingreifen in den Ersten Balkankrieg warnt, weil dies sonst Frankreich und Russland in die Auseinandersetzung verwickeln würde. Der deutsche Monarch hatte keine Kriegsambitionen, was der Historiker Clark in Wilhelm II. Die Herrschaft des letzten Deutschen Kaisers so umschreibt: »Statt eindringlich aggressive oder provokative österreichische Aktionen gegen die Serben zu fordern, konzentrierte sich Wilhelm durchweg auf diplomatische Lösungen, die mit einem geringen Risiko verbunden waren.« Als diplomatisches Trampeltier aus der Uckermarck kann Merkel nur davon träumen, dass ihr unverschämter und anmaßender Ton gegen Russland in Geschichtsbüchern einmal vergleichbar gewürdigt wird.

 

Wilhelm II. versuchte nach Kräften zu deeskalieren, schickte zudem im Juli 1914 seine führenden Militärs in den Sommerurlaub, »um keine Beunruhigung zu schaffen«. Selbst trat er seine übliche Nordlandreise an. Vergebens. »Ich bin der festen Überzeugung, dass Deutschland alles tat, was in seinen Kräften stand, um den Ausbruch des Krieges zu verhüten, durch den es überdies nichts zu gewinnen hatte«, schrieb Anibal Morillo y Pérez, Graf von Cartagena, der spanische Botschafter in Russland, in seinen Memoiren.

 

Auch heute können wir nur verlieren, wenn wir in einen Krieg stolpern. Dennoch heizt Berlin in den vergangenen Monaten – im Kontrast zu 1914 – die Stimmung unverantwortlich auf. Wir rutschten mit unserer Nibelungentreue zu Wien in den Ersten Weltkrieg und stehen nun nibelungentreu zu den USA und der von ihnen dominierten NATO. Und damit eindeutig auf der falschen Seite! Nicht nur Spötter sprechen von der »Nord-Atlantischen Terror-Organisation« nach den Kriegen gegen Serbien, Afghanistan und Libyen.

 

Lediglich heutige regimehörige Schlafmützen dürfte es wundern: Das deutsche Kaiserreich war sehr friedlich im Vergleich zu unseren »Demokraten«. Während alle späteren Kriegsgegner von 1871 bis 1914 fleißig Krieg führten, war das Deutsche Reich in diesem langen Zeitraum in keinen verwickelt. »Militaristisch« passt viel eher auf das heutige Deutschland, das unter der Regierung von Sozialdemokraten und Grünen 1999 lügend und ohne UN-Mandat einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Serbien führte, was von einem deutschen Gericht so gewertet und sogar von Altkanzler Schröder mittlerweile eingeräumt wurde.

 

Von Wilhelm II. zu Merkel – oder: Von berechtigter Selbstachtung zu behandlungsbedürftiger Selbstgeißelung

 

Es gibt neben der wilhelminischen Friedfertigkeit viele Unterschiede zwischen dem Kaiserreich und dem heutigen Deutschland, das der scheinheiligste aller Bundespräsidenten – in der Disziplin ist ihm der Gauck(ler) auf den Fersen – (und Mitverantwortliche für die Produktion des Killerprodukts Agent Orange im Vietnamkrieg) Richard von Weizsäcker als »freiesten Staat der deutschen Geschichte« bezeichnete. Er vergaß nämlich den entscheidenden Zusatz »frei … von Verstand«! Denn Deutschland präsentiert sich im Vergleich zu vor 100 Jahren nicht nur geografisch und räumlich massiv geschrumpft, sondern auch kräftig geistig und moralisch gerupft.

 

Nicht nur Schlesien, Ostpreußen, Elsass-Lothringen etc. haben wir verloren, sondern die heutige Staatssimulation auch die Beachtung der nationalen Interessen, die Achtung der Belange der eigenen Bürger sowie die Selbstverständlichkeit von Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit – nicht nur gegenüber dem Ausland, mehr noch den »Untertanen« gegenüber, die heute viel mehr als zu Kaisers Zeiten sich von einer scheindemokratischen Marionettenregierung so behandelt fühlen (müssen).

 

Eine ideale Demokratie gab es tatsächlich in Deutschland, obwohl und gerade, weil man nicht ständig davon faselte – im Reich des deutschen Kaisers zwischen 1871 und 1918. Der Kaiser ernannte den Reichskanzler und somit die Regierung, die sich mit der Volksvertretung, dem Parlament, auseinanderzusetzen hatte. Von der Politik ernannte oder als abgehalfterte Altpolitiker inthronisierte (Verfassungs-) Richter gab es nicht, denn die Justiz war nur Recht und Gerechtigkeit verpflichtet und damit völlig unabhängig. Von den Möglichkeiten zu Aufstieg und Bildung wie im Deutschen Reich können die Untertanen im heutigen Merkeldeutschland nur träumen.

 

In der Monarchie kam man nicht auf die Idee, eine passabel stabile Währung – wie die D-Mark – ohne Not und Volksbefragung, dafür mit Lügen und falschen Versprechungen gegen ein fragiles Kunstprodukt Euro auszutauschen und damit ganz Europa in Probleme und Zwietracht zu stürzen. Ein Kaiser weiß, dass eine eigene starke – mit Gold gedeckte – Währung dem Volk nützt und Ausdruck eigener Souveränität ist. Eine Merkel plappert in ihrem penetranten Primitivdeutsch »Scheitert der Euro, dann scheitert Europa«, preist Erfolge und Notwendigkeit hoher deutscher Exporte, was ja in Ordnung wäre, hätte der deutsche Malocher heutzutage auch etwas davon in Form erhöhter Kaufkraft. Aber Essig, die deutschen Reallöhne hinken im europäischen Vergleich allen hinterher.

 

Ausländisches Militär mit eigenen Basen in Deutschland oder gar fremde, hier gelagerte Waffen – das war im deutschen Kaiserreich, wie für jeden souveränen Staat, überhaupt nicht vorstellbar.

 

Das heutige Deutschland ist nicht souverän (sagte ja auch Schäuble wiederholt), sondern ein Büttel, der Hilfstruppen für die große Besatzungsmacht in Washington in aller Welt herumschickt statt sich daran zu halten, dass Militär der Landesverteidigung und Sicherung der Grenzen dient. Und die liegen nun einmal nicht in Afghanistan, der Türkei oder im Kosovo.

 

Wilhelm II. war nicht derart verantwortungslos, denn er hielt sich an Bismarcks Sichtweise, dass der ganze Balkan nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert sei.

 

Im Kaiserreich ging es – trotz stabilster Währung – aufwärts, abzulesen an der Statistik (damals nicht geschönt) und der Geburtenrate, denn nur wer die eigene Situation und Zukunft positiv einschätzt sowie Vertrauen hat, setzt gern Kinder in die Welt. Trotz einer gewiss nicht zu leugnenden Berechtigung dürfte die rohrkrepierende Wirkung einer optischen Massenvernichtungswaffe im Kanzleramt – hoffentlich – nur eine nachrangige Rolle für die deutsche Kinderlosigkeit spielen.

 

Man braucht nur heute Propagandamedien, die dem Volk Aufschwunglügen unter die Nase reiben, garniert mit einem Schuldkult, der die fleißige deutsche Biene dazu bringt, einen Großteil ihres Verdienstes für Tribute und Hilfszahlungen an Nachbarländer, unsinnige Euro-Rettungsversuche, kostenfreie Waffenlieferungen an Israel und dgl. mehr sich abnehmen zu lassen. Springer, Süddeutsche, Spiegel etc. haben in dieser Disziplin bislang gute Manipulationsarbeit geleistet, stoßen nun aber an ihre Grenzen.

 

Mit am sympathischsten am Kaiserreich: Figuren wie Joschka Fischer, Angela Merkel, Claudia Roth oder Jürgen Trittin haben das Volk nie belästigt, heute werden sie wie Sumpfblüten nach oben gespült. Ein Extremkommunist, eine Betroffenheitstante, eine Kinderlose, Geschiedene, die mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß steht, auf ihre polnischen Wurzeln stolz ist und für die Deutschland an allem schuld ist. In einem vernünftigen Staat wie dem Kaiserreich hätte sie allenfalls als Putzfrau Karriere gemacht.

 

Die Krone der Nichtswürdigkeit und Dekadenz gebührt allerdings Joschka Fischer. Bei dem Ex-Bandenchef weiß ich nie, ob er es gerade auf mehr Ehrenprofessuren oder Ehescheidungen bringt. In beiden Disziplinen ist er jedenfalls rekordverdächtig. Können Sie sich die Kanaille (laut Bild-Zeitung »ohne Abitur«) in Wilhelms Kaiserreich vorstellen? Dort hätte seine große Klappe nicht verfangen. Vielleicht hätte er ja da einen Hauptschulabschluss oder einen Berufsabschluss geschafft.

 

Hat er beides in der Realität nicht, dafür terroristische Erfahrungen bis hin zum Transport einer Mordwaffe sowie u.a. die pikante Tätigkeit als Übersetzer englischer Pornos (die dann mit seinem politischen Aufstieg nachträglich zu »Edelpornos« wurden), was ihn natürlich unbedingt zum Außenminister einer führenden Wirtschafts- und Kulturnation qualifizierte. US-Präsident Clinton gab ihm 1999 genau eine Viertelstunde Bedenkzeit, um sich für oder gegen die Teilnahme am Überfall auf Serbien zu entscheiden. Vasall Fischer nickte ab und schwuppdiwupp steckte die Bundesrepublik in einem »grundgesetzwidrigen Angriffskrieg«, was Sie nicht bezweifeln sollten, denn ein Berliner Gericht nahm sich die Freiheit zu dieser Wertung heraus.

 

Gerne wurde Gernegroß Joschka durch seine Partei Die Grünen groß. Bei Bündnis90/Die Grünen irrlichterte auch eine Sieglinde Frieß. Von ihr stammt erwartungsgemäß nichts Vernünftiges, nur der grenzdebile und infame Satz: »Ich wollte, dass Frankreich bis zur Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt.« Dergleichen Irrsinn lassen sich die heutigen Deutschen bieten. Im Kaiserreich hätte die Obrigkeit gar nicht einschreiten müssen, die liebe Nachbarschaft hätte genügt, die Dame aus dem Land, das sie am liebsten von der Landkarte verschwinden sehen würde, zu vergraulen. In Paris oder Warschau wäre die vaterlandslose Gesellin auch nicht glücklich geworden. Denn normale Franzosen und Polen bedenken derlei Dekadenz auch mit Unverständnis und Verachtung.

 

Offensichtlich ist man quer durch alle etablierten Parteien erpicht darauf, Deutschland abzuschaffen. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Man hat Deutschland via EU, UN, IWF, Israel, Euro-Einführung und -Rettungen etc. jahrzehntelang gemolken. Steht jetzt die Schlachtung an? Nun wird auch die Kriegstrommel geschlagen, und der irrwitzige Vorschlag steht im Raum, deutsche Soldaten in die Ukraine zu entsenden. Putin brachte vor Jahren die Rückgabe des russisch besetzten Teils Ostpreußens an Deutschland ins Spiel. Nun steht er im Sperrfeuer einer – vorwiegend deutschen – Gräuelpropaganda und sein Land mit den vielen Rohstoffen auf dem Speiseplan der Wall Street. Man suggeriert uns »Germans to the front!«. Wir müssten den kriegsgeilen Kreuzrittern den Vogel zeigen und wenig dezent auf Götz von Berlichingen, Akt 3, Szene 4 verweisen. Aber dies ist nur ein schöner Traum, er wird kaum eintreten.

 

Reißt Putin der Geduldsfaden, oder bleibt er allen Provokationen zum Trotz so »besonnen«?

 

Wird er im Fall einer militärischen Konfrontation die Deutschen von ihrem Leben oder von Merkel & Konsorten »befreien«? Aber er sollte aufpassen. Deutschland hat jetzt Wunderwaffen. Beim Zusammentreffen mit Ursula von der Laiens Kita-Armee könnten Divisionen von Rotarmisten mit Zwerchfellerschütterungen zusammenbrechen.

 

Mir reicht es. Ihnen auch?

 

Falls Sie heute Ihre verständliche Neigung zum Wutanfall unterdrücken können, erhalten Sie in einer Woche an dieser Stelle eine erneute Gelegenheit durch einen Beitrag über unsere Geschichte der letzten 100 Jahre im Schweinsgalopp und die scheinbar unausrottbaren deutschen Dauerdefizite.

 

 

 

Diplom-Betriebswirt und Wirtschaftsjournalist Christian Wolf betrachtet die Geschehnisse in Deutschland und Europa von einem anderen Kontinent aus, damit dem Abendland wenigstens sein Nachruf sicher ist.

 

 

 

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Leser-Kommentare (64) zu diesem Artikel

24.03.2015 | 15:27

Friededenhuetten

Gut zu wissen, daß es immer noch Autoren gibt, die unsere Geschichte sachgerecht und neutral wiedergeben. Auch wenn es wegen der bekannten Verleumdungen immer noch Hemmungen gibt, die ganze Wahrheit zu benennen. Seit 1945 sind wir eine US-Militärkolonie mit einer Militärverwaltung, die hier unter dem Rahmen einer in Nürnberg unter Folter und Gewalt erzwungenen Unrechtsordnung, die sich hier "Grundgesetz" nennt, eine Demokratiesimulation betreibt. Um von den eigenen...

Gut zu wissen, daß es immer noch Autoren gibt, die unsere Geschichte sachgerecht und neutral wiedergeben. Auch wenn es wegen der bekannten Verleumdungen immer noch Hemmungen gibt, die ganze Wahrheit zu benennen. Seit 1945 sind wir eine US-Militärkolonie mit einer Militärverwaltung, die hier unter dem Rahmen einer in Nürnberg unter Folter und Gewalt erzwungenen Unrechtsordnung, die sich hier "Grundgesetz" nennt, eine Demokratiesimulation betreibt. Um von den eigenen Kriegsverbrechen abzulenken, wurde von den teuflischen Alliierten die Holoreligion erfunden, um die Deutschen für immer demütigen und ausrauben zu können. Wir sind in der letzten Phase der deutschen Tragödie. Es ist Zeit, die Schuldigen zu benennen. Gab es bis in die siebziger Jahre noch eine halbwegs nationale Politik, ist das mit der erzwungenen Masseneinwanderung der Türken und der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch Juden wie Kohl (Hennoch Kohn) und der Deutschenhasserin Merkel vorerst vorbei. Seit der Antike weiß man, daß man die Menschheitsfeinde niemals in leitende Regoierungspositionen lassen darf, will man nicht ausgeraubt und geplündert werden. In unserem Fall vernichtet. Vergleichbar dem gehörnten Ehemann der Madame Bovery wissen die Deutschen nichts, was ihnen blüht. Sie protegieren ihre eigenen Schlächter, die mit ihrer Kriegspropaganda und Flüchtlings-Anbetung das Land ins Verderben treiben. Ziel ist die Umvolkung nach dem Plan des Paneuropäers Coudenhove-Kalerghi, oder der Präzisierung nach Hooton, 1944. Die Zions betreiben die Vernichtung Deutschlands. Genau das ist der Auftrag der heimtückischen Vampirin Merkel. Mit ihrer systematisch betriebenen Geschichtsfälschung und "Umerziehung" haben sie den Deutschen die Knochen gebrochen, ihre Seelen zerstört, die sie dem Willen der Selbstbehauptung weitgehend beraubt hat. Mit ihrer fürchterlichen Kriegshetze im Auftrag und unter der totalen Kontrolle des Imperiums der Lügen haben die Auserwählten den Bogen überspannt und viele der Schlafenden geweckt. Sie stehen mit dem Rücken an der Wand. Verhindern wir, daß DIE gewinnen. Dann ist es aus mit der Judenherrschaft in unserem Land.


15.03.2015 | 14:12

T.Rex

Hili: Genauso empfinde ich das auch. Es sind nicht nur diese beiden auf dem Bild, die sich keine Mühe mehr geben, ihre Verachtung und ihren Hass auf das eigene Land und Volk zu zeigen. Nicht mal mehr wenn wichtige Wahlen anstehen...


13.03.2015 | 22:15

wotanix

Chapeau! So habe ich es noch in der Schule gelernt... und das war schon Nachkrigszeit!


14.02.2015 | 00:40

Hili

Wenn ich solche Bilder- wie Mutti mit ihrem Gaukler - sehe, wird mir schlecht, dann schäme ich mich, Deutsch zu sein!!! Später werden solche Bilder als Schande für Deutschland in unseren Geschichtbüchern stehen!!! Wenn es dann unseren Planeten überhaupt noch gibt, bzw., wenn er die nächsten 1000 Jahre wieder bewohnbar wird!!!


25.01.2015 | 07:55

Grauber

Heftige Wortführung, Herr Wolf, aber sehr schlüssige Argumentation - Dass sich gerade die deutsche Kolonie in die erste Reihe des Geschehens setzen läßt, das entsetzt selbst ARD, ZDF und Zeitungs-Verbildete. Wo ist die Politik der Deeskalation geblieben ? Die BRD handelte einst besonnen, gewaltfrei und stets vermittelnt. Wurde etwa die politische Ausrichtung des Wirtschaftsgebietes Deutschland, vielleicht mittels Stasi-Akten-Beweisen völlig neu gestaltet ? Wer hatte eventuell...

Heftige Wortführung, Herr Wolf, aber sehr schlüssige Argumentation - Dass sich gerade die deutsche Kolonie in die erste Reihe des Geschehens setzen läßt, das entsetzt selbst ARD, ZDF und Zeitungs-Verbildete. Wo ist die Politik der Deeskalation geblieben ? Die BRD handelte einst besonnen, gewaltfrei und stets vermittelnt. Wurde etwa die politische Ausrichtung des Wirtschaftsgebietes Deutschland, vielleicht mittels Stasi-Akten-Beweisen völlig neu gestaltet ? Wer hatte eventuell die Macht zu einem " Umsturz der Gesinnung " ? Heutige Szenarien erklären sich durch einen Blick in die Vergangenheit ganz von selbst.


20.01.2015 | 22:44

GLADIO

Hallo@ Johannes 10.01.2015 | 15:46 >>> ganz meine Meinung >>> lese dazu auch mein Kommentar >>> http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/christian-wolf/1-jahre-und-kein-bisschen-weise.html >>> unter GLADIO >>> viele Grüße

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