Gold: Auf der Suche nach einem Wertspeicher
Christine Rütlisberger
Seit 1997 war die Nachfrage nach Gold auf der Welt nicht mehr so groß wie in diesen Tagen. Die Menschen suchen nach einem Wertspeicher, um die Früchte ihrer Arbeit durch die Krise zu retten.

Manche Menschen lachen über jene, die die Früchte ihrer Arbeit sichern, indem sie Gold kaufen. Jene, die so denken, kaufen halt bevorzugt das, was die Werbewelt ihnen mit einer geschickten Marketingstrategie aufschwatzt. Man sieht das in den Wohnungen dieser Menschen: überall nur Dinge, die keinen inneren Wert haben. Lauter Billigkram vom Discounter. Solche Menschen gehen mit der Zeit und sind »modern«. Sie haben stets das neueste Mobiltelefon. Aber auch das modernste Handy ist bald schon überholt und völlig wertlos. Merkwürdigerweise geraten solche Menschen nicht ins Grübeln, wenn sie Meldungen über Goldfunde lesen, beispielsweise: Fliesenleger findet Gold.
Würde ein Handwerker bei Renovierungsarbeiten alte Geldscheine aus der Weimarer Republik finden – kein Mensch würde sich dafür interessieren. So aber wird über einen kleinen Goldfund in Hunderten von Zeitungen berichtet. Gold ist nun einmal ein Wertspeicher. Und immer mehr Menschen suchen derzeit wieder einen Wertspeicher.
Seit 1997 war die Nachfrage nach Gold auf der Welt nicht mehr so groß wie in diesen Monaten. Hauptabnehmer sind die Chinesen, die Indien als Goldverbraucher von Platz eins verdrängen. Aber auch die Notenbanken kaufen Gold (im vergangenen Jahr 440 Tonnen). Bis 2009 waren Notenbanken auf dem Weltmarkt die großen Verkäufer von Gold, jetzt kaufen sie selbst wieder. Sie drucken selbst Papiergeld, haben aber Zweifel an der Stabilität der Papierwährungen. Zentralbanken aus Schwellenländern tauschen Dollar und Euro in Gold ein.
Asiatische Wirtschaftszeitungen prognostizieren derzeit den baldigen Griechenland-Crash – und den Anstieg des Goldpreises. Selbst im armen Vietnam ist das Goldfieber ausgebrochen. Vor allem die Chinesen sind verrückt nach Gold. Und der Iran bezahlt auf dem Weltmarkt Weizen jetzt mit Gold. Da draußen außerhalb der Einflusszone der Europäischen Zentralbank, die unser Vermögen rasend schnell vernichtet, passiert gerade etwas. Viele Menschen bekommen davon nichts mit, weil sie den staatlichen Propagandamedien vertrauen und glauben, dass die Krise an ihnen vorbeiziehen wird. Andere sind da schon intelligenter. Sie bereiten sich auf die absehbare Entwicklung vor.
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