Wednesday, 22. October 2014
17.01.2012
 
 

Albanien: Liebe Mafia, bitte komm zu uns nach Deutschland!

John Lanta

Es ist niemandem so richtig aufgefallen. Unser inzwischen abgeklärt wirkender Außenminister Westerwelle, von dem angesichts der inneren Existenzkrise der FDP niemand mehr spricht, dafür umso mehr von seinem abgetakelten Parteikollegen, Dünnbrettbohrer Brüderle, dieser Außenminister also tauchte vor Weihnachten mit einem von der Welt übernommenen Reuters-Beitrag auf: über die erleichterte Einreise für Russen nach Deutschland. [1] Bei der Recherche über die in der Öffentlichkeit nicht bekannte Faktenlage stellte sich heraus, dass da irgendwo im üblichen professionellen Gekungel zwischen Journalismus und Amt zahlreiche Fakten weitergegeben wurden, die nicht einmal in den Institutionen von Ostausschuss [2] bis Deutsch-Russisches Forum [3] so genau bekannt waren.

Hintergrund sind die zahlreichen Beschwerden aus der deutschen Wirtschaft, dass durch sinnlose, unnötige, schikanöse Visa-Hürden »jährlich hunderte von Millionen Euro Schaden« angerichtet werden durch entgangene russische Aufträge, von der Frustration von hunderttausenden reisewilliger Menschen in beiden Ländern ganz zu schweigen. Hier gilt das Bundesinnenministerium als wichtigster Bremser – aus sicherheits- und migrationspolitischer Sicht. Heißt es. Die Wahrheit dürfte ganz woanders liegen. Moment mal, war dies nicht ein Beitrag über Albanien? Geduld, liebe Leser, gleich kommen wir dazu. Die Wahrheit ist: Das allmächtige transatlantische Netzwerk hat

etwas gegen die als zu eng und potenziell gefährlich empfundene deutsch-russische Freundschaft. Wird da in der feingetunten politischen Fernsteuerung gern mal ein CSU-Mann wie Hans-Peter Uhl, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste (PKGr), hergenommen, um da wahre Ungetüme von Blockaden zu errichten? Nicht vergessen, in just diesem »PKGr« sitzen die politischen Terrormanager [4] unseres Landes.

Jetzt zu Albanien, jetzt passt es richtig. Bei der Russland-Recherche verwies das Auswärtige Amt auf entsprechende Verlautbarungen der offiziellen Webseite des Ministeriums. [5] Und was ist da zu lesen? Neben so bedeutenden Wirtschaftspartnern wie Serbien und Montenegro erhält nun ab 2012 auch Albanien Visafreiheit. So steht es auf der Webseite.

Albanien? Das Albanien, dessen hoffnungsvolle und erfolgreiche Mafia inzwischen Teile von Hamburgs Reeperbahn kontrolliert – nach einer durchaus feindlichen Übernahme von den Russen? [6] Kleinere Gaunerbanden leeren in einem großen Hamburger Einkaufszentrum gerne mal am helllichten Tage die Regale ausgewählter Shops mit Edelmarken: große Reisetasche drunterhalten, leerfegen, weglaufen.

Und das ist ja noch gar nichts, verglichen mit den haarsträubenden Enthüllungen des bekannten investigativen Journalisten und Mafiaexperten Jürgen Roth aus dem Jahr 2005. [7] Da wird alles aufgefahren, vor allem in der ellenlangen Linkliste. Mit sehr viel Verbindungen in die Politik, die Wirtschaft, die Nato – und zu, halten Sie sich fest: [8] al-Qaida [9]. Es gibt ja auch die Kosovo-Albaner – und wir haben ja im Kosovo einen »polykriminellen Multifunktionsraum«, [10] wie sich das Berliner Institut für Europäische Politik in einer Studie im Auftrag der Bundeswehr vernehmen ließ.

Aber zurück zu Jürgen Roth. Er schreibt über BND-Recherchen, dass ein Albaner-Clanchef allein in Hamburg 300 Millionen Euro Immobilienbesitz hat. Überhaupt schauen bei seinen Aktivitäten alle weg: Polizei, Staatsanwälte, Richter. Man komme diesen Verhältnissen auch nicht so leicht bei, weil der Mann sich ja nie selbst die Finger schmutzig mache – und es sei unmöglich, geeignete Zeugen zu finden. Das geht ja auch so leicht: Höchstens zweimal muss man staatlicherseits auf Zeugen nicht so ganz gut aufpassen – und nie wieder stört einer die mafiösen Verbindungen unserer Politik. Oder ist einer der geneigten Leser lebensmüde?

Stimmt nicht? Noch so eine verrückte Verschwörungstheorie von Lanta? Dann lesen Sie doch einfach mal, was die Hinterbliebenen des größten Drogenbosses unserer Zeit, die direkten Angehörigen von Pablo Escobar, Chef des kolumbianischen Medellín-Kartells, zu sagen haben [11]: Am 28. November 1993 landete Frau Victoria Escobar am Frankfurter Flughafen. Mit Sack und Pack und allen Kindern. Pablo hatte gesagt, Deutschland sei sicher. Fantastisch, unser Ruf in Mafiakreisen.

Aber wir haben ja auch andere, härtere Tatsachen: In den 90er Jahren sendete das ZDF einen haarsträubenden, ausführlichen Bericht über den Sumpf des organisierten Verbrechens (OK) in Sachsen, mit Schwerpunkt Leipzig. Die Autoren schätzten das OK-Gesamtvermögen alleine in Immobilien der Landeshauptstadt auf zwei Milliarden Mark. In einem minutenlang laufenden Abspann wurden Namen von Geldwäsche- und anderen kriminellen Unternehmen eingeblendet. Unglaublich?

Die Geschichte reicht bis heute – und der sächsische Justizapparat [12] ist tief verwickelt. [13] Dies alles nur, falls irgendwelche Zweifel daran auftauchen, was hier in Deutschland jeden Tag geschieht. Zurück zu Roth [14] und seinem Beitrag von 2005: »Eher merkwürdig ist vielleicht, dass in einem berühmt-berüchtigten Lokal auf der Hamburger Reeperbahn, das diesem Albaner-Klan (wie fast die halbe Reeperbahn) gehört, Kosovo-Albaner als Hilfskräfte arbeiten, die gleichzeitig von der Bundeswehr zum Einsatz im Kosovo ausgebildet werden.«

Nein, das ist nicht nur nicht merkwürdig, das ist planhaft. Denn die CIA arbeitet aus guten Gründen schon lange [15] mit allen möglichen Verbechern überall auf dem Globus. [16] Und wir müssen da doch mithalten können – oder? Es geht da doch auch ein wenig um die »politische Gestaltungsfähigkeit«. Wenn jetzt also, wie in Sachsen, unliebsame Journalisten oder andere völlig überflüssige Zeitgenossen ausgeschaltet werden sollen, dann passiert demnächst eben ein Mafia-Mord. Die bösen Albaner, Neapolitaner, Chinesen..., immer diese Ausländer! Und damit die auch ein warmes und bequemes Umfeld haben, muss man eben einige von ihnen, möglichst abhängige und erpressbare Figuren (wo habe ich das nun wieder gelesen...) ins Land lassen, damit man die »staatlich brauchbaren Kriminellen« unter den Migranten in angemessenem Umfeld sicher unterbringen kann.

Als der Autor einen fachlich versierten Bekannten bei einer Wirtschaftslobby-Vereinigung anrief, mailte der zurück: »Visafreiheit Albanien besteht schon seit Ende 2010.« [17] Wie verdienstvoll. Schließlich wollen wir ja mit solchen bürokratischen Kleinigkeiten nicht etwa lukrativen Geschäften im Wege stehen, insbesondere wenn, wie bei den Albanern, nicht »nur« die offizielle Protektion, sondern gar eine Art »institutionelle Einbindung« derart hochkarätig ist. Sozusagen: staatstragend.

Die System-Opposition in Deutschland ist weit davon entfernt, sachangemessene Strukturen auch nur zu planen.

 

Quellen:

[1] Welt Online

[2] Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft

[3] Deutsch-Russisches-Forum

[4] Kopp Online

[5] Auswärtiges Amt

[6] Welt Online

[7] albania.de

[8] albania.de

[9] SETimes.com

[10] Süddeutsche

[11] Focus Online

[12] Stern.de

[13] Politaia

[14] Jürgen Roth

[15] Welt Online

[16] Youtube

[17] Balkanblog

 

 


 

 

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