Thursday, 17. May 2012
27.04.2010
 

Die CDU und die erste türkischstämmige Ministerin muslimischen Glaubens

Redaktion

Mit der Berufung der ersten türkischstämmigen Politikerin muslimischen Glaubens ins Kabinett erweckt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) den Eindruck, als wolle er den eingeschlagenen Linkskurs für eine »CDU der Mitte« und das angestrebte »Bündnis mit den Grünen« mit Gewalt vorantreiben. Der Multikulti-Schachzug schickt sich jedoch noch vor Amtsantritt an, erheblich mehr zu schaden, als zu nutzen.

Noch vor wenigen Wochen brachte sich der niedersächsische Ministerpräsident durch seine Forderung »mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Spitzenämter zu berufen« in die Schlagzeilen, während er zeitgleich die Moscheen-Kontrollen in Niedersachsen aussetzte.

Um seinen Worten Taten folgen zu lassen, beruft Christian Wulff jetzt als Erster eine türkischstämmige CDU-Politikerin ins Kabinett. Die designierte Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in Niedersachsen Aygül Özkan ist 38 Jahre alt, türkischstämmig und muslimischen Glaubens. Die aus Hamburg stammende Juristin ist seit 2004 Mitglied der CDU und sitzt seit 2008 »mit Beginn der schwarz-grünen Regierungskoalition« in der dortigen Bürgerschaft.

Die auch in der Christlich Demokratischen Union mögliche »Traumkarriere« einer Tochter türkischer Einwanderer muslimischen Glaubens ist augenscheinlich das angestrebte Ziel des niedersächsischen Ministerpräsidenten. Der einflussreiche linke Flügel in der CDU schäumt vor Glück. Alles schien perfekt, bis die muslimische Karrieristin ihre »Sicht der Dinge« in den ersten Interviews offenbarte.

So teilte Aygül Özkan in einem Interview mit, dass christliche Symbole und Kopftücher aus ihrer Sicht nicht an staatliche Schulen gehören. Mit dieser persönlichen Meinungsäußerung läuft die künftige Ministerin auch für Integration freundlich ausgedrückt etwas »konträr« zur Haltung ihrer Partei sowie zur bisherigen Politik des niedersächsischen Kabinetts. Die Verhandlungen zum Beitritt des Heimatlandes ihrer Vorfahren in die Europäische Union möchte die türkischstämmige CDU-Politikerin »weiter ergebnisoffen führen« – ihre Partei jedoch strebt lediglich eine »privilegierte Partnerschaft« an.

Was in den »Qualitätsmedien« bisher nahezu gänzlich untergegangen scheint, ist die Forderung der am Hamburger Landgericht zugelassenen Rechtsanwältin Aygül Özkan nach mehr Richtern mit Migrationshintergrund »damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu«.

Deutsche Richter sind somit aus ihrer Sicht eine »fremde Autorität« …

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