Tuesday, 30. August 2016
02.02.2016
 
 

Die Diktatur fährt Deutsche Bahn: Der Staatskonzern stoppt Plakate des KOPP Verlags! / Teil 1: Die Hetzer

Gerhard Wisnewski

Wie das ARD-Magazin Report Mainz den KOPP Verlag bei Werbekunden als »rechts« denunzierte, so dass diese daraufhin ihre Anzeigen auf der KOPP-Seite stoppten, haben wir hier schon berichtet. Diesmal ist der Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit aber noch atemberaubender: Ein Staatskonzern stoppt fast 600 Plakate eines politisch missliebigen Verlages und richtet bei dem Unternehmen damit enorme ideelle und finanzielle Schäden an. Die Rede ist von der Deutschen Bahn und dem Rottenburger KOPP Verlag. Diesmal vergreift sich also ein waschechtes Staatsunternehmen an der Meinungsfreiheit. Letzte Mahnung an die demokratischen Kräfte: Die Diktatur steht vor der Tür. Und sie fährt Bahn.

 

»Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ›Ich bin der Faschismus.‹ Nein, er wird sagen: ›Ich bin der Antifaschismus‹«, soll der italienische Schriftsteller und Faschismus-Experte Ignazio Silone einmal gesagt haben. Und das ist nicht nur so ein Spruch: Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, ist das Spiegelbild des Faschismus der Links-Faschismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab sich Deutschland alle Mühe, in jeder Hinsicht das Gegenteil des Hitler-Faschismus zu werden – und wurde damit zu seinem Spiegelbild.

 

Heute sind es Links-Faschisten, die sich der Nazi-Methoden bedienen: Denunziation, Verleumdung, Geschäftsschädigung, Angriff auf die wirtschaftliche Existenz und natürlich der Boykott von Unternehmen. Aber auch Störung und Verhinderung von politisch unliebsamen Demonstrationen, körperliche Angriffe, Schlägereien und Brandstiftung, wie zuletzt auf Autos von PEGIDA-Demonstranten, stehen auf dem Pogrom bzw. Programm.

 

Dabei sind das nichts weiter als SA-Methoden. Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich zum Beispiel prügelten Schlägertrupps der SA »Tausende jüdischer Geschäftsinhaber aus ihren Läden, Betrieben und Wohnungen«.

 

Rufmord ist Nazis Liebling

 

Denn wie ich schon des Öfteren sagte: Der Rufmord geht dem Mord voraus – und der Gewalt auch. Rufmord ist quasi »Nazis Liebling«: Zuerst werden Menschen und Unternehmen verleumdet und zu Parias erklärt, dann kann man sich auch körperlich an ihnen und ihrem Eigentum vergreifen.

 

Aber anders als das ständige »Nazi«-Geschrei glauben machen will, sind heute die sogenannten Linken die Nazis. Soziologisch gesehen rekrutieren sich diese »linken Neo-Nazis« aus gesellschaftlichen Randgruppen, die selbst unter schweren Problemen leiden, wie zum Beispiel Identitätsstörungen oder Behinderungen, und sich durch ihre Angriffe und Denunziationen plötzlich mächtig und wichtig fühlen können.

 

Im Grunde handelt es sich um geschichtslose politische Vandalen, die die Nazi-Ideologie unter dem Vorwand ihrer Bekämpfung ständig aufs Neue errichten. Der Angriff auf Bücher hat dabei Tradition. »Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen«, sagte schon Heinrich Heine. Und an dieser Wahrheit hat sich auch im 21. Jahrhundert nichts geändert – im Gegenteil: Sie ist aktueller denn je. Denn die hier geschilderten Entwicklungen führen uns nicht nur zurück in die DDR und ins Dritte Reich, sondern sie führen auch direkt zu den Hexenprozessen und Lynchmorden des Mittelalters.

 

Ein atemberaubender Angriff

 

Die sogenannten politisch Korrekten stören die eigenen Nazi-Methoden jedoch überhaupt nicht. Jüngstes Beispiel ist ein atemberaubender Angriff auf den politisch unbequemen KOPP Verlag. Ende 2015 begann auf Twitter eine Denunziationskampagne gegen das Unternehmen. Und während der SPD-Justizminister Heiko Maas über Hasskommentare bei Facebook klagte, fand sich auch auf Twitter jede Menge Hasspropaganda – und zwar gegen den KOPP Verlag.

 

 

Die Schreiberlinge störten sich an der KOPP-Plakatwerbung auf Bahnhöfen der Deutschen Bahn: »Liebe Freunde des Kopp-Verlags, treten Sie näher«, schrieb zum Beispiel ein User mit dem Alias »setzer« auf Twitter, nach eigenen Profilangaben »Astronaut« und »Lügner«: »Dann können Sie das Plakat besser lesen. Die S-Bahn kommt gleich.« Eifrig wurden Fotos von KOPP-Plakaten als »Beweismaterial« gesammelt, zum Beispiel von KOPP-Werbung für das Buch Magnesium-Öl: »Die @DB_Bahn bietet den Kopp-Spinnern auch im Bahnhof Freiberg Werbefläche«, twitterte auch eine »thg« zu einem entsprechenden Foto. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Userin um eine Theres Grieger aus Göttingen.

 

Das Aushängeschild der Bewegung

 

Nicht alle Hetzer traten dabei unter einem Pseudonym auf. Manche nannten ganz offen ihren Namen und wandten sich direkt an das Twitter-Team der Deutschen Bahn: »@DB_Bahn, warum akzeptiert ihr Nazi-Kopp als Kunden?«, schrieb zum Beispiel ein Simon Kowalewski, seines Zeichens ein würdiges Aushängeschild der Bewegung. Als Profilbild führt er das Logo der »Antifaschistischen Piraten« und bezeichnet sich selbst als »Stellvertretender LaVoDödel der Piraten Berlin« – was immer das sein soll.

Anti-KOPP-Denunziant Simon Kowalewski

 

Ganz offenbar handelt es sich um einen politischen Wirrkopf, der überhaupt nicht mehr weiß, wo er eigentlich hingehört – weder zu welchem Geschlecht, noch zu welcher politischen Richtung. Laut Wikipedia klapperte Kowalewski bereits die PDS, die Violetten und die Antifa-Bewegung ab und landete schließlich bei den Piraten, der Endstation für viele politische Bruchpiloten.

 

Auch das Deutsche Rote Kreuz und der Chaos Computer Club wurden schon von ihm heimgesucht: »In der Piratenfraktion ist er Sprecher für Gesundheit, Frauen, Verbraucherschutz, Tierschutz sowie Sucht- und Drogenpolitik«, so das Onlinelexikon. Nach Art von Conchita Wurst präsentiert sich Kowalewski auf seiner Website mit Vollbart und langen, farbig gesträhnten Haaren. Dort gibt es auch eine Kontaktseite.

 

»Neuronaler Informationskatalysator«

 

Eine weitere Mitstreiterin auf Twitter ist eine gewisse Julia Probst, die sich auf ihrem eigenen Profil als »Inklusionsaktivistin« bezeichnet – worunter man gemeinhin Leute versteht, die Behinderte und geistig Behinderte in die Regelschulen »inkludieren« wollen, bis schließlich der Unterricht zusammenbricht.

 

Auf ihrem Twitter-Account wittert die (laut taz, 27.05.2015) gehörlose Probst überall Diskriminierung, vor allem von Frauen und Behinderten – hat aber andererseits nichts dagegen, andere zu diskriminieren und zu diffamieren. Laut taz war auch Probst Mitglied der Piratenpartei. Aus diesem Pool stammen viele der KOPP-Denunzianten. Wieder ein anderer bezeichnet sich als »seit Neuestem potenzieller Gewalttäter und Terrorist«, ein weiterer als »unechter pirat« und »unkraut«.

 

Die Piraten – oder Piraten-nahe Kreise – stehen also im Zentrum der Aktion gegen den KOPP Verlag und die Meinungsfreiheit: »Wenn Sie verhindern wollen, dass Fahrgäste auf den Bahnsteig kotzen, bitte Kopp-Werbung unterlassen«, twitterte beispielsweise auch ein »alios« an die Deutsche Bahn, laut Twitter-Profil »Hacker« und »Pirat«. Darüber hinaus bezeichnet sich der Mann auch als »Bierfreund« und »experimenteller Neuropharmakologe« – was das heißt, kann sich jeder selbst ausmalen.

 

Im Oktober 2012 gingen Ermittler denn auch wegen Drogenbesitzes gegen »alios« vor. Laut Spiegel Online fand man bei ihm »mehrere Gramm Marihuana und Cannabispflanzen«. Darüber hinaus tauchte der Fall »auch in einem vertraulichen Lagebericht des Bundesinnenministeriums auf – in der Rubrik ›Organisierte Kriminalität‹.« Im richtigen Leben heißt der Mann Markus Barenhoff und war seinerzeit Stellvertretender Bundesvorsitzender der Piratenpartei. Auf einem T-Shirt warb er mit dem Slogan »Demokratie. Transparenz. Bürgerrechte« – was wahrscheinlich nur für seinesgleichen gelten soll, aber nicht für Menschen mit anderer Meinung.

 

Antifaschist = Faschist

 

Der Ausdruck »Linksfaschisten« war übrigens nicht übertrieben – jedenfalls nicht, was einen gewissen Fabian Hoemcke angeht. Er nennt sich in seinem Twitter-Profil ganz offen »Linksfaschist, Feminazi, Gutmensch«. Dass er auf seinem YouTube- und Google+-Profil gleichzeitig das Logo einer »Antifaschistischen Aktion« führt, scheint ihn nicht zu stören – was eindrücklich beweist, dass Faschismus und Antifaschismus tatsächlich ein und dasselbe sind.

 

Spannend ist zudem, dass sich auch deutsche Firmen an der Anti-KOPP-Hetze beteiligen. Ganz offen meldet sich da etwa ein »Online-Marketingmanager der Deutschen Telekom« namens Jan Schuster zu Wort. Der Marketing-Mann der Deutschen Telekom twittert ein Foto einer Plakatwand des KOPP Verlags und schreibt: »Manche Aufträge sollte man besser ablehnen @DB_Bahn«. Auf seiner Website veröffentlicht Telekom-Mann Schuster ansonsten Gedichte wie:

Friede

Friede Springer

Friede den Hütten, Krieg den Palästen!

Friede, Freude, Eierkuchen?

Friede sei mit dir.

»Auch beim Hbf Freiburg wirbt der Kopp Verlag. Warum @DB_Bahn?«, twittert ein gewisser Norbert Hense, der sich in seinem Twitter-Profil als »Grüner« und »Schalker« bezeichnet. Laut seiner Website war aber auch er früher bei den Piraten aktiv: »Zwischenzeitlich war ich dort Politischer Geschäftsführer des Bezirksverbandes Freiburg sowie Stellvertretender Landesvorsitzender. Außerdem trat ich zur Landtagswahl 2011 und Bundestagswahl 2013 an.« Außerdem war er demnach Mitglied im Bundesvorstand der Jungen Piraten, bevor er später den Grünen beitrat.

 

Auf Twitter verlangten einige der Denunzianten ganz offen die Entfernung der KOPP-Werbung: »Liebe DB_Bahn, wieso hängen bei euch auf den Bahnsteigen Plakate vom Kopp Verlag, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird?«, behauptet wahrheitswidrig ein »moritz d« aus Dettingen/Teck, seinem Profil zufolge ausgerechnet Mitglied beim Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Denn der KOPP Verlag wird nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Aber das ist noch nicht das eigentlich Schockierende.

 

Das eigentlich Schockierende ist, dass die Deutsche Bahn gegenüber dem Denunzianten-Mob einknickte. »Auch andere Reisende haben uns schon darauf aufmerksam gemacht«, antwortete das »Twitterteam« der Deutschen Bahn auf die Anfrage von »moritz d«. »Wir warten noch auf eine Rückmeldung des Fachbereiches. /ma«. Am 15. Januar 2016 erhielt Verleger Jochen Kopp schließlich eine Mail des zuständigen Plakatvermarkters: »Die Deutsche Bahn und der Anbieter sehen sich aufgrund des regen ›Anstoßes‹ in den sozialen Netzwerken (Twitter/Facebook) [gezwungen?], die Plakatierung in der Dekade 2 zu stoppen. Alle Plakate müssen überdeckt werden. Dies betrifft in dieser Kampagne bisher ca. 592 Standorte von 1.340.«

 

Diesen Skandal werden wir in einem eigenen Artikel behandeln. Bis dahin noch so viel: Ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen Zwangsmedien meldeten in Sachen KOPP Vollzug. Ein gewisser Udo Stiehl verkündete auf Twitter: »Bei der Kopp-Werbung hat die Bahn reagiert und lässt sie entfernen.« Laut eigenem Profil ist Udo Stiehl »Nachrichtenredakteur« und Sprecher bei WDR und Deutschlandfunk...

 

Lesen Sie im nächsten Teil:

 

  • Wie das Staatsunternehmen Deutsche Bahn Zensur ausübt

  • Wie CDU, SPD und ein Milliardär der Atlantikbrücke die Deutsche Bahn lenken

  • Wie Deutsche Bahn und Linksfaschisten gemeinsam die Meinungsfreiheit angreifen

 

 

 

 

 

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