Friday, 30. September 2016
21.11.2010
 
 

ARD: Sex- und Suff-Talk gegen hohe Gebührengelder

Eva Herman

Wer am vergangenen späten Donnerstagabend das ARD-Programm geschaut hat, traute wohl Augen und Ohren nicht mehr. Was war mit den Öffentlich-Rechtlichen, was mit ihrem eigentlichen Kultur-und Bildungsauftrag los?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer am letzten späten Donnerstagabend das ARD-Programm geschaut hat, traute wohl Augen und Ohren nicht mehr. Was war mit den Öffentlich-Rechtlichen, was mit ihrem eigentlichen Kultur-und Bildungsauftrag los? Der NDR, der unter anderem übrigens auch die Verantwortung für die »seriösesten Nachrichtensendungen Deutschlands«, Tagesschau und Tagesthemen trägt, strahlt die Talksendung »Inas Nacht« im Ersten aus. Die Moderatorin Ina Müller, bekannt durch starken Biergenuss und deftige Witze, schweinigelt sich in ihrer Sendung derartig in Rage, dass sie jegliche Fassung zu verlieren scheint. Mit dem Schauspieler Bjarne Mädel singt sie im Duett: »Ich will immer nur fi….!« Der Refrain zieht sich wie ein roter Faden durch die Sendung, immer wieder wird er kichernd und glucksend angestimmt, ob es passt oder nicht. Ob Ausdrücke wie »Strandlatte« oder »Mösendraht«, der von der Moderatorin als Gynäkologen-Instrument erklärt wird, Ina Müller kennt scheinbar keine Scheu und Scham mehr. Der zum Teil schockierte Schauspieler Bjarne Mädel winkt immer wieder ab: »Ich will das nicht« … ! Irgendwann sagt er: »Das ist hier doch nicht die ARD, oder?« Frau Müller kann nicht antworten, denn sie kugelt sich vor Lachen und verschluckt sich an ihrem angeblich fünften Bier. Irgendwann ist auch Bjarne Mädel infiziert und schreit hemmungslos ins Publikum: »Man, hab ich geschissen, ich glaub, mir ist der Damm gerissen!« Alles schreit vor Vergnügen, die Band spielt, Frau Müller windet sich auf der Bartheke in leopardengemusterten Strümpfen und Minirock. Überhaupt: Die Moderatorin scheint immer dann besonders glücklich, wenn sie sich an ihrem Bierglas festhalten und über jeden Witz ausschütten darf vor Lachen. Und wenn sie singen darf.

Mit jedem ihrer Gäste stimmt sie ein Lied an, zwischendurch meldet sich der stets anwesende, aus meist älteren Herren zusammengesetzte Shantychor und schmettert zackige Noten durch die Kneipe. Alles »geile Grooves«, meint Müller, oder was? Man müsste wohl eingefleischter Fan sein, um die häufigen musikalischen Einlagen nervlich auszuhalten. Wer glaubt, schlimmer geht’s nimmer, irrt. Denn: Schlimmer geht’s immer! Die übergewichtige Komikerin Hella von Sinnen erscheint im Gefängnisdress und schreit glücklich: »Ich liebe eine Frau! Ich genieße euch!« Moderatorin Müller, die sich inzwischen fast süchtig verzweifelt ein Sektgetränk durch einen Strohhalm reinzieht, wirkt dabei, als seien ihre oralen Bedürfnisse niemals im Leben wirklich gestillt worden, Nachholbedarf entquellen Miene und Mund. Fast verzweifelt saugt sie, um kurz darauf endlich wieder ein Bier (Nummer sechs?) zu bestellen.

Dann der Höhepunkt: Die bekennende Lesbe Hella von Sinnen enthüllt, ganz ihrem selbstgewählten Nachnamen entsprechend, zuhause nur nackt herumzulaufen. Ansonsten trage sie unter ihren Overalls Boxershorts, »deren Gummiband sie unter die Wampe klemmt«. Weiter kommt sie zunächst nicht, Ina Müller reicht es nämlich inzwischen selber, schnell will sie das Thema wechseln. Doch hysterisch kreischt von Sinnen: »Lass mich das jetzt sagen, verdammt noch mal: ich trage eine Hose drunter, damit ich nicht aussuppe!« Kurzes, entsetztes Schweigen. Der einzige Mann, der Schauspieler Mädel, schlägt fassungslos die Hände vors Gesicht und schreit: »Das erzeugt doch alles Bilder…« Doch von Sinnen und Müller bleiben jetzt beim Thema Unterhosen und Wampen … die Lesbe erläutert, Strings oder Tangas kämen nicht für sie infrage, denn: »wenn mich was kneift, bin ich schlecht gelaunt … das muss man doch mal sagen dürfen!«

Schlecht gelaunt dürfte übrigens jeder Zuschauer sein, der nach diesem Debakel den monatlichen Überweisungsträger für das Programm der Öffentlich-Rechtlichen, die ihre Gebühren zuweilen nicht gerade zimperlich eintreiben, ausfüllt. Das wird man doch mal sagen dürfen!

Es handelte sich bei dieser Sendung übrigens um eine Aufzeichnung. Der NDR bzw. die ARD hätte vor der Ausstrahlung jedwede Möglichkeit gehabt, die schlimmsten Stellen herauszuschneiden. Aber das wollte offenbar niemand wirklich.

Bleibt die letzte Frage: Sind die Öffentlich-Rechtlichen noch zu retten? Ein kluger Denker sagte einmal: »Was fallen will, soll man nicht stützen, sondern stoßen, dass es fällt!«

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