Tuesday, 31. May 2016
07.03.2013
 
 

Sicherheit: Wie Millionen Fluggäste für dumm verkauft werden

Gerhard Wisnewski

Schön brav lassen wir uns bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen durchleuchten, packen Flüssigkeiten in einen Plastikbeutel und nehmen jede erdenkliche Schikane auf uns, um endlich ins Flugzeug zu kommen. Und zahlen tun wir den ganzen Irrsinn natürlich auch – über die Flugpreise. Begründung für den Sicherheitswahn: Vermeintliche Terroristen, die sich an Bord irgendwelcher Flüge in die Luft sprengen wollten. Dabei würden echte Terroristen ganz andere Wege gehen...

25. Dezember 2009: An Bord von Northwest-Airlines-Flug 253 von Amsterdam nach Detroit herrscht die nach einem langen Transatlantikflug typische Geschäftigkeit. Manche pellen sich aus ihren Decken, andere gehen vor dem Landeanflug auf Detroit noch mal auf die Toilette. So auch der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, ein junger schwarzer Passagier auf Sitz 19A.

Allerdings bleibt er ungewöhnlich lange weg. Erst nach etwa 20 Minuten kehrt er zurück, nimmt auf seinem Fenstersitz Platz und legt sich eine Decke auf den Schoß. Dass Mitreisende plötzlich ploppende Geräusche aus der Gegend von Abdulmutallabs Unterleib hören und einen fauligen Geruch wahrnehmen, erregt zunächst keinen Verdacht. Vielleicht hat der Mann einfach Verdauungsbeschwerden.

 

Diese Assoziation löst sich umgehend in der übel riechenden Luft auf, als plötzlich eine Stichflamme aus Abdulmutallabs Schoß zuckt. Kein Zweifel: schon wieder ein islamistischer Anschlag. Heldenhaft stürzen sich zwei, drei Passagiere auf den Mann, ersticken das Feuer mit Decken und setzen Abdulmutallab fest. Fertig ist eine Weihnachtsgeschichte der ganz eigenen Art, wie wir sie in den letzten Jahren häufiger serviert bekamen: wie ein islamistischer Fanatiker just zu Weihnachten eine ganze Flugzeugladung Passagiere umbringen will (siehe auch verheimlicht – vertuscht – vergessen 2011).

 

Die Logik der Propaganda

 

An diese Propaganda-Logik sind wir inzwischen so gewöhnt, dass eigentlich niemand mehr Fragen stellt, wie solche »Bomber« ihre Knallfrösche überhaupt ohne Hilfe von Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden durch die Kontrollen schmuggeln konnten. Denn für den Normalfluggast erscheint ein Flughafen wie der reinste Tresor: Nicht einmal eine Maus käme hier ohne Genehmigung hinein, ohne stante pede verhaftet zu werden. Während die Passagiere durch Sicherheitsschleusen und Nacktscanner marschieren, ihre Schuhe und manchmal auch mehr ausziehen müssen, sind die Flughäfen jedoch keineswegs die hermetisch abgeriegelten Gelände, die man der Öffentlichkeit vorgaukelt. Selten wurde das so deutlich wie bei dem Diamantenraub in Brüssel am 18. Februar 2013. Die Täter stellten sich nicht etwa an irgendwelchen Kontrollen an, sondern bretterten mit ihren Autos einfach durch den Flughafenzaun – schon waren Passagiere, Fracht und Piloten in ihrer Gewalt. Gut, dass sie nur Diamanten wollten.

 

Ein Tresor mit Wänden aus Pappe

 

Klar wurde dabei: In Wirklichkeit gleicht ein Flughafen zwar einem Tresor mit einer meterdicken Tür, aber mit Wänden aus Pappe. Die Einfassungen der Airports sind erstens kilometerlang, bestehen zweitens manchmal nur aus primitiven Zäunen und können drittens kaum geschützt werden. Während die »Tür« des Tresors angeblich Kriminelle und Terroristen abhalten soll, beeindruckt sie in Wirklichkeit nur Fluggäste und Laien. Denn Profis wissen: Wenn man in einem Flughafen etwas rauben, ein Flugzeug entführen oder gar zum Absturz bringen will – nirgends gibt’s das so billig wie auf dem Flugfeld oder den Start- und Landebahnen. Denn schließlich, gibt der Sicherheitsexperte Anthony Roman von der Detektei und Sicherheitsfirma Roman & Associates zu bedenken, hätten die Diamantenräuber von Brüssel ja auch ohne weiteres das Flugzeug entführen können. Der Überfall enthielt bereits Elemente eines Hijackings, da die Täter den Piloten mit vorgehaltener Waffe zwangen, die Frachttür wieder aufzumachen. Und: »Wenn man in diesen Flughafen eindringen kann, kann man in jeden anderen auch eindringen«, so Roman.

 

Nickerchen im 747-Cockpit

 

Eben. Denn Brüssel ist »keineswegs ein Einzelfall«, berichtete das Nachrichtenportal 20min.ch. Um in einen Flughafen einzudringen, bedarf es nicht einmal zu allem entschlossener Täter. »Auch anderswo auf der Welt« gelangten sogar ganz normale Menschen immer wieder auf das Flughafengelände, ohne dass irgendein Hahn nach ihnen krähte. Da wäre zum Beispiel jene 48-jährige Frau, die im Juli 2011 nachts um 1.35 Uhr den Sicherheitszaun des Taiwan Taoyuan International Airport überwand. Damit nicht genug, schnappte sie sich ein herumstehendes Fahrzeug und gondelte über 1,8 Kilometer bis zum Flugfeld. Anschließend kaperte sie auch noch ein Gangway-Fahrzeug, steuerte es zu einer Boeing 747, kletterte hinein und legte sich – wahrscheinlich etwas müde geworden – in der Cockpit-Ruhezone schlafen, wo sie am nächsten Morgen um 7.20 Uhr entdeckt wurde. Hätte die Frau eine Boeing 747 fliegen können, hätten wir vielleicht einen neuen 11.9. erleben können – diesmal einen echten (siehe relax.com, 9.7.11).

 

Verfolgungsjagd auf dem Runway

 

Wie leicht Anschläge in Wirklichkeit fallen würden, belegt auch ein Fall am Philadelphia International Airport. Im März 2012 bretterte ein Drogenabhängiger namens Kenneth Mazik mit seinem Jeep Cherokee durch das Tor 25 des Sicherheitszauns und kurvte die Landebahn hinunter. »Zeugen behaupteten, Mazik habe außerhalb des Tores geparkt, offenbar um auf die Landung eines Jets zu warten. Als ein Flugzeug zur Landung ansetzte, beschleunigte er angeblich, durchbrach das Tor und fuhr auf das Flughafengelände«, hieß es auf abcnews am 2. März 2012. Erst nach einer mehr oder weniger lustigen Verfolgungsjagd auf den beiden Ost-West-Runways gelang es der Polizei, Mazik zu stoppen.

 

Auch der New Yorker Flughafen JFK galt bisher als besonders sicher. Gerade erst hatte die Sicherheitsindustrie 100 Millionen Dollar für einen neuen Sicherheitszaun kassiert, der jeden Eindringling melden sollte. Bis Daniel Casillo kam. Das war nicht etwa ein genialer James-Bond-Typ oder ein durchtriebener Super-Einbrecher, sondern nur ein in Seenot geratener Jetski-Pilot. Draußen in der Bucht hatte sich Casillo ein Rennen mit seinen Freunden geliefert, als sein Wassersportgerät plötzlich versagte und seine Kumpels außer Sicht gerieten. Casillo schwamm nicht nur die drei Meilen bis zur Küste des Airports, sondern kletterte dort auch noch über den Zaun – und zwar in seiner grellgelben Schwimmweste. Anschließend trottete er tropfnass über zwei Startbahnen hinweg geradewegs zum nächsten Terminal, wo er von einem Delta-Airlines-Angestellten aufgegriffen wurde (New York Post, 12.8.12).

 

Mit anderen Worten sind die Sicherheitskontrollen hauptsächlich Theater und nützen vor allem der so genannten »Sicherheitsindustrie«. Eingeschüchtert werden dadurch vielleicht Urlauber, Geschäftsleute und nette Omas, die ihre Enkel besuchen wollen. Aber nicht professionelle Räuber und Terroristen. Schließlich muss man, um beispielsweise ein Flugzeug zum Absturz zu bringen, ja auch überhaupt nicht auf den Flughafen. Stattdessen stellt man sich mit einer Stinger-Rakete oder einer Panzerfaust und einem Jeep in einen Wald und wartet, bis einer der schweren Vögel vorbeikommt. Und während die Passagiere nach dem Start aufatmen, weil all der Sicherheitsterror vorbei ist, macht sich die Stinger bereits mit ihrem Infrarotsuchkopf auf den Weg. Schließlich beträgt ihre Einsatzreichweite vier Kilometer, unter günstigen Bedingungen vielleicht sogar zehn. Zum Selbstmord besteht für die Täter dabei gar kein Anlass, denn während die Rakete noch ihr Ziel sucht, können sie bereits davon brausen....

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Brüsseler Planspiele: EU will Strom jederzeit abschalten können
  • Der Euro-Soli: Startschuss für die neue Abzocke
  • Energiewende: Aus Strom wird Blutstrom
  • Nach Einschlag des Meteoriten: Geheimwaffen gegen Asteroiden

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Historische Gerichtsverhandlung: BBC steht wegen Manipulation von Beweisen und einseitiger Berichterstattung im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 vor Gericht

Prof. Michel Chossudovsky

Völliges Schweigen seitens der etablierten Medien. In Kürze wird in England ein historisches Gerichtsverfahren beginnen. Gegen die renommierte britische Sendeanstalt British Broadcasting Corporation (BBC) wird vor einem britischen Gericht wegen Nachrichtenmanipulation verhandelt.  mehr …

Geheimkommando Weltuntergang: Wie Machteliten uns vernichten (1)

Peter Dale Scott

Ich möchte hier auf vier größere und häufig missverstandene Ereignisse – die Ermordung John F. Kennedys, Watergate, der Iran-Contra-Skandal und die Geschehnisse des 11. September – eingehen. Dabei will ich sie als Teile eines tiefergehenden politischen Prozesses analysieren, der sie miteinander verbindet, und der dazu beigetragen hat, in Amerika  mehr …

Entdeckungsreise in die Wirklichkeit: Wisnewskis neues Jahrbuch 2013!

Gerhard Wisnewski

»Glauben Sie alles, was in der Zeitung steht? Nein? Das ist gut so«, meint der Autor Gerhard Wisnewski in seinem neuen Jahrbuch verheimlicht – vertuscht – vergessen 2013, das in diesen Tagen erscheint. Eigentlich wollten wir es hier rezensieren. Doch dann haben wir einen Blick auf das Vorwort geworfen und sind zu dem Schluss gekommen, dass darin  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Kokosöl, das beste Superfood unserer Tage

Hesh Goldstein

Für mich ist Kokosöl das Beste vom Besten. Bei meinen Nachforschungen habe ich mit Freunden festgestellt, dass es alle möglichen guten Eigenschaften besitzt: Es pflegt Haut und Haar, hilft beim Stressabbau, erhält gesunde Cholesterinwerte, stärkt das Immunsystem, sorgt für gute Verdauung und Stoffwechsel, wirkt lindernd bei Nierenproblemen und  mehr …

Geheimdienste: Schlechte Zeiten für Bargeld

Udo Ulfkotte

In vielen europäischen Staaten können sich die Bürger nicht vorstellen, ohne Bargeld zu leben. Ein Geheimdienstbericht enthüllt nun, wie Politik und Banken genau das vorantreiben.  mehr …

Geheimkommando Weltuntergang: Wie Machteliten uns vernichten (1)

Peter Dale Scott

Ich möchte hier auf vier größere und häufig missverstandene Ereignisse – die Ermordung John F. Kennedys, Watergate, der Iran-Contra-Skandal und die Geschehnisse des 11. September – eingehen. Dabei will ich sie als Teile eines tiefergehenden politischen Prozesses analysieren, der sie miteinander verbindet, und der dazu beigetragen hat, in Amerika  mehr …

HAARP: Aktiver Einfluss auf die Erdatmosphäre

Andreas von Rétyi

Eines der umstrittensten Großprojekte ziviler und militärischer Forschung ist das HAARP-Projekt in Alaska. Offiziell gibt man sich gern offen – da sei nichts geheim, das Programm diene der friedlichen Erkundung der oberen Erdatmosphäre. Und nichts weiter. Kritiker sehen dies allerdings schon seit Langem anders. Jetzt bestätigte die US-Marine:  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.