Friday, 29. July 2016
19.01.2016
 
 

So funktioniert Lügenpresse im ZDF

Hans U. P. Tolzin

Am Sonntag, dem 4. Oktober 2015, hatte ich Besuch. Ein Kamerateam des ZDF kam drei Mann und eine Frau hoch zu mir ins Wohnzimmer, um mich in meiner Eigenschaft als Herausgeber der kritischen Zeitschrift impf-report zum Impfthema zu interviewen. Mit von der Partie waren zwei befreundete Allgemeinmediziner als Vertreter der DAGIA-Aktion, einer Ärztegruppe, die öffentlich die Einhaltung von wissenschaftlichen Mindeststandards bei der Zulassung von Impfstoffen fordert. Das Ergebnis: Der öffentlich-rechtliche Sender verdient einmal mehr das Prädikat »Lügenpresse«. Das kann jetzt jeder anhand des Originalinterviews nachvollziehen.

 

Eigentlich war es nicht direkt das ZDF, sondern die Firma medi cine GmbH, die viel für Fernsehsender produziert und mit ihrer Schwesterfirma red spider networks (rsn) unter anderem auf Industriefilme spezialisiert ist. Geplant sei, so die Redakteurin Barbara Radl, eine 45-minütige Doku zum Impfthema im Rahmen der Reihe WISO plus. Aber ja, so versicherte sie mir, es sei eine objektive Sendung geplant, in der Pro und Kontra gleichberechtigt dargestellt werden. Das musste sie auch versichern, denn wer lässt sich heute noch freiwillig im Fernsehen an den Impfpranger stellen?

Geglaubt hat ihr die faire Berichterstattung tatsächlich keiner der vielen angefragten impfkritischen Besucher von Elternstammtischen. Filmen lassen wollte sich niemand. Schließlich ist sie bei mir gelandet. Da ich ein unbelehrbarer Optimist bin und einfach nicht glauben will, dass alle Redakteure und Entscheider in den öffentlichen Rundfunkanstalten Lügner sind, hatte ich wieder einmal zugesagt.

 

Und was ist dabei herausgekommen? Der Film wurde am 5. November 2015 gesendet. Eine von Optik und Schnitt her wirklich gut aufgemachte Reportage, durch die ein geradezu unglaublich sympathischer Arzt und Journalist namens Dr. Christoph Specht führt, der sich zwar von vornherein als voreingenommen outet, aber natürlich nur das Beste für den Zuschauer und die Kinder will und selbstverständlich völlig objektiv ist.

 

Diese Produktionsfirma kann ich wirklich allen Interessengruppen mit genügend Geld in der Portokasse wärmstens empfehlen. Zweifellos könnte Herr Specht dem Zuschauer auch die Vorteile von Fast Food verkaufen, die Unausweichlichkeit von Atomkraftwerken, die Vorzüge von Genmais, die Chemotherapie als einzige Option bei Krebs, warum es notwendig sein könnte, bestimmte arabische Länder zu bombardieren, oder »Wir schaffen das!«, selbst wenn eine Milliarde Afrikaner auf der Flucht vor Elend und Krieg den Weg nach Deutschland sucht. Je nachdem, welche Grundaussage ein Auftraggeber mit Geld eben gerne hätte. Soweit meine Schleichwerbung für die medi cine GmbH und den Fernseh-Specht.

 

Aber hier war es ja die Notwendigkeit der öffentlich empfohlenen Impfungen, die der liebe Dr. Specht dem Zuschauer verkaufen musste. Die Dokumentation ist tatsächlich ein nahezu perfekter Marketingfilm geworden. Es werden zwar, wie man das inzwischen kennt, ein paar kritische Alibi-Anmerkungen zugelassen, aber letztlich ist laut Dr. Specht Impfen toll, die Hersteller machen zwar eine Menge Kohle, das ist wahr, aber dafür sind ja die interviewten Impfkritiker einfach nur doof.

 

Da wird im Film zunächst einmal mehr als fünf Minuten lang ein sogenannter SSPE-Fall ausgiebig ausgeschlachtet: Ein Mädchen siecht mit einer schweren Gehirnhautentzündung dahin, die laut offizieller Diagnose durch eine Masernerkrankung im Säuglingsalter verursacht wurde, aber erst Jahre später ausbrach.

 

Ich werde zwar in dem Interview zu Masern und SSPE befragt, aber auf eine Kürze geschnitten, die dem angeblich neutralen Moderator die Gelegenheit gibt, mich als Dummkopf darstellen zu können. Ich sage da nämlich im Film, dass SSPE letztlich eine Folge der Massenimpfungen gegen die Masern ist, da es SSPE vorher gar nicht gab.

 

Damit ist natürlich gemeint, dass gegen Masern geimpfte Mütter ihren Säuglingen keinen Nestschutz vermitteln können – und sie auf diese Weise einem (ungewollten) Infektionsrisiko aussetzen. Doch die Begründungen meines Standpunkts scheinen zu stören, denn sie werden im Film einfach herausgeschnitten. Und ohne Begründung sind sie natürlich für den unbedarften Zuschauer auch nicht nachvollziehbar. Darüber hinaus lässt der Moderator keines dieser verstümmelten Zitate für sich stehen, sondern setzt mich mit seinen Kommentaren gekonnt ins Unrecht.

 

So funktioniert also Fernsehjournalismus im ZDF. Kein Wunder, wenn den Massenmedien niemand mehr glauben will. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen ihre eigene systematische Verdummung nicht mehr über die Rundfunk- und Fernsehgebühren finanzieren wollen.

 

Meine Kollegin Angelika Müller hat den gesendeten (gekürzten und manipulierten) Ausschnitt und den entsprechenden ungekürzten Interviewteil in einem kleinen YouTube-Video von vier Minuten Länge einander gegenübergestellt. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

 

Ratschläge für Interviews mit »politisch Unkorrekten«


Aus meinen bisherigen Pressekontakten habe ich folgende Lehren gezogen, die auch für andere Interviewpartner, die »politisch unkorrekte« Positionen vertreten, interessant sein könnten. Vor einem Fernsehinterview bestehe ich von nun an auf die schriftliche Bestätigung von drei Voraussetzungen:

  1. Ich erhalte bis zu einem bestimmten zeitnahen Termin das ungeschnittene Interview als Videodatei.
  2. Meine Aussagen werden im Film nicht aus dem Zusammenhang gerissen, ins Lächerliche gezogen oder ins Gegenteil verkehrt.
  3. Die Ausschnitte, die mit meinem Interview im Zusammenhang stehen, müssen von mir für die Sendung explizit freigegeben werden.

Natürlich wird der Redakteur steif und fest behaupten, dass solche Bestätigungen nicht üblich und nicht möglich sind. Das ist Unsinn. Wenn er sich weigert, diese drei Zusagen schriftlich zu geben, dann hat er mit größter Wahrscheinlichkeit sowieso unlautere Absichten bzw. den Auftrag einer tendenziösen Berichterstattung. Gegen solche Vorhaben hilft auch der beste Optimismus nicht.

 

Falls es tatsächlich zum Interview kommt: Alle inneren Warnlichter sollten bei Ihnen aufblinken, wenn Sie der Redakteur mehrmals bittet, Ihre Aussagen noch einmal in aller Kürze plakativ zu wiederholen. Dann plant er sehr wahrscheinlich, Ihre Äußerungen aus dem Zusammenhang zu reißen und Sie als plumpen Ideologen darzustellen.

 

Anders gestaltet sich die Situation, wenn Sie an einer Livediskussion oder Quasi-Livediskussion teilnehmen, wo Ihre Äußerungen nicht gekürzt oder verfremdet werden können. Hier liegt es dann allein bei Ihnen, wie Ihre Stellungnahmen rüberkommen.

 

Wobei Sie sich von vornherein bewusst machen müssen, dass der jeweilige Moderator nur selten Ihr Freund ist, sondern Sie besonders dann, wenn Sie Ihre zentralen Argumente bringen, gekonnt das Wort abschneiden und den Gesprächspartner wechseln wird. Wer talkshowungeübt ist, so wie ich noch vor einem Jahr, der ist in der Regel dermaßen verblüfft über dieses unhöfliche Verhalten, dass er vergisst, angemessen zu reagieren.

 

Wenn Sie zu einer Talkshow eingeladen werden, dann schauen Sie sich am besten die Phoenix Runde und die Münchner Runde an, also Sendungen, an denen ich teilgenommen habe. Aber natürlich eignet sich auch jede andere Talkrunde zu kontroversen Themen für eine Analyse.

 

Und wenn es Ihnen bei allen Bemühungen doch nicht gelingt, die Profis vom Lügenfernsehen auszutricksen, bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen: Jede Erfahrung, auch vermeintlich negative, bringt uns weiter, sodass wir es beim nächsten Mal besser machen.

 

Und: Das Ende der Macht der sogenannten Mainstreammedien ist absehbar, wie uns die dramatisch sinkenden Auflagen und Zuschauerzahlen zeigen.

 

 

 

 

 

 


Die systematische Zerstörung unserer demokratischen Nationalstaaten und die Bedeutung von Grenzen!

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