Monday, 29. August 2016
18.07.2011
 
 

Mütter für Griechenland: Deutschlands selbstlose Nachbarschaftshilfe

Eva Herman

Die Bundespolitik wird in ihrer Gier nach Steuergeldern  immer dreister. Unter anderem muss sie ja auch künftig den europäischen Pleitestaaten mit großmütiger Gönnergeste unter die Arme greifen.  Und wo soll die ganze Kohle schließlich sonst auch herkommen? Auf jeden Fall scheinen jetzt alle Mittel recht zu sein, um auf Teufel komm raus an das Geld der Menschen im Land zu gelangen, gleichgültig, ob deren Wohl darunter leiden könnte, egal erst recht, wie sich die Kinder unseres Landes etwa darüber entwickeln.

 

Damit möglichst viele Bundesbürger selbstbezahlte Steuern und Sozialversicherungsabgaben in die öffentlichen und halböffentlichen Kassen spülen, werden jetzt auch die letzten Mütter nachdrücklich aufgefordert, ihr Zuhause gefälligst zu verlassen und sich an einen Arbeitsplatz zu bewegen. Hausarbeit, vor allem Erziehungsarbeit, wird dabei  schon lange nicht mehr wertgeschätzt. Frauen, die dennoch diesen zwar natürlichsten, mittlerweile jedoch politisch unkorrektesten Weg zugunsten ihrer Familie wählen, müssen sich seit Jahren schon für diese »beschränkte« und »faule« Haltung rechtfertigen. Doch nach oben ist noch Luft, der Druck wird jetzt weiter verstärkt:

 

Erziehende Mütter, auch Schwangere, so kündigten unlängst die McKinsey-Leiterin des

Beratungsbereichs Öffentlicher Sektor,  Katrin Suder und Arbeitsmarktforscherin Jutta Allmendinger an, sollten während Schwangerschaft und Erziehungszeit den Kontakt zu ihren Arbeitgebern halten, um auf diese Weise immer an das Erwerbsleben erinnert zu werden und um so schnell wie möglich wieder ins Arbeitsleben zurückzufinden. Das Erziehungs- bzw. Kindergeld gehöre deswegen ebenso gekürzt, um den »Anreiz« für das Arbeitsleben zu erhöhen, so die Frauenerwerbsbefürworterin Allmendinger, die seit Jahren eng mit verschiedenen Bundesministerien zusammenarbeitet und bereits etliche politisch korrekte Studien für sie durchführte.

Doch damit nicht genug: Jetzt  wurde eine Untersuchung veröffentlicht, nach der auch Mütter von Schulkindern, die sich derzeit um ihre Sprösslinge daheim selbst kümmern, mit allen politischen Mitteln in die Erwerbstätigkeit gezwungen werden sollen. Durch die Betreuung der Kinder in Ganztagsschulen würde ihnen der Schritt in den Arbeitsmarkt erheblich leichter fallen, heißt es. Deswegen: Ganztagsschulen für alle! So schnell wie möglich. Für die Kinder, die sowieso niemand fragt, heißt das im Klartext: Ade, Zuhause, auf Wiedersehen, geregeltes Familienleben und warmes Mittagessen, tschüss, individuelle Rückzugsmöglichkeit wie das eigene Zimmer und Heim. Was die Erwachsenen können, nämlich immer mehr zu arbeiten, das gilt gleichermaßen für die Kinder: Frühmorgens aus dem Haus geschickt, dürfen sie erst abends, nach einem langen Tag, in die eigenen vier Wände zurückkehren. Wer heute schon das Auseinanderfallen der familiären Bindungen beklagen mag und mannigfaltige  Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen gleichermaßen, der muss wissen, dass auch hier nach oben immer noch eine Menge Luft ist.

Bei einem flächendeckenden Ausbau zur Ganztagsbetreuung würden zwischen 350.000 und 460.000 bislang nicht erwerbstätige Mütter von Schulkindern dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können, heißt es kühl in der aktuell veröffentlichten Expertise des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg im Auftrag des Familienministeriums. Vor allem qualifizierte Frauen in Westdeutschland könnten eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen. Der notwendige Ausbau der Betreuungsinfrastruktur würde für sechs- bis elfjährige Schulkinder rund 3,5 Milliarden Euro kosten. Das könnte vor allem die Sozialkassen entlasten, so der  IZA-Experte Eichhorst. Nicht nur Kleinkinder, sondern auch Schulkinder sollen demnach mehr fremdbetreut werden, um zusätzliches Geld in die Kassen zu bekommen. Außerdem könnten bereits erwerbstätige Mütter von Schulkindern ihre Arbeitszeit ausweiten. Ja, klar, die Arbeitszeit kann mit Sicherheit noch ausgedehnt werden wie ein ausgeleierter Kaugummi. So, wie es einst bei Honeckers üblich war und bei Jelzins, Breschnews und Co. in der ehemaligen Sowjetunion. In diesen Ländern hatten die Frauen keine andere Wahl, das tägliche »Arbeitslager« war Pflicht! Wobei der zeitliche Druck in den sozialistischen Ländern längst nicht so erbarmungslos war wie heute.

Was unterscheidet uns hier im gelobten Westen eigentlich noch von den damaligen Zwangsmaßnahmen? Mal ehrlich: So gut wie nichts mehr. Wer heute als Frau daheim bleibt, wird nicht mehr mitleidig, sondern inzwischen klar und nachdrücklich aufgefordert, über sein »verpfuschtes« Leben nachzudenken. Und doch bemerken es anscheinend immer noch nur die Wenigsten, was man sich hier gefallen lässt, welche einstigen Rechte von Freiheit und wahrer Individualität Stück für Stück aufgegeben werden. Denn sonst wären die Leute doch längst auf der Straße. Wie zum Beispiel bei Stuttgart 21. Ging es bei jenen Protesten nicht auch darum, dass niemand sich »von oben« etwas vorschreiben lassen wollte?

Wie die Sache im Sozialismus ausgegangen ist, weiß jeder: Nachdem alle Ressourcen ausgesaugt worden waren, brachen die Systeme zusammen und waren kaum noch etwas wert. Wer sich heute hier nicht wehrt, wer noch warten will, bis diese dreisten Forderungen auch noch zu endgültigen Gesetzen formuliert und damit rechtsverbindlich für alle Menschen werden, der hat es vielleicht auch nicht besser verdient.  Zwar wird man stolz behaupten können, dass Deutschland ganz viele europäische Nachbarländer zu retten versuchte, Griechenland und Portugal, Irland und Italien, und sicher auch noch Spanien, Belgien und Slowenien usw., usf. Der wird sich jedoch später von seinen Kindern und Enkelkindern zu Recht anhören müssen, staatlicher Willkür einst nichts entgegengesetzt zu haben. Bei dem berechtigten Satz: Warum habt ihr nichts dagegen getan? Ihr wusstet doch, was da passiert … wird er hilflos mit den Schultern zucken und keine gute Antwort wissen. Armes Deutschland.

 

 


 

 

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