Sunday, 31. July 2016
18.01.2013
 
 

Aldi und Lidl: Fleisch von kranken Tieren?

Christine Rütlisberger

Der Fleischskandal, über den wir gestern berichtet haben, zieht immer weitere Kreise. Nun soll sogar Fleisch von kranken Tieren im Handel gelandet sein.

Der Fleischskandal, bei dem Pferde- als Rindfleisch verkauft wurde, weiter sich immer mehr aus. Inzwischen besteht sogar der Verdacht, dass Fleisch von erkrankten Tieren, die für den Abdecker bestimmt waren, in Großbritannien im Handel gelandet ist. Viele Millionen Stücke Fleisch wurden

jetzt vorsorglich aus dem Handel genommen, mehrere Schlachthöfe geschlossen.

 

Verantwortlich ist wohl die ABP Food Group. Sie ist einer der größten Fleischproduzenten in Europa. In Großbritannien werden die Menschen derzeit davor gewarnt, Burger zu essen. Die Gesundheitsbehörden warnen, dass das Fleisch von Millionen von Burgern nicht auf gesundheitliche Gefahren hin kontrolliert worden sei. Das Fleisch war bei Aldi, Lidl, Sainsbury`s, Asda, Tesco und Coop in Tiefkühlprodukten verkauft worden. Aldi und Lidl haben in Großbritannien inzwischen Fleisch erst einmal aus ihren Kühltheken genommen. Der Informationsdienst Kopp Exklusiv berichtete im deutschsprachigen Raum als erster über den Skandal.

 

In Großbritannien sorgen Medienberichte über den Skandal schon seit Tagen für großes Aufsehen, nach denen das bei Aldi und Lidl verkaufte »Rindfleisch« in Wahrheit zum Teil Pferdefleisch ist. Bei der britischen Kette Tesco enthielten Burger, die angeblich aus Rindfleisch bestanden, tatsächlich 29 Prozent Pferdefleisch. Das abgepackte Fleisch stammt aus den Niederlanden, aus Spanien und aus Irland und wurde europaweit als »Rindfleisch« verkauft. Zudem wurde bekannt, dass Burger nicht nur Pferdefleisch, sondern auch Schweinefleisch enthalten. Und das dürfen Juden und Muslime nicht essen.

 

»Das könnte schon seit Jahren so gegangen sein. Wir haben es nur nie gewusst, weil wir nie getestet haben«, sagt Professor Tim Lang, Fachmann für Ernährung an der Universität London, der Zeitung Times. Die Lebensmittelaufsichtsbehörde ermittelt derweil gegen den größten Rindfleischverarbeiter Großbritanniens, ABP Foods, und Zulieferer aus Holland und Spanien. Experten teilten mit, dass das Pferdefleisch den Burgern nicht nur aus Kostengründen untergemischt wird, sondern auch, weil das dunkle Fleisch Burger optisch aufwertet.

 

Inzwischen ist klar: Zehntausende britischer Pubs, Gaststätten und Schnellrestaurants verkaufen Pferdefleisch. Keiner weiß jedenfalls derzeit mehr, ob er Rind- oder Pferdefleisch isst, denn die Betriebe der Gastronomie können nicht ihre kompletten Fleischvorräte wegwerfen. Und keiner kann sagen, ob es das Fleisch nicht auch im deutschsprachigen Raum im Handel gibt. Es ist sogar wahrscheinlich, weil die Produzenten ganz Europa beliefert haben. Bei den vielen Lebensmittelskandalen ist es deshalb gut zu wissen, was man überhaupt noch unbesorgt essen kann.

 

 

 


 

 

 

 

 

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