Wednesday, 27. July 2016
15.02.2011
 
 

Armes Deutschland: Warum den Männern jede Kraft fehlt, gegen die Frauenquote zu kämpfen

Eva Herman

Frauenquote und kein Ende. Ursula von der Leyen versucht seit Jahren, dieses Gender-Mainstreaming-Werkzeug der »Geschlechtergleichheit« einzufordern. Ihre Nachfolgerin Kristina Schröder dreht ihr Fähnchen mit jedem neuen Windhauch, aus welcher Richtung auch immer dieser kommen mag: Mal ist sie dafür, dann wieder dagegen, dann ist sie ein bisschen dafür, aber nicht sofort … Sie scheint sich mit einer eigenen Positionierung schwer zu tun, seit ihre resolute Vorgängerin, die heutige Arbeitsministerin von der Leyen, ihr dieses Ressortthema kurzerhand einfach weggenommen und in ihren eigenen Zuständigkeitsbereich eingewebt hat. Pech gehabt, nicht aufgepasst! Wer jedoch erst recht nicht aufgepasst hat über Jahrzehnte, das sind die Männer. Denn ihre Interessen werden bei der Frauenquote überhaupt nicht berücksichtigt. Warum? Es gibt viele Gründe, doch der wichtigste kommt jetzt:

Das Ressort, das derzeit alle Menschen im Land im weitesten Sinne vertritt, heißt »Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend«. Moment mal, da fehlt doch etwas, oder? Richtig, die Männer. Kommen sie vielleicht irgendwo anders vor? Nein! Es gibt kein Männerministerium. Niemand ist für sie zuständig.

Man stelle sich einmal vor, es gäbe heute keine Frauenministerin. Meine Güte, was wäre das für ein Geschrei. Es würde nicht lange dauern, bis ein Ressort mit weitreichenden Kompetenzen gegründet wäre. Ruck, zuck! Doch die Männer, sie zucken überhaupt nicht. Niemand begehrt auf und sagt: Wir sind auch noch da! Niemand tritt für ihre Rechte ein, weder bei Gesetzgebungen, noch bei Debatten im Bundestag oder in Ausschüssen. Männer? Fehlanzeige. Vielleicht haben sie es ja auch noch gar nicht bemerkt, obwohl sie doch immer noch etwa die Hälfte der gesamten Bevölkerung stellen, die Kleinsten eingeschlossen.

Es ist wirklich traurig. Die armen Männer. Welch eine Welt: Da sind einerseits Frauen, die alles wollen! Schließlich haben sie lange genug gelitten unter Unterdrückung. Stimmt. Das muss jetzt wettgemacht werden, weshalb man den Männern alles wegnehmen will. Sie sollen nicht erfolgreich sein, sondern die Frauen. Sie sollen nicht weiter in den Chefetagen sitzen, sondern die Frauen. Dafür sollen die Männer zunehmend ins Haus gedrängt werden, in die Kindererziehung, die Hausarbeit. Denn: Jetzt ist Frauenzeit! Männer sind out!

Die Frauenquote ist ein willkommenes Instrument, um zu zeigen, wo künftig der Hammer hängt. Seit Jahren wird dieses unsinnige, ungerechte Instrument immer wieder ins Feld geführt. Zahlreiche Befürworter stehen im Lichte der Öffentlichkeit und kämpfen darum mit zusammengebissenen Zähnen. Meist sind es Frauen.

Vor wenigen Tagen tat die Kanzlerin so, als haue sie endlich energisch auf den Tisch. Von diesem wischte sie die Quote zunächst in der öffentlichen Diskussion. Zunächst, wohlgemerkt. Doch nicht endgültig. Sie forderte die Unternehmer, die längst nicht mehr wissen, wo Ihnen vor lauter Frauenrücksichtnahme der Kopf steht, jetzt zur Selbstverpflichtung auf. Merkel hat sie dabei unentwegt streng im Blick, die bösen Buben, die einfach nicht hören wollen auf die starken, klugen Frauen.

Die bösen Buben. Entweder sie knirschen mit dem Unterkiefer und schweigen, oder sie schlagen, in vorauseilendem Gehorsam, die Quote sogar selbst vor für die Unternehmen. Dazu gehört René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, ebenso wie jetzt die deutsche Industriegewerkschaft (IG) Metall. Diese hat einem Spiegel-Bericht zufolge eine Frauenquote von dreißig Prozent für die von ihr gestellten Aufsichtsräte beschlossen.

Hinter vorgehaltener Hand sind sich die Männer nahezu einig: Eine Frauenquote ist ungerecht. Sie senkt den Qualitätsstandard der Produkte und der Unternehmen, sie diskriminiert Männer. Vor allem: Die meisten Frauen wollen überhaupt nicht in die Chefetage. Wenn sie Kinder bekommen, wächst ihnen nämlich meist ein anderer Kopf, die Prioritäten verschieben sich. Die übrigen, die Kinderlosen, landen schon dort oben, wenn sie zäh sind, Ausdauer haben und genügend Zeit mitbringen. Das alles braucht jeder da oben, ob Mann oder Frau.

Manche Männer fragen sich nun gar, warum denn eigentlich das in diesem Zusammenhang häufig angeführte Antidiskriminierungsgesetz nicht in gleichem Maße für sie, die Männer, gelte wie für die weiblichen Mitstreiter? Zu Recht stellen sie die Frage, doch es hört sowieso keiner zu.

Das auch »Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz« (AGG) genannte Rechtskonstrukt wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte mühselig errungen: meist natürlich von Frauen, von kinder- und mannlosen Feministinnen. In Deutschland, so hat Arbeitsministerin von der Leyen wie auch die Kanzlerin gedroht, soll es in spätestens zwei Jahren die gesetzliche Quote von 30 Prozent Frauen in Führungsebenen geben. Egal, ob man Befürworter oder Gegner dieser gesetzlich verordneten Zwangsmaßnahme ist, sie bedeutet auf jeden Fall eins: Jeder männliche Mitbewerber kann künftig mit noch so hochverdienten Auszeichnungen wedeln. Er wird vom Unternehmen mit Sicherheit nicht eingestellt werden, wenn die Frauenquote noch nicht erreicht ist. Damit verstößt die Frauenquote doch gegen das Grundgesetz, in welchem das Allgemeine Gleichstellungsgesetz verankert wurde. Das AGG »ist ein deutsches Bundesgesetz, das Benachteiligungen aus Gründen der ›Rasse‹, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen soll. Zur Verwirklichung dieses Ziels erhalten die durch das Gesetz geschützten Personen Rechtsansprüche gegen Arbeitgeber und Private, wenn diese ihnen gegenüber gegen die gesetzlichen Diskriminierungsverbote verstoßen« (http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz).

Hallo, Männer, aufwachen! Wäre es in diesem Fall umgekehrt, ginge es um eine Männerquote, wären Alice Schwarzer und Co schon lange auf der öffentlichen Zinne und würden Euch verbal mit Tomaten und Eiern bewerfen. Das, worüber ganz Deutschland in diesen Tagen diskutiert, ist in Wahrheit die größte Ungerechtigkeit der Welt. Da Ihr, die Männer, jedoch öffentlich von niemandem vertreten werdet, könnt ihr lange warten auf das, was man Gerechtigkeit nennt.

Abgesehen davon, dass die Unternehmen ebenso benachteiligt werden durch eine Frauenquote. Ginge es künftig doch nicht mehr primär um die Qualitätssicherung der Produkte, um den Erfolg eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter, sondern darum, dass Frauen per Quote in Führungsetagen gehievt werden. Dass die Frauenquote Frauen in Wirklichkeit klein macht, weil sie damit nicht an ihrer eigenen Leistung gemessen werden, scheint dabei auch keinen großen Frauengeist mehr zu stören. Schade eigentlich, und sehr beengt und begrenzt gedacht.

Es ist erstaunlich, welche Leidensfähigkeit Männer nach jahrzehntelangen Schuldzuweisungen durch Feministinnen entwickelt haben: Die meisten zucken jetzt nicht einmal mehr bei dieser Diskussion, außer, mit den Schultern.

Bei all den abenteuerlichen Diskussionen, von der ehrgeizigen Ursula von der Leyen entfacht, deren graues Arbeitsministerium ihr vielleicht nicht genügend Gelegenheit für schillernde Auftritte ermöglicht, prescht die gute Frau vor. Flankiert von der Kanzlerin und dem verblichenen Kampfgeist Schwarzers, die sich derzeit an ARD-Ex-Wetterfrosch Kachelmann die Zähne ausbeißt, macht sich Tante Uschi wieder einmal zur Vorfechterin der Nation. Sie mahnt, warnt und droht den Unternehmen: In zwei Jahren schlagen wir verbindlich zu! Dann gibt’s die Quote per Gesetz, wenn ihr von alleine nicht spurt!

Die Unternehmen winden sich, aus gutem Grund. Für sie hat eine Quotenregelung ausschließlich Nachteile, Softskills und weiblich-emotionale Intelligenz hin oder her. Allerdings scheinen von der Leyen und ihre Mitstreiterinnen dabei völlig zu ignorieren, dass niemand Frauen auf dem Arbeitsmarkt bislang den Zugang in leitende Funktionen verwehrt hat: Jede konnte sich frei bewerben, bei guter Qualifikation wurde sie genommen, vor allem, wenn sie durch ihr fachliches Können männliche Mitbewerber ausschalten konnte. Dafür gibt es schließlich seit Jahren subventionierte Gleichstellungsbeauftragte.

Feministinnen fordern lautstark, es sei endlich an der Zeit, dass Männer in ihre Schranken gewiesen werden! Sie hätten schließlich lange genug die Nase vorn gehabt. Und so heißt es in den rechtlich verbindlichen Gender-Richtlinien in diesem Zusammenhang ausdrücklich: »Ungleichbehandlung könnte sich daher als notwendig erweisen, um die Diskriminierungen der Vergangenheit und Gegenwart auszugleichen.«

Wie sagte die erste, wirklich emanzipierte Vorzeigeperson namens Pippi Langstrumpf schon vor etlichen Jahren: »Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!« Sie verrichtete dabei übrigens, wie kaum eine emanzipierte Frau heute, körperliche Schwerstarbeit, die eigentlich nur Männer ausführen können: Sie trug schon auch mal den Kleinen Onkel, ihr ausgewachsenes Pferd, auf den Händen durch die Gegend!

Im echten Leben geht das natürlich gar nicht! Schwerstarbeit muss auch weiterhin von den Männern verrichtet werden, Emanzipation hin, Feminismus her! Doch ist das wirklich gerecht? Und für wen, außer für die Frauen, rechnet sich das eigentlich? Ein anderes Thema bleibt ebenso offen: Wie lange können die Unternehmen, seien es staatliche Behörden, GmbHs und CoKGs, aktiennotierte oder Privatunternehmen, die Quotenregelung für Frauen durchhalten, ohne an ihre Grenzen zu geraten?

Bleibt die letzte und wichtigste Frage: Werden die Männer noch aufwachen? Werden Sie ein eigenes Ressort für ihr Geschlecht fordern? Oder knicken sie weiterhin vor Mutti Merkel ein, sobald diese nur den Zeigefinger hebt und streng mit dem Kopf schüttelt? Im Namen unserer Kinder und künftiger Generationen sollten wir alles tun, um einen lauten Weckruf über unser Land ertönen zu lassen, damit sie endlich wach werden, unsere armen Männer!

 

 

 


 

 

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