Thursday, 17. May 2012
17.08.2010
 

»Moment mal!« Was krank macht

Klaus Rainer Röhl

Letzte Woche muss der Chefkommentator der Süddeutschen Zeitung Hans Leyendecker, dessen links-miesepetriger Kurs (»alles ist schlecht, besonders, wenn es aus Deutschland kommt«) hinreichend bekannt ist, in Urlaub gewesen sein, so konnte man vermuten. Denn seine Kollegen hatten sich den Scherz erlaubt, das auflagenstarke Blatt mit einer positiven Schlagzeile aufzumachen: »Deutschland zieht Europa aus der Krise!«

Es stimmte tatsächlich. Der oberste Miesmacher war in dieser Woche abwesend. So begeisterte sich das Münchener Blatt tatsächlich einmal ohne Häme für Deutschland. »Deutschland zieht Europa aus der Krise.« So war es auch. Nach den Daten des Statistischen Bundesamts stieg das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal um 2,2 Prozent. »Ein solches Wachstum zum Vorquartal gab es noch nie im wiedervereinigten Deutschland!«, schrieben die Statistiker, und Wirtschaftsminister Brüderle wollte nicht gerade von einem neuen Wirtschaftswunder, wohl aber von einem Aufschwung XL sprechen. Sein Ministerium erwartet nun auf dieser Basis für das Jahr 2010 ein Wachstum von drei Prozent. Das wäre mehr als das Doppelte der aktuellen Wachstumsprognose. »Wirtschaftswunder«, schrieb die FAZ in ihrem Leitartikel.

Glückliches Deutschland? Zu früh gefreut. Einen Tag später ist die ganze linksdrehende Presse wieder auf Angstkurs: »Rente erst mit 70!«, »Risiko Krankheit! Arm und krank: Nur 14 Prozent aller Deutschen leben gesund!« (selbst schuld!), »Die Deutschen werden immer älter – und immer kränker«, »Kranksein kostet jährlich 254 Milliarden!«, »Deutsche zahlen im Schnitt 3.100 Euro.«

Wer da nicht bereits krank ist, wird es. Vor Angst. »Angst essen Seele auf«, wusste schon der Filmemacher Fassbinder. Angst, die Abend für Abend über die Fernseher gesendet wird und jeden Morgen in der Zeitung steht: Schweinegrippe, das war mal. Eine neue unbekannte Grippe aus Indien, gegen die keine Antibiotika mehr helfen. Aus. Alles kaputt. Katastrophen über Katastrophen, überall in der Welt. Berge stürzen ein, reißen alles mit, Flüsse treten über die Ufer, Flutwellen (gigantische Flutwellen! Normale Flutwellen gab es ja immer), Überschwemmungen. Ausbleibende Überschwemmmungen, Dürren, (Jahrhundertdürren natürlich), Hungersnöte, so schlimm wie noch nie. Seit 1880. Letztere Jahreszahl ist neuerdings besonders beliebt. Besagt aber gar nichts. 1880 begannen die Aufzeichnungen von Temperaturen. Aber weder in China oder Indien noch in Afrika. Vor allen Dingen gab es 1880 keine Medien, die die Katastrophen aus der ganzen Welt bereits am gleichen Abend in die Wohnstuben brachten und – kommentierten. Das Erdbeben von Chile 1647 beschäftigte die Gemüter noch nach Jahrhunderten, siehe Kleist. Bei uns aber grassiert seit zwölf Jahren eine Seuche namens Klimawandel. Diese Mutmaßung hält sich zäh und ist völlig immun gegen die Realität immer neuer Untersuchungen (Die PAZ berichtete mehrfach). Die Kommentatoren und die Politiker malen weiter die Apokalypse an die Wand und fühlen sich durch jede Naturkatastrophe bestätigt. Alles geht in‘n Dutt. Überall Zerstörung. Von Menschenhand gemacht. Meist aus Profitgier, manchmal auch aus Machtgier, von den neuen Großstaaten wie China, Brasilien und Indien. Russland und USA sind ohnehin durch Greenpeace »nicht belehrbar«. Trotz Klimakonferenz, trotz nimmermüdem Einsatz des obersten Gutmenschen Obama. Der kann auch nichts durchsetzen. Was soll man da machen? Die Fernsehkommentatoren raufen sich die Haare.

Wie sollen denn die gequälte Natur, der geschundene Berg, der überwärmte Gletscher, der schmelzende Eisberg sich anders wehren als durch »Zurückschlagen« in Form von Fluten, (nie gekannten!) Sintfluten und (gigantischen!) Feuersbrünsten, Erdrutschen, damit der Mensch endlich vernünftig und bei der nächsten Weltklimakonferenz einsichtig wird? Vergeblich, trotz der schonungslosen Selbstaufopferung von Greenpeace und all ihrer Hilfstruppen werden »die Politiker« nicht vernünftig!

Deshalb kommen immer neue Katastrophen auf uns zu, und auch immer neue Krankheiten. Angst, Angst, Angst. Und Auflage, Einschaltquote, Erfolg. Noch gilt das uralte Gesetz des Journalismus – so uralt wie die Sintflutsage und die Götterdämmerung in der Edda: Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht.

Was tun, liebe Landsleute? Liebe – ausweislich der Geburtstagsanzeigen und Annoncen zur Goldenen Hochzeit im Blatt recht zählebige und mit haltbaren ostpreußischen Genen und Gleichmut ausgestattete – Landleute!

Gar nich um kümmern, würde ich vorschlagen. Angst muss nicht sein. Wer den Einmarsch der Russen, die Greuel der von Ilja Ehrenburg aufgewiegelten Rotarmisten, den Terror der tschechischen und polnischen Milizen überlebt hat und bis heute noch nicht gestorben ist, wird auch die Angstmache unserer Leitmedien überstehen. Im Notfall einfach abschalten, Stecker rausziehen, wenn gar keine guten Meldungen mehr aus der Flimmerkiste kommen, die Zeitung abbestellen, die PAZ lesen und im Internet Eva Herman und die KOPP Nachrichten anklicken. Wer noch kein Internet hat oder es nicht richtig bedienen kann – Enkelkinder einsetzen. Die können es, wenigstens das können sie immer. Im Übrigen können sie das, was wir, ihre Großeltern, ihren Eltern und ihnen beigebracht und mitgegeben haben. Und das ist mehr, als Google und Facebook ihnen je geben könnten. Schenken wir den Kleinen nicht so viele neue ipods und ipads bei unserem nächsten Besuch. Wir werden nicht wegen unserer Geschenke geliebt. Liebe kann man nicht mit Laptops erkaufen, Zuwendung nicht für Geld. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Die Ressource Oma und Opa sitzt derweil ungenutzt herum. Liebe Omas und Opas! Probieren Sie es, rechtzeitig und unermüdlich, auch wenn es mal Rückschläge gibt. Wenn es partout in der eigenen Familie nicht klappt, geht es in der Nachbarschaft, bei der Seniorenpatenschaft. Schenken Sie sich einem Kind: Es ist ja genetisch dazu angelegt, von Älteren und Verwandten in seiner Umgebung zu lernen, und es wird immer dankbar sein für die Zuwendung, für die man keine Kita-Erzieherin bezahlen kann. Und es wird vermutlich sein Leben lang die Oma oder den Opa nicht vergessen. Es wird die Lieder nicht vergessen und die Melodie der lange tradierten Musik, die Sprache der Märchen der Brüder Grimm, die zwar im 19. Jahrhundert erst aufgeschrieben wurden, aber meist ein viel älteres Sprachgut transportieren, diese Sprache wird in seinem Inneren noch mindestens bis zu seiner Studienzeit nachklingen und ihm helfen, seine eigene Sprache besser zu verstehen und das dümmliche »Denglisch« der Warenwelt leichter zu durchschauen. Und nur so wird es erst wirklich befähigt sein, die Schönheiten anderer Länder und anderer Kulturen richtig wahrzunehmen und sich an ihnen zu freuen, mit der Heimat im Herzen das Fremde zu umarmen. So einfach ist das. Andere Völker tun es auch, ganz selbstverständlich, Polen, Italiener, Griechen und Franzosen. Machen Sie gleich nach den Ferien einen Versuch. Fangen Sie damit an, eins der Märchen der Brüder Grimm zu lesen, am besten das Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen.

Da vergeht die Angst von allein. Und der Krankenstand in Deutschland nimmt ab. Die Angstmacher in den Medien aber bleiben unter sich, und machen sich gegenseitig Angst. Ihnen kann geholfen werden. Selbsternannte Therapeuten und Wunderheiler gibt es ja genug in Deutschland.

Gar nich um kümmern!

 

 


 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Betrügen Versicherungen ihre Kunden um mehrere Milliarden Euro?
  • Bevölkerungsschwund als Kaffeesatzleserei?
  • Enthüllt: Bilder von Nacktscannern werden gespeichert
  • Das Silber der Bundesbank: Krisenvorsorge der Durchschnittsbürger
  • USA: Die Mittelschicht liegt im Sterben

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Studie beweist: Deutsche Journalisten stehen politisch links und wollen Politik und ihre Leser beeinflussen

Torben Grombery

In der Berichterstattung der deutschen »Qualitätsmedien« klafft oftmals eine gehörige Lücke zwischen der öffentlichen und veröffentlichten Meinung. Viele Leser wenden sich bereits von ihren Tageszeitungen und Magazinen ab und informieren sich im Internet. Lesen sie bei uns über die Ursachen und Hintergründe um den Niedergang des deutschen  mehr …

Google Street View: Durchblick bis auf den Mittagstisch

Udo Schulze

Nicht mehr lange und es brechen paradiesische Zeiten für allerlei dunkle Elemente an. Besonders professionelle Einbrecher könnten sich über den Start des umstrittenen Google-Projekts Street View (deutsch: Straßeneinblick) die Hände reiben. Zeigen die Bilder im Internet doch detailgetreue Aufnahmen von Häusern, Straßen und Geländen. Wer sein Haus  mehr …

Neue US-Studie: Gen-Raps verseucht natürliche Bestände großflächig

Udo Schulze

Was die Gegner genetisch veränderter Pflanzen lange befürchtet haben, ist jetzt eingetreten. US-Wissenschaftler haben in einer groß angelegten Studie nachgewiesen, dass genmanipulierter Raps die natürlichen Bestände des Getreides angreift und verändert. Mitverantwortlich sollen dabei die Herbizide der Firma »Monsanto« sein.  mehr …

Gewässerverschmutzung durch Medikamente bedroht Leben auf der Erde

Mike Adams

Vor Kurzem legte der amerikanische Krebsausschuss des Präsidenten (PCP) US-Präsident Obama seinen Jahresbericht über die Krebssituation in den Vereinigten Staaten vor. In diesem Jahr stellte der Bericht vor allem Umweltfaktoren, die das Krebsrisiko erhöhen, in den Mittelpunkt. Dem Bericht zufolge stellen Medikamente ernsthafte Umweltschadstoffe  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Street View: Jetzt geht Google in die Luft!

Udo Schulze

Beim Thema Street View weht dem amerikanischen Internetgiganten Google inzwischen immer stärkerer Gegenwind ins Gesicht. Zahlreiche deutsche Stadtverwaltungen wollen jetzt mit einer Gebühr das Fotografieren ganzer Straßenzüge verhindern. Für Google Anlass, in die Luft zu gehen.  mehr …

Adolf Hitler im Ersten Weltkrieg (I) – Asozial oder guter Kamerad?

Michael Grandt

Noch immer ranken sich viele Legenden um Adolf Hitler. Das in Deutschland oft einseitig verzerrte, aber politisch korrekte Bild lässt, anders als im angelsächsischen Raum, jedoch häufig seriöses Quellenstudium missen. Doch 65 Jahre nach Hitlers Tod sollte man auch hierzulande objektiv über ihn berichten können - das sind wir unseren Großeltern,  mehr …

Studie beweist: Deutsche Journalisten stehen politisch links und wollen Politik und ihre Leser beeinflussen

Torben Grombery

In der Berichterstattung der deutschen »Qualitätsmedien« klafft oftmals eine gehörige Lücke zwischen der öffentlichen und veröffentlichten Meinung. Viele Leser wenden sich bereits von ihren Tageszeitungen und Magazinen ab und informieren sich im Internet. Lesen sie bei uns über die Ursachen und Hintergründe um den Niedergang des deutschen  mehr …

Bancor: IWF plant neue Weltwährung

Brigitte Hamann

Der Dollar ist auf dem absteigenden Ast, das ist auch den regierenden Eliten klar. Die Lösung ist einfach: Wenn ein Schiff sinkt muss man sich auf ein anderes retten.  Wenn die eine Kuh keine Milch mehr gibt schafft man sich eine andere an. Ein Plan dafür liegt bereits in den Schubladen des IWF: eine neue globale Papierwährung, die, so wird den  mehr …

Zunehmende Kritik am Fleischkonsum

Armin Risi

Am 19. August erscheint der US-Bestseller Eating Animals von Jonathan Safran Foer in deutscher Übersetzung: Tiere essen. Im Vorfeld liefert dieses Buch bereits Schlagzeilen, bei der Wochenzeitung Die Zeit sogar die Hauptschlagzeile auf Seite eins: »Lasst das!« (1) Gemeint ist Fleisch. Titelfoto: zwei Steaks. Die Fleischproduktion ist Ursache von  mehr …

Werbung

Newsletter – Jetzt kostenlos anfordern

E-Mail-Adresse

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.