Zwischen Tank, Trog und Teller: Industrieabfälle in der Nahrung
Edgar Gärtner
Unsere Nutztiere werden heute mit Industrieabfällen gefüttert, die beispielsweise bei der Herstellung von Biodiesel anfallen. Die Tiere brauchen anschließend Antibiotika, damit sie davon nicht zusammenbrechen.
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Großbauern und Agrarkonzerne kaufen (vor allem in der norddeutschen Tiefebene) immer größere Ackerflächen. Sie legen darauf Mais- oder Raps-Monokulturen für die Beschickung von Biogasanlagen oder Biosprit-Raffinerien an. Das lohnt sich finanziell. Denn die Investoren bekommen lukrative Preisgarantien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Das alles treibt die Pacht- und Kaufpreise für Äcker und Wiesen in die Höhe. Landwirte, die sich auf die Rinder-, Schweine- oder Geflügelmast spezialisiert haben, finden jetzt kaum noch Flächen für den Anbau von Futterpflanzen. Dadurch verstärkt sich ein Trend, den die europäische Agrarpolitik jubelnd mit dem Begriff »flächenunabhängige Veredelung« beschreibt. Dahinter verbirgt sich allerdings das Grauen: Denn in der Realität werden unsere Masttiere immer öfter ausschließlich mit Importfutter wie Soja oder mit Industriefutter (auf der Basis von Produktionsabfällen aus Getreide- und Ölmühlen oder Zucker- und Schokoladefabriken) gefüttert. Und das hat verheerende Folgen für uns, die wohl kaum ein Verbraucher kennen dürfte.
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