Sonntag, 4. Dezember 2016
11.06.2014
 
 

Aktienboom: Der Metzger wartet schon!

Gerhard Wisnewski

Die Mainstreammedien sind nicht zufrieden: Während der Dax immer neue Höchststände erreicht, kaufen die Deutschen einfach keine Aktien. Stattdessen halten sie immer noch an Sparbüchern und Lebensversicherungen fest. Wie blöd kann man sein! Dabei ist das gar nicht blöd, sondern immer noch besser, als auf dem Aktienmarkt rasiert zu werden. Denn dieser Tag kommt bestimmt: Remember the Telekom! Die Frage ist jetzt nur, wer den längeren Atem hat: Die internationalen Aktienkartelle, die die Kurse in immer neue Höhen treiben – oder die Sparbuch- und Edelmetallbesitzer, die auf (für sie) bessere Zeiten warten...

Nehmen wir zum Beispiel die Pfingstausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 7. Juni 2014 zur Hand. Ein nützliches Blatt. Zum Beispiel könnte sich nachts glatt ein Obdachloser damit zudecken. Oder ein Metzger könnte den ganzen Tag die Wurst darin einwickeln. Oder man könnte bei der nächsten Anstreich-Aktion den Fußboden damit auslegen. Nehmen wir zum Beispiel den Wirtschaftsteil, der auf Seite 25 beginnt. Links auf der Seite, an prominenter Stelle, gibt es gleich Propaganda zur Klimalüge: ein großer Artikel von Michael Bauchmüller über den angeblichen Zusammenhang zwischen Kohlendioxid und Erderwärmung.

 

Die Botschaft: Die Staaten der Welt müssen näher zusammenrücken, um dieses angeblich existenzielle Problem der Menschheit zu lösen. Der Artikel ist ein Plädoyer für den weiteren Aufbau von Klimaplanwirtschaft und Weltregierung: Denn da die Atmosphäre (und damit auch CO2) nun mal keine Grenzen kennt, ist sie des Globalisten liebstes Kind. Die Weltmeere sind für den Aufbau überregionaler Regime zwar ganz gut, aber die Luft ist noch besser. Denn anders als an die Ozeane »grenzt« an die Luft nun mal jeder an. Und so kann man mit ihrer Hilfe auch jedem reinreden und ihn unter das globale Klimaregime zwingen. Alles in allem also politisch motivierter Schwindel. Gleich darunter befindet sich ein Jubelartikel von einer Charlotte Theile: Der Spielzeugriese Lego hat endlich auch die Frau entdeckt, lautet ihre Botschaft. Hurra! Dazu ein Bild von einem weiblichen Plastikfigürchen in Forscherpose. Gender Mainstreaming ist endlich auch bei Lego voll im Trend.

 

Anlageberatung von Propaganda-Journalisten

 

Das ist das Umfeld, in dem uns die Süddeutsche Zeitung Anlageformen empfiehlt – also was wir mit unserem Geld, unserem Ersparten und unseren eisernen Reserven tun sollen. Sprich: mit unserer Altersversorgung oder dem Studiengeld für unsere Kinder. Um es gleich zu sagen: Wir sollen es anderen geben. Es geht um den Höhenflug des Dax und warum deutsche Sparer lieber immer noch bei ihren Sparbüchern und Lebensversicherungen bleiben: »Eine Spurensuche im Land der Sparbuch-Liebhaber«, heißt es gleich zu Beginn verächtlich.

 

Der Deutsche Aktienindex komme nun seit 14 Jahren via Fernsehen ins Wohnzimmer, heißt es da, und was hat es genützt? Steigen die Deutschen endlich im großen Stil in Aktien ein? Nein. Natürlich habe es schon einmal eine schweren Rückschlag gegeben, aber nun lege der Dax schon seit einer ganzen Weile eine Rekordjagd nach der anderen hin – und was machen die Deutschen? Nichts. Sie ziehen einfach nicht mit: »Nur eine Minderheit der Bundesbürger besitzt überhaupt Aktien«, heißt es in dem Artikel frustriert. Es ist zum Verzweifeln. »Der Dax taugt als früher Indikator, wie es der Wirtschaft geht, die das Leben der Deutschen so prägt.

 

Das wäre doch ein Anlass, sein Geld in die Wirtschaft zu investieren«, jammert der Autor Alexander Hagelüken, »um möglichst viel von den Vorteilen dieser mächtigen Maschine mitzunehmen... Aber um die Vorteile zu nutzen, müsste man eben Aktien kaufen«. Das tut der Deutsche aber nicht, denn der Deutsche ist bekanntlich blöd.

 

»Die Verdoppelung des Index seit 2008 hat ein unglaubliches Vermögen geschaffen«, lockt Hagelüken: »Der Wert der 30 Dax-Firmen an der Börse stieg um 410 Milliarden Euro. 410 000 000 000.« Aber leider profitierten davon hauptsächlich ausländische Anleger – denn die Deutschen sind ja? Richtig: blöd. Gut – das steht da jetzt nicht wörtlich, aber zwischen den Zeilen. »Während der Dax vergangenes Jahr um 25 Prozent zulegte, schrumpfte die Zahl der Aktionäre – um 600 000«, klagt der Autor. Inzwischen »besitzt nicht mal jeder neunte Deutsche die Dividendenpapiere, die in den vergangenen Jahren reich machten«.

 

Zinsen senken, bis der Arzt kommt

 

Natürlich ist der Mann nur um unser Wohl besorgt: »Durch die Minizinsen entgehen den Bundesbürgern 15 Milliarden Euro im Jahr«, zitiert er den Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon, der bereits von einer »schleichenden Enteignung« gesprochen habe. Schleichende Enteignung! Ist das jetzt endlich angekommen? »Aber die Deutschen lassen sich eben auch enteignen«, schüttelt der Schreiberling den Kopf. Nämlich weil? Richtig: »Weil sie Aktien scheuen.« Es ist wirklich zum Mäuse- beziehungsweise Aktionäremelken: Da hängt man den Deutschen nun eine so fette Wurst wie den Dax vor die Nase, Draghi senkt die Zinsen, bis der Arzt kommt, der Goldpreis wird nach unten manipuliert, bis den Leuten die Tränen in die Augen treten – und sie wollen einfach nicht zugreifen! Das ist eben einfach die »German Angst«! Oder um es frei nach dem Alten Fritz zu sagen: »Hunde, wollt ihr ewig euer Geld behalten?«

 

Dabei hat man die »Konkurrenzprodukte« wie Sparbücher und Lebensversicherungen doch nun wirklich »gnadenlos unattraktiv« gemacht, so Hagelüken. »Denken die Deutschen um, jetzt, da der Dax erstmals 10 000 Punkte übersteigt und Geld auf dem Sparbuch schrumpft? Sieht nicht so aus«, resigniert der Autor. Dabei war die 10 000er-Marke doch nun wirklich ein ungeheurer Paukenschlag. Lauter konnte man nicht mehr für Aktien trommeln – jedenfalls bei Laien. Doch »das Platzen der Internetblase und die Finanzkrise« haben die Deutschen »wohl abgeschreckt«, vermutet Hagelüken. Wobei sich der Dax seit dem Crash nach der Jahrtausendwende doch vervierfacht habe! »Aber diese Gewinne fuhr nur eine Minderheit der Bundesbürger ein.«

 

Warten auf das Geld der anderen...

 

Naa, liebe Kinder – habt ihr's nun kapiert: »Wird jetzt doch mancher nachdenklich, nachdem der Dax am Donnerstag vor der Tagesschau über die 10 000er-Marke kletterte, während sich die Sparzinsen der 0,00er-Marke nähern?« Ja, lieber Onkel, wir haben's kapiert: nämlich, dass der ganze Zirkus um sinkende Zinsen und steigende Aktienkurse nur dazu dienen soll, uns wie eine Schafherde in Aktien zu treiben, um uns anschließend ordentlich zu scheren. Auch der Metzger wartet schließlich erst mal, bis das Schwein schön fett ist. Wenn nicht, dann schneidet er sich nämlich ins eigene Fleisch. Das war bei der Finanzkrise 1929 schließlich auch schon so.

 

Damals konnte man genau dieselbe Propaganda in den Zeitungen lesen: Aktien seien doch so toll, würden einen schnell reich machen, und man müsste nie wieder arbeiten! Wer da nicht mitmache, der sei doch blöd! Besser schnell einen Kredit aufnehmen, um ein paar Papiere zu kaufen, als beim Aktienboom in der Ecke zu stehen! So trieben organisierte Anlegerkartelle und ihre Medien die Kurse in immer Schwindel erregendere Höhen. Vor allem das amerikanische Volksvermögen wurde von der steigenden Börse angesaugt wie die Luft von einem lichterloh brennenden Kamin.

 

Als es beim besten Willen nicht mehr weiter nach oben ging, verkauften die Kartelle schließlich schlagartig – und stürzten den Kleinanleger ins Unglück. Dabei war das Geld gar nicht weg – es hatte nur jemand anders. Das war der eigentliche Grund für das ganze Elend der Weltwirtschaftskrise – und nicht das, was uns irgendwelche »Wirtschaftswissenschaftler« erzählen. Die konzertierten Anlegerkartelle haben nur ein Problem, nämlich dass bisher hauptsächlich ihre eigenen Milliarden und ihre eigene Liquidität im Feuer stehen und das Geld der anderen auf sich warten lässt. Daher auch die durchschimmernde Ungeduld in dem SZ-Artikel. Die Börsenpanik ist nämlich schon da, und zwar bei den Großanlegern, die auf ihrer Kurse-Party verzweifelt auf das Fußvolk warten.

 

Die Deutschen haben ihre Telekom-Lektion gelernt

 

Aber wissen Sie was, Herr Hagelüken: Die Deutschen sind gar nicht so blöd, wie Sie denken. Wenn die Zahl der Aktionäre sogar trotz des künstlich inszenierten Aktienbooms und der von Herrn Goldman-Sachs-Draghi nach unten manipulierten Zinsen abnimmt, dann sind sie sogar äußerst intelligent. Sie haben ihre Telekom-Lektion offenbar gelernt. Und wir haben auch gelernt – und zwar aus Ihrem Artikel. Nämlich, dass es hier offenbar darum geht, wer den längeren Atem hat: Die cleveren »ausländischen Aktionäre«, die die Kurse in die Höhe treiben und darauf warten, dass die deutschen Sparer endlich anbeißen – oder die Sparbuch- und Edelmetallbesitzer, die auf ihren künstlich gedrückten Anlagen sitzen und auf (für sie) bessere Zeiten hoffen.

 

Denn die werden auf jeden Fall kommen – nämlich dann, wenn die internationalen Aktienkartelle die Kurse nicht mehr höher bekommen und endlich Kasse machen müssen. Dann stürzt der Markt ab, und der Sparfuchs freut sich – während sich die Börsenkartelle ins eigene Fleisch schneiden und die Verluste selber tragen müssen. Bis dann also, Herr Hagelüken – ich lass mir jetzt mal eine Wurst einwickeln.

 

 

 


 

 

 


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