Friday, 30. September 2016
19.09.2011
 
 

Nach SPD-Sieg: Bahn frei für Frühsexualisierung an Berliner Schulen

Laura Küchler

Die SPD hat gestern in Berlin die Wahlen gewonnen. Trotz leichter Einbußen bleibt Klaus Wowereit Bürgermeister der Stadt. Was die wenigsten Leute wissen: Zu seinem Wahlprogramm gehört die umfangreiche Frühsexualisierung an Kindergärten und Schulen. Vor allem Homosexuellen gegenüber sollen die Kinder jetzt verstärkt Toleranz lernen, indem sie in Rollenspielen selbst Schwule und Lesben mimen müssen, so der Plan des bekennenden homosexuellen Bürgermeisters. Dem inzwischen berühmt berüchtigten Medienkoffer, gegen den Tausende wütende Bürger bereits konzertiert ins Feld zogen, steht nach dem gestrigen SPD-Sieg nichts mehr im Wege.

Im Mai 2011 wurde im Rahmen der Initiative »Berlin tritt ein für sexuelle Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt« ein Koffer zusammengestellt. Dieser soll bereits Grundschuldkindern sexuelle Freiheit und Vielfalt vermitteln. Er enthält 25 Kinderbücher und ein Familienspiel, in denen unter anderem Homosexualität, Leben mit Behinderung und verschiedene Familienmodelle eine Rolle spielen.

Diese Thematik ging auch Hand in Hand mit dem Wahlprogramm der Berliner SPD. In diesem war explizit festgelegt worden, dass alternative Lebens- und Familienformen im Hinblick auf ihren Stand in der Gesellschaft gefördert werden sollen. So lautet unter anderem einer der SPD-Vorschläge,

dass an jeder Berliner Schule eine Lehrkraft als Ansprechpartner für Fragen der sexuellen Orientierung zur Verfügung stehen soll. Weiterhin wird eine völlige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe gefordert.

 

Auch im Kindschaftsrecht sollen Homosexuelle gegenüber der klassischen Familie nicht mehr »benachteiligt« werden. Die gleichen Rechte also für alle, auch wenn die Leistung – besonders im Hinblick auf das Eherecht – deutlich unterschiedlich ist.  Hier kann der Verdacht aufkommen, es gehe weniger um Gleichberechtigung als um die steuerlichen Vorteile, die die klassische Ehe zwischen Mann und Frau mit sich bringt. Dies alles wird dem Bürger natürlich unter dem Deckmantel der Toleranz verkauft.

Die in dem Koffer enthaltenen Materialen sind jedoch keineswegs als Beitrag zu Toleranz und Offenheit zu verstehen, sondern schlichtweg die Perversion dieser Begriffe. Ein Beispiel? Tolerant im Sinne dieses Koffers ist es, als Junge nur so zu tun, als würde man gerne Fußball spielen, obwohl man viel lieber heimlich mit Puppen spielt. Ein Mädchen hingegen soll heiraten, fährt aber lieber Motorrad und muss ihren Zukünftigen mit einem Kuss in einen Frosch verwandeln, um unverheiratet, kinderlos und ungestört alt werden zu können.

Der geneigte Leser wird sich an dieser Stelle an die eigene Kindheit zurückerinnern. Damals wurden geküsste Frösche noch zu Prinzen, damit sie gemeinsam mit der dazugehörigen Prinzessin dann »glücklich bis an ihr Lebensende« leben konnten. Der Koffer lässt keinen Zweifel daran, dass seine Macher dieses Modell für deutlich überholt halten.

Ein weiteres Thema, welches in diesen Unterrichtsmaterialien aufgegriffen wird, ist Homosexualität. Diese wird in der Geschichte eines Bilderbuches aktiv beworben: Eine alte Königin möchte ihre Regierungsgeschäfte aus Altersgründen an ihren Sohn abgeben. Dies ist jedoch nicht möglich, da er nicht verheiratet ist. Also lädt seine Mutter alle Prinzessinnen ein, um die Richtige für ihren Jungen zu finden. Er aber verliebt sich stattdessen in den mitgereisten Bruder eines der Mädchen – was seiner Mutter aber nichts ausmacht, denn dann gibt es eben »König und König«. Völlig normal, oder?

In einem anderen Büchlein lernt ein Mädchen den Lebensgefährten ihres Onkels kennen und lehnt ihn zunächst ab. Nicht etwa, weil er schwul ist, sondern weil sie ihn einfach unsympathisch findet. Er schafft es dann allerdings, ihr Herz mit Fußball zu erobern und alles ist wieder im Reinen. Die homosexuelle Lebensweise ist hier laut Beschreibung kein Hauptthema, sondern soll als natürliche Partnerschaft akzeptiert werden, ohne dass es dem Kind fremd erscheint.

Auch der positive Umgang mit alternativen Familienmodellen wie der »Regenbogenfamilie« wird beworben. So handelt eine Geschichte von einem Mädchen, das sich, wie alle Kinder, gerne berichten lässt, wie es eigentlich zu ihren Eltern kam. Das Mädchen ist jedoch ein Adoptivkind und malt anstelle ihrer »armen und jungen Mutter«, von der sie keine Fotografie hat, ein Bild der Unbekannten ins Album. Sie findet, ihre Mutter habe recht gehandelt, als sie sie weggegeben hat. Kein Wort von Trennungsschmerz und Fragen nach Herkunft und Heimat. Diese Problematik, die nachweislich viele Adoptivkinder beschäftigt, wird einfach ausgeklammert.

Der nach Einschätzung der Autorin dreisteste Verrat an konservativen Werten im Hinblick auf Rollenverteilung und Familie ist allerdings eine Geschichte aus dem Tierreich. Diese Geschichte hat sogar einen biologisch wahren Hintergrund, denn es geht um eine Seepferdchen-Familie. In dieser Geschichte wird zum Ausdruck gebracht, dass die Aufgabe einer Mutter einzig und allein darin besteht, dem Nachwuchs das Leben zu schenken im Vorgang der Geburt. Danach ist sie nicht mehr zuständig. Der Seepferdchenvater übernimmt die klassische Mutterrolle, versorgt die Kinder und verbringt Zeit mit ihnen. Die Mutter wird nicht mehr erwähnt. Anhand solcher Geschichten wird schnell deutlich, dass die traditionelle Familie für die Initiative hinter dem Koffer keinerlei Vorteile oder Bedeutung zu haben scheint.

Alles ist gut, so wie es ist – egal wie es nun eigentlich ist. Das scheint der Grundtenor der im Koffer enthaltenen Bücher zu sein. Doch halt, fehlt da nicht etwas in diesem Toleranztheater? An keiner Stelle ist die klassische Familie ein Thema, Heterosexualität erhält auch keine positive Bewertung, Mädchen, die mit Puppen spielen, und Jungs, die von Herzen gerne Fußball spielen und im Sandkasten raufen, sucht man ebenfalls vergeblich. Alles, was uns normal und althergebracht erscheint, wird von dieser Art von Pädagogik in ein schlechtes, gar intolerantes, eventuell sogar rassistisches Licht gerückt. Nichts darf sein, wie die Natur es bestimmt hat. Aber ansonsten ist selbstverständlich alles und jeder begrüßenswert und akzeptabel.

Ein großer Teil der Bevölkerung in Berlin und auch im restlichen Bundesgebiet findet diesen Koffer jedoch weit weniger begrüßenswert und möchte ihn ganz und gar nicht akzeptieren: Im Rahmen der Initiative »Staatliche Sexualisierung der Kindheit – Schützt uns davor!« sind bereits über 8.000 E-Mail-Petitionen an unentschlossene Kandidaten für das Berliner Abgeordnetenhaus geschickt worden. Diese wichtige Arbeit trägt bereits Früchte: Immerhin 51 der über 600 Kandidaten haben sich bisher für diese Initiative und somit gegen den Koffer ausgesprochen. Das ist noch lange kein Sieg über Egalitarismus und die Vernichtung konservativer Werte. Aber ein Schritt in die richtige Richtung und ein äußerst wichtiger Beitrag zum Schutze unserer Kinder ist es allemal. Es setzt ein Zeichen.

Ein sehr deutliches Zeichen setzte auch der Sprecher des Arbeitskreises engagierter Katholiken in der CDU, Martin Lohmann. Er gab dem Internetportal Freie Welt ein Interview, in welchem er das Vorgehen der politischen Fürsprecher dieser Frühsexualisierungs-Kampagne schwer verurteilte. Seine ausführlich geäußerte Kritik wird in einem Zitat besonders deutlich: »Ich halte es für ein Vergehen an kleinen unschuldigen Kindern, wenn verklemmte Erwachsene meinen, ihnen ihre eigenen Verirrungen aufzwängen zu müssen.«

Bezeichnend ist an dieser Stelle, dass Lohmann als Mitglied der CDU einer Partei entstammt, deren Abgeordnete sich überdurchschnittlich oft gegen den Koffer aussprachen. Kein Kandidat der Berliner SPD hat bisher Ähnliches verlauten lassen oder sich auch nur leise gegen diese Initiative ausgesprochen.

Wir schicken unsere Jüngsten in Schulen, damit sie Bildung und Wissen in angemessenem Rahmen vermittelt bekommen. Wir schicken sie nicht dorthin, damit ihnen fremde und unnatürliche Lebensweisen schmackhaft gemacht werden, schon gar nicht in der Grundschule, wo diese krampfhafte Sexualisierung keinen Platz haben sollte. Kinder benötigen keine aufgezwungene Offenheit, sondern ein geschütztes Umfeld, um sich wirklich frei entfalten zu können.

Niemand kann etwas dagegen sagen, wenn ein Junge gerne mal eine Puppe statt eines Rennautos zur Hand nimmt. Aber es kann nicht sein, dass man das Kind so lange in diese Richtung drängt, bis ihm alles andere als falsch und auf eine für es nicht begreifbare Weise verächtlich vorkommt. Heraus kommen nämlich keine toleranten, mündigen und weltoffenen Bürger. Stattdessen werden aus diesen Kindern verängstigte und verweichlichte Jugendliche und junge Erwachsene, die massive Schwierigkeiten mit dem Einfügen in die bestehende Gesellschaft haben.

Denn: Wenn nichts richtig ist, was ein Mensch von Natur aus tut – wie kann er sich dann selbst annehmen und akzeptieren? Der Koffer vermittelt den Gedanken, dass wir alle »irgendwie anders« sind. Aber das stimmt nicht. Manche Menschen sind behindert, manche homosexuell, einige wurden adoptiert, viele leben mittlerweile in Patchwork-Familien. Das heißt aber noch lange nicht, dass es erstrebens- oder wünschenswert sein muss, irgendeines von diesen Attributen krampfhaft auf die eigene Person zu beziehen – schon gar nicht alle zugleich. Kinder sollten sich auch annehmen dürfen, wenn sie nicht im Sinne dieses Materials »besonders« sind, sondern eben ganz normal.

Die Direktkandidatin der SED-Nachfolgepartei Die Linke in Berlin Steglitz-Zehlendorf, Franziska Brychcy, sieht in dieser Vermittlung von »sexueller Vielfalt« allerdings gar kein Problem. Ganz im Gegenteil. Für Frau Brychcy werden Kinder durch derlei Projekte von einer »extremen Menschenrechtsverletzung« befreit, die ihnen von ihren eigenen Eltern angetan wird. Damit meint sie, die laut eigener Aussage mit zwei Männern und vier Kindern ebenfalls in einer »Regenbogenfamilie« lebt, jene Einschränkungen, die Eltern ihren Kindern im Bereich Sexualität auferlegen. Dazu gehört für sie kindliche Nacktheit, das Berühren des eigenen Geschlechts, Verliebtsein in einen oder mehrere Menschen und das freie Ausleben der Sexualität in der Jugend. Solchen Tendenzen in bundesdeutscher Politik müssten frei denkende Bürger vorbeugen, so die Linke.

Dieser grauselige Medienkoffer ist leider kein Einzelprojekt in der Hauptstatt. Die schillerndsten Früchte des Gender Mainstreaming reifen in der Berliner Sonne. Zwar ist die Partie Die Linke nun auch erst einmal aus dem Hauptstadt-Spiel. Doch sind die Grünen auch nicht viel besser, im Gegenteil: Sie forderten schon in den 1980er-Jahren Straffreiheit für Pädophile.

Nur ein massiver Aufstand jener Menschen, denen ein Wertegerüst noch wichtig ist, könnte noch etwas an der gefährlichen Lage ändern. Denn die Medien nehmen keine andere Position ein als die Rot-Grünen. Und Bürgermeister Wowereit, der das alles gut so findet, bleibt bei seinem Kurs. Jetzt erst recht, nachdem er so emphatisch von den Berlinern unterstützt wurde. Was den Schutz unserer Kinder angeht: Ihnen wird im derzeitigen Berlin niemand mehr helfen.

 

 


 

 

 

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