Monday, 26. September 2016
11.09.2013
 
 

Cleverer Test enthüllt: E-Mail-Hosts wie Google lesen routinemäßig Ihre E-Mails und verfolgen Ihre Links

J. D. Heyes

Wenn Sie bis jetzt noch nicht überzeugt sind, dass praktisch alles, was Sie im Internet tun, von einer Behörde oder Telefongesellschaft auf die eine oder andere Weise überwacht wird, dann sollte das Folgende Sie ein- für allemal überzeugen.

Wie die Londoner Zeitung Daily Telegraph meldet, sind die großen sozialen Dienste – Facebook, Google und Twitter – dabei ertappt worden, dass sie Nachrichten, die über ihre Netze verschickt werden, ausspionierten. Die Ergebnisse des Versuchs hätten mehrere Gruppen bereits zum Anlass für neuerliche Kritik wegen der Verletzung der Privatsphäre genommen.

 

Im Telegraph heißt es:

Die Ergebnisse stammten aus einem Experiment, das nach Edward Snowdens Enthüllungen über die Ausspionierung von Internet-Benutzerkonten durch Regierungsstellen durchgeführt wurde. Die Firma High-Tech Bridge, ein Unternehmen für Internetsicherheit, wollte 50 der größten Internetfirmen auf die Probe stellen. Über ihre eigenen Systeme verschickte sie private Nachrichten, die die Internetadresse einer bestimmten Website enthielten. Experten in der Firmenzentrale in Genf verfolgten dann, welche Firmen diese Website anklickten.

Wie die Zeitung berichtet, öffneten innerhalb der folgenden zehn Tage sechs dieser 50 Firmen diesen Link, eine schamlose Verletzung der Privatsphäre. Darunter waren Facebook, Twitter und Google, außerdem das Diskussionsforum Formspring.

 

Firmen dementieren, was sie tun, aber es ist keine Frage, dass sie es tun

 

»Wir merkten, dass sie Links anklickten, die nur der Absender kannte und der Empfänger erhalten sollte«, sagte Ilia Kolochenko, der Chef von High-Tech Bridge. »Wenn die Links geöffnet werden, dann können wir nicht sicher sein, dass der Inhalt der Nachrichten nicht auch gelesen wird.«

 

»Alle sozialen Netzwerk-Sites möchten so viel wie möglich über unsere Hobbys und Kaufgewohnheiten wissen, denn diese Information hat für sie kommerziellen Wert«, sagte Kolochenko weiter. »Dass nur ein paar Unternehmen erwischt wurden, bedeutet nicht, dass andere ihre Kunden nicht überwachen. Vielleicht wenden sie einfach andere Techniken an, die schwerer zu entdecken sind.«

 

Bereits Anfang dieses Jahres hatten deutsche Wissenschaftler den Vorwurf erhoben, ein anderer Tech-Riese – schon mal von Microsoft gehört? – spioniere Kunden und User seines beliebten Skype-Dienstes aus.

 

Wie der Telegraph berichtet, wollten die Feiglinge bei Facebook die Ergebnisse des Versuchs nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte lediglich, das Unternehmen setze komplexe automatisierte Systeme ein, um gegen Phishing (Identitätsklau im Internet) vorzugehen und böswilliges Material zu reduzieren.

 

Aha.

 

Auch Vertreter von Twitter äußerten sich nicht direkt über die Studie, erklärten aber, das Unternehmen nutze ebenfalls »robotische Systeme«, um zu verhindern, dass Spam-Botschaften auf Kundenkonten landeten.

 

Ein Google-Sprecher war offener – und arrogant. »Das ist nichts Neues. Es ist einfach kein Thema.«

Mit Verlaub, das sehen wir anders.

 

»Im Prinzip sollten diese Unternehmen die Links nicht öffnen, aber in der Praxis geben sie ihren Kunden eine Dienstleistung«, sagte ein unabhängiger Experte, dessen Name nicht genannt wurde, dem Telegraph. »Der Schutz zählt mehr als jeder potenzielle geschäftliche Gewinn.«

 

Kritiker sagen, es solle mehr Sicherheitsmaßnahmen geben, aber ich sage: Alles fängt an mit einem Vorstand, der ethische Prinzipien achtet.

 

Nick Pickles, Leiter einer britischen Verbrauchergruppe namens Big Brother Watch, erklärt: »Damit ist wieder einmal bewiesen, dass für Unternehmen Profite wichtiger sind als die Wahrung der Privatsphäre. Unternehmen wie Google oder Facebook hängen davon ab, so viele Daten wie möglich abzuschöpfen, um ihre Werbung zielgenauer platzieren zu können. Sie dringen in unsere Privatsphäre ein, um ein genaueres Bild über unser Leben zu erhalten.«

 

Ironie und Heuchelei im Verhalten dieser Firmen

 

Es ist schon paradox, dass viele dieser Unternehmen zusammen mit dem Tech-Konzern Apple im Juli eine breite Allianz von Tech-Unternehmen und Bürgerrechtsgruppen gebildet haben, die bezüglich der Überwachungsprogramme der US-Regierung mehr Transparenz fordern.

 

Wie Fox News berichtet, fordert die Allianz, zu deren Mitgliedern 63 Firmen, Investoren, gemeinnützige und gewerbliche Organisationen zählen, in einem Brief an Präsident Obama und Abgeordnete des US-Kongresses, es solle Internet-, Telefon- und Webunternehmen gestattet werden, detailliert über Anfragen von Regierungsstellen zu berichten, auch wenn es um Informationen gehe, die für die »nationale Sicherheit« relevant seien.

 

Insbesondere wünscht die Allianz, dass die Tech-Firmen berichten dürfen, wie oft die Regierung Informationen über User anfordert, die Anzahl der Personen, Accounts oder Geräte, für die Informationen angefordert wurden, und wie oft die Regierung Auskünfte über den Inhalt von Nachrichten, über Abonnenten und/oder andere Informationen anforderte.

 

Im Übrigen haben viele dieser Firmen für die Weitergabe ausspionierter Nutzerdaten Millionen aus Steuergeldern angenommen, einen Bericht darüber finden Sie hier: http://www.naturalnews.com

 

 

Quellen:

 

DailyMail.co.uk

FOXNews.com

NaturalNews.com

 

 

 


 

 

 

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Neue Enthüllungen Snowdens zeigen: Privatsphäre und Datenschutz sind passé – NSA und GCHQ können Internetverschlüsselung aushebeln

Redaktion

Aus jüngsten veröffentlichten Dokumenten, die vom früheren Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an die Medien weitergegeben wurden, geht hervor, dass die Geheimdienste der USA und Großbritanniens Milliarden von Dollar investiert haben, um den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre auszuhebeln.  mehr …

Sicherheit im Internet – dringender denn je!

Redaktion

Der brandaktuelle Daten»schutz«skandal durch die Geheimdienstaktivitäten belegt erneut, wieviel Einblick Dritte in unsere PCs, E-Mails oder Smartphones haben. Kopp Online hat dazu Thorsten Petrowski, forensischer Inspektor mit Direktzugriff auf fremde PCs und Buchautor befragt: Wie sicher sind unsere Daten und wie können wir uns alle am  mehr …

Cloud-Speicher-Anbieter Mega arbeitet nach Schließung von Lavabit an eigenem innovativem, verschlüsseltem E-Mail-Dienst

Redaktion

Kim Dotcoms Cloud-Anbieter Mega plant nach eigenen Angaben einen sicheren E-Mail-Dienst, der auf Servern laufen soll, die nicht in den USA stehen. Zurzeit übt die amerikanische Regierung massiven Druck auf E-Mail-Dienste aus, die eine Verschlüsselung anbieten. Mega-Vorstandschef Vikram Kumar bezeichnete die Schließung des amerikanischen  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Nur noch wenige Wochen zu leben? 74-jähriger Krebspatient durch Weizengras geheilt

Jonathan Benson

Als Danny McDonald (74) aus Dunaff in Irland von seinen Ärzten erfuhr, dass er so schwer an Magenkrebs erkrankt war, dass er wahrscheinlich nur noch drei Monate zu leben habe, entschied er sich gegen die von seinen Ärzten empfohlene Chemotherapie und wählte stattdessen Heilung über seine Ernährung. Heute, vier Jahre später, geht es Danny sehr gut.  mehr …

Die Bombe Nachhaltigkeit

Janne Jörg Kipp

In diesen Tagen geht es im Nahen Osten sowie in Nordafrika (wie in Syrien) heiß her. Einer der Gründe ist die Angst der westlichen Staaten vor einem Ölschock, ein anderer Grund liegt in der Verschleierungstaktik gegenüber der hohen Verschuldung. Kriege sind bestens geeignet, um höhere Ausgaben zu rechtfertigen, Belastungen zu erhöhen und politisch  mehr …

Obama sollte wegen des Einsatzes von Chemiewaffen gegen Zivilisten lieber gegen Monsanto vorgehen als gegen Syrien

F. William Engdahl

Wenn es Präsident Obama und die US-Regierung ernst damit meinen würden, Mächten, die »chemische Massenvernichtungswaffen« einsetzen, eine Lektion zu erteilen, so würde er seine Streitkräfte nicht gegen Syrien richten – wo zurzeit noch niemand sagen kann, ob überhaupt und wenn ja, welche Chemikalien eingesetzt wurden und von wem –, sondern gegen  mehr …

Kein Land für alte Männer: Spezialeinsatzkommando erschießt 107-jährigen Mann in Arkansas

Redaktion

Am vergangenen Samstag starb in der Stadt Pine Bluff im Landkreis Jefferson im US-Bundesstaat Arkansas ein 107-jähriger Mann bei einem Schusswechsel mit einem Spezialeinsatzkommando der Polizei. Nach Behördenangaben wurde der Hundertjährige erschossen, nachdem er sich geweigert hatte, die Waffe niederzulegen und sich zu ergeben.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.