Wednesday, 27. July 2016
11.09.2014
 
 

Spannendes Sachbuch: Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz unsere Medien lenken

Christine Rütlisberger

Es gibt spannende Thriller. Und es gibt trockene, aber informative Sachbücher. Ein neues Buch über gekaufte Journalisten sprengt diese Grenzen. Haben auch Sie das Gefühl, häufig von unseren Medien manipuliert zu werden? Dann setzen Sie sich besser, bevor Sie weiterlesen. Denn die Fakten sind unglaublich. Und sie werden mit 560 Quellen belegt.

 

Eines vorweg: Beim Lesen des packenden Buches Gekaufte Journalisten habe ich mich ständig gefragt, wofür Deutschlands renommierteste Medienjournalisten wie Stefan Niggemeier, Daniel Fiene oder Stefan Winterbauer eigentlich bezahlt werden. Die berichten ja angeblich alles, was die Menschen aus dem Journalistenland wissen wollen – und sollen. Und dann halte ich 336 Seiten Fakten in Händen, auf denen ich von A wie Aldi-Gründer Karl Albrecht bis Z wie Daimler-Chef Dieter Zetsche Informationen erfahre, die ich noch nie in deutschen Medien gelesen habe.

 

Vor allem: Ich erfahre mit voller Namensnennung und allen Detailangaben, welcher Leitjournalist sich in welchem Medium schmieren lässt, also korrupt ist. Und ich erfahre, wer sich in der Medienbranche die Hand beim Schreiben von Geheimdiensten oder Interessengruppen führen lässt. Man reibt sich verwundert die Augen und glaubt diesen nicht zu trauen, wenn Autor Ulfkotte penibel auflistet, welche bekannten deutschen Journalisten Verpflichtungserklärungen unterschrieben haben, wonach sie ständig pro-amerikanisch berichten werden, selbst wenn die USA völkerrechtswidrige Angriffskriege zur Rohstoffsicherung starten.

 

Wer jetzt denkt, Autor Ulfkotte spinnt, der sei darauf hingewiesen, dass jede dieser Aussagen für jeden Leser nachprüfbar ist. Denn viele Hundert Fußnoten führen entweder zu Webseiten mit nachprüfbaren Originalquellen. Oder Autor Ulfkotte, der vor einem Jahrzehnt auch schon mit dem Bestseller So lügen Journalisten für Wut und rote Köpfe in der Medienbranche sorgte, druckt die Originalquellen gleich im Buch mit ab.

 

Gekaufte Journalisten dürfte bei Millionen Menschen, welche seit Langem das Gefühl haben, von öffentlich-rechtlichen Sendern, Zeitungen oder dem Radio ständig hinters Licht geführt zu werden, für den Auftakt zu einer neuen Bewegung sorgen: Leitmedien einfach abzubestellen. Denn der Autor schildert unangreifbar eine erschreckende Realität beim Betrug an den Medienkunden.

 

Unangreifbar, weil zum ersten Mal in Deutschland ein Journalist – der Autor – aufsteht und sich selbst bezichtigt (bevor er mit den Fingern auf andere zeigt). Autor Ulfkotte schreibt in Gekaufte Journalisten: »Ich schäme mich heute dafür, 17 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet zu haben.« Und dann belegt er, wie er dort für seine Berichterstattung geschmiert wurde und wie sich die angeblich so renommierte FAZ für Unternehmen mit Gefälligkeitsberichterstattung prostituierte.

 

Gefallen an Gefälligkeiten, das scheint eine der Devisen unter Journalisten zu sein, welche die eingangs schon erwähnten deutschen Medienjournalisten Stefan Niggemeier, Daniel Fiene oder Stefan Winterbauer irgendwie einfach ausblenden.

 

Noch erschreckender aber ist jener Teil des Buches, der sich mit Hunderten Namen deutscher Journalisten und den Geheimdiensten befasst. In den Vereinigten Staaten gibt es gerade einen landesweiten Skandal, weil die führenden US-Journalisten seit Jahren ihre Geschichten vor der Veröffentlichung erst der CIA vorgelegt haben.

 

Erstaunlicherweise findet sich bislang kein Wort dazu in deutschsprachigen Medien. Warum nur? Nochmals: Können Sie sich vorstellen, dass die bekanntesten US-Journalisten ihre Berichte erst einem Geheimdienst vorlegen, bevor diese veröffentlicht werden? Man kann es kaum glauben, aber in den USA ist das so. Das belegen Hunderte aktuelle Mails, die zwischen renommierten US-Zeitungen wie Washington Post, Los Angeles Times, New York Times und vielen anderen mit der CIA ausgetauscht wurden.

 

Erstaunlicherweise schweigen deutschsprachige Medien dazu. Und zwar, weil sie sich selbst in den gleichen Netzen hier im deutschsprachigen Raum verfangen haben. In Deutschland scheint es sogar noch weitaus verheerender zu sein, denn Gekaufte Journalisten enthüllt jetzt nicht nur die Nähe deutscher Leitmedien zu Geheimdiensten, sondern auch deren Gleichschaltung. Pressefreiheit wird demnach in Deutschland weitgehend und mit wenigen Ausnahmen nur noch simuliert. Und die bekanntesten Journalisten sind eher Journalisten-Darsteller.

 

Da haben Massen deutscher Journalisten etwa Verpflichtungserklärungen unterschrieben, da sitzen Massen deutscher Journalisten in Elitenetzwerken – und schreiben gern das, was ihnen dort geistig vorgegeben wird. Autor Ulfkotte nennt alle Namen und belegt, dass es sogar US-Förderprogramme gibt, um die deutsche Öffentlichkeit gezielt im amerikanischen Sinne zu manipulieren. Mehr noch: Er belegt, dass viele deutsche Leitmedien im Sinne der Amerikaner sogar Kriegshetze betreiben, wenn Washington wieder einmal einen neuen Krieg führen will. Da setzen sich unsere Alpha-Journalisten dann den Stahlhelm auf und schreiben geistige Einberufungsbescheide für den nächsten Feldzug, in dem deutsche Soldaten auf dem Schlachtfeld für die Rohstoffkriege der USA sterben.

 

Wenn man Gekaufte Journalisten gelesen hat, dann sieht man viele deutsche Journalisten nur noch als Journalisten-Darsteller, als Marionetten, die von Politik, Geheimdiensten und Hochfinanz gesteuert werden. Und man fragt sich immer wieder, wofür Deutschlands renommierteste Medienjournalisten wie Stefan Niggemeier, Daniel Fiene oder Stefan Winterbauer eigentlich bezahlt werden.

 

Wissen die das alles nicht? Dann hätten sie besser einen anderen Beruf ergriffen. Oder wissen sie das und verschweigen es vorsätzlich? Oder schauen sie weg, weil das alles nicht über Agenturmeldungen läuft, die man bequem per Copy-andpaste einfach abschreiben kann?

 

Warum hat es so lange gedauert, bis ein Insider einmal die unbequeme Wahrheit beispielsweise über Sabine Christiansen, Ulrich Wickert, den FAZ-Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger, den Zeit-Chef Josef Joffe, den Bild-Chef Kai Diekmann und Massen anderer »renommierter« Journalisten aufgeschrieben hat?

 

Warum erfahre ich erst aus Gekaufte Journalisten, welche Werbeagenturen von der Politik engagiert und mit unseren Steuergeldern finanziert werden, die uns nach dem Vorbild der Waschmittelreklame einlullen und für doof verkaufen sollen?

 

Warum erfahre ich aus diesem Sachbuch, welche Journalisten wie ihre Villen in der Toskana finanzieren und dass es bei der Vergabe von Journalistenpreisen im Hintergrund zugeht wie bei der Verleihung »Held der Arbeit« in der früheren DDR?

 

Autor Ulfkotte zitiert wissenschaftliche Studien, welche belegen, dass unsere wichtigsten Medien mit »klassischen Propagandatechniken« arbeiten. Im Klartext: Wir Bürger sind Opfer. Wer mitreden will, der kommt an Gekaufte Journalisten einfach nicht vorbei. Denn Ulfkotte schreibt auch penibel auf, welcher Sender welcher politischen Partei gehört und welche Journalisten wie beeinflusst werden. Immer mit voller Namensnennung – und für jeden Leser sofort nachprüfbar! Man erkennt als Bürger, wie man manipuliert wird, und man weiß, von wem und warum.

 

Am Ende wird klar: Meinungsvielfalt wird jetzt nur noch simuliert. Denn unsere »Nachrichten« sind häufig reine Gehirnwäsche. Abbestellen und abschalten heißt die neue Devise. Ulfkotte schreibt: »Aus Journalisten werden Sozialfälle.« Klar ist nach der Lektüre dieses Buches auch: Journalisten haben zu Recht einen miesen Ruf. Und man sollte seinen Kindern den Rat geben, etwas Besseres zu werden und nicht ins gut geschmierte mediale Propagandakarussell einzusteigen.

 

 

 

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Leser-Kommentare (20) zu diesem Artikel

14.09.2014 | 18:03

Onkel bebo

In der DDR erzählte man sich folgenen Witz: Eine junge Frau erzählte ihren Freundinnen, dass sie am Wochenende mit einem Journalisten geschlafen hätte. "Mit einen Journalisten?", fragte sie eine Freundin, " woher weist Du das, hast Du ihn gefragt?". Nein, antwortete sie, aber er katte doch so einen schmierigen Stiel!


12.09.2014 | 20:30

GLADIO

Christine Rütlisberger >>> ... im Hintergrund zugeht wie bei der Verleihung »Held der Arbeit« in der früheren DDR ... nun machen Sie mal halblang >>> der Westen, erst Jahrzehnte aus der DDR Waren und Güter beziehen für´n Appel und ne´n Ei, an damaligen Devisen >>> dann ein auf Wirtschaftswunder machen auf Kosten der zum Billigpreis erhaltenen Maschinen (war im Maschinenbau tätig, für Westaufträge z.B. Schrottpressen, für die rostigen West-Karren) und sonsigen Güter...

Christine Rütlisberger >>> ... im Hintergrund zugeht wie bei der Verleihung »Held der Arbeit« in der früheren DDR ... nun machen Sie mal halblang >>> der Westen, erst Jahrzehnte aus der DDR Waren und Güter beziehen für´n Appel und ne´n Ei, an damaligen Devisen >>> dann ein auf Wirtschaftswunder machen auf Kosten der zum Billigpreis erhaltenen Maschinen (war im Maschinenbau tätig, für Westaufträge z.B. Schrottpressen, für die rostigen West-Karren) und sonsigen Güter aller Art, sich gesund stoßen >>> und dann so tun als wüssten Sie wovon Sie sprechen, als wären Sie dabei gewesen ... Held der Arbeit, ich glaub´s ja wohl nicht was Sie sich hier erlauben ! Sie sollten vorsichtig sein mit dem was Sie behaupten, wenn Sie sich nicht selbst vergewissert haben ...


12.09.2014 | 14:40

Grossvater

Nur die Gehirngewaschenen glauben noch den Medien, der selbsständig denkende Mensch schaltet die Glotze garnicht mehr ein und glaubt der Tageszeitung nur noch das Datum der Ausgabe, denn selbst der Wetterbericht ist zum Teil gelogen.


12.09.2014 | 14:07

Rüdiger Ahrendt

Es war mir schon lange klar, was in unserem Lande abgeht. Nur die Details dürften jetzt mal deutlich auf den Tisch kommen. Was wir Bürger von den Medien manipulert werden, geht über die Gehirnwäsche hinaus bis hin zur Umerziehung. Und das beginnt bereits in den Kindergärten! Es ist skandalös, daß sich so etwas auch noch demokratisch nennt. U.a. rund um die Zuwanderung werden wir dermaßen verdummt, daß es nur noch weh tut. Die Bereitschaft zur Selbstschädigung ist die ganze...

Es war mir schon lange klar, was in unserem Lande abgeht. Nur die Details dürften jetzt mal deutlich auf den Tisch kommen. Was wir Bürger von den Medien manipulert werden, geht über die Gehirnwäsche hinaus bis hin zur Umerziehung. Und das beginnt bereits in den Kindergärten! Es ist skandalös, daß sich so etwas auch noch demokratisch nennt. U.a. rund um die Zuwanderung werden wir dermaßen verdummt, daß es nur noch weh tut. Die Bereitschaft zur Selbstschädigung ist die ganze Dekadenz, in der wir durch einige wenige drinstecken. "Deutschland schafft sich ab" kann an vielen Fronten erkannt werden.


12.09.2014 | 02:17

denkerstirn

nix neues was der herr ulfkotte da schreibt.die journalisten und verleger waren schon immer die huren des kapitals-wie heißt es so schön:gebt mir die presse und ich habe die macht!


11.09.2014 | 21:27

Henning B.

Ich hab schon immer befürchtet, dass es so ist. Aber dass es wirklich so schlimm ist, haut mich um.

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