Wednesday, 29. June 2016
20.07.2010
 
 

Wie aus Finanzmaklern Buchmacher wurden: die heimliche Umwandlung von Märkten in Casinos

System

Seit Dezember 2008 hält die »Federal Reserve« den Zinssatz bei beinahe null Prozent, und zwar nicht nur in der Absicht, den Häuser- und Kreditmarkt anzukurbeln, sondern auch, um dem Staat eine höhere Verschuldung zu ermöglichen, ohne dass er den Steuerzahlern eine höhere Rechnung für die anfallenden Zinsen präsentieren müsste. Die öffentliche Gesamtverschuldung in der USA ist von 2006 bis Ende 2009 um fast 50 Prozent gestiegen (von ca. 8,5 Billionen auf 12,3 Billionen Dollar), aber die Zinsbelastung für diesen Schuldenberg ist aufgrund der Zinssenkung tatsächlich geschrumpft (von 406 Milliarden auf 383 Milliarden Dollar).

»Sie sind das Haus, Sie sind die Buchmacher. [Ihre Kunden] buchen ihre Wetten bei Ihnen. Warum sollen wir darum herumreden, es ist eine einzige große Wette.« – US-Senatorin Claire McCaskill, Senate Subcommittee on Investigations, bei der Untersuchung über Goldman Sachs (Washington Post, 27. April 2010)

Eine unbeabsichtigte, aber fatale Folge dieses Manövers ist jedoch, dass Kommunalverwaltungen und Stadträten im ganzen Land teure fehlgeschlagene Derivatwetten aufgebürdet wurden. Sie haben sich von ihren Beratern an der Wall Street dazu überreden lassen, die berüchtigten Credit Default Swaps (CDS) zu kaufen, um ihre Kredite gegen steigende Zinssätze abzusichern. Stattdessen sind die Zinssätze in den Keller gerutscht, eine völlig unvorhersehbare und unnatürliche Marktbedingung infolge der Zinsmanipulation durch die Fed. Anstatt dass die Banken, die von den kommunalen Verwaltungen Kreditgebühren kassiert haben, nun für die Verluste aufkommen, müssen diese Verwaltungen jetzt große Summen an die Banken zahlen – und zwar in solcher Höhe, dass mindestens eine Stadt bereits bankrott gegangen ist (Montgomery, Alabama).

Eine weitere unbeabsichtigte Folge des fallenden Zinssatzes ist, dass »Sparer« gezwungenermaßen zu »Spekulanten« oder Spielern geworden sind. Als die Zinsen für sichere Unternehmensanteile bei etwa acht Prozent lagen, konnte ein Ehepaar darauf hinarbeiten, im Laufe des Erwerbslebens eine halbe Million Dollar zu sparen. Zusammen mit den jährlichen Zinseinnahmen von 40.000 Dollar und der Sozialversicherungsrente ergab das eine komfortable Ruhestandsabsicherung. Doch die niedrigen Anleihezinsen haben diese einst so besonnenen Sparer auf den weit riskanteren und weniger vorhersehbaren Aktienmarkt gedrängt, nach dem Zusammenbruch des Aktienmarkts wurden sie dann in noch weit spekulativere Abenteuer in Form von Derivaten, der hoch gepriesenen Form von Wettgeschäften, getrieben. Pensionsfonds, die an Rentenverträge gebunden sind, die abgeschlossen wurden, als die Zinsen noch weit höher waren, sind jetzt so verzweifelt auf der Suche nach Einnahmequellen, dass sie ebenfalls in riskantere Investitionen einsteigen, die höhere Erträge versprechen. Das heißt, dass sie im Risikofall geschröpft werden können, was ja auch tatsächlich passiert.

Derivate sind eigentlich nichts anderes als Wetten. Wie auf der Rennbahn braucht man die Dinge, auf die man wettet, gar nicht selbst zu besitzen. Derivate-Casinos gibt es mittlerweile für praktisch alles, was steigen und fallen kann oder mehr oder wenige hohe Einnahmen verspricht. Man kann auf den Teepreis in China genauso wetten wie auf den Erfolg oder Misserfolg eines Films, darauf, ob ein Land wegen hoher Verschuldung zahlungsunfähig oder ob ein bestimmtes Gesetz verabschiedet wird. Weltweit hat der Derivatemarkt inzwischen ein Volumen von über einer Billiarde – das sind 1.000 Billionen – Dollar erreicht, er saugt die Gelder ab, die zuvor in produktive Investitionen flossen. Warum sollte man riskieren, einem Unternehmen Geld zu leihen oder seine Aktien zu kaufen, wenn man viel mehr damit verdienen kann, dass man darauf wettet, ob die Aktien steigen oder fallen?

Die Abkehr von Investitionen zugunsten des Wettgeschäfts hat nicht nur zur Folge, dass Investoren den Unternehmen nur einen kleinen Teil ihres Geldes für Produktion und Dienstleistungen zur Verfügung stellen, sondern auch, dass die Parteien auf der einen Seite eines jeden spekulativen Geschäfts jetzt ein Interesse daran haben, dass das entsprechende Unterfangen scheitert, sei es nun ein Unternehmen, ein Film, ein Politiker oder ein Land. Damit nicht genug: Die Händler mit ihren Hochgeschwindigkeitsprogrammen können die Märkte dahingehend manipulieren, dass die Unternehmung, auf die gewettet wird, mit höherer Wahrscheinlichkeit scheitert.

Hochfrequenzhändler – Goldman Sachs ist Marktführer auf diesem Gebiet – setzen mithilfe von Computeralgorithmen automatisch riesige Summen auf geringfügige Preisveränderungen. Diese Wetten senden Signale an den Markt, die schon allein den Preis für Vermögenswerte in die Höhe schießen oder in den Keller sausen lassen können. Durch die Platzierung von Kauf- oder Verkaufordern in großem Umfang können die größten spekulativen Händler damit bewusst die Preise in jede gewünschte Richtung »festsetzen«.

 

»Vorhersage«-Märkte

Casinos, bei denen auf bestimmte zukünftige Entwicklungen gewettet wird, sind als verlässliche »Vorhersage«-Märkte angepriesen worden, sie können ein breites Feld abdecken. Technology Review vom MIT hat einen Futures-Markt für technologische Innovationen eröffnet, um auf künftige Entwicklungen wetten zu können. Die Börsen NewsFutures und TradeSports ermöglichen Wetten darauf, ob Tiger Woods sich noch eine Geliebte nimmt oder ob Bin Laden in Afghanistan aufgespürt wird.

2008 war Mark Davis, Chef einer Sportbörse namens Betfair, Hauptredner einer Konferenz von Sportfunktionären in Auckland, Neuseeland. Davis berichtete, diese Wettbörsen stellten zwar eindeutig Wettforen dar, unterschieden sich aber dennoch kaum von den Handelsgeschäften der Finanzfirmen wie JPMorgan. Wörtlich sagte er:

»Ich war Aktienhändler bei JPMorgan und kann Ihnen versichern: Was unsere Kunden machen, ist exakt dasselbe, was ich in meinem früheren Leben gemacht habe, mit dem einzigen Unterschied, dass ich über meinen Bilanzen und Einkommenserklärungen hockte, während sie über Form und Teamaufstellungen hocken.«

Das Online-Journal Slate verfolgt die verschiedenen Vorhersage-Märkte, um seine Leser mit aktuellen Informationen über das wahrscheinliche Ergebnis politischer Wahlkämpfe zu versorgen. Zwei der beobachteten Märkte sind Iowa Electronic Markets und Intrade. Laut Slate sind diese politischen Casinos durchgehend weit präziser in ihren Vorhersagen über die wahrscheinlichen Gewinner als Umfragen vor der Wahl. 24 Stunden täglich setzen Teilnehmer echtes Geld auf das Ergebnis unterschiedlicher Dinge, Wahlkämpfe eingeschlossen. Ähnliche, allerdings kleinere Börsenplattformen sind Newsfutures und Casualobserver.

Solche Vorhersagemärkte verschieben nicht nur das Schwergewicht auf das Wetten (»Warum wählen, wenn Sie wetten können?«, heißt es im Guide to All Political Markets von Slate), sondern sie können auch so manipuliert werden, dass sie das Ergebnis tatsächlich beeinflussen. Das hat sich beispielsweise 2008 gezeigt, als das Wahlkampfteam von John McCain den InTrade-Markt nutzte, um der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, seine Wahlchancen stiegen. Ein Unterstützer allein konnte den Preis für den McCain-Kontrakt so manipulieren, dass er am Markt stieg, was dann einige Mainstream-Medien zu der Meldung veranlasste, dies sei der Beweis dafür, dass McCains Beliebtheit zunehme.

 

Wetten auf Terroranschläge

Wie verheerend sich das Wetten auf politische Ergebnisse auswirken kann, zeigte sich besonders an einem berüchtigten vom Pentagon gesponserten Vorhersage-Markt, dem sogenannten Political Analysis Market (PAM), salopp auch »Terror-Futures-Markt« genannt. PAM war der Versuch, die Vorhersagekraft der Märkte auszunutzen, um politische Entwicklungen im Nahen Osten, einschließlich von Terroranschlägen, zu prognostizieren. Dem Pentagon diente unter anderem der Handel von American-Airlines-Aktien in den Tagen vor den Anschlägen vom 11. September als Rechtfertigung für dieses Programm. Laut New York Times hätte der PAM den Handel mit Futures über politische Entwicklungen, einschließlich von Terroranschlägen, Coups und Morden ermöglicht.

Die Börse wurde einen Tag nach Eröffnung wieder geschlossen, nachdem Kommentatoren darauf hingewiesen hatten, dass es mit diesem System lächerlich einfach wurde, mit Terroranschlägen auch noch Geld zu verdienen.

Bei einer Pressekonferenz am 28. Juli 2003 plädierten die US-Senatoren Byron L. Dorgan (Demokrat aus North Dakota) und Ron Wyden (Demokrat aus Oregon) gegen diese Börsenplattform. Wyden erklärte: »Allein die Idee eines Bundes-Wettsalons auf Gräueltaten und Terrorismus ist absurd, ja grotesk.« Dorgan nannte sie »unnütz, widerwärtig und unvorstellbar dämlich«.

»Damit laden wir die Terroristen doch nur ein, entweder von ihren eigenen terroristischen Aktivitäten zu profitieren oder dagegen zu wetten, um die US-Geheimdienstbehörden zu täuschen«, schrieben die Senatoren in einem Brief an Admiral John Poindexter, den Leiter des Terrorism Information Awareness Office, von dem die Idee ursprünglich stammte. Eine Woche nach Schließung der Börsenplattform bot Poindexter seinen Rücktritt an.

 

Kohlendioxid-Emissionshandel

Ein neuer großer Markt für Derivate, die genauso zerstörerisch wirken könnten wie die Derivate, welche zu dem derzeitigen Wirtschaftscrash beigetragen haben, ist das sogenannte »Carbon Credit Trading« [Emissionsreduktionsgutschriften], das auf dem besten Wege ist, den weltweiten Ölhandel in den Schatten zu stellen. Bei diesem Programm wäre nicht nur der Handel mit »Kohlendioxid-Allowances« (der zugelassenen Treibhausgas-Emission für Unternehmen) und »Carbon Offsets« [Klimakompensation] (was den Unternehmen erlaubt, mehr Kohlendioxid zu emittieren, wenn sie an anderer Stelle in emissionssenkende Projekte investieren) gestattet, sondern Kohlendioxid-Derivate – beispielsweise Futures-Kontrakte über eine bestimmte Zahl von Allowances bei festgelegtem Preis und festgelegter Zeit. Eoin O’Carroll mahnte im Christian Science Monitor zur Vorsicht:

»Viele Kritiker verweisen darauf, dass dieser neue Markt für Kohlendioxid-Derivate ohne wirksame Aufsicht zu einem neuen Getümmel an Wall Street führen wird wie vor der Implosion der Weltwirtschaft … Genauso wie dem Kreditmarkt den Boden entzogen wurde, als die Hausbesitzer nicht mehr in der Lage waren, ihre Subprime-Hypotheken zu bedienen, könnten Carbon Offsets, die auf wackligen Projekten zur Minderung von Treibhausgasemissionen beruhen, den Emissionsmarkt aufblähen – mit erheblichen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft.«

Robert Shapiro, ehemaliger Unterstaatssekretär im Handelsministerium in der Zeit der Regierung Clinton und Mitbegründer der U.S. Climate Task Force, warnt: »Wir stehen kurz davor, einen neuen billionenschweren Markt an Finanzwerten zu schaffen, die verbrieft und zur Grundlage von Derivaten gemacht werden, mit denen an der Wall Street genauso spekuliert wird wie mit hypothekenbesicherten Anleihen.«

Die vorgeschlagene Form des »Cap and Trade« [Emissionshandel] ist in den USA noch nicht verabschiedet worden, aber ein neuer Markt, an dem die Händler auf künftige Allowances und Offsets wetten können, ist bereits lanciert worden. Zu den größten Playern auf dem Markt für Kohlendioxid-Emissionen zählen Firmen wie Morgan Stanley, Barclays Capital, Fortis, Deutsche Bank, Rabobank, BNP Paribas, Sumitomo, Kommunalkredit, Credit Suisse, Merrill Lynch und Cantor Fitzgerald. Im vergangenen Jahr hat die Finanzdienstleistungs-Branche 130 Lobbyisten beschäftigt, die in Sachen Klima tätig waren, 2003 hatte es so etwas praktisch überhaupt noch nicht gegeben. Die Lobbyisten vertraten Unternehmen wie Goldman Sachs und JPMorgan Chase.

Nach Aussage des Finanzjongleurs und Milliardärs George Soros wird es Spekulanten ein Leichtes sein, den Cap-and-Trade-Emissionshandel zu manipulieren. »Das System ist manipulierbar«, sagte er im Juli letzten Jahres anlässlich eines Seminars der London School of Economics. »Deshalb ist es ja bei Finanztypen wie mir so beliebt – weil es finanzielle Chancen bietet.«

 

Wäre es nicht an der Zeit, die Casinos zu verrammeln und unser soziales Netz zu überdenken?

Es gab eine Zeit, da wurden Wetten als Sünde betrachtet und waren verboten. Auch der Derivatehandel galt ursprünglich als illegale Wettform. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Gesetze gegen Wettgeschäfte wieder in Kraft zu setzen, die Derivate-Casinos zu verrammeln und den Aktienmarkt wieder zu dem zu machen, was er ursprünglich hatte sein sollen: nämlich ein Mittel, um das Kapital von Investoren in produktive Unternehmen zu leiten.

Wenn man die Derivate schon nicht ganz verbietet, dann könnte man sie durch die Einführung einer Tobinsteuer, das heißt einer geringfügigen Steuer auf jede einzelne Finanztransaktion, zumindest deutlich verlangsamen. »Finanzprodukte« sind praktisch die einzigen Produkte auf der Welt, die derzeit keiner Verkaufssteuer unterliegen.

Wichtiger ist die Frage, wie sich ausreichend hohe Renten sichern lassen, ohne dass die Menschen gezwungen werden, ihre Ersparnisse für Wetten einzusetzen, um ihre mageren Sozialversicherungsrenten aufzubessern. Es scheint an der Zeit, nicht nur die Struktur unseres Bank- und Finanzwesens zu überdenken, sondern das gesamte soziale Netz, das unsere Gründungsväter das Gemeinwohl nannten.

Mit großem Geschrei betonen die »Defizitfalken«, wir könnten uns keine weiteren Ausgaben leisten. Doch nach Ansicht von Richard Cook, eines ehemaligen Beamten des US-Finanzministeriums, könnte der Staat Billionen Dollars drucken und in die Geldmenge einfließen lassen, ohne dass dies zur Preisinflation führen würde. 2007 schrieb er im Internet-Journal Global Research, das Bruttoinlandsprodukt der USA habe 2006 fast 12,98 Billionen Dollar betragen, das Gesamteinkommen dagegen nur 10,23 Billionen; wobei mindestens zehn Prozent dieses Einkommens reinvestiert und nicht für Waren und Dienstleistungen ausgegeben worden wären.

Die gesamte verfügbare Kaufkraft betrug demnach nur etwa 9,21 Billionen Dollar, das heißt 3,77 Billionen weniger als der Gesamtpreis der verkauften Waren und Dienstleistungen. Woher hatten die Verbraucher die zusätzlichen 3,77 Billionen Dollar? Sie mussten sie sich borgen, und zwar von Banken, die das Geld durch Einträge in ihren Büchern erzeugten. Hätte der Staat anstelle dieses von den Banken erzeugten Geldes schuldenfreies vom Staat geschöpftes Geld eingesetzt, wäre die Gesamtgeldmenge unverändert geblieben. Die enorme Summe von 3,77 Billionen Dollar frisch geschöpften staatlichen Geldes hätte also in die Wirtschaft fließen können, ohne dass die Inflationsrate gestiegen wäre.

C.H. Douglas hat 1924 in seinem Buch Social Credit vorgeschlagen, mit dem staatlich geschöpften Geld ein garantiertes Grundeinkommen für alle zu bezahlen. Richard Cook schlägt eine Ausschüttung von jährlich 10.000 Dollar für jeden Erwachsenen und 5.000 Dollar für jedes Kind vor. 2007 hätte dies etwa 2,6 Billionen Dollar für die Zahlung einer Grundsicherung für alle bedeutet.

Die Federal Reserve hat der Wall Street 4,6 Billionen Dollar an Bailout-Zahlungen zukommen lassen, das meiste davon wurde durch sogenanntes »Quantitative Easing« (im Klartext: Anwerfen der Druckerpresse) geschöpft, und trotzdem kam es nicht zu einer Hyperinflation. Im Gegenteil, wir sind derzeit mit einer gefährlichen Deflation konfrontiert. Die Geldmenge M3 ist im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent geschrumpft – bei steigender Schrumpfungsrate. Diese Anomalie erklärt sich damit, dass die von der Fed durch das »Quantitative Easing« zugeschossenen 4,6 Billionen Dollar weit weniger waren als die schätzungsweise zehn Billionen Dollar, die aus der Geldmenge verschwanden, als die »Schattengeldgeber« sich aus dem Markt zurückzogen, nachdem sie erkannt hatten, dass die mit »AAA« bewerteten hypothekenbesicherten Wertpapiere, die sie von der Wall Street gekauft hatten, in Wirklichkeit höchst riskante Investitionen darstellten.

Unabhängig davon, ob ein allgemeines Grundeinkommen die beste Methode darstellt, die Geldmenge zu reflationieren oder nicht, ist hierbei wichtig, dass der Staat mehrere Billionen Dollar in Umlauf bringen und in die Wirtschaft fließen lassen könnte, ohne damit eine Hyperinflation zu bewirken. Das Geld würde lediglich die Lücke zwischen BIP und Kaufkraft ausfüllen, das Schuldengeld ersetzen, das als Kredit von privaten Banken erzeugt wurde. Solange die Ressourcen brach liegen und die Menschen arbeitslos sind – und solange wie das neue Geld benutzt wird, diese Ressourcen produktiv zur Produktion neuer Waren und Dienstleistungen zusammenzuführen – kommt es nicht zu einer Preisinflation. Die nationale Geldmenge zu erzeugen, ist das souveräne Recht des Staates, nicht der Banken; wenn der Staat souverän bleiben will, muss er von diesem Recht Gebrauch machen.

Bilder (4): Wikipedia

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