Wednesday, 1. June 2016
06.12.2010
 
 

Es wird immer verrückter: Wirtschaft fordert staatlichen »Elternführerschein«

Eva Herman

Die Versuche, Kinder als geeignetes »Humankapital« für die globalisierte Gesellschaft bereitzustellen, nehmen immer krassere Züge an. Deutsche Wirtschaftsverbände fordern jetzt einen staatlichen Führerschein für alle Eltern, deren Kinder in die Grundschule kommen. Damit die Kleinen dann Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und gute Manieren lernen.

Ab der Grundschule? Wo leben diese Leute eigentlich? Haben die schon ein einziges Mal raus ins Leben geschaut? Dann hätten sie vielleicht mitbekommen, dass der Zug längst abgefahren ist, wenn die Kinder erst in die Grundschule kommen.

Sind es mehr als hilflose Versuche, ein letztes Aufbäumen vielleicht, um die Katastrophe noch abzuwenden? Dafür stehen die Zeichen allerdings schlecht, oder, anders ausgedrückt: Es dürfte bereits zu spät sein. Für eine ganze Generation. Denn, das stimmt schon: Wir sind gerade im Begriff, gesellschaftlich vor die Wand zu fahren. So schlug die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) im Sommer 2010 Alarm: Etwa 20 Prozent der Schulabgänger könnten nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen. Weil qualifizierte Bewerber fehlten, könnten Tausende Ausbildungsstellen nicht besetzt werden, klagte die DIHK. Richtig dramatisch sei die Situation im Osten. Hier hätten in diesem Jahr 13 Prozent weniger Jugendliche die Schulen verlassen als 2009. Viele Unternehmen suchten händeringend nach qualifizierten Bewerbern. Weil die Bewerber aber nicht qualifiziert genug seien, müsste ihnen die Hälfte der Unternehmen Nachhilfe beim Lesen, Schreiben und Rechnen erteilen.

Jene Verbände, die jetzt nach dem Elternführerschein schreien, sind es in Wirklichkeit, die im engen Schulterschluss mit den Berliner Politikern alles dafür unternehmen, um einerseits nach wie vor Kleinstkinder schon frühzeitig in die Krippen abzuschieben, damit andererseits die Mütter so schnell wie möglich an den Arbeitsplatz zurückkehren können. Denn: Sie sollen schön ihre Beiträge selbst einzahlen, zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und allen anderen Sozialversicherungen. Sie sollen brav Steuern bezahlen, anstatt zu Hause rumzuhängen und sich etwa um so etwas Überflüssiges wie Kindererziehung selbst zu kümmern. Das Ganze wird getarnt mit Begriffen wie Emanzipation und Gleichstellung. Wer nicht mitmacht, erhält kein Geld, keine Unterstützung und gesellschaftliche Diskreditierung. So wie damals in der DDR. Und in der UDSSR.

Die Wirtschaftsverbände also schlagen jetzt Alarm: Denn die über Jahre aufs Heftigste vorangetriebenen, in Wahrheit aber sozialistischen Maßnahmen zeigen nun deutlich ihre zerstörerische Wirkung: mangelnde Bildung, mangelnde Empathie, mangelnde Disziplin und mangelnder Wunsch, etwas leisten zu wollen! Nicht wenigen jungen Menschen fehlen heute die allernotwendigsten Grundlagen für ein einigermaßen erfülltes und erfolgreiches Leben.

Doch anstatt die Sinne jetzt weit zu öffnen und alles dafür zu tun, dass die Sache schnellstens besser wird, indem Kleinstkinder notwendigerweise endlich wieder ihre Mütter um sich haben, um ihr positives Selbstwertgefühl rechtzeitig, in den ersten drei Lebensjahren nämlich, zu entwickeln, fordern deutsche Wirtschaftsverbände nun weiteren staatlichen Zugriff: den zertifizierten Führerschein für Eltern ab der Grundschule. Und schieben die Allerkleinsten, die die wärmende Zuwendung ihrer Mutter, wie jedes Tierjunge auch, in Wahrheit so nötig bräuchten, weiterhin mit dem berühmten Schlüssel um den Hals in die meist hoffnungslos überfüllte Kita ab. Ein endloser Kreislauf, der ausschließlich Falsches birgt.

Die Elternschule sei der richtige Weg, das Bildungsumfeld in den Familien zu stärken, sagte laut Handelsblatt Herbert Schulte, Landesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Nordrhein-Westfalen. Da Mutter und Vater das Fundament für eine erfolgreiche Laufbahn ihrer Sprösslinge legten, müssten sie nun zu Führungskräften ihrer Kinder ausgebildet werden. Wenn die Kinder in die Grundschule kommen? Hallo, aufwachen: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!

Der Verband habe deswegen eine Kooperation mit einem gemeinnützigen Verein geschlossen: LIFE’S’COOL wolle Eltern dazu bringen, die Persönlichkeitsentwicklung und den Schulerfolg ihrer Kinder positiv zu beeinflussen. Und auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) unterstützt diese Pläne. Die Elternarbeit spiele hierbei eine immer größere Rolle, sagte BDA-Vizepräsident Gerhard Braun. Denn Tugenden wie Verantwortungsgefühl, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und gute Umgangsformen müssten zuallererst vom Elternhaus vermittelt werden. »Sie sind notwendiges Rüstzeug für den späteren Erfolg in der Arbeitswelt«, sagt Braun.

Sehr geehrte Damen und Herren der Wirtschaftsverbände, liebe Politiker aller Parteien, Ihr seid auf dem absoluten Holzweg! Ein Elternführerschein ab der Grundschule ist vergebliche Liebesmüh. Er kommt zu spät! Der Grundstein wird viel früher gelegt: unmittelbar mit der Geburt. Hier braucht das Kind Bindung, Sicherheit, Verlässlichkeit und Selbstvertrauen. Durch die natürliche Zuwendung der Mutter, durch Haut- und Körperkontakt, durch das Stillen, Verständnis, Erziehung und Liebe erst werden die wichtigsten Lebensfundamente gelegt. Dafür ist das Zeitfenster der ersten drei Lebensjahre das allerwichtigste! Dies sind unsere prägenden Jahre! Wer die Mutter jedoch trennt von ihren kleinen Kindern, um sie aus monetären Gründen in die Erwerbstätigkeit zu schieben, der wird das Land nicht mehr zur Ruhe bringen. In einer Kita werden Säuglinge und Kleinstkinder nicht gefördert! Sie brauchen noch keine Bildung, sondern alleine Bindung, an die natürlichste Person, die Mutter! Ist das so schwer? Die Kleinen leiden in der Fremdbetreuung häufig! Vor allem in den völlig überfüllten Einrichtungen, deren Betreuerinnen meist selbst sagen, dass sie überfordert, überarbeitet und mies bezahlt sind. Über 90 Prozent von ihnen würden ihre eigenen Kinder NIEMALS hierher geben! Warum wohl?

Bitte machen Sie sich die Mühe, liebe Politiker und Wirtschaftskapitäne, und lesen Sie Bücher von Forschern und Menschen, die mehr Ahnung haben als Sie! Denen die Zukunft unserer Gesellschaft nicht egal ist, und die über Ihre berühmten Legislaturperioden hinaus denken und planen:

Es sind Leute wie der bekannte Kinder- und Jugendforscher Wolfgang Bergmann, der kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld, der Düsseldorfer Uni-Professor Matthias Franz, die englische Forensik-Forscherin und Kinderpsychologin Melanie Gill, der englische Psychotherapeut Steve Biddulph, der Sohn des berühmten Begründers der Bindungsforschung, Bowlby, aus England oder der berühmte US-Forscher Stanley I. Greenspan. Und so viele mehr. Sie alle sind sich einig: Euer System ist falsch! Sie alle wissen: Mit den Konsequenzen, die das Ausschlagen und Übergehen dieser Experten mit sich bringt, werden die Kinder keine sicheren Lebensbindungen aufbauen können, weder privat noch beruflich.

Was wird sein, wenn man eines erkennt: Die politischen Maßnahmen waren ein Riesenirrtum? Die Experten wissen das schon heute. Ihre Praxen sind überfüllt mit nervösen, konzentrationsgeschwächten, desolaten und instabilen Kindern, mit überforderten Eltern, die zunehmend die natürlichen Empfindungen und altes Wissen, welches die Menschengenerationen immer am Leben erhielt, verlieren.

Es wird der Tag kommen, an dem wir schaudernd zurückblicken auf das kurzsichtigste und dümmste Menschenkonzept unserer modernen, globalisierten Gesellschaft. So lange dauert es gar nicht mehr.

 

 


 

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