BILD-Zeitung ändert Kurs: Kolumnist Wagner jammert verlorengegangenen Werten nach
Eva Herman
Als ich vor drei Jahren mit Schimpf und Schande vom »öffentlich-rechtlichen« Hof gejagt wurde, weil ich in meinen Büchern verlorengegangene Werte der Gesellschaft einforderte, hätte ich niemals für möglich gehalten, was jetzt plötzlich geschieht: Deutschland diskutiert über genau jene verlorengegangenen Werte. Deutschland denkt laut über eine neue, konservative Partei nach. Deutschland sehnt sich zunehmend nach einem kraftvollen Gerüst, das Liebe und familiärer Zusammenhalt heißt. Deutschland wacht auf!

Das, was jahrzehntelang von zunehmend linksgerichteten Medien und Politikern, die durchaus auch konservativen Parteien angehören, öffentlich als verstaubt dargestellt und schlecht geredet wurde, was durch immer perfidere Gesetzgebungen vonseiten einiger C-Politikerinnen wie Ursula von der Leyen inklusive Ihrer C-Kanzlerin Merkel abgeschafft wurde, nämlich die Familie als kleinste, starke Einheit einer Gesellschaft, wird nun plötzlich laut bejammert. Dem Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin, Eisbrecher der Nation, sei es gedankt. Denn er hat diesen Durchbruch letztlich geschafft. Zwar wurde der Mann zunächst genauso schlecht behandelt für seinen anstrengenden, selbstlosen Dienst an der Gesellschaft wie ich damals auch, doch diesmal kamen die Medien nicht mehr an den Reaktionen der wütenden Bürger vorbei. Und nachdem Sarrazin mehrere Tage lang als »nächste arme Sau durchs Dorf gejagt wurde«, wendete sich das Blatt urplötzlich. Politisch unkorrekt? War gestern!
Das beeindruckendste Medienbeispiel kommt jetzt von der BILD-Zeitung, genauer, von Franz-Josef Wagner. Das ist jener Kolumnist, der mich vor drei Jahren öffentlich noch als dumme Kuh bezeichnet hatte, weil ich mit meinem Buch Das Prinzip Arche Noah – Warum wir die Familie retten müssen, verlorengegangene Werte als einzige gesellschaftliche Überlebensmöglichkeit einforderte. Wagners beleidigende Ausführungen sollen an dieser Stelle nicht wiederholt werden, weil Gerichte nochmalige Veröffentlichungen verboten haben. Aber dieser Franz-Josef Wagner hat sein Fähnlein nun in den neuen, politisch korrekten Wind gehängt. Und da der jetzt zunehmend in Richtung Familienzusammenhalt weht, liest sich Wagners Kolumne vom 13. September denn auch folgendermaßen:
Liebe CDU-Vorsitzende Merkel,
was für eine spannende Debatte in CDU/CSU. Es herrsche Sorge »über die Abkehr konservativer Wähler« titelte gestern die FAZ. CDU/CSU würden nicht mehr hinreichend konservative Positionen repräsentieren. Die Sorge ist berechtigt, liebe Vorsitzende. Ihre Partei hat die Konservativen vergessen wie die Migranten. Sie hat Eltern fast vergessen, die abends ihren Kindern Märchen vorlesen. Ein Lied mit ihnen singen. Ein Gebet sprechen. Die Tür einen Spalt auflassen, dass sie das Licht vom Wohnzimmer sehen. Hände waschen vor dem Essen. Hausaufgaben vor dem Fußball. Die Sorge ist berechtigt, weil die heile Welt mies gemacht wurde und niemand was dagegen getan hat. Die traditionelle Familie. Mama, Papa, Kind. In den letzten 20 Jahren debattierten wir über Lesbenglück, schwule Paare mit Kind, Versorgungsrechte in einer Patchwork-Familie. Die konservative Familie haben wir vergessen. Alles war besser als konservativ. Was für ein Fehler.
Herzlichst, Ihr Franz-Josef Wagner.
Man könnte an dieser Stelle lange über die Glaubwürdigkeit von Kolumnisten erfolgreicher Tageszeitungen nachdenken. Unterm Strich zählt jedoch, dass jeder Fehler verziehen werden kann, wenn er erkannt, eingesehen und das Verhalten fortan zum Besseren verändert wird. Und so können wir froh und dankbar sein, dass offenbar endlich der ersehnte »Ruck durch Deutschland« geht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die öffentliche Wertedebatte weiterentwickeln wird. Doch wenn die Bürger im Land sich zu guter Letzt über die derzeit immer noch allseits präsente »Mediokratie« hinwegsetzen, wenn die Menschen ihre schon fast verlorengegangenen, wegregierten natürlichen Rechte nach Zusammenhalt und Liebe, nach Verantwortungsbereitschaft und Rücksichtnahme nachdrücklich einfordern und zurückerobern, dann hätten wir kurz vor dem Absturz eventuell doch noch eine echte Chance!
In diesem Sinne: Vielen Dank, Herr Wagner, für die beachtliche Unterstützung in der BILD-Zeitung! Und nur weiter so!
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