Die neuen Tricks der Finanzämter
Christine Rütlisberger
Klaffende Haushaltslöcher, der Staat braucht Geld. Die neuen technischen Schnüffelsysteme des Finanzamtes prüfen den Lebensstil von Steuerpflichtigen mit dem erklärten Einkommen.

Immer öfter verschweigen Bürger Einnahmen aus Wertpapiergeschäften beim Finanzamt. Doch das lohnt sich selbst dann nicht, wenn die Einnahmen im EU-Ausland erzielt wurden. Denn die Finanzämter bekommen die obligatorische Jahresbescheinigung der Banken über alle steuerpflichtigen Wertpapiergeschäfte. Da fliegt der Steuersünder garantiert irgendwann auf. Was viele nicht wissen: Auch ausländische Geldhäuser (aus anderen EU-Staaten) melden Zinserträge
automatisch den deutschen Finanzbehörden. Viele Eltern glauben, sie müssten keine Steuern auf Kapitalerträge zahlen, wenn sie Geldvermögen auf die Kinder übertragen. Das ist ein teurer Irrtum, den wir aufklären. Beliebt ist es auch, teure Auslandsreisen als angebliche »Weiterbildungsmaßnahmen« zu deklarieren. Wir sagen Ihnen, wie das Finanzamt Ihnen auf die Schliche kommt. Und es soll immer noch Menschen geben, die sich mit Schwarzgeld eine Yacht oder eine Villa im Ausland gekauft haben und glauben, das Finanzamt werde davon nie etwas mitbekommen. Dabei ist es jetzt ganz einfach, solche Steuersünden eine nach der anderen aufzudecken. Was viele zudem nicht wissen: Alle deutschen und österreichischen Finanzämter haben jetzt eine ganz legale Möglichkeit, Einnahmen und Ausgaben eines Steuerzahlers miteinander zu vergleichen. Nein, nicht jene Angaben, die man selbst deklariert, sondern die tatsächlichen. Auch das ist für Finanzämter nun ganz einfach. Und ein Beamter nach dem anderen wird gerade darin geschult, diese neue Methode (auch rückwirkend für die letzten 10 Jahre!) anzuwenden. Man sollte das alles zumindest wissen, wenn man nicht als Steuerhinterzieher auffallen will.
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