
Portugal ist pleite und braucht weitere 30 Milliarden Euro. In Griechenland werden derzeit die Gefängnisse wegen Überfüllung geschlossen, die Verbrecher bleiben auf freiem Fuß, wie günstig, dass die europäischen Grenzen alle offen sind. In Belgien ging gestern gar nichts mehr: Generalstreik. Allerdings ging beim EU-Gipfel in Brüssel dennoch die Post ab: Dort wurde gestern
fast unbemerkt Deutschlands finanzieller Ruin beschlossen.
Mit dem ESM und dem Fiskalpakt hat der EU-Gipfel den Weg zur Schuldenunion nun gänzlich freigemacht. Man kann davon ausgehen, dass am gestrigen Montag, den 30. Januar 2012, die weitreichendsten Veränderungen für Europa seit Einführung der gemeinsamen Währung beschlossen wurden. Der Deutsche Bundestag hat künftig nichts mehr zu sagen, wenn es um unser europäisches finanzielles Engagement für die vielen kranken Nachbarn geht: Mit dem ESM verlieren die deutschen Parlamentarier die volle Souveränität im Budgetrecht.
Bundeskanzlerin Merkel, die den Winterschlussverkauf offenbar wörtlich nimmt und die uns jetzt für `n Appel und `n Ei hinterrücks verhökert hat, schafft es dabei tatsächlich, noch beseelt in die Kameras zu lächeln. Während sie diesen Pakt selbstbewusst als »Meisterstück« bezeichnet, fragt man sich, ob sie wohl an unsere Kinder und Kindeskinder denkt, deren gesamte Zukunft damit verspielt wird? Oder an uns, die wir das, was man Rente nennt, jetzt schon getrost abhaken können? Diesen Schuldenberg wird niemand mehr zurückzahlen können, und was macht man in einer solchen Situation? Genau: Geld drucken, Geld drucken, Geld drucken. Man kann nur hoffen, dass jeder seine Großeltern gründlich ausgefragt hat, was das eigentlich bedeutet, die haben das ganze Elend nämlich schon einmal erlebt. Nach viel Leid, Hunger und Sorgen endet so etwas meistens übrigens im Krieg. Und der wird, ebenfalls fast unbemerkt, derzeit schon gründlich vorbereitet:
Im Iran stehen alle Zeichen auf Gefecht. Wie KOPP Online am Wochenende berichtete, könnte es dort vielleicht schon im Februar zu Angriffen vonseiten des Westens kommen. So haben die USA ihre Präsenz auf der strategisch wichtigen jemenitischen Insel Sokotra am Ostausgang des Golfs von Aden und der zu Oman gehörenden Insel Masira am Südausgang der Straße von Hormus massiv verstärkt: Der Stützpunkt gehört zu einer ganzen Reihe strategisch wichtiger amerikanischer Militärbasen im Indischen Ozean und dem Persischen Golf. 100.000 einsatzbereite US-Soldaten sollen in den nächsten vierzehn Tagen auf den beiden Inseln und in der Region des Persischen Golfs zur Verfügung stehen.
Doch auch die drei amerikanischen Trägerkampfgruppen sowie der französische atomgetriebene Flugzeugträger Charles de Gaulle, die im Persischen Golf, dem Golf von Oman und dem
Arabischen Meer eintreffen werden, sorgen nicht für Optimismus: Dabei handelt es sich um die USS Abraham Lincoln, die USS Carl Vinson und die USS Enterprise. Eine vierte Trägerkampfgruppe kreuzt derzeit im Pazifischen Ozean und könnte jederzeit innerhalb weniger Tage die iranische Küste erreichen.
Und während sich auch die Situation in Syrien zuzieht und Russland weiterhin versucht, dem Rest der Welt, der Syrien lieber heute als morgen libyengleich niedermetzeln würde, etwas entgegenzusetzen, laufen in Amerika tagein, tagaus die Gelddruckmaschinen, damit der ganze Wahnsinn bezahlt werden kann. Dass dieser Geldreichtum in Wirklichkeit nur ein wackeliges Luftschloss ist, weil das Geld nicht einmal mehr das Papier wert ist, auf dass es emsig gedruckt wird, dürfte inzwischen jedem klar sein.
Und so begibt sich die Welt, allen voran das »starke Deutschland«, in eine Art Schockstarre, um nur nicht erkennen zu müssen, was sich 2012 auf dieser Welt alles verändern wird. Wie gut, dass wir Brigitte Nielsen, unsere neue und so nette Dschungelkönigin, haben.
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