Energiewende: Strom wird jetzt immer teurer
Edgar Gärtner
Die von Angela Merkel ausgerufene und von allen Parteien im Deutschen Bundestag begrüßte »Energiewende« führt wohl noch schneller ins Stromnetzchaos als befürchtet.

Nach dem vorzeitigen Aus für die Hälfte der deutschen Kernkraftwerke sollten nach den Vorstellungen vieler Politiker vor allem Gaskraftwerke einspringen, wenn Windräder und Solarkraftwerke wegen Windflaute und/oder Dunkelheit keinen Strom liefern können. Denn die
Gasturbinen können schnell hoch und runter gefahren werden. Doch derzeit ist in Deutschland nur ein einziges Gaskraftwerk im Bau, und zwar in Hürth bei Köln. Dieses soll 2013 seinen Betrieb aufnehmen. Weitere Neubauprojekte gibt es zurzeit nicht.
Schlimmer noch: Gerade hat dessen Bauherr, der staatliche norwegische Stromkonzern Statkraft, angekündigt, dass er zwei ältere Gaskraftwerke in Landesbergen und Emden in Niedersachsen, die er vor zwei Jahren dem deutschen Stromriesen E.on abgekauft hatte, stilllegen wird. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Gaskraftwerke sind nur rentabel in der Mittellast, das heißt, wenn sie etwa 1.500 bis 2.000 Stunden im Jahr Strom liefern. Wegen der Überproduktion von Windstrom in Norddeutschland liefen die beiden Anlagen von Statkraft aber nur noch einige Hundert Stunden im Jahr. Aus dem gleichen Grund halten sich die privaten Stromkonzerne auch andernorts mit Investitionen in Gaskraftwerke zurück. Die Stromkunden, die sich über die Abschaltung der Kernkraftwerke freuen, bekommen nun bald die Rechnung präsentiert. Und die wird saftiger ausfallen, als es sich viele in ihren kühnsten Träumen vorstellen können. Werfen Sie einen Blick in die Realität – und bereiten Sie sich vor.
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