Thursday, 29. September 2016
06.12.2015
 
 

Oberhirte Heinrich Bedford-Strohm: Hetzen vom hohen Ross

Heinz-Wilhelm Bertram

Der Münchner Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wurde unlängst für die nächsten sechs Jahre zum Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. SPD und Grüne lachen sich ins Fäustchen: Mit dem SPD-Mann, der seine Mitgliedschaft derzeit ruhen lässt, steht den gut 22 Millionen deutschen Protestanten eine Galionsfigur vor, die der protestantischen Kirche ein ganz neues Evangelium verpasst: Kuscheln mit jedem (illegalen) Asylforderer, Hetze gegen jeden, der die Anwendung des Asylrechts fordert.

 

Haben Sie die Nase vom Flüchtlingsevangelium, das die Pastoren dieser Tage von den Kanzeln predigen, auch schon voll, lieber Leser? Überlegen Sie als Protestant auch bereits, ob es sich lohnt, in der Advents- oder Weihnachtszeit noch in die Kirche zu gehen? Keine Angst, damit sind Sie nicht allein.

 

Warum auch ein Kirchgang? Schließlich betet die evangelisch-lutherische Kirche heute lieber gefühlsduselige Willkommensverse, als die Botschaft der Bergpredigt zu verkünden. Sie predigt das, was wir vom Welcome-Media-Fernsehen ohnehin jeden Tag sehen und hören, rauf und runter, das ganze Jahr über: Willkommen, egal wie viele, wann und woher.

 

Ja, ganz begeistert predigt die Kirche den hunderttausendfachen Rechtsbruch. »Ihr Kinderlein, kommet« ertönt in einem ganz anderen Licht, als es das berühmte Weihnachtslied ursprünglich meinte. Die EKD verbindet damit den imperativen Verstoß gegen das Dublin-II-Abkommen, nach dem ein »Flüchtling« im ersten erreichten EU-Land zu bleiben hat.

 

Die Evangelische Kirche ist in ihrer Toleranz-Übergeschnapptheit sperrangelweit offen für hunderttausendfachen Verstoß gegen die Passvorschriften, gegen die Betretungserlaubnis und das Aufenthaltsrecht; sie pfeift also auf das Aufenthaltsgesetz (AufenthG), konkret auf § 14 Absatz 1. Die EKD befürwortet voll und ganz, dass sich unerlaubt nach Deutschland eindringende Asylforderer strafbar machen. Um tolerant zu sein gemäß dem linken Ideologie-Manifest fühlt sich der Klerus auf Seiten der Berliner Rechtsbrecher ganz zu Hause.

 

SPD und Grüne gratulierten dem Oberhirten kniefällig

 

Als Heinrich Bedford-Strohm kürzlich nach einem Jahr Amtszeit als Ratsvorsitzender der EKD für weitere sechs Jahre gewählt wurde, bezeichnenderweise im roten Dauerpleite-Stadtstaat Bremen, der nicht mehr weiß, wohin mit der Flüchtlingsmasse, ging sogleich eine Gratulationsadresse aus dem Leitstand der SPD an ihren geistlichen Genossen.

 

Darin bedankte sich SPD-Chef Sigmar Gabriel, »dass Sie von Anfang an deutlich gesagt haben, dass Fremdenfeindlichkeit weder mit dem christlichen Glauben noch mit einer demokratischen Kultur vereinbar ist«. Wir erkennen: dauerhaften Rechtsbruch an der Grenze zu unterstützen ist also für die SPD mit einer »demokratischen Kultur« locker vereinbar. Danke für so viel Affinität zum offenen Rechtsbruch, liebe SPD!

 

Auch im Gefechtsstand der Grünen klapperte sogleich die Tastatur. Eigentlich kennen wir Volker Beck eher von der Schwulenfront, wo er sich bekanntermaßen als eine Art Multifunktionswaffe gegen faktische und angebliche Homophobie in Stellung bringt.

 

Er ist aber auch »Religionspolitischer Sprecher« der Grünen. Als solcher beeilte er sich mit dem überfälligen Kniefall: Mit seiner Stimme, schrieb Beck, erinnere Bedford-Strohm »in gesellschaftlichen Debatten immer wieder an den Wert der Nächstenliebe«.

 

Allerdings ist es mit Bedford-Strohms Nächstenliebe gar nicht so weit her, wenn es um die wahrhaftig »Nächsten« geht. Zum Beispiel um die, die Rechtsbrüche gegen das Dublin-II-Abkommen nicht hinzunehmen bereit sind und dafür auf die Straße gehen.

 

Wie die Politik, so tritt auch die Kirche verbrieftes Recht mit Füßen

 

Bedford-Strohm konnte auf der Bremer Synode gar nicht schnell genug davor warnen, an Demonstrationen der AfD und Pegida teilzunehmen. Wer in der »schwierigen Situation« der Flüchtlingsströme »Gift in die deutsche Gesellschaft streut, stellt sich damit gegen alles, was das Christentum in seinem Kern ausmacht«, polterte der Oberhirte.

 

Für Bedford-Strohm gehört also massenhafter Rechtsbruch zum »Kern des Christentums«. Und damit natürlich auch die vom Staat mühselig unter der Decke gehaltenen strafrechts-relevanten Taten, die unzählige Asylforderer täglich begehen. Man muss sich das wirklich einmal vorstellen: Gottes rechte Hand auf Erden hetzt gegen jede arme Menschenseele, die auf die Einhaltung verbrieften Rechts pocht. Höre ich recht, lese ich recht? Was ist Herr Bedford-Strohm für ein Christ? Was will ich noch in einer Kirche, die verbrieftes Recht vorsätzlich und bewusst mit Füßen tritt?

 

Natürlich darf es in Bedford-Strohms Einlassungen nicht an Vokabular wie »radikalisierte Alternative für Deutschland«, »rechtsradikale Ressentiments«, »aufkeimender Rechtsterrorismus«, »rechtspopulistische Vorstufen« sowie »rechtsradikalen Hetzparolen« fehlen.

 

Die »Hetzer« sitzen immer oben

 

Nun aber Halt, Herr Bedford-Strohm: die Hetzer sind niemals unten. Unten sind die, die sich gegen die Hetzer von oben zur Wehr setzen und dafür auf die Straße gehen. Denn die Hetzer sitzen immer oben. »Man sollte sich (…) endlich einmal klarmachen, dass Hetze ein typisches Herrschaftswort ist«, schrieb Pankraz in der Jungen Freiheit Nr. 45/2015 vom 30. Oktober, S. 19. Die Hundemeute hetzt den Fuchs der freien Meinung. »In der Tagesschau und überhaupt in der offiziellen Rhetorik wimmelt es zur Zeit von schlimmen Hetzern«, so Pankraz weiter.

 

Nicht etwa der schlaue Fuchs oder der stinkende Dachs oder das borstige Wildschwein seien die Hetzer, »sondern der hoch zu Ross einher sprengende und von seiner kläffenden Hundemeute begleitete Gutsbesitzer und Platzhalter«.

 

Dieses Bild lässt sich ohne Weiteres auf den gegenwärtigen Politikstil übertragen. Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky oder Akif Pirinçci hätten sicher eine Menge dazu zu berichten. Die staatsfinanzierte Antifa und andere linke Schlägertrupps, die in diesem Film die Hundemeute spielen, werden sicher lieber prügeln als sprechen.

 

Als die Pfarrer Asylbewerber aufnehmen sollten, wurde es »ganz plötzlich ganz still«

 

In den gefühligen linken Begrüßungswelten gehört es dazu, wenigstens mal kurz bei den »Flüchtlingen« vorbeizuschauen. Das macht sich gut für die auf frisiertes Propagandamaterial erpichten Mainstreammedien. Herzerweichend die Nachricht aus dem Jahr 2011, als Heinrich Bedford-Strohm die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylforderer in München besuchte, um zu erleben, »welch interessante und eindrucksvolle Persönlichkeiten hier leben«.

 

Mein abschließender Vorschlag deckt sich ganz und gar mit dem Udo Ulfkottes in seinem beinahe schockierenden Aufklärungsbuch Die Asyl-Industrie, Seite 52, wobei die hoffentlich bald handelnden Personen – Herr Bedford-Strohm und Diakonie-Chef Ulrich Lilie – austauschbar wären:

»Herr Bedford quartiert jetzt erst einmal eine orientalische und eine afrikanische Großfamilie bei sich daheim ein, um jene sozialen Erfahrungen zu machen, die einfach wichtig sind, wenn man bei diesem Thema mitreden will. In der Schweiz wurden schließlich auch schon alle Pfarreien dazu aufgefordert, nicht nur von der Kanzel herab die Nächstenliebe zu predigen, sondern in jedem Pfarrhaus einige Asylbewerber einzuquartieren.«

Das Ergebnis dieser Forderung können wir uns wohl alle denken: »Da wurde es dann ganz plötzlich ganz still«, schreibt Ulfkotte.

 

 

 

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