Gesundheit: Frauen vertragen Medikamente schlechter
Edgar Gärtner
Viele Medikamente wurden früher nur an Männern getestet. Und deshalb gibt es heute Arzneimittel im Handel, die zwar zugelassen sind, aber von Frauen besser nicht eingenommen werden sollten.

Frauen leiden häufiger an Depressionen als Männer. Dennoch wurden die meisten der erhältlichen Antidepressiva kaum an Frauen getestet. Dazu gehören die Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Aber auch beim häufiger verabreichten bewährten Antidepressivum Mirtazapin, das die Ausschüttung des Botenstoffes Noradrenalin stimuliert, bleiben Zweifel. Ob
dieses für Männer und Frauen nach der Menopause gut verträgliche Medikament auch ohne Einschränkung schwangeren Frauen verschrieben werden kann, ist fraglich. Auf dem Beipackzettel eines der Mirtazapin-Generika heißt es dazu in holprigem Deutsch: »Die Erfahrung mit der Anwendung von Mirtazapin in der Schwangerschaft ist begrenzt und lässt kein erhöhtes Risiko erkennen. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist jedoch Vorsicht geboten. Wenn Sie Mirtazapin einnehmen und schwanger werden oder schwanger werden möchten, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie Mirtazapin weiter einnehmen sollen.«
Der Grund für diese vagen Vorsichtsmaßregeln: Wie fast alle gängigen Antidepressiva wurde Mirtazapin überwiegend an Männern getestet. Das hat einen einfachen Grund: Männer eignen sich viel besser für klinische Langzeituntersuchungen, weil sie einen stabileren Hormonhaushalt haben als Frauen. Lesen Sie, welche Medikamente Frauen besser nicht einnehmen sollten – und warum.
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