Freitag, 9. Dezember 2016
20.03.2015
 
 

Der Antifa-Aktivist, ein sozialistisches Spitzenprodukt der Schulpolitiker

Heinz-Wilhelm Bertram

Keine Kenntnisse der einheimischen Flora, ein grob lückenhaftes Geschichtsbild, gravierende Defizite in Rechtschreibung und Sprache. Dafür Genderismus, Toleranzlehre und Ideologie ohne Ende. Die Schulbildung verfällt dramatisch. Doch die schwarz-rot-grünen Lehrplanarchitekten in den Kultusministerien leisten ganze Arbeit. Mit dem Antifa-Aktivisten produzieren sie ein sozialistisches Spitzenerzeugnis. Und für ihre Parteifreunde an den Hochschulen schaffen sie überflüssige Dozenturen ohne Ende.

 

Dem Beamten des Kultusministeriums kommt eine Idee: Zum mündlichen Abitur in Biologie an einem norddeutschen Gymnasium bringt er einen Strauß Wiesenblumen mit. Wie heißen diese Blumen? Er möchte es von dem Kandidaten wissen, der gerade in Molekularbiologie und Evolutionstheorie geglänzt hat. Nun schweigt der Primus verlegen.

 

Die Begebenheit könnte von heute sein. Ist sie aber nicht. Die Zeit berichtete über diesen Vorgang bereits 1992. Kennen also die Abiturienten von heute, eine Generation später, die Blumen, die auf der Schulwiese wachsen? Zur allgemeinen Beruhigung: Heute kennt sie in aller Regel nicht mal mehr der Biologielehrer.

Mit ihrem mangelhaften Fachwissen zur Artenkenntnis in der Botanik teilen selbst die Lehramtsabsolventen, immerhin die Vermittler und Multiplikatoren, ein wichtiges Merkmal mit den heutigen Schulpolitikern. Denn in den Kultusministerien sitzen schon lange keine Fachkräfte von Rang mehr, sondern bildungsferne Ideologen und Systemveränderer. Die Parteien haben sie gezielt in den Schlüsselpositionen zur sozialistischen Erziehung Heranwachsender verankert.

 

Historische Abfolgen werden nicht mehr erlernt

 

»Wir wissen, dass sich die radikalen Ideologen und Systemveränderer (...) den Institutionen der Sozialisation zugewandt haben«, schrieb mit Thomas Nipperdey (1927-1992) ausgerechnet ein Sozialdemokrat. Der Historiker hatte bereits Anfang der 1970er Jahre das Spiel der Hessen-SPD durchschaut: Die dortigen Genossen wollten das Schulfach Geschichte in »Gesellschaftslehre« umwandeln. Anstelle von Wissensvermittlung und Orientierungshilfe, so Nipperdey, sollten Indoktrination und ideologische Bevormundung treten.

 

Heute ist der Geschichtsunterricht in fast allen Bundesländern aufgeweicht, um es charmant zu umschreiben. In Berlin etwa findet er in den Klassen 5 und 6 namentlich gar nicht mehr statt, er ist marginal im Fach »Gesellschaftskunde« verstaut, wo er etwa mit dem Lernkomplex »Politische Bildung« wetteifert. Auch in anderen Bundesländern wurde das Fach Geschichte über Jahre hinweg anderen Fächern einverleibt.

 

Nach einsichtiger Wiederaufnahme von »Geschichte« in neuere Lehrpläne sehen diese kaum noch die chronologische Abhandlung von (deutscher) Geschichte vor; die Umerzieher in den Ministerien verordnen den Lernenden in aller Regel historische Schwerpunkte. Der dahinter stehende Plan ist leicht auszumalen: Beladen mit einem Tornister voller Schuld, geschnürt bei der Behandlung des Dritten Reichs, sollen die Schulabgänger ins Leben entlassen werden. Karl Martell? Thomas Müntzer, Ferdinand von Schill? Nein, sie waren nicht bei Deutschland sucht den Superstar und spielten auch nicht für Bayern München.

 

Gedichte auswendig lernen grenzt an Nötigung

 

Wer's nicht weiß, der sage ersatzweise den Zauberlehrling von Goethe auf. Kaum einer unter 1000 Schülern wird es können, denn Gedichte auswendig zu lernen wird Schülern nicht mehr zugemutet. Nach dem modernen Bildungsdogma, dass der Schüler dort abzuholen sei, wo er stehe, würde Auswendiglernen von Gedichten an Nötigung grenzen.

 

Dass damit ein ideales Sujet wegfällt, um Denk- und Sprachvermögen, also das Gegenteil von Phrase, zu schulen – einerlei. Der Grundschulverband beklagt gar schon, dass nicht einmal mehr die Schreibschrift erlernt wird. Wozu auch? Brachte doch der sozialistische Fernsehwecker Morgenmagazin am 4. März die Bild- und Symbolsprache mit Emoticons als denkbare Alternative zur Schreibschrift ins Gespräch.

 

Sogar wurde die Frage aufgeworfen, ob sich die illustrierten Stimmungsgesichter wohl zur Weltsprache eigneten? Weltsprache statt deutscher Sprache – welch hehres Ansinnen für die schwarz-rot-grünen Egalitätsfabrikanten.

 

In eine Katastrophe mündete die so genannte Reichen-Schreibart nach dem Schweizer Pädagogen Jürgen Reichen (1939-2009). Das von ihm entwickelte lautbezogene Schreiben ohne Rücksicht auf die Rechtschreibung wurde und wird an etlichen Grundschulen vermittelt – und kann den Schülern nur mit äußerster Mühe wieder aberzogen werden.

 

»Entbildete« Schüler sind gut manipulierbar

 

Warum aber eine solch komplexe Unterbewertung und Misshandlung der deutschen Sprache? Der Philosoph Harald Seubert ist überzeugt: »Wer die Macht der Sprache und die Stringenz tieferer Gedanken gekostet hat, wird geradezu allergisch gegen Manipulationen aller Art.« Noch drastischer formulierte es Erwin Chargaff (1905 – 2002), einer der letzten Universalgelehrten unserer Zeit und laut FAZ vom 10. August 1991 ein »Stilist von Gnaden«: Es sei die Sprache, schreibt er in Abscheu vor der Weltgeschichte, »die als der hauptsächliche Faktor in der Bestimmung der nationalen Identität betrachtet werden muss. Diese erschlafft mit dem Siechtum der Sprache.« Die Menschen, »verlassen in einer Welt ödester Massenmedien, sind gleichsam abgeschnitten davon, was ihre einstmalige Sprache an großen Werken hervorgebracht hat«.

 

Der Antifa-Aktivist – ein sozialistisches Spitzenprodukt

 

Wissensberaubte manipulierbare Menschen ohne nationales Bewusstsein zu produzieren, das ist der große Plan der schwarz-rot-grünen Umerzieher. Es ist der konkrete Gegenanschlag auf das Humboldtsche Bildungsideal von 1807/08. Wilhelm von Humboldt (1767-1835) sprach jedem Schüler das Recht auf Allgemeinbildung zu. Das staatliche Interesse am Nutzwert seiner Bürger war zweitrangig: Solange der Schulunterricht das allgemeine Bildungsrüstzeug für einen standesgemäß guten, anständigen, aufgeklärten Menschen mitgebe, »erwirbt er die besondere Fähigkeit seines Berufes nachher sehr leicht und behält immer die Freiheit, wie im Leben so oft geschieht, vom einen zum anderen überzugehen«.

 

Das konkrete Gegenteil dieses in Bildung und Charakter geformten Schülertypus fertigt die bildungsarme Schule von heute in Serie: Es ist der Antifa-Aktionist. Er ist das Spitzenerzeugnis der sozialistischen Schülerproduktion. Wissensberaubt, bescheidet er sich mit der Plattitüde: »Für ein buntes, weltoffenes, tolerantes Deutschland«. Er weiß nichts von der Verehrung, die seine erklärten Feinde der Buntheit, Weltoffenheit und Toleranz in Schillers und anderer Größen Dichtung entgegenbringen. Von den Eckdaten deutscher Geschichte besitzt er kaum Kenntnis. Sein Kunstverständnis entäußert er, indem er S-Bahnen besprüht.

 

Aber der »entbildete« Wüstling ist wichtig! Beschirmt er doch beim Demo-Einsatz gegen PEGIDA schlagkräftig seine Förderer und Lenker aus Politik, Kultusministerium, Gewerkschaft und Kirche. So erfährt auch Grobschlächtigkeit ihren Daseinssinn.

 

Seine Kombattanten sind krakeelende Mitschüler, Kommilitonen und ein, zwei Dutzend Dozenten. Sie sind an Schulen oder Hochschulen, die das Lernniveau, auch aus Rücksichtnahme auf Einwanderer, auch in den Naturwissenschaften, seit den 1970ern kontinuierlich gesenkt haben. Verflachung, Qualitätsverlust, Niedergang allüberall. Abitur für alle, Hochschule für jeden! An den Unis sind Vorbereitungskurse, Brückenseminare und Tutorien zur Aufarbeitung von Defiziten prallvoll. Dennoch liegt die Studienabbrecherquote bei bis zu 40 Prozent. Allein 25 Prozent der mit Abitur-Bestnoten Ausgestatteten exmatrikulieren sich.

 

Fazit und Ausblick

 

Doch die ungebildeten schwarz-rot-grünen Kontrollhalter für Lehrpläne in den Kultusministerien freut's. Sie können sich prima legitimieren, schließlich herrscht Hochblüte für noch mehr strukturelle Experimente mit der Schule – sprich für weiteren Murks. Auch ihre Genossen und Kollegen an den Hochschulen dürfen jubeln. Mit Feuereifer schaffen sie immer neue Dozenturen, Lehrstühle und Institute – vor allem »gegen rechts«. Heute gibt es den Toleranzprofessor, morgen den Genderprofessor. Stark im Kommen ist die Flüchtlingsprofessorin. Ihr Fachgebiet wird die Komparative Flüchtlingswissenschaft sein, die Kollegin übernimmt die Molekulare Flüchtlingswissenschaft.

 

 

 

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Leser-Kommentare (94) zu diesem Artikel

04.06.2015 | 13:58

Hotte

Danke, dass es hier bei Kopp so große Denker gibt, die das mit der Bildungsmisere durchschaut haben. Was wären wir ohne euch große, deutsche Freigeiste. Deshalb möchte ich Fehlgelenkter auch gar nicht weiter stören, weiter denken!


01.05.2015 | 12:04

jerry

Informationen zum Bildungsystem: www.Holger Strohm--Bildung--Schulzwang---youtube-video www.Eva Herman--Videos--y-TUBE


19.04.2015 | 18:27

wolfgang Elsner

Wenn das alles nicht so traurig wäre, würde ich jetzt schallend lachen. Deutschland uberbevölkert ohne viel Boden- schätze und mit mittelprächtigem Wetter, lebt von seinen ausgebildeten und gebildeten Menschen. Wenn das so weiter geht findet in unserem Land gerade eine besonders subtile Art des Suizid statt. Ich habe zwei wunderbare gebildete Söhne mit Familie, deren Zukunft ist ungewiss!!! Was können wir machen um uns das Drama Griechenlands oder Italiens hier zu ersparen???


11.04.2015 | 12:28

Claus

Antifa, kann es nur eine Wahrheit geben... ? Auch Untote können gehen...


24.03.2015 | 14:59

harriet

...der Antifa-Aktivist ist Sohn oder Tochter aus reichem Hause, der sich um wirklich nichts Sorgen machen müßte, ähnlich wie die Grünen in den Endsechzigern gegen den Kapitalismus demonstriert haben, sind eben diese heute die schlimmsten Kapital-Jünger - die heutigen Antifa-Schluffen sind die Aktien- und Wertpapierehalter von morgen, WETTEN DASS?!


23.03.2015 | 15:03

Aristoteles

Wir waren einst das Land der Dichter und Denker! . . . wie gesagt: "EINST"! Diesen ganzen Gender-Main-(Unfug)stream zu revidieren, wird Generationen dauern.

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