Wednesday, 31. August 2016
08.03.2013
 
 

Piercings, Tattoos, Diäten: Totaler Krieg gegen die Geschlechter?

Gerhard Wisnewski

Tattoos, Piercings, Frisuren, Diäten – alles nur Mode und eben »modern«? Oder steckt mehr dahinter? Was wäre, wenn all diese »Moden« ineinander greifen würden wie Zahnräder eines Uhrwerks und am Ende ein anderer Mensch dabei herauskäme? Was für Auswirkungen haben diese »Trends«, und wo werden sie uns hinführen? Für KOPP-Autor Gerhard Wisnewski dienen sie der Umgestaltung der Geschlechter, die erst zur Entstellung und dann zur Abschaffung der Menschen führen wird.

Es war einmal eine tolle Erfindung: Um die Evolution schneller voranzubringen, kam die Natur auf die »Idee«, Individuen für die Fortpflanzung nicht nur zu vervielfältigen, sondern verschiedene Erbsätze zu kombinieren. Und zwar durch Sex. Daher schuf »sie« zwei verschiedene

Geschlechter, die sich gegenseitig zur Produktion von Nachkommen brauchten. Damit sich die Geschlechter auch wirklich paarten, kam der Sexualtrieb hinzu und etwas, das ihn auslöste: der Angeborene Auslösende Mechanismus (AAM) oder auch »Schlüsselreiz«.

 

»Schlüsselreiz« deswegen, weil diese vor allem optischen Signale in die Wahrnehmung des jeweils anderen Geschlechts passten wie ein Schlüssel ins Schloss. Nimmt ein Geschlecht die Schlüsselreize des anderen wahr, wird der Sexualtrieb geweckt und die Paarung eingeleitet. Wie der Bart eines Schlüssels, der für ein bestimmtes Schloss geschaffen wurde, sind diese Schlüsselreize also ein Code. Sendet ein Geschlecht diesen Code aus, wird das andere derselben Art darauf reagieren. Das Ganze sind angeborene Verhaltensweisen oder »Instinkthandlungen«, ohne die Sex und Fortpflanzung nicht funktionieren können.

 

Würde die Paarung mit übermalten Schlüsselreizen noch funktionieren?

 

Ein Code wird gestört

 

Schlüsselreize steuern aber nicht nur das Sexual-, sondern viele Aspekte des Sozialverhaltens. Berühmt ist zum Beispiel das Stichling-Männchen, das eine primitive Papp-Attrappe als Rivalen attackiert, wenn man dem Papp-Fisch einen roten Bauch verpasst. Schon das zeigt, dass optische Schlüsselreize sehr einfache »Abzeichen« sind, die dem anderen wesentliche Informationen geben. Und genau nun wird es interessant. Man kann diesen Code nämlich auch stören. Und zwar, indem man die Schlüsselreize verändert, kaschiert, überpinselt oder sonst wie abändert, so dass sie nicht mehr funktionieren. Man stelle sich beispielsweise einen Erpel vor, dessen markant gezeichnetes Gefieder mit anderen Farben und Formen übermalt würde: Würde die Paarung dann noch funktionieren?

 

Die sogenannten »Moden«: Ein Geschlecht als Karikatur des anderen

 

Wohl kaum. Und dennoch wird genau das praktiziert, und zwar mit dem Menschen. Seit einigen Jahrzehnten werden so genannte »Moden« eingeführt, die das Erscheinungsbild von Mann und Frau nachhaltig ändern. Dabei gehorchen diese »Moden« nicht zufälligen Launen, sondern ergeben zusammen ein System, das die Schlüsselreize des Menschen so lange abändert, bis dieser »Geschlechtercode« nicht mehr funktioniert. Durch Diäten, Piercings, Haarschnitte, Muskeltraining, Kleidung und Tätowierungen werden die Geschlechter solange abgewandelt, bis sie jeweils zur Karikatur des anderen werden. Als Karikatur aber funktionieren sie nicht mehr. Wovon aus dem Boden schießende Samenbanken, Flirtschulen und Partnerinstitute ein beredtes Zeugnis ablegen. Was die Begegnung von Mann und Frau angeblich fördern soll, ist in Wahrheit nur ein Reparaturbetrieb für eine total gestörte Geschlechterkommunikation – die zu einer Art »sozialer Sterilisierung« führt. Und zusammen mit anderen Verhütungsmethoden zu weiter sinkenden Geburtenraten.

 

 

Die Muschelfrau von William Adolphe Bouguereau 1885...

 

 

Der Papst tritt auf den Plan

 

Dass das die Kirche auf den Plan ruft, ist natürlich kein Wunder. Erstens könnte das »Herumkrakeln« auf Gottes Schöpfung bereits per se als Blasphemie betrachtet werden. Schließlich ähnelt eine Tätowierung auf einem menschlichen Körper dem Versuch, ein Bild von Raffael mit einer Comic-Zeichnung zu »verschönern«. Zweitens gehöre es nach dem biblischen Schöpfungsbericht »zum Wesen des Geschöpfes Mensch, dass er von Gott als Mann und als Frau geschaffen ist«, sagte der scheidende Papst Benedikt XVI. bei seiner letzten Weihnachtsansprache an die römische Kurie am 21. Dezember 2012.

 

»Diese Dualität ist wesentlich für das Menschsein, wie Gott es ihm gegeben hat. Gerade diese Dualität als Vorgegebenheit wird bestritten«, kritisierte der Papst und nahm damit Bezug auf den modernen Gender-Wahn, nach dem die Geschlechter angeblich anerzogen und nicht angeboren sein sollen. Um das zu widerlegen, bedarf es keinerlei intellektueller Erörterungen, sondern lediglich eines Blicks auf den Unterleib eines Neugeborenen. Und zu dessen biologischer Ausstattung gehört natürlich auch ein spezifischer Verhaltensapparat.

 

 

...und heute?

 

Die Schöpfung wird abgeschafft

 

»Es gilt nicht mehr, was im Schöpfungsbericht steht«, fuhr der Papst fort: »›Als Mann und Frau schuf ER sie‹ (Gen 1, 27). Nein, nun gilt, nicht ER schuf sie als Mann und Frau; die Gesellschaft hat es bisher getan, und nun entscheiden wir selbst darüber.« Die oben angesprochenen »Moden« (die Benedikt nicht ausdrücklich erwähnt) sind dabei Mittel zum Zweck, um den Körper entsprechend umzugestalten. Mann und Frau werden »in ihrem Schöpfungsanspruch als einander ergänzende Gestalten des Menschseins bestritten«, so Benedikt. Und das hat weitreichende Folgen. Denn: Wenn es »die von der Schöpfung kommende Dualität von Mann und Frau nicht gibt, dann gibt es auch Familie als von der Schöpfung vorgegebene Wirklichkeit nicht mehr. Dann hat aber auch das Kind seinen bisherigen Ort und seine ihm eigene Würde verloren«.

 

Mit anderen Worten sind die beschriebenen »Moden« ein spektakulärer Eingriff in die Natur des Menschen und Werkzeuge bei der Umgestaltung und Abschaffung der Geschlechter. Da die Existenz dieser Geschlechter allerdings maßgeblich zum Erfolg des Menschen und des Lebens überhaupt beigetragen hat, kann man sich ausmalen, wohin das führen wird...

 

 

Der moderne Mann...

 

 

 


 

 

 

 

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