Donnerstag, 30. März 2017
20.05.2016
 
 

Dresche für das Internet-»Pack«, freie Fahrt für Rüpel-Medien

Markus Gärtner

Die Stiftung Warentest hat einen »Bußgeldkatalog für Web-Beleidigungen« aufgestellt. Sie dehnt ihre Qualitätsprüfungen auf die wogende Diskussion im Internet aus. Um »rationale und sachliche« Debatten zu fördern, so erfahren wir bei Mainstream-Publikationen wie Meedia und der Welt. Wo man jemanden für Hasskommentare anzeigen kann, wird auch gleich mitgeteilt. Auf der Facebook-Seite der Tester heißt es dazu: »Der Ton im Internet ist in den letzten Jahren zunehmend rauer geworden. Beleidigungen und Volksverhetzung sind fast schon Normalität in vielen öffentlichen Kommentarspalten.«

 

Doch eine Frage drängt sich auf: Warum stürzen sich die Warentester auf Kommentatoren in den sozialen Medien, wo sich laut etablierten Zeitungen durchgeknallte und hasserfüllte »Wutbürger« tummeln, und nicht auch auf die Mainstream-Publikationen selbst? Denn dort treiben »Hetzer, Idioten und Dumpfbacken« ebenfalls ihr Unwesen, wie uns Heribert Seifert von der Neuen Zürcher Zeitung in dieser Woche in einem Aufsehen erregenden Kommentar präzise dargelegt hat?

 

Einfache Antwort: weil es politisch korrekt ist, sich ausschließlich dem Kampf gegen rechts und den »Rechtspopulismus« anzuschließen, anstatt Wutausbrüche, Beleidigungen, Hasstiraden und »kommunikative Rüpelei« generell zu brandmarken, unabhängig davon, aus welcher politischen Richtung sie kommt und an welcher Stelle sie geäußert wird. Es geht letztlich darum, Statements, die nicht in den rigoros verengten Meinungskorridor passen, schnell und effektiv in die »Zone des Bösen« zu verfrachten.

 

Doch im Mainstream-Journalismus grassieren ebenfalls Pöbeleien und Hassergüsse aller Art. Seifert sieht mit voller Berechtigung den »Journalismus im Kampfmodus«. Und er stellt fest: »Dem Wutbürger im Internet tritt in manchen Leitmedien ein Wutjournalismus gegenüber, der Schimpfen, Weghören und Kommunikationsverweigerung zu Tugenden erklärt.« Eine »Hau-drauf-Mentalität« habe sich breit gemacht, meist gegen den Feind von rechts.

 

In der Tat: Wer Beispiele für diese These sucht, wird schnell und reichlich fündig. Zum Beispiel bei der FAZ, die verächtlich eine »Welt der Wutbürger« beschreibt, in der die Mehrheit nicht einmal das Prinzip der eigenen Demokratie verstehe. Oder die Welt, die die Deutschen zum »Fall für den Psychoanalytiker« erklärt, bloß weil es gegen das Freihandelsabkommen TTIP wachsenden Widerstand gibt, der laut Welt auch noch »kaum sachliche Gründe« haben soll. Spätestens hier fragt sich der Leser, wer wirklich einen Termin beim Psychoanalytiker braucht.

 

Und was ist mit Sascha Lobo beim Spiegel, der angesichts »rechtspopulistischer Horden im Netz« pauschal eine »Flächenidiotie« konstatiert und die Gleichung aufstellt:

 

»Je dümmer, desto Social Media«? Facebook wird in diesem »Hilferuf an die mindestens durchschnittlich Begabten« als »Deppenmagnet« bezeichnet. – Ist es damit wirklich ausreichend beschrieben? Hier bricht der täglich zu beobachtende – und meist durchaus gewollte – Lückenjournalismus durch, der sich zu Recht als »Lügenpresse« entlarvt. Denn selbst Mainstream-Blätter wie die Welt – in diesem Fall mit Blick auf die Flüchtlingskrise – müssen gelegentlich beichten: »Die halbe Wahrheit ist zu wenig.«

 

Immerhin: Lobo gesteht unserem Land zu, dass es »dort draußen« in seiner Idiotenwüste wenigstens noch »zurechnungsfähige Teile« gibt. Das ist durchaus auf dem üblichen beleidigenden Niveau des Spiegel, dessen Kolumnisten bis hin zu Jakob Augstein Deutschland eher für eine Klapsmühle halten.

 

Und eine, die den baldigen Volkstod verdient, wie die taz findet. Schließlich würden mit den Deutschen nur Dinge verloren gehen, »die keiner vermissen wird«. Originalton taz: »Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.«

 

Oder dieser Auswuchs: »Danke, liebe Antifa!«, freute sich im Januar 2014 der Tagesspiegel. »Wenn wir ehrlich sind, haben wir ihnen viel zu verdanken.« So lobte Sebastian Leber linke Extremisten und Krawallmacher, die unliebsame Politiker in der rechten Hälfte des politischen Spektrums inzwischen nach Belieben attackieren, ihre Autos und Häuser besprühen, Scheiben einwerfen, Wahlkampf-Infostände attackieren, friedliche und angemeldete Proteste mit Gewaltorgien überziehen, Polizeiautos anzünden und Stadtteile verwüsten, wie beim Anti-EZB-Terror 2015 in Frankfurt.

 

 

 

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