Sunday, 28. August 2016
01.03.2016
 
 

Aufstand anständiger Akademiker gegen den großen Austausch

Heinz-Wilhelm Bertram

Universitäten sind heute verlässliche Produktionsbetriebe für den Typus linker Akademiker. Zu ihrem Entsetzen stellen rot-grüne Multikulti-Romantiker gerade fest: Im Uni-Betrieb gibt es auch Dozenten, die die »Flüchtlings«-Invasion kritisieren. Es ist ein kleiner, aber feiner Aufstand der anständigen Akademiker gegen den großen Bevölkerungsaustausch.

 

Die zwei Autoren von der Wochenzeitung Die Zeit sind in Sorge: »Darf ein Professor so was twittern, fragen die journalistischen Hüter der Staatsdoktrin hilfesuchend in die Runde. Aus der Sicht von Gutmenschen ist das unerhört, was da geschehen ist: Fangen doch jetzt sogar schon Professoren an, Merkels »Flüchtlings«-Politik zu kritisieren.

Das geht natürlich gar nicht. Wo kommen wir hin, wenn – nach AfD und Pegida – nun auch noch die Männer vom Katheder an der Staatsgrenze die Wiedereinführung geltenden Rechts anmahnen? Erdreisten sich die Dozenten am Ende gar, den fröhlichen Einzug der IS-Terroristen nach Deutschland zu behindern, ja zu stoppen?

 

Aber was hat er nun getwittert, der Professor, dass zwei Zeit-Journalisten um beständigen »Flüchtlings«-Nachschub bangen müssen? Und welcher Professor überhaupt?

 

Er heißt Thomas Rauscher (61) und ist Direktor des Instituts für ausländisches und europäisches Privat- und Verfahrensrecht an der Universität Leipzig. Ein Jurist also. Sogar ein renommierter. Das macht die Sache nicht leichter. Die Frage, ob der Professor »so was« twittern darf, dürfte damit von vornherein beantwortet sein. Selbst für linke Schreibposten von der Zeit.

 

»Danke, Frau Merkel, für ein anderes Land«

 

Aber man kann es doch trotzdem mal versuchen. Vielleicht ist ja der Herr Maas entgegengesetzter Ansicht, so wie beim Asylrecht. Auf seinem juristischen Abenteuerspielplatz ist es dem Bundesjustizminister schließlich auch ganz gut gelungen, den Sinn einer Staatsgrenze ins genaue Gegenteil zu verkehren. Alle Linken glauben seit Maas, dass eine Grenze heutzutage lediglich veranschaulichen soll, dass man sie nicht braucht.

 

Professor Thomas Rauscher möchte das aber nicht. Deshalb hat er auf Twitter – neben vielen anderen politischen Kommentaren – zum Beispiel Folgendes geschrieben:

 

»Dublin III gebrochen. Schengen zerstört. Marodierende Banden von Arabern und Afrikanern an Silvester. Danke, Frau Merkel, für ein anderes Land.«

 

Oder: »Wenn man Illegale nicht mehr ausweisen kann, ohne dass Gutmenschen sich inszenieren, ist das die Besetzung der EU durch Roma und ›Flüchtlinge‹« (man beachte, dass er »Flüchtlinge« scharfsinnig in An- und Abführung setzt).

 

Oder: »Wer ungeordnete Zuwanderung ablehnt, ist also latenter Rassist? Nein! Kulturen sind erhaltenswert. Jede an ihrem Ort. Auch unsere.«

 

Und, ergänzend: »Weltoffenheit ist: Begegnung der Kulturen. Kommen und wieder gehen. Lernen und verstehen. Eigenes und Fremdes achten. Nicht Deutschland ändern.«

 

Und: »Wann Deutschland voll ist, sollten bitte nicht die Zuwanderer entscheiden. Es ist unser Land

 

Da sind die Studenten von der Universität Leipzig vielleicht aus ihrer roten Kiste gefedert! Ob man Herrn Professor Rauscher auch siezen dürfe, fragten sie beleidigt.

 

Der Unbotmäßige half den Lehrlingen gerne weiter: »Nun schlagen sich meine Kritiker um die Frage, ob man mich siezen darf. So viel Demokratie und Freiheit ist in eurer/Ihrer Welt.« Der Studentenrat, der heute gendergetunt in einem substantivierten Partizip-Monster dahergekrochen kommt (»Studierendenrat«), warf Rauscher »Hetze gegen Muslime« vor.

 

Gegen die »Multiminoritätengesellschaft« und den »Konservenmenschen«

 

»Den Studenten, die sich meiner schämen, wünsche ich einen verfassungskonformen Umgang mit der Meinungsfreiheit«, diktierte ihnen der Jura-Professor ins Studienbuch. So viel kostenlose Demokratie- und Lebensschule für bedürftige Linke gibt’s nicht alle Tage.

 

Zum Ärger für die Belehrten sprang dem Juristen auch noch Professorenkollege Werner Patzelt, Politikwissenschaftler an der Universität Dresden, bei: Wissenschaftler, sagte er der Zeit, würden die Rechtmäßigkeit ihrer Arbeit »nicht aus der Zustimmung ihrer Hörer« beziehen, »sondern durch  die Begründetheit ihrer Aussagen«. Dass die Dozenten ihre politische Haltung auf externen Internetseiten kundtun – und nicht im Dienst –, macht sie rechtlich unangreifbar.

 

Nur gut 40 Kilometer entfernt, in Halle/Saale, wählte allerdings unlängst der Professor für Chemie Thomas Rödel eine andere Vorgehensweise.

 

Bei einer Eröffnungsansprache der Bundeskanzlerin im Max-Planck-Institut stand er auf, um gegen ihre »Flüchtlings«-Politik zu protestieren. »Ich wollte ein Zeichen setzen«, so Rödel.

 

Zu verschiedenen gravierenden Problemen im Land käme jetzt noch »diese enorme Herausforderung der Integration so vieler Flüchtlinge aus ganz anderen Kulturkreisen – und ein Ende ist nicht in Sicht«. Er habe da nicht das Gefühl, dass es reiche zu postulieren: »Wir schaffen das!« »Das erweckt bei mir kein Vertrauen, im Gegenteil«, sagte er der Jungen Freiheit (Nr. 8/2016, S. 3). In welchem Land seine Kinder eines Tages leben werden, frage er sich.

 

»Deutschland wird sich verändern«, pflegen dazu ebenso stereotyp wie orakelhaft die Chefs aus der rot-grünen Umwälzanlage zu antworten. Allen voran SPD-Gabriel. Eine »Multiminoritätengesellschaft« ohne kulturellen Mittelpunkt soll entstehen, sind sich der Staatsrechtslehrer Karl Albrecht Schachtschneider und der Soziologe Jost Bauch sicher.

 

Sie haben das Schreckensszenario von einem ausgelöschten Volk, in dessen Mittelpunkt ein dank Gehirnwäsche verkrüppelter »Konservenmensch« angestrebt werde, in ihrem Buch Einwanderung oder Souveränität? Deutschland am Scheideweg beschrieben.

 

Normannischer Kleiderschrank im Thor-Steinar-Dress

 

Einer, der sich besonders selbstbewusst gegen solch düstere Prognose auflehnt, ist Professor Ralph Weber (55), ebenfalls Jurist, und zwar an der Universität Greifswald. Er wurde erst kürzlich in die Schiedskommission der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gewählt und will zur Landtagswahl am 4. September als Direktkandidat antreten. Weber, von Statur ein normannischer Kleiderschrank, schreckt nicht so schnell etwas.

 

Er bekundete Sympathie für Jörg Haider und Thilo Sarrazin und beschwerte sich – noch vor seiner Berufung nach Greifswald – in einem offenen Brief bei Landesinnenminister Caffier über das NPD-Verbotsverfahren. Er nahm es sich sogar heraus, im Dienst Thor-Steinar-Kleidung zu tragen. Da gingen linke Studenten und das Uni-Personal an die Decke wie das berühmte HB-Männchen. Mit dem Ändern der Uni-Kleiderordnung waren sie schneller als der Schlüsseldienst.

 

Bereits am 13. März kandidiert Hans-Thomas Tillschneider für den Einzug der AfD in den Landtag Sachsen-Anhalt; er wurde auf Listenplatz 10 gewählt. Noch aber ist er Akademischer Rat auf Zeit am Lehrstuhl für Islamwissenschaften an der Universität Bayreuth, der die Habilitation anstrebt. Da es zurzeit Mode unter Politikern ist, bekenntnisorientierte Lehrstühle einzurichten, bezeichnet Tillschneider die islamische Theologie als »ein Hätschelkind der Politik«.

 

Sie hole die »Hinterhofmoscheen« an die Universitäten. Tillschneider nahm mehrmals an Veranstaltungen von Pegida in Dresden teil, der er sich in einigen Punkten verbunden fühlt. Den Leipziger Legida-Gründern stand er als Berater zur Verfügung.

 

Linke Studenten, die vorweggenommenen »Konservenmenschen«

 

Einen offenen Brief, den die Juso-Hochschulgruppe an Tillschneider schrieb, beantwortete er sogar freundlich, woraufhin ihm die Nachwuchsgenossen erneut schrieben. Man staunt, welch zeitaufwändige Aktivitäten der moderne Student im Universitätsbetrieb so entfaltet.

 

Es gab eine Zeit, da waren Studenten glücklich, in ihrer eigentlich gar nicht vorhandenen Freizeit fachfremde Bücher lesen zu können, Goethe, Schiller oder Kant zum Beispiel.

 

Aber der studierende Epigone von heute dient sich wohl schon fleißig seinen politischen Wortführern in Berlin an; er ist eine bereits beachtlich fortgeschrittene Vorwegnahme des »Konservenmenschen«, den die Umwälzungspolitiker in ihrer multikulturellen Gesellschaft zu formen gedenken.

 

Lesbar traurig müssen die Zeit-Autoren ihrem schon beachtlich modellierten Linksnachwuchs letztlich bescheiden, dass die Professoren »so etwas twittern« dürfen. Journalismus kann manchmal richtig wehtun.

 

 

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