
Von Beginn an wurde der Gleichstellungsbegriff, der ursprünglich etwas mit Gleichbehandlung und Gleichberechtigung zu tun haben sollte, von feministischen Entscheiderinnen herumgedreht und vor allem für Frauen- und Homosexuellenrechte ausgenutzt. Jungen und Hetero-Männer kamen bislang
nicht nur überhaupt nicht in den Genuss von Förderungen irgendwelcher Art, sie wurden vielmehr systematisch benachteiligt und als gewaltbereite Machos schlechtgeredet, die umerzogen, weicher, femininer gemacht werden sollten. Von Frauen natürlich.
Das führte zu einem massiven Leistungseinbruch männlicher Zeitgenossen in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf, ein immenses Problem mit verheerenden Folgen, das Handwerk und Gewerbebetriebe inzwischen fast lahmlegt und einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von schwindelnden Millionenschäden angerichtet hat.
Erfreulicherweise hat sich das mittlerweile auch schon bis zum Bundesfamilienministerium herumgesprochen. Kristina Schröder hatte im Herbst vergangenen Jahres nämlich überraschend die einseitigen Geschlechterthesen der Feministin Alice Schwarzer (die seit Jahrzehnten das Motto vermittelt: Ich [Frau] Chef, Du [Mann] nix!) auseinandergenommen und heftig kritisiert. Sie forderte im gleichen Zug einen künftigen Ausbau der Jungenförderung. Die Politik habe die Jungen- und Männerpolitik sträflich vernachlässigt, so Schröder. Die Frauenministerin kündigte an, dass ein Schwerpunkt ihrer Politik nunmehr die Förderung von Jungen sein werde, weil diese seit geraumer Zeit bei den schulischen Leistungen hinter den Mädchen zurückblieben.
Ein schönes Wunder war damit geschehen, mitten in Deutschland. Die linksgrüne Szene schäumte, die längst im Rentenalter angekommene Alice ächzte ebenso noch einmal aus dem nordrhein-westfälischen Hinterland hervor, doch die zähe Familienministerin in der Hauptstadt Berlin blieb bei ihren Worten. Ein erster Umschwung also, längst überfällig, verändert seitdem die deutsche Gender-Atmosphäre Stück für Stück.
Und so lag die goslarsche Gleichstellungsbeauftragte Ebeling voll im Trend, als sie ihren Auftrag der Gleichstellung von Mann und Frau wirklich ernstnahm, fernab vom feministischen Kampfgeschrei: Sie förderte eben nicht nur alleine Frauen, sondern vor allem auch Harzer Männer und Jungen. Ebeling trat, anders als die meisten anderen politisch korrekten Gleichstellungsbeauftragten, immer öfter auch für Männerinitiativen ein, was einigen Frauengruppen im Ort zunehmend weniger passte.
Zum ersten Eklat war es bereits im vergangenen Jahr gekommen, als sich Ebeling geweigert hatte, eine Wanderausstellung gegen Gewalt gegen Frauen zu unterstützen. Es gebe auch männliche Opfer, sagte sie damals. Womit sie nun wirklich nicht so falsch lag. Worüber man jedoch (noch) nicht offen sprechen darf in diesen staatlich organisierten, linksgrünausgerichteten und (noch) herrschenden Kreisen.
Seitdem tobt der Streit, der vorgestern seinen Höhepunkt erreichte: Die Linke im Goslarer Stadtrat hatten einen Abwahlantrag gegen Monika Ebeling gestellt, SPD und Grüne unterstützten ihn. Der Vorwurf der Kritiker: Die 51-Jährige habe sich nur um die benachteiligten Männer gekümmert, nicht aber um die Frauen. Das ist wirklich eine spannende Angelegenheit, zeigt sich hier doch das wahre Ausmaß der feministischen Ideologie: Es wird nicht über wirkliche Menschenförderung gesprochen, sondern in Wahrheit offensichtlich und ziemlich dreist eine Zweiklassengesellschaft mit Klauen und Zähnen verteidigt: Frauen gut, Männer schlecht! So einfach kann das Leben (noch) sein.
Am Mittwochabend, dem 11. Mai, hatte Monika Ebeling übrigens bereits im
Verwaltungsausschuss der Stadt Goslar Stellung genommen: »Ich bin überzeugt von der Notwendigkeit der Gleichberechtigung und Gleichbehandlung der Geschlechter«, verdeutlichte sie den Anwesenden. »Seit mehr als einem Jahr werde ich ausgegrenzt und attackiert von einer Gruppe, die in der jahrzehntelangen einseitigen Frauenförderung engagiert ist und diese auch weiterhin offensiv vertritt. Ratsparteien und Stadtverwaltung haben mich vor diesen Angriffen nicht geschützt. Arbeitsrechtlich bin ich nie abgemahnt worden und habe mir auch nichts vorzuwerfen.«
Vorgestern Abend hat der Rat der Stadt Goslar auf Antrag der Linken die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling nach langem Ärger ihres Amtes enthoben. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtete, schlossen sich 25 Ratsmitglieder der Fraktion der Linken an. Zehn stimmten gegen den Antrag, drei enthielten sich.
Monika Ebeling war seit 2008 im Amt. Eine Nachfolgerin steht noch nicht fest. Die Stelle soll nun verwaltungsintern ausgeschrieben werden, hieß es.
Übrigens wird Monika Ebeling nicht nur verurteilt. Männerinitiativen aus ganz Deutschland feiern sie vielmehr als Heldin. Sie breche endlich die verkrusteten Strukturen des Feminismus auf. Und es wird Frau Ebeling eventuell trösten, dass auch in der Schweiz – nach jahrzehntelangem Feminismusgeklüngel – ein neuer, recht scharfer Wind weht, und zwar mitten aus ihrer Schwesterpartei, der sozialdemokratischen SP, heraus:
Dort wollen junge Politiker die Feminismuspolitik ihrer älteren Parteigenossen gleich ganz abschaffen. Im Entwurf zum »Manifest für eine visionäre Gleichstellungspolitik der SP Schweiz« heißt es, die alteingesessenen SP-Frauen betrieben eine Gleichstellungspolitik, die für viele abschreckend sei. Vor allem Männer seien gar nicht erst willkommen. Die Frauen der SP genössen eine starke Position und hätten zu viel Einfluss auf die gesamte Gleichstellungspolitik. Diese jedoch kümmerten sich zu wenig um die Anliegen der Männer. Die Berner Stadträtin Tanja Walliser sagte, die SP Frauen hätten eine wichtige Rolle gespielt, als die Frauen ihre Anerkennung erkämpfen mussten. Doch nun sei das eher hinderlich, um fortschrittliche Positionen zu erarbeiten. »Gleichstellung solle nicht länger ein Geschlechterkampf sein« zur Frage, wer mehr diskriminiert werde – Frauen oder Männer. Der Präsident der Bündner SP, Pult, sagte wörtlich: »Wir sollten uns lösen vom Feminismus der vergangenen Jahrzehnte.«
Auch wenn es für Monika Ebeling aus Goslar keine einfache Zeit sein mag, so ist doch schon deutlich und klar erkennbar: Sie hat Recht mit ihren Bemühungen, auch Männer wieder mit in die Gesellschaft einzubeziehen und als gleichberechtigt und gleichgestellt ernst zu nehmen. Die Kampfzeit des Feminismus, das wird jeden Tag deutlicher, geht zu Ende! Die erbitterten Kämpfe der linksgrünen Szene zeigen nur ein letztes Aufbäumen. Diese Leute stehen bereits mit dem Rücken zur Wand. Und sie wissen selbst genau, dass ihr wackeliges und unnatürliches Konstrukt nicht mehr lange halten wird, denn auch die Bürger erkennen zunehmend, welcher Blödsinn ihnen seit Jahren fast unbemerkt untergejubelt wurde. Es dauert nicht mehr lange.
Und in wenigen Jahren schon wird man sich beim Blick zurück verwundert die Augen reiben und fragen, wer eigentlich diesen merkwürdigen Feminismus mit all seinen hässlichen Gender-Mainstreaming-Geburten erschaffen hatte, um eine gesunde Gesellschaft Stück für Stück zu zerstören? Und man wird sich ebenso erstaunt fragen, warum die Menschen im Land diesem merkwürdigen Treiben so lange tatenlos zuschauen konnten.
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