Saturday, 25. June 2016
25.10.2013
 
 

Rebellion gegen die USA: Das Rudel riecht die Schwäche

Gerhard Wisnewski

Die USA haben Angela Merkels Handy abgehört? Ganz was Neues. Oder etwa nicht? In Wirklichkeit haben die Vereinigten Staaten ihre Vasallenstaaten natürlich seit Jahrzehnten unter Kontrolle. Neu ist nur die Rebellion gegen die Macht des Großen Bruders. Und diese brach mit dem entscheidenden Schwächeanfall in der Syrienaffäre offen aus.

Homo homini lupus est, sagt der Lateiner: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Aber auch der Politiker ist des Politikers Wolf. Und wenn der Leitwolf nach Blut riecht und auf der Lichtung eine böse Niederlage erleidet, nimmt das Rudel die Witterung auf. Der Leitwolf wird nun selbst zur Beute. Diesen interessanten Vorgang können wir nun am Beispiel der USA beobachten. Die

Lichtung, das waren in diesem Fall Syrien und das Mittelmeer vor der syrischen Küste, von wo aus die USA den Leitwolf des östlichen Rudels, nämlich Russland, herausfordern wollten. Doch der östliche Leitwolf ließ den westlichen einfach ins Leere laufen, wodurch der ins Stolpern kam und hinfiel wie ein kleiner Welpe.

 

Rebellion im Rudel

 

Statt eines spektakulären Feuerwerks in Syrien stellte sich Anfang Oktober heraus, dass der US-Präsident nicht mal mehr seine Flüge zu internationalen Konferenzen zahlen kann – was in einem zuvor begonnenen Militärschlag gegen Syrien natürlich glatt untergegangen wäre. So aber saß der amerikanische Präsident mit heruntergelassenen Hosen da. Und wie das unter Wölfen nun mal so ist, ging das an dem Rudel nicht spurlos vorüber. Prompt brach überall die Rebellion aus.

 

Wie Schuppen fiel es den westlichen Rudelmitgliedern plötzlich von den Augen, dass sie von den USA flächendeckend abgehört werden. Dabei ist das schon seit Jahrzehnten bekannt, ja sogar selbstverständlich. Abhöranlagen wie beispielsweise im bayerischen Bad Aibling waren schließlich für jedermann weithin sichtbar. So tief kann man gar nicht ins Bücherregal greifen, um all die Bücher herauszuholen, in denen die flächendeckende Abhörpraxis der USA beschrieben wurde, wie beispielsweise in James Bamfords Standardwerk NSA: Nach dem Krieg entstanden in Deutschland »Dutzende von Horchposten«. Deutschland bekam NSA-Abhörstationen wie ein Kind mit Masern Pickel. Offiziell natürlich nur zum Abhören des Ostblocks.

 

Aber warum sollten die USA, wenn die Technik schon einmal vorhanden ist, nur den Ostblock ausspionieren? Freund und Feind gibt es für die USA schließlich nicht, sondern nur unterworfene Feinde und noch nicht unterworfene Feinde. Und in Wirklichkeit kann man auch zwischen Geheimdiensten und Telefonunternehmen schon lange nicht mehr unterscheiden. So schloss sich die NSA laut Bamford auch mit einer Reihe von Telekommunikationsunternehmen zusammen, zum Beispiel mit Verizon, und gründete ein »Konsortium namens Multiwavelength Optical Networking« (MONET). 1998 wurde dann »das erste große unterseeische Kabel für Mehrfach-Wellenlängen in Betrieb genommen. Es bildet eine Schleife, welche die Vereinigten Staaten mit Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland verbindet« (James Bamford: NSA, München 2001, S. 460).

 

Herr Greenwald und »die Wundervolle«

 

Bei Wikipedia gammelt seit Jahren ein Artikel über das weltweite angloamerikanische Abhörnetzwerk Echelon vor sich hin. Die Zielsetzung ist bekannt, nämlich »private und kommerzielle – und nicht-militärische – Kommunikation abzuhören«: »Das System dient zum Abhören bzw. zur Überwachung von über Satellit geleiteten privaten und geschäftlichen Telefongesprächen, Faxverbindungen und Internet-Daten.« Nur traute sich niemand, dagegen aufzumucken. Und das ist denn auch das eigentlich Neue an der Entwicklung, und nicht etwa irgendwelche »Enthüllungen« von einem dubiosen Informanten namens Edward Schneeberg (Snowden) und seinem medialen Mentor Glenn Greenwald. Auch Greenwald ist Eigentümer eines Rudels, nämlich von 11 (elf) streunenden Hunden und von einem Lustknaben namens David Miranda (zu Deutsch: »die Wundervolle«).

 

Schneeberg spielt nur den Enthüller für Tatsachen, die sowohl einer informierten Öffentlichkeit als auch den Sicherheitsbehörden der US-Vasallen längst bekannt sind. Das ist eben der Unterschied zwischen »bekannt sein« und »heraus kommen«. Der in Russland untergeschlüpfte »Informant« Snowden gibt den Informationen nur ein Gesicht und eine Stimme und sein Medien-Freund Greenwald bringt beides unter die Leute. Die totale Kontrolle über die Vasallen war schließlich Geschäftsgrundlage des westlichen »Bündnisses«. Nach dem Motto: »Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser« hatten die USA den westlichen Block schon immer fest im Griff. Vermutlich kann Angela Merkel nicht einmal das stille Örtchen besuchen, ohne dass die NSA es mitbekommt. Neu ist, wie gesagt, nur die öffentlichkeitswirksame »Enthüllung« durch einen Whistleblower und vor allem die Aufmerksamkeit der Claqueur-Medien.

 

Ein Biss in die fütternde Hand

 

Und neu ist auch die offizielle Rebellion der Vasallen-Regierungen:

  • Plötzlich guckt zum Beispiel Frankreichs Präsident François Hollande nichtsahnend in seine Zeitung (Le Monde), und was muss er da lesen: »Dank moderner Spionage-Software war die NSA demnach im Bilde, was Frankreichs Diplomaten in der Washingtoner Botschaft oder der New Yorker UN-Vertretung ausheckten. Vor allem aber schöpfte der US-Dienst Daten in Frankreich ab. Binnen eines Monats wurden dort rund 70 Millionen Telefonate registriert.« Na, so was! Davon hatte Hollande ja keine Ahnung! Prompt griff er zum Hörer, um den klammen US-Präsidenten zusammenzustauchen.

  • Oder Angela Merkel: Erfährt sie doch glatt, dass die NSA ihr Handy abgehört hat! Zum Beispiel die Gespräche mit ihrer Büroleiterin: »Hallo Beate, gehen wir heute zu dir oder zu mir – Annette kommt auch!« Zugegeben – ein schlechter Scherz. Aber die Frage ist ja: Was sollte die NSA denn sonst abhören, wenn nicht das Handy der Bundeskanzlerin? Etwa die Putzfrau? Aber statt – wie sonst – brav zu nicken und »danke« zu sagen, beißt sie plötzlich die Hand, die sie so lange gefüttert hat – und ruft den US-Präsidenten an, um ihn rund zu machen.

  • In Brasilien sagte die Präsidentin mit dem schönen Namen »Rousseff« wegen der Abhöraffäre einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in den USA ab.

  • Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif will plötzlich nicht mehr hinnehmen, dass die USA seine Staatsbürger mithilfe von Drohnen aus dem Hinterhalt ermorden und steigt Obama bei einem Staatsbesuch aufs Dach.

  • Auch die bisher US-freundliche Propagandaabteilung Amnesty International setzt die Drohnenangriffe auf die Agenda.

 

Bei Obama brennt die Hütte

 

Eine ganz neue Qualität ist auch die Einbestellung von amerikanischen Botschaftern durch die »Verbündeten«, insbesondere durch die Deutschen – so geschehen durch Guido Westerwelle. Denn die Deutschen sind eigentlich die Laufburschen im westlichen Bündnis. Wobei man dem deutschen Außenminister zugutehalten muss, dass er bereits früher zu rebellieren versuchte, beispielsweise in der Libyen-Krise, dafür aber noch mit dem Untergang der FDP bezahlen musste. Aber auch in Mexiko soll der lokale US-Botschafter (also der Chef der lokalen Geheimdienstfiliale) im Außenministerium antanzen.

 

Wie kann das plötzlich sein? Ganz einfach: Anhand der Syrienkrise wurde für die ganze Welt offenbar, dass Obama ein Loser ist, jedenfalls für die politische und diplomatische Welt. Wenn man so will, war die Syrienkrise die russische Revanche für die Kubakrise 1962, als die Sowjetunion den Schwanz ein– und anschließend ihre Schiffe abzog.

 

Kein Zweifel: Bei Obama brennt die Hütte. Überall flammen die über Jahrzehnte ausgetretenen Brandherde auf. Kurz nach seiner epochalen Niederlage in der Syrienfrage erleidet das US-Imperium einen Schwächeanfall. Und eins ist sicher: Wenn sogar schon Underdogs wie Deutschland zu kläffen wagen, ist das der Anfang vom Ende...

 

 

 

 


 

 

 

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