Samstag, 10. Dezember 2016
02.09.2012
 
 

»Das elfte Gebot: Israel darf alles«

Gerhard Wisnewski

Woher stammt der Satz in der Überschrift? Natürlich nicht von einem »Goi«, einem Nichtjuden. Denn diese dürfen nicht frei über Israel reden. Von welcher geheimnisvollen Person stammt der Satz aber dann? Vorab nur so viel: Es handelt sich um den Titel eines neuen Buches, in dem – um es auf Jiddisch zu sagen – Tacheles über Israel und seine Lobby in Deutschland geredet wird. Das dürfen Sie und ich zwar nicht. Aber lesen dürfen wir das Buch schon. Jedenfalls noch...

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Autorin dieses Buches ist über jeden Verdacht erhaben, Antisemitin zu sein. Sie selbst ist nicht nur Jüdin und mit einem Juden verheiratet, sondern auch die Tochter eines Juden, der immer auf Verständigung zwischen seinem Volk und den Deutschen aus war. Es handelt sich um Evelyn Hecht-Galinski, Tochter von Heinz Galinski, der bis zu seinem Tod 1992 Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland war. Wahlspruch: »Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen.« Genau diesem Motto fühlt sich

Galinskis Tochter Evelyn verpflichtet. Sie ist so etwas wie das Gewissen des Zentralrats der Juden in Deutschland und legt sich auf diese Weise unerschrocken mit dem Zentrum der hiesigen Israel-Lobby an.

 

 

Das elfte und das zwölfte Gebot

 

Die »Belohnung« dafür ist – wie immer in solchen Fällen – die Ausgrenzung aus der Gesellschaft und die Ausblendung aus der Berichterstattung der herrschenden Claqueur-Medien. Dennoch – oder gerade deshalb – tut es gut, jemanden ohne den üblichen psychologischen Maulkorb reden zu hören. In ihrem Buch Das elfte Gebot: Israel darf alles redet sie Klartext über eine Reihe von Fragen, die Juden und Deutschen auf den Nägeln brennen, in den herrschenden Medien aber nicht ausreichend zur Sprache kommen. Wobei natürlich nichts ohne die Klärung des Unterschieds zwischen Antisemitismus und Antizionismus geht. Nach dem zwölften Gebot: was die einen in einen Topf werfen, sollst du wieder trennen, arbeitet sie die gezielte Begriffsverwirrung wieder auf. Jede Debatte um Israels Politik stehe »unter dem Schatten des Antisemitismus-Vorwurfs«, schreibt sie. Zwar soll man Israel kritisieren dürfen, »aber wer es wirklich wagt, der ist automatisch ein Judenhasser«. Ein praktischer Trick, um jede Diskussion über Israel abzuwürgen. Denn ein Antisemit steht im gesellschaftlichen Ansehen ganz unten, vergleichbar mit einem Kinderschänder. Schließlich sind es Antisemiten, die Millionen von Menschen auf dem Gewissen haben. Auf diese Weise steht ein Israelkritiker implizit als Massenmörder da. Weshalb hohe deutsche Gerichte die Bezeichnung »Antisemit« auch als schwerwiegende Ehrverletzung einstuften und Betroffenen bereits Schmerzensgeld zuerkannten.

 

Antizionisten wenden sich dagegen lediglich gegen eine bestimmte politische Bewegung, die sich die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina auf die Fahnen geschrieben hat (Zionismus). Und als Antizionistin darf man wohl auch Evelyn Hecht-Galinski betrachten. So bekundet sie Solidarität mit dem ihrer Meinung nach unterdrückten palästinensischen Volk, das »unter einem unvorstellbaren, von Israel ausgehenden Staatsterror« leide. So legt sie sich mit unseren führenden deutschen Politikern an, seien es nun Angela Merkel, Guido Westerwelle oder dem SPD-Vorsitzenden Frank-Walter Steinmeier, und bemängelt deren distanzlose Unterstützung Israels. Und so prangert sie auch »Beispiele jüdisch-israelischen Terrors« an: »Ist es nicht jüdisch-israelischer Terror, wenn Palästinensern ihr Land weggenommen wird? Wenn 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen wie in einem großen Gefängnis gehalten werden? Wenn Palästinensern ihr Wasser gestohlen wird?«

 

Aber auch, wer sich mehr für unmittelbar deutsche Belange interessiert, kann mit dem Buch viel anfangen. Denn wenn man es richtig liest, ist es ein Who is Who der deutschen Israel-Lobby und eine Landkarte der proisraelischen Infrastruktur. So beschreibt Hecht-Galinski die »Kriegsverherrlicher und Zensoren« genauso wie »Die ›Koscher‹-Macher und ihre Helfer« oder die »Lobbyistischen Hilfstruppen«, um nur einige Kapitelüberschriften zu nennen. »Pornoverfasser« Henryk M. Broder bekommt genauso sein Fett weg wie Charlotte Knobloch, Michel Friedman und die deutschen Medien und Politiker, deren »Schleimspur der Unterwürfigkeit« Hecht-Galinski voller Ekel beschreibt.

 

Ach ja - wenn ich mir noch eine persönliche Bemerkung erlauben darf: Natürlich wurde ich zur Abfassung dieser Rezension gezwungen beziehungsweise mit horrenden Honoraren bestochen und distanziere mich auf das Schärfste von diesem Machwerk.

 

Evelyn Hecht-Galinski: »Das elfte Gebot: Israel darf alles«

Paperback, 223 Seiten, 17.90 EUR

 

 


 

 

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