Guido »Underdog« Westerwelle: Hexenjagd in den Medien!
Eva Herman
Was derzeit mit dem deutschen Außenminister geschieht, sucht weltweit seinesgleichen: Was immer der Mann tut oder nicht tut, was immer er sagt oder auch nicht sagt, die immer radikaler links verortete deutsche Mainstream-Presse, Medien wie Zeitungen, Fernsehen, Radio und Online-Dienste zerpflücken ihn im Windschatten einer aufgebrachten Links-Opposition mit zunehmend wütendem Eifer. Man muss kein Freund Westerwelles sein, man muss auch nicht mit dem Programm der FDP liebäugeln, um klar erkennen zu können, was gespielt wird: Westerwelle soll weg! Längst ist er umzingelt von einer rot-grünen Übermacht, die inzwischen massiv und gefährlich nach links übergekippt ist, und die ihm vorhält, seine FDP sei »unsozial«, »radikal«, »extrem«, sie berge gar »marktradikale Extremisten«. Marktradikale Extremisten? Das bewegt sich schon ziemlich zielgenau in den Bereich des Justiziablen. Westerwelle hält dagegen: »Wenn Leistungsgerechtigkeit rechts ist, dann ist die Diskussion zu weit links.« Wohl wah

In diesem Spiel wird wieder einmal jener Mechanismus deutlich, dass das sicherste Mittel, um eine öffentliche Person von der Platte wegzuputzen, beharrliche Vorwürfe darstellen, diese Person sei »radikal« und »extrem«. Westerwelle sollte sich derzeit unbedingt davor hüten, irgendwelche Vergleiche, und seien sie auch noch so harmlos, mit dem Dritten Reich zu ziehen. Dann haben die in Wirklichkeit Radikalen ihr Ziel nämlich erreicht: Mit einem Aufschrei der Empörung und der öffentlichen Entrüstung würde er reflexartig, ohne jede weitere Prüfung und ohne Pardon als Staatsfeind Nummer eins wohl blitzschnell weggesäbelt werden.
Nach dem sozialistischen und kommunistischen Grundgedanken, dass alle gleich seien und alle gleiche Rechte haben sollten, werden Westerwelles Aufgaben als Bundesaußenminister einerseits und als FDP-Parteichef andererseits von den Medien kaum mehr unterschieden, es wird, wie häufig, einseitig bis selten richtig recherchiert oder aber, es werden Petitessen akribisch überrecherchiert, bis sie erst zu einem wahren Fall! werden. Alles kommt in den linksgarnierten Wunschtopf und wird zu einem klebrigen Einheitsbrei verrührt: Ob es die Begleitung seines Lebensgefährten auf Auslandsreisen ist – dies sollte einem homosexuellen Partner in unserem so großzügigen Land doch wohl ebenso erlaubt sein wie es einem Hetero- Paar zugebilligt wird – oder ob es sich um den Vorwurf handelt, Westerwelle würde auf seine weiten Reisen ausgewiesene Parteispender mitnehmen, was in Wirklichkeit nicht alleine eine Krankheit der FDP ist, sondern gleichermaßen bei allen Parteien alltäglich gang und gäbe ist.
Rückendeckung bekam Westerwelle jetzt von der CDU. Nicht von der Kanzlerin, die hält sich seit Wochen dezent zurück und spart mit helfenden Gesten. Sondern vom Unionsfraktionsvize Schockenhoff. Der hat der Opposition vorgeworfen, mit der Kritik an der Amtsführung von Außenminister Westerwelle eine Hexenjagd zu betreiben. Die Unterstellung von Interessenkonflikten sei kleinkariert, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Wer einen solchen Verdacht streue, gefährde die Funktionsfähigkeit der Regierung.

Als Guido Westerwelle am zurückliegenden Wochenende im nordrhein- westfälischen Siegen eine couragierte Rede zum bevorstehenden Wahlkampf hielt, gab er sich selbstsicher und zuversichtlich. Und das ist tatsächlich auch die einzige Haltung, um weiterhin bestehen zu können: Das Programm unerschrocken durchziehen! Die wildgewordene Meute kläffen lassen! Das erwartet der Bürger nun in allererster Linie von ihm. Westerwelle sprach wohl nicht zu Unrecht von einer Kampagne zur Vorbereitung eines Linksbündnisses nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Und er wandte sich an die anwesenden Medien, nicht etwa vorsichtig, sondern in klarer und deutlicher Sprache: Er fühle sich diskreditiert, verfolgt und er äußerte treffend: »Die veröffentlichte Meinung ist nicht die öffentliche Meinung!« Damit meint er, dass das, was die Medien denken und schreiben, noch lange nicht das gleiche ist, was die Bürger denken.
Und damit liegt er mehr als richtig, denn längst ist klar, dass viele Menschen im Land mit zahlreichen Berichterstattungen über unterschiedliche Themen, jedoch besonders über einzelne Personen des öffentlichen Lebens, längst nicht mehr einverstanden sind. Sie spüren die fortschreitende Manipulation, mit der zum Teil agitiert wird, immer deutlicher. Ihren Unmut verbreiten sie in Leserbriefen, vor allem jedoch im Internet in Blogs, Foren und Meinungsfreiheits-Vereinen, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Macht des Bürgers wächst! Die Medien sollten sich in Acht nehmen, denn eines Tages schlägt das Pendel zurück. Spätestens dann, wenn man in diesem Land der Meinung ist, dass die Vertreter der sogenannten »seriösen« Berichterstattung, die jedoch nachweislich in zahlreichen Fällen völlig unrecherchiert und hektisch unrichtige Meldungen voneinander abschreiben, überflüssig geworden sind.
Letztlich geht der Schuss sowieso nach hinten los, denn eines ist klar: Je heftiger und gleichzeitig unfairer eine Person öffentlich verfolgt, denunziert oder verleumdet wird, desto eher entsteht eine ganz besondere Auswirkung: Der Bürger schlägt sich, aus tiefem mitmenschlichen Schutzbedürfnis heraus und völlig unabhängig von der Sachlage, irgendwann auf die Seite des Schwächeren, einfach, um ihn vor weiteren Ungerechtigkeiten zu bewahren.
Auch die Medienvertreter sollten wissen: Das Leben ist kein ewiges Wunschkonzert, und wer da draußen mithalten will, sollte auch langfristigere Strategie-Auswirkungen in die Pläne seines Handelns einbeziehen. Beobachten wir das Spiel also aufmerksam weiter, die Hexenjagd auf Guido »Underdog Westerwelle!
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