Donnerstag, 8. Dezember 2016
10.03.2015
 
 

Christian Schmidt ist einfach böse

F. William Engdahl

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Deutschlands Landwirtschaftsminister Christian Schmidt mangelt es nicht nur an Rückgrat, wenn sein amerikanischer Amtskollege Druck macht, den Anbau genmanipulierter Nutzpflanzen zu erlauben. Er ist ganz einfach böse.

 

Im Englischen hat das Wort »bad« viele Bedeutungen. Es kann »schlecht« bedeuten, »korrumpiert«, »böse« oder »schädlich«. Ob Schmidt von Monsanto genauso korrumpiert wurde wie Regierungsvertreter in Ländern wie Indonesien oder Indien, ist noch nicht klar. Ob er einfach ein schlechter Mensch mit moralischen Schwächen ist, der sich bewusst für GVO [gentechnisch veränderte Organismen] einsetzt, obwohl die überwältigende Mehrheit der Wähler GVO auf deutschen Äckern ablehnt, scheint jetzt etwas klarer zu werden.

 

Ob er von boshaften Motiven angetrieben wird, ist schwer zu beweisen. Klar ist hingegen, dass seine vorgeschlagene GVO-Politik, die jetzt in der Diskussion ist, der Gesundheit und Sicherheit der Menschen in Deutschland und weltweit schadet. Christian Schmidt ist ein schlechter Mensch.

 

Schmidts neuer hinterhältiger Plan

 

Der Grund für das harte Urteil über Minister Schmidt ist seine jüngste Initiative: die Vorlage für ein Gesetz, wonach die Entscheidung über Verbot oder Zulassung des Anbaus von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen in Deutschland nicht auf nationaler Ebene getroffen würde – was die EU vor Kurzem beschlossen hat. Auf nationaler Ebene tut Schmidt so, als sei er für ein deutsches GVO-Verbot.

 

Aber was er jetzt vorschlägt, lässt Monsanto, Dow, DuPont und andere GVO-Verschmutzer mit Sicherheit vor lauter Vorfreude jubeln. Er will, dass die einzelnen Bundesländer Bestimmungen für oder gegen GVO erlassen, und nicht wie vom Europaparlament beschlossen die Bundesregierung in Berlin.

 

Es heißt, die Büchse der Pandora zu öffnen, wenn 16 Länder mit unterschiedlicher Bürokratie, Koalitionsregierung und Orientierung entscheiden.

 

Besonders Sachsen-Anhalt und Sachsen ließen sich vermutlich von den großen GVO-Agrobusiness-Konzernen dazu überreden, ihr Land durch GVO-Saatgut kontaminieren zu lassen. Die GVO-Lobby wird andere Bundesländer, die GVO ablehnen, mit Freuden vor Gericht zerren und zu teuren Prozessen zwingen.

 

GVO auf dem absteigenden Ast

 

Herr Schmidt muss einige mächtige Unterstützer haben, die ihn darin bestärken, sich gegen den Wind zu stellen in dem Versuch, die GVO-Kontaminierung deutscher Äcker durchzusetzen.

 

Seit einigen Monaten gewinnt eine weltweite Bewegung für ein GVO-Verbot an Boden, sogar im ersten GVO-Labor, den USA. Im Mai 2014 stimmte das französische Parlament für ein Verbot des Anbaus von Genmais in Frankreich.

 

Der einzige Genmais, der momentan in einem EU-Land zugelassen ist, ist Genmais von Monsanto.

 

In den USA, wo Präsident George Bush sen. 1992 im Verein mit Monsanto den uneingeschränkten Anbau von GVO freimachte, merken Farmer inzwischen, dass sich die Versprechungen über GVO in einen Albtraum von »Superunkräutern« verwandeln, denen Monsantos Unkrautkiller Roundup nichts anhaben kann und die viel mehr chemische Herbizide brauchen als konventionelle Pflanzen.

 

Der versprochene Ertragszuwachs hat sich als Märchen herausgestellt, viele Farmer verzeichnen mit GVO geringere Erträge. Außerdem schicken Importländer wie China ganze Schiffsladungen von unerlaubtem Genweizen zurück und die russische Regierung steht kurz davor, in Russland ein GVO-Verbot zu verhängen.

 

In einem 2013 verfassten Offenen Brief an alle Regierungen rufen 800 prominente Wissenschaftler aus aller Welt dazu auf, »das Ausbringen von GVO-Nutzpflanzen und Produkten, sowohl kommerziell als auch in offenem Feldversuch, für mindestens fünf Jahre auszusetzen«.

 

Außerdem verlangen sie, Patente auf Organismen, Zelllinien und lebendige Dinge zurückzunehmen und zu verbieten. Solche Patente »bedrohen die Nahrungsmittelsicherheit, sanktionieren die Biopiraterie, beeinträchtigen die Gesundheitsvorsorge, behindern die medizinische und wissenschaftliche Forschung und sind gegen das Wohl der Tiere«.

 

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt weiß, dass ihm von den Wählern gewaltiger Widerstand gegen den GVO-Anbau in Deutschland entgegenschlägt. Was motiviert ihn, so böse zu sein?

 

 

 


 

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (72) zu diesem Artikel

31.05.2015 | 03:28

Friedrich Schuster

Da hilft das ganze Klagen nichts, mit welcher Teufelsbrut wir es zu tun haben. Wir müssen unsere Zukunft schnellstens selbst in die Hand nehmen und diese Verbrecher zur Hölle jagen. Eine weitere Möglichkeit sehe ich darin, daß auf irgend eine Weise möglichst kurzfristig eine Volksabstimmung organisiert wird, mit dessen Ergebnis wir Russland um Hilfe und Schutz bitten, damit wir Volkeswillen verwirklichen können. Was über die Russen von unseren Feinden und teils von unserer...

Da hilft das ganze Klagen nichts, mit welcher Teufelsbrut wir es zu tun haben. Wir müssen unsere Zukunft schnellstens selbst in die Hand nehmen und diese Verbrecher zur Hölle jagen. Eine weitere Möglichkeit sehe ich darin, daß auf irgend eine Weise möglichst kurzfristig eine Volksabstimmung organisiert wird, mit dessen Ergebnis wir Russland um Hilfe und Schutz bitten, damit wir Volkeswillen verwirklichen können. Was über die Russen von unseren Feinden und teils von unserer rechtswidrig geputschten Verbrecherregierung gesagt wird, kann bestenfalls unseren heiligen Zorn hervor rufen.


05.04.2015 | 11:31

Also sprach Zarathustra

@EU-Gegner So ist es! Dr. Andrzej Lobaczewski´s Buch lesen: Politische Ponerologie - die Wissenschaft des Bösen und deren Anwendung für politische Zwecke.


20.03.2015 | 13:57

katinka

Meine Stimme gebe ich keiner einzigen Partei mehr, die behalte ich selber!!! Eigentlich müsste es eine Partei der Nichtwähler geben, die brauchte keine Koalition einzugehen, da das die größte Partei ist. Wer will denn noch weiterhin von diesen undemokratischen, sesselpupsenden, amigeilen Psychopathen regiert werden? Ich nicht! Am liebsten würde ich auswandern. Aber wohin? Politiker sind weltweit eine ganz besondere satanische!!! Kaste.


17.03.2015 | 17:18

Jens

Lösung? Wohnanschrift ermitteln und den GVO-Pizzalieferanten spielen.


15.03.2015 | 06:32

Edgar

Irgendwie sind die genetisch veränderten Lebensmittel und hormonbelasteten tierischen Produkten im Wunderland USA am Schlankheitsgrad der Menschen mitverantwortlich.Augenzeugen berichten das Sitzgelegenheiten besonders ausgebaut wurden damit der "normale" US Bürger sich bequem niederlassen kann.Freuen und Verdienen kann sich die Bekleidungsindustrie mit Anfangsgrößen XXXXL +X . Erschreckend wenn man TV Bilder sieht. Alles Zufall?


13.03.2015 | 21:58

EU-Gegner

@heureka47: Selten eine so prägnante Erklärung gelesen. Mein lieber Dank von Herzen an Sie und Ihre Familie. ### Daraus ergibt sich aber doch auch, daß Kinder das Wertvollste sind. Aus diesem Grunde habe ich mich schon vor langer Zeit gegen Kinder entschieden, weil ich deren Schutz nicht hätte garantieren können. Manchmal sagte und sage ich: wenn ich das wenige Wissen, über welches ich heute verfüge, damals schon gehabt hätte, wäre meine Entscheidung auch nicht anders gewesen....

@heureka47: Selten eine so prägnante Erklärung gelesen. Mein lieber Dank von Herzen an Sie und Ihre Familie. ### Daraus ergibt sich aber doch auch, daß Kinder das Wertvollste sind. Aus diesem Grunde habe ich mich schon vor langer Zeit gegen Kinder entschieden, weil ich deren Schutz nicht hätte garantieren können. Manchmal sagte und sage ich: wenn ich das wenige Wissen, über welches ich heute verfüge, damals schon gehabt hätte, wäre meine Entscheidung auch nicht anders gewesen. Und gut, daß ich damals nicht wußte, was ich heute weiß, sonst hätte ich wohl aus reiner Opposition Kinder gewollt. Und ob das dann wiederum gut für die Kinder gewesen wäre, so als Mittel zum Zweck? (Lernte einige Frauen kennen, denen Kinder zum Zweck dienten.)

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