Tuesday, 24. May 2016
21.12.2014
 
 

Der NSU-Fall wird zur Staatsaffäre – ein hoch brisanter Beitrag auf 3sat

Falk Schmidli

Am 17.12.2014 wurde endlich das erste Mal im deutschen Fernsehen in 3sat Kulturzeit über den Whistleblower »fatalist« und den »Arbeitskreis NSU« berichtet. Die den Kopp-Online-Lesern schon längst bekannten Protagonisten dieser Gruppe fatalist und Prof. Dr. Wittmann werden in dieser rund zehnminütigen Kurzreportage u.a. interviewt, so dass sich die Leser diesmal sogar ein Bild von den beiden machen können.

 

Der Tenor der Sendung gipfelt in der richtigen Feststellung, dass es sich beim NSU-Prozess in Wirklichkeit um eine »Staatsaffäre« handelt. Wir empfehlen unseren Lesern eindringlich, diesen Kulturzeit-Beitrag anzusehen, da man ein solches »Coming Out« des Mainstreams nicht alle Tage erleben kann. Kopp Online hat als erstes über »fatalist« und seine Enthüllungen geschrieben und ihn interviewt. Deswegen kommentieren wir an dieser Stelle auch den Fernsehbeitrag.

 

Thriller, Affäre

 

Gert Scobel, der Moderator der Sendung, beginnt seinen Beitrag mit der Feststellung, dass es sich beim NSU-Fall und dem damit verbundenen Leak der BKA-Akten um einen »Thriller, der im wirklichen Leben spielt«, handelt. Das ist absolut korrekt und keinesfalls übertrieben, weshalb die bisherige Ignoranz der Mainstreammedien auch so extrem erklärungsbedürftig ist!

 

Herr Scobel verwendet im weiteren Verlauf das Wort »NSU-Affäre« statt bisher »NSU-Prozess«. Diese Bezeichnung dürfte ein absolutes Novum im Mainstream sein und zeigt einen drastischen Wechsel in der Beurteilung dieses Themas. Wir werden diese originelle Bezeichnung zukünftig ebenfalls verwenden.

 

Jetzt kommt es dem Mainstream

 

Im 3sat-Beitrag wird danach das Mailing vom Arbeitskreis NSU an den Innenausschuss des Deutschen Bundestages in Teilen zitiert, wobei Herr Scobel förmlich elektrisiert ist: »Und jetzt kommt es«, kündigt er geheimnisvoll mit erhobenem Zeigefinger an und fährt fort: »Die sorgfältige Analyse dieser Dokumente begründet für uns den Verdacht einer systematischen Beweismittelfälschung durch die bundesdeutschen Ermittlungsbehörden.«

 

Bei Kopp Online war dieses Mailing bereits am 02.10.2014 in voller Länge erschienen, übrigens interessanterweise unter genau diesem Titel. Wir empfehlen unseren Lesern, diesen Artikel nochmals zu lesen, um das Wissen aufzufrischen und nötigenfalls noch einmal zu komplettieren.

 

 

Der »fatalist« wird interviewt

 

Danach wird der »fatalist« interviewt, der im Gespräch feststellt, dass es keinerlei harte Beweise für die Morde der NSU gibt. fatalist: »Es gibt keine DNA, keine Fingerabdrücke, keinen Augenzeugen, nichts, bei keinem NSU-Verbrechen.«

 

Wir möchten an dieser Stelle einwerfen, dass es nicht mal Fingerabdrücke auf den »Selbstmord«-Waffen gibt, obwohl die Leichen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt keine Handschuhe trugen, als sie tot aufgefunden wurden. Wir werden darüber noch detailliert berichten, obwohl die daraus abzuleitende Theorie eigentlich trivial ist. Wer sich vorab informieren möchte, findet hier ein ausführliches Dokument dazu.

 

Es ist nämlich die gleiche Theorie, die auch im 3sat-Bericht angerissen wird: Es war von staatlichen Stellen angeordneter Mord und kein Selbstmord! »Viele rechte Internetforen behaupten dies ebenfalls«, kommentiert dazu 3sat. Und wenn diese Rechten nun Recht haben?

 

Der 3sat-Beitrag fährt fort mit einem Interview mit dem Literaturwissenschaftler Dr. Siegfried Mayr, der den »Arbeitskreis NSU« größenordnungsmäßig mit 30 Mitgliedern beziffert. Mayr beschreibt die Mitglieder des Arbeitskreises als Menschen, die teilweise gute Beziehungen zur CDU haben, aber auch Kommunisten und Leute aus dem so genannten rechtsradikalen Bereich finden sich darunter. Also eine richtig bunte Mischung. Man könnte es auch als multipolitische Gemeinschaftsaktion sehen, die sich das Ziel gesetzt hat, diese Staatsaffäre aufzuklären.

 

Danach wird das Thema Ceska behandelt, also die angebliche Tatwaffe. Deren Geschichte weist etliche logische Brüche auf, ihre Herkunft ist in jeder Hinsicht dubios. »Warum wurde die Tatwaffe bereits innerhalb eines Tages als Tatwaffe bezeichnet?« wird bei Kulturzeit gefragt. Auch diese Frage hatten wir bereits vor Monaten gestellt, natürlich samt Dokumenten des »fatalist«. Auch die im 3sat-Beitrag genannten Unstimmigkeiten bei den aufgefundenen Patronen und Hülsen kennen Kopp-Online-Leser seit einer gefühlten Ewigkeit. Wie auch immer: Es scheint vorwärts zu gehen.

 

 

Ahnungsloser Ströbele

 

Ein weiteres sicheres Zeichen für eine Weiterentwicklung in der NSU-Affäre ist, dass sich im 3sat-Beitrag sogar Hans-Christian Ströbele fragt: »Wer hat die Akten geliefert und warum? Welche Interessen stehen dahinter?«

 

Kopp Online hat die Antwort schon am 18.8.2014, also vor vier Monaten, präsentiert, als wir den »fatalist« fragten, ob er den Lieferanten vertraut: »Ja, die wollen den Sumpf austrocknen«, sagte »fatalist« uns damals. Und nein: Die Namen wurden natürlich nicht genannt.

 

Ich denke, dass die Fragen von Herrn Ströbele damit erschöpfend beantwortet sind und er sich vielleicht nun um andere offene Fragen kümmern könnte, z.B. die Fragen nach den Widersprüchen in den Beweisen. Falls er weitere Fragen an den »fatalist« hat, vermitteln wir gerne den Kontakt.

 

Unruhe unerwünscht

 

Sehr interessant im 3sat-Beitrag sind auch die Aussagen von Martina Renner (Die Linke), die sich angeblich seit Jahren mit dem NSU beschäftigt. Man fragt sich, was sie wohl die ganze Zeit gemacht hat, weil sie vermutet, dass hinter den Aktionen der fatalist-Gruppe politische Intentionen zu suchen sind, mit dem Ziel, Unruhe zu schaffen und Journalisten auf falsche Fährten zu bringen.

 

Welche Journalisten könnten das denn sein? 99,9 Prozent der Journalisten vermeiden ja geradezu auffällig, dieses NSU-Thema kritisch anzugehen – vor allem den »fatalist« als Quelle zu nennen. Kopp Online fühlt sich jedenfalls nicht auf der falschen Fährte – die Spur ist ja nicht zu übersehen und der Schweißgeruch liegt förmlich in der Luft.

 

Der 3sat-Beitrag fährt fort mit Auszügen einer anderthalb Monate zurückliegenden Rede von Staatsministerin Aydan Özoguz, die ebenfalls die derzeitige offizielle Version des NSU schwer in Zweifel gezogen hat: »Wer hat tatsächlich auf sie geschossen?« Frau Özoguz stellt fest: »Es ist unklar, wie Böhnhardt und Mundlos wirklich zu Tode gekommen sind.«

 

Wir empfehlen den Lesern, diese Rede von Frau Özoguz komplett anzuhören und sich danach zu fragen, warum man darüber gar nichts im Mainstream lesen konnte. War es nicht spektakulär genug?

 

Scobels Schlusswort

 

Gerd Scobel beendet den 3sat-Beitrag, indem er in seinem Schlusswort sagt: »Es muss einen einfach misstrauisch machen, wenn viele Experten aus unterschiedlichen politischen Lagern übereinstimmend sagen, dass es angesichts des langen Zeitraums viel zu viele unklare Fakten gibt. Die NSU-Affäre entwickelt sich zur ernsthaften Staatsaffäre.«

 

Man beachte: Herr Scobel verwendet dabei die Worte »Experten« und »Staatsaffäre«. Eine solche Wortwahl gab im NSU-Fall bisher nicht. Kopp Online teilt diese Einschätzung Scobels voll.

 

Alleine die Tatsache, dass nun der Mainstream in das Thema eingestiegen ist und nach unseren Informationen von 3sat demnächst ein noch viel ausführlicherer Beitrag nachgeschoben werden soll, zeigt, dass das Bollwerk (gegen die Wahrheit) langsam Risse aufweist. Der Beschuss mit Information aus dem Leak scheint zu wirken. Kopp Online bleibt an dem Fall dran.

 

 

 

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Leser-Kommentare (36) zu diesem Artikel

12.03.2015 | 14:16

Ronald

Die Gründe sind hier gut erläutert: Der Merkel-Faschismus (1) https://killerbeesagt.wordpress.com/2015/01/20/der-merkel-faschismus-1/


10.01.2015 | 13:40

horst

also gibt sröblele indirekt zu das es solche akten , die keiner haben dürfte , gibt .


29.12.2014 | 06:58

Rudolf Weissmueller

Diese ganzen ekelhaften Dinge werden nur inziniert damit - DIE DEUTSCHEN DEN GERUCH DER NAZIS NICHT VERLIEREN - Die CDU und CSU hätten das schon längst einstellen können aber es diehnt ihren Machterhalt im Einklang mit amerikanischen und jüdischen Interessen . Wenn sie Staats-TV und -Presse disbezüglich mal aufmerksam verfolgen wird daß ganz offensichtlich . Ich bin 46 geboren und mußte vollkommen unschuldig immer mit der Natzischuld leben. Währent die echten Nazis und Altnazis...

Diese ganzen ekelhaften Dinge werden nur inziniert damit - DIE DEUTSCHEN DEN GERUCH DER NAZIS NICHT VERLIEREN - Die CDU und CSU hätten das schon längst einstellen können aber es diehnt ihren Machterhalt im Einklang mit amerikanischen und jüdischen Interessen . Wenn sie Staats-TV und -Presse disbezüglich mal aufmerksam verfolgen wird daß ganz offensichtlich . Ich bin 46 geboren und mußte vollkommen unschuldig immer mit der Natzischuld leben. Währent die echten Nazis und Altnazis in der CDU und CSU mit Hilfe der Amerikaner mächtig und fett werden . Wo werden die Deutsch landen in der Zukunft ? Vieleicht bei amerikanischen Essensmarken ? Die Alternativen sind aufgebraucht würde Frau Merkel sagen .


22.12.2014 | 18:43

Alter Knacker

@Umlandt Gerhard, Das Buch, das du suchst, heißt: "Geheimakte Mossad" von Victor Ostrovsky, Goldmann Verlag ISBN: 3-442-12658-4, Sehr gut ist hier der Ablauf der Geselbstmordung beschrieben. Gibt es mit Sicherheit noch antiquarisch. Viel Spaß beim Lesen. Beunruhigt ungemein. Wenn ich mich recht erinnere, hab ich es damals beim Kopp-Verlag gekauft.


22.12.2014 | 16:00

Matthias

Es ist schon erstaunlich mit welcher Frechheit ein Ströbele nach den Motiven der Veröffentlichung dieser Geheimakten fragt. Ist die Wahrheitsfindung nicht Motiv genug? Es gibt eben noch Menschen zwischen Himmel und Erde, denen die Wahrheit noch ein Herzensangelegenheit ist.


22.12.2014 | 13:09

Siegfried Bauer (Siggi40.de

Bis dato kam immer noch nicht zur Sprache, dass auch die drei unterbelichtete Schulabbrecher aus Jena für Chemnitzer Behörden als Auftragskiller unterwegs waren. Das Trio erhielt nicht nur vom VS 2000DM für gefälschte echte Pässe, ausgestellt vom Chemnitzer Landratsamt, sie führten auch Aufträge gegen Investoren durch, die sich weigerten, das von Chemnitzer Polizisten geforderte Schutzgeld und das von Chemnitzer Behörden geforderte Schmiergeld zu bezahlen. Am Sonntag, den...

Bis dato kam immer noch nicht zur Sprache, dass auch die drei unterbelichtete Schulabbrecher aus Jena für Chemnitzer Behörden als Auftragskiller unterwegs waren. Das Trio erhielt nicht nur vom VS 2000DM für gefälschte echte Pässe, ausgestellt vom Chemnitzer Landratsamt, sie führten auch Aufträge gegen Investoren durch, die sich weigerten, das von Chemnitzer Polizisten geforderte Schutzgeld und das von Chemnitzer Behörden geforderte Schmiergeld zu bezahlen. Am Sonntag, den 04.12.2011 um 13Uhr machte ich bei den NSU-Sonderermittlern, die extra aus Dresden angereist waren, auf dem Polizeirevier in Leipzig, Schongauer Strasse, die Aussage, dass ich Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt im Februar 2004 in El Campello bei Alicante, vor dem Campingplatz Costa Blanca gesehen hatte, auf dem ich seit dem 05.01.2004 campierte. Die bezahlten Mörder aus Zwickau verhielten sich sehr auffällig, zumindest für mich. Auch damals hatte mein Deutscher Schäferhund durch seinen 7.Sinn „Gefahr“ signalisiert und ich mich entsprechend verhalten. Im Dezember 2003 wandte ich mich an Otto Schily, bat um Amnestie für einen Haftbefehl wegen Körperverletzung und begründete mein Ersuchen, indem ich ihn über die unzähligen Straftaten der Chemnitzer und Schwäbisch Haller Beamten bei Justiz und Polizei informierte. Anstatt was gegen dieses Verbrecherpack zu unternehmen, leitete er mein Ersuchen an das Sächsische Staatsministerium des Innern weiter. Und dann wurden die Auftragsmörder losgeschickt. Meinen Aufenthaltsort hatte der Campinplatzbetreiber an das Wohnsitzfinanzamt gemeldet. Dazu war er verpflichtet. +++ So sieht CDU-Schweinestaat – aber nicht Rechtsstaat aus +++

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