Thursday, 29. September 2016
03.03.2011
 
 

Warum Guttenberg gehen musste und Trittin und Cohn-Bendit immer noch da sind.

Eva Herman

Karl-Theodor  zu Guttenberg ist zurückgetreten. Er ist nun nicht mehr Bundesverteidigungsminister. Ein neuer Anwärter stand bereits 24 Stunden später fest: Thomas de Maiziere. Da soll keiner mehr sagen, niemand sei ersetzbar. So schnell kann es gehen und die Lichtgestalt von heute ist verwirbelt mit dem Schnee von gestern.

Die Hetzjagd auf den Ex-Minister war unerträglich, auch wenn sein Fehler, für den er jetzt die Konsequenzen gezogen hat, bestimmt keine Petitesse war. Der Rummel erinnerte allerdings nicht nur einmal an die Affäre Sarrazin. Wie damals, so sind es auch heute – neben zahlreichen Renommierten aus Bildung und Wissenschaft – vor allem die Rot-Rot-Grünen, Politiker wie Medien, die sich nun zufrieden die Hände reiben. Haben doch »Sitte und Anstand«, die beispielsweise Grünen-Fraktionschef Trittin öffentlich jetzt schon gefährdet sah, wieder gesiegt. Oder?

Sitte und Anstand? Nur wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, sagte Jesus zu den Schriftgelehrten und Pharisäern (Joh. 8,7) Eine liebevolle Empfehlung, die auch im Fall Guttenberg anwendbar gewesen wäre. Doch ausgerechnet aus dem Munde jenes Mannes kamen fast täglich neue Kritik, neue Anwürfe, neue Rücktrittsforderungen, der selbst mehrere bundesweite »Affären« erfolgreich hinter sich brachte, ohne selbst zurückzutreten, Jürgen Trittin. Schon vergessen? Beispielsweise, als der Sohn des 1977 von RAF-Terroristen ermordeten Generalbundesanwaltes Siegfried Buback, Michael Buback, Trittin öffentlich vorgeworfen hatte, er habe nach dem Tod seines – Bubacks – Vaters einer Gruppe angehört, die in einem »Nachruf« Freude über das Attentat geäußert habe. »Sitte und Anstand«?

Oder man betrachte die Flugaffäre, in der die beiden »Umweltpolitiker« Künast und Trittin für Kurztripps in Brasilien eine Challenger-Maschine der Luftwaffe aus Deutschland nach Südamerika beorderten. Selbstverständlich auf Kosten des Steuerzahlers. Und der Umwelt. Trittin hatte sich damals jeglicher Aufklärung, die sicher im Sinne der bundesdeutschen Bürger gewesen wäre, verweigert und sich  stattdessen ständig in Widersprüche verwickelt. Sein Rücktritt wurde damals nicht nur einmal gefordert. »Sitte und Anstand«?

Es war ebenso dieser Jürgen Trittin, der mehr als aus der Rolle fiel, als er den CDU-Politiker Laurenz Meyer öffentlich als Skinhead beleidigte, was ihn damals fast sein Amt gekostet hätte. Fast und hätte, wohlgemerkt, denn bei allen Affären, die sich Jürgen Trittin im Laufe seines schön grün gefärbten Lebens schon so aufbürdete und vielfach für Empörung sorgte, wäre dieser Mann sicher niemals auf die Idee gekommen, etwa selbst zurückzutreten. Allerdings forderte er das von Karl-Theodor zu Guttenberg nicht nur einmal. Bereits seit der Kundus-Affäre 2009 saß er dem CSU-Politiker mit breit gefletschten Zähnen im Genick und schüttelte ihn immer wieder öffentlich. Warum eigentlich?. »Sitte und Anstand«? Klar, sollen die anderen mal machen.

Und ganz sicher sollte man nicht unbeachtet lassen, dass Jürgen Trittin ausgerechnet jener Partei vorsteht, die vorsätzlich »Sitte und Anstand« in diesem Land abschaffte. Denn es sind die Grünen, die bis in die späten 1980er-Jahre mit immer wieder neuen Gesetzentwürfen Straffreiheit für Pädophile forderten. Und das ist merkwürdigerweise ausgerechnet das Vergehen, das Guttenbergs Ehefrau Stephanie in einer öffentlichen TV-Show anprangerte und sich vor wenigen Monaten selbst kreuz und quer durchs Land hetzen ließ, von eben jener links-grünen Meute. Das alles wäre doch wirklich zu komisch, wäre da nicht dieser grauenhafte Hintergrund.

Vielleicht hilft noch einmal ein Blick in die politischen Programme der Grünen weiter, die sich mit einer erstaunlichen Ausdauer seit Mitte der 1980er-Jahre dafür einsetzen, dass die Gesetze zum Schutz Minderjähriger §§ 175 und §§ 182 StGB abgeschafft werden sollen. Damit wollten die Grünen schon vor 25 Jahren die Tabus sexueller Kontakte mit Jugendlichen ein für allemal brechen. In einem Gesetzentwurf behaupteten sie, diese Paragraphen »bedrohen einvernehmliche sexuelle Kontakte mit Strafe und dienen damit nicht dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Sie behindern die freie Entfaltung der Persönlichkeit …« In Wahrheit schützen diese Gesetze minderjährige Jungen vor homosexuellen Handlungen.

Die Grünen stempeln Schutzgesetze für Jugendliche als altmodisch und überkommen ab, damals wie heute. So haben sie vielmehr ebenso die Abschaffung des Schutzes minderjähriger Mädchen vor sexuellem Missbrauch im Visier, weil, so der Grüne Gesetzentwurf: »Schutzgüter wie Virginität, Geschlechtsehre und Ähnliches sind nur scheinbar individuelle und gehen auf ältere Vorstellungen von ›Marktwert‹ und ›Heiratschancen‹ des Mädchens zurück (…) Mädchen wird die Fähigkeit zur Entscheidung über ihre sexuellen Interaktionen abgesprochen, das Vorhandensein einer eigenständigen und selbstbestimmten Sexualität von Mädchen wird geleugnet.« So viel zum ersten Teil über das Thema: »Sitte und Anstand«, Herr Trittin!

Doch Vertreter Ihrer Partei, die sich selbst lustvoll in den Medien als gefährliche Pädophile outeten, sind heute immer noch in höchsten Ämtern vertreten, sitzen gar im Europaparlament und werden vom ahnungslosen Steuerzahler, ob er will oder nicht, für diese Sauereien auch noch finanziert: der Grünen-Europa-Politiker und ehemalige Odenwaldschüler Daniel Cohn-Bendit. Dieser hatte in einem Buch Mitte der 1970er-Jahre eindeutige Äußerungen in Richtung pädophiler Neigungen getan. Unter dem Titel Der Basar schrieb Cohn-Bendit: »Ich habe in diesem Kindergarten zwei Jahre lang gearbeitet. Dort waren Kinder zwischen zwei und fünf Jahren – eine fantastische Erfahrung. Wenn wir ein bisschen offen sind, können uns die Kinder sehr helfen, unsere eigenen Reaktionen zu verstehen. Sie haben eine große Fähigkeit zu erfassen, was bei den Großen vor sich geht. (…) Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. Es ist kaum zu glauben. Meist war ich ziemlich entwaffnet. (…) Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: ›Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?‹ Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.« Ähnliches wiederholte er in einer französischen Fernseh-Talkshow des damaligen Senders Antenne 2, dem heutigen France 2. Wörtlich sagte Cohn-Bendit hier: »Wissen Sie, wenn ein kleines fünf-, fünfeinhalbjähriges Mädchen sie auszuziehen beginnt, ist das fantastisch. Es ist fantastisch, weil es ein Spiel ist, ein wahnsinnig erotisches Spiel.« Sie glauben das alles nicht von den Grünen? Hier ist der Beweis: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/eva-herman/fassungslosigkeit-warum-walter-mixa-gehen-musste-und-daniel-cohn-bendit-immer-noch-da-ist-.html.

»Sitte und Anstand«, Herr Trittin? Im Vergleich zu diesen Ungeheuerlichkeiten, von denen sich Ihre Partei bis zum heutigen Tage noch nicht ein einziges Mal distanziert, geschweige denn dafür öffentlich entschuldigt hat – und für die übrigens auch noch niemand bei den Grünen zurückgetreten wäre, wie Sie das jetzt alle vollmundig von Herrn zu Guttenberg forderten – ist dessen Vergehen, Sie mögen es mir verzeihen, sehr geehrte Gelehrte der Wissenschaft, denn doch eine Petitesse. Nein, ich heiße es nicht gut, dass Karl-Theodor zu Guttenberg abgekupfert hat. Aber er selbst hat diesen Fehler längst eingeräumt, sich mehrfach dafür entschuldigt und Kreide gefressen. Doch warum, um Himmels willen, zieht niemand diese Leute öffentlich zur Rechenschaft? Ein Blick in den Niedergang dieser Gesellschaft genügt doch, um die verheerenden Ausmaße erkennen  zu können. »Sitte und Anstand«? Das ist ja zum Totlachen!

Wer sich den Guttenberg-Rücktritt im Fernsehen oder, wie es heute eher üblich ist, im Internet angeschaut hat, der mag ein Wechselbad der Gefühle erlebt haben, ob Freund oder Feind. Der Freund wird Empathie empfunden haben, denn er konnte sich vielleicht hineinfühlen in den Bundespolitiker, dem vor wenigen Tagen noch eine verheißungsvolle Karriere winkte, die jedoch, durch eigenes Zutun, mit einem Schlag jetzt jäh beendet wurde. Und der Feind? Er wird jetzt zufrieden sein, denn »Sitte und Anstand« haben gesiegt. Ja, diese Feinde gab es in der Öffentlichkeit, in Politik,  Medien und Wissenschaft – entschieden mehr als Befürworter. In der Öffentlichkeit, wohlgemerkt. Auf der Straße und am Stammtisch hört sich das Thema gleich ganz anders an. Der »einfache Bürger«, der nicht studierte und den Doktor nur im Zusammenhang seines Arztbesuchs kennt, denkt sowieso anders.

Nur wer in seinem Leben einmal am eigenen Leib diese Art öffentlichen Mobbings, diese mordlustähnliche Verfolgung, eine Hexenjagd sondergleichen durch links-grüne Medien und Politiker erlebt hat, wer erfahren musste, dass niemand von jenen »Freunden«, die kurz zuvor noch Schleimspuren beim Kreuzen des Weges hinterließen, so etwas Ähnliches wie Nachsicht, Barmherzigkeit oder Verzeihen walten lassen wollten, wer bitter erfahren musste, wie man von einer peinlichen Situation hohnlachend in eine noch furchtbarere manövriert wurde, Kind und Kegel gleich mit, der kann verstehen, was Herr zu Guttenberg meinte, als er mit zitternder Stimme zum Schluss sagte: »Ich habe die Grenze meiner Kräfte erreicht.«

Allen, die jetzt weiter nachtreten, sei empfohlen, einmal sorgfältig zu prüfen, wer in diesem Land den Schnabel immer wieder weit aufreißt und Menschen, die anders denken als sie, bis zum Umfallen verfolgt. Allen, die nach dem Rücktritt zu Guttenbergs den nächsten Stein schleudern wollen, sei ans Herz gelegt, zu untersuchen, wer in Wirklichkeit unsere Gesellschaft mit der Auflösung aller Urwerte vor die Wand hat brettern lassen. Und schließlich sollte der, dem die Guttenbergsche Hetzjagd immer noch nicht zu genügen scheint, ruhig einmal innehalten und seine eigene Spur betrachten, die er selbst der Nachwelt einst hinterlassen wird.

 

 


 

 

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