Samstag, 3. Dezember 2016
06.09.2010
 
 

IPCC-Klimakonsens vor dem Ende

F. William Engdahl

Der für Fragen der so genannten Erderwärmung zuständige Weltklimarat der Vereinten Nationen, der International Panel on Climate Change (IPCC), muss bei dem Versuch, die Mär von der menschengemachten Klimakatastrophe an den Mann zu bringen, erneut einen schweren Rückschlag hinnehmen. Waren bereits im vergangenen Jahr interne E-Mails aus dem britischen Klima-Institut an der East Anglia University an die Öffentlichkeit gelangt, so üben nun Wissenschaftler von Akademien der Wissenschaft mehrerer Länder in einem Bericht scharfe Kritik an der Vorgehensweise des IPCC. Als nächstes wird wohl der IPCC-Vorsitzende und Nobelpreisträger Rajendra Pachauri seinen Hut nehmen müssen. Kein Wunder, dass die mächtigen Globalisierungs-Eliten, die den Schwindel von der Erderwärmung betreiben, dies unbedingt verhindern wollen.

Seit 20 Jahren ist der IPCC unentwegt bemüht, die Regierungen auf der ganzen Welt davon überzeugen, dass der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß eine Gefahr für das Temperaturgleichgewicht auf der Welt – und damit für die Zivilisation selbst – darstelle. Allerorten werden die IPCC-Berichte als Beweise für die Dringlichkeit einschneidender Maßnahmen zur »Rettung des Planeten« zitiert. Doch jetzt steht diese Organisation selbst in der Kritik, ihr wird vorgeworfen, sie handele als parteiische Lobby zur Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Ziele.

Der renommierte InterAcademy Council (IAC) hat soeben die Ergebnisse einer kritischen Prüfung des IPCC-Berichts von 2007 vorgelegt, der nach seinem Erscheinen eine Massenhysterie über schmelzende Eisberge, Überschwemmungen und das Verschwinden der Himalaja-Gletscher ausgelöst hatte. All diese Phänomene seien, so hieß es damals, das Ergebnis menschengemachter Erderwärmung, des Global Warming. Das IAC ist ein Zusammenschluss der Präsidenten der Akademien der Wissenschaft aus Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Japan, Südafrika, der Türkei, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten plus der Afrikanischen Akademie der Wissenschaften und der Academy of Sciences for the Developing World.

 

Vernichtende Kritik

 

Angesichts der wachsenden Skepsis über die Seriosität der Wissenschaft hinter der politischen Kampagne gegen Global Warming hatten die Vereinten Nationen den IAC um eine kritische Revision der Arbeitsweise des IPCC, eines UN-Gremiums, gebeten. Die jetzt vorgelegten Ergebnisse bedeuten einen schweren Rückschlag für die Ideologie vom so genannten Klimawandel. Dazu sei zunächst angemerkt: Da es seit 2007 angesichts der extrem kalten Winter auf der nördlichen Halbkugel immer schwieriger wurde, der Öffentlichkeit die Erderwärmung plausibel zu machen, griffen den IPCC und dessen Fürsprecher wie Al Gore zu einem semantischen Trick: sie reden jetzt vom »Klimawandel« und erklären jeden Sturm, jeden starken Schneefall oder jedes Erdbeben zu einem Resultat menschengemachter CO2-Emissionen.

Jetzt knöpft sich der Abschlussbericht des IAC das Zentrum des gesamten Global-Warming-Gebäudes vor, nämlich den IPCC selbst. Der Rat fordert durchgreifende Veränderungen, darunter:

• Eine grundsätzliche Änderungen der Führungsstruktur des IPCC, ein Ende der alleinigen Entscheidungskompetenz des Vorsitzenden Pachauri. Der IAC schlägt einen aus zwölf Personen bestehenden Vorstand vor, zu dem neben dem Präsidenten die Vorsitzenden der Arbeitsgruppen, der Leiter des Sekretariats und drei unabhängige Mitglieder, darunter auch solche, die nicht zum engen Kreis der Klimaexperten zählen, gehören sollten. Die Mitglieder sollten vom Plenum gewählt werden und bis zur Amtsübernahme ihrer jeweiligen Nachfolger wirken. Das ist ein direkter Angriff auf die korrupte Kumpel-Clique, mit der sich Pachauri umgibt.

• Das IPCC solle einen führenden Wissenschaftler zum Direktor und Leiter des Sekretariats wählen, die Amtszeit dieses leitenden Direktors sollte auf die Periode eines Assessments befristet sein.

• Die beim IPCC praktizierte »peer review«, d.h. die Überprüfung neuer Forschungsergebnisse durch Experten, wird einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. In mehreren Fällen waren Zeitschriften-Artikel von Organisationen, die die IPCC-Kampagnen befürworten, wie beispielsweise der WWF, als wissenschaftlich belegte Fakten behandelt und in den Bericht übernommen worden.

In weiteren Kommentaren kritisiert der IAC fehlende Transparenz bei Entscheidungsprozessen des IPCC sowie mangelnde Offenheit darüber, wie fundiert oder zweifelhaft bestimmte Daten seien, die Eingang in die Assessments des IPCC über den Klimawandel finden.

Wörtlich heißt es im IAC-Bericht: »An der von der Arbeitsgruppe II erstellten Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger wird kritisiert, dass sie zu viele Fehler enthält und die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu stark betont… die Autoren zeigten zu starkes Vertrauen in bestimmte Erklärungen, für die jedoch nur wenig Beweise vorliegen. Weiterhin haben die Autoren durch vage, nur schwer zu widerlegende Formulierungen ihren Erklärungen hohe Vertrauenswürdigkeit verliehen. Die von der Arbeitsgruppe II erstellte Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger enthält viele solcher Aussagen, die in der Literatur nicht ausreichend wissenschaftlich belegt sind, nicht in die richtige Perspektive gerückt oder nicht klar ausgedrückt werden.« Wie das IAC betont, beruhten die Aussagen über den Himalaja nicht auf von Experten überprüften Messdaten, oder überhaupt auf Messdaten – sondern auf Spekulationen, die ein einzelner Wissenschaftler bei einem Telefoninterview angestellt hatte. Dieser hatte später betont, er habe damit keinesfalls eine endgültige Erklärung abgeben wollen.

Weiterhin kritisiert der IAC den IPCC für »zögerliche und unzureichende Antworten auf Berichte über Fehler im Vierten Assessment-Bericht… Der Führung des IPCC wird vorgeworfen, öffentliche Erklärungen abzugeben, die als Eintreten für eine bestimmte Klimapolitik betrachtet werden. Wenn sich der IPCC zu solch einem Eintreten verirrt, so wirkt sich dies unweigerlich nachteilig auf seine Glaubwürdigkeit aus.«

Im vom IPCC mit großer Fanfare herausgegebenen Vierten Assessment-Bericht von 2007 war behauptet worden, die Himalaja-Gletscher schmölzen mit beängstigendem Tempo und wären möglicherweise bis 2035 ganz verschwunden. Diese Behauptung war eindeutig falsch – und doch wurde sie vom IPCC als Beweis für die vom Menschen verursachte Erderwärmung angeführt. Weiter hieß es in dem IPCC-Bericht von 2007, das Global Warming werde mit »hoher Wahrscheinlichkeit« in Afrika zu einem Rückgang der vom Regen abhängigen landwirtschaftlichen Produktion um 50 Prozent führen. Eine solch dramatische Veränderung der Lebensmittelproduktion in Afrika wäre verheerend. Die IAC-Prüfung ergab, dass sich auch diese Behauptung des IPCC nicht beweisen ließ.

Der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri, der kein Wissenschaftler und erst recht kein Klimatologe, sondern vielmehr Eisenbahningenieur ist und in Indien einen Doktorgrad in Wirtschaftswissenschaft erworben hat, hat sich laut Medienberichten, die kurz nach dem gescheiterten Kopenhagener Klimagipfel vom Dezember 2009 erschienen, mit der Geschichte von den angeblich schmelzenden Gletschern für sein Energy and Resources Institute in New Delhi von der Carnegie Corporation ein großes Forschungsstipendium in Höhe von 310.000 Pfund und einen großen Teil der von europäischen Steuerzahlern aufgebrachten EU-Forschungsgelder von 2,5 Millionen Pfund gesichert. Mit anderen Worten: die Steuerzahler in Deutschland und anderen EU-Ländern bezahlen für Forschung über eine wissenschaftlich nicht fundierte Behauptung über Gletscher.

Der neue IAC-Bericht folgt auf die Enthüllungen vom November 2009 über die sogenannten Klimagate- (wie in »Watergate«) E-Mails. Diese an die Öffentlichkeit gelangten E-Mails bewiesen, wie unverfroren versucht wurde, wissenschaftliche Kritik zu unterdrücken und entscheidende Temperaturdaten so zu fälschen, dass sie zu den Vorhersagen über einen drohenden Weltuntergang passten, den die führende IPCC-Wissenschaftler-Clique ersonnen hatte. In die E-Mail waren die führenden Wissenschaftler des Instituts für Klimaforschung an der University of East Anglia verwickelt, die als wichtigste Quelle für die Daten gilt, die angeblich die beunruhigenden Vorhersagen über eine Erderwärmung beweisen.

Al Gore, der seine Global-Warming-Propaganda zu einem Millionengeschäft ausgebaut hat, besteht darauf, die »Debatte [sei] beendet«, die Frage sei »geklärt«. Diese Behauptung ist nun genauso Makulatur wie Obamas Global-Warming-Gesetz. Gore hat Obama kürzlich vorgeworfen, er habe es nicht geschafft, das Gesetz verabschieden zu lassen. Genau dieses Gesetz hätte einen neuen Finanzschwindel an der Wall Street in Gang gesetzt, den so genannten Cap-and-Trade-Emissionshandel über die Chicago Climate Exchange. Diese Klimabörse ist im Besitz von ICE Futures, einer von den großen Wall-Street-Banken wie Goldman Sachs kontrollierten Derivathandelsbörse. Es ist eine witzige kleine Fußnote des Global-Warming-Zirkus, wenn eine Physiotherapeutin Gore jetzt öffentlich beschuldigt, sie in seinem Hotelzimmer in Oregon sexuell belästigt zu haben. Gore hat auf diese Behauptung bisher mit beredten Schweigen reagiert.

Genauso wie beim fälschlich »wissenschaftlich« genannten Beirat der Weltgesundheitsorganisation, bei der falschen Panik über eine zweifelhafte globale H1N1-Schweinegrippe-Pandemie 2009, und bei den von Monsanto präsentierten gefälschten »wissenschaftlichen« Studien über die Sicherheit von GVO-Pflanzen stehen nun auch »Wissenschaftler« im Umfeld des IPCC diskreditiert dar.

Alles deutet derzeit darauf hin, dass eine vom Menschen verursachte Erderwärmung lediglich eine Hypothese darstellt, die durch Übertreibung und ausgemachten Schwindel maßlos aufgeblasen worden ist. Wissenschaftler verdanken der Mitwirkung bei diesem Betrug ihre gut dotierte Stellung oder großzügige Förderung. Doch schlimmer als die Käuflichkeit einer Handvoll korrupter Wissenschaftler wiegt die dahinter stehende mächtige Fraktion der Globalisierungs-Elite, die seit den 1970er Jahren ihr Unwesen treibt. Damals hatte der Rockefeller-Schützling Maurice Strong als Vorsitzender der Ersten Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung – in Englischen oft kurz Earth Summit genannt –, die 1972 in Stockholm stattfand, erstmals den Schwindel von der Erderwärmung präsentiert, mit dem weltweit eine malthusianische Politik von Bevölkerungsreduktion und Austerität realisiert werden soll. In meinem bald erscheinenden neuen Buch beschreibe ich im Einzelnen, dass Global Warming und Peak Oil zwei Seiten derselben falschen Medaille von Kontrolle der Gesellschaft durch mächtige Sonderinteressen der Wall Street und der europäischen Finanzeliten sind.

 

 


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